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Letzte Änderung für Artikel Markgrafschaft Burgau: 04.02.2006 22:13

Markgrafschaft Burgau

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Die Markgrafschaft Burgau war ein Territorium des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation .

Der Landstrich war dem Herzogtum Schwaben zugeh√∂rig. Dieses verwaiste mit der Hinrichtung des Staufers Konradin im Jahr 1268 . Auf Reichsebene bestand bis zum 1. Oktober 1273 die Phase des Interregnums . Der dann gew√§hlte K√∂nig Rudolf I. von Habsburg plante, die vakanten schw√§bischen Gebiete f√ľr sein Herrscherhaus zu sichern, l√∂ste aber mit seiner Erwerbspolitik Widerstand der heimischen Adelsfamilien aus. Es gelang nicht, die erworbenen habsburgischen Besitzungen in Schwaben zu einem Territorium zu vereinen.

Im Jahr 1301 kam die Markgrafschaft Burgau unter K√∂nig Albrecht I. an die Habsburger . Das durch den Tod des Markgrafen Heinrich III. von Burgau an den K√∂nig heimgefallene Reichslehen √ľbertrug er seinen beiden S√∂hnen. Der Witwe Heinrichs kauften die Habsburger die Allodien ab. Innerhalb des Gebietes der Markgrafschaft Burgau wiederum waren verschiedene Rechtstitel vergeben worden: Allod , Reichs lehen , Grundherrschaft und Vogtei .

Die geografische Lage des Burgauer Besitztums erzeugte latente Spannungen resultierend aus Expansionsbestrebungen der Wittelsbacher in Bayern, welche die Markgrafschaft Burgau gerne zur Arrondierung auch ihrer Besitzt√ľmer in Schwaben f√ľr sich gewinnen wollten. Einen Verkauf an Bayern im Jahr 1418 verhinderte die Reichsstadt Augsburg zusammen mit Ulm und anderen schw√§bischen St√§dten.

Burgau konnte auch in sp√§terer Zeit stets auf die Bereitschaft der Reichsst√§dte Augsburg und Ulm, den Augsburger Bischof und auch das Haus Fugger z√§hlen, wenn es galt, die Gel√ľste bayerischer Herz√∂ge nach Landgewinn westlich des Lechs im Zaum zu halten (Siehe auch Schw√§bischer Bund ).

Geldn√∂te der Habsburger f√ľhrten ab Mitte des 14. Jahrhunderts dazu, dass die Markgrafschaft oder einzelne ihrer Teile mehrfach als Pfand herhalten mussten. Die letzte Verpf√§ndung (an den Augsburger Bischof) endete 1559 .

Vorder√∂sterreich war 1522 an den Habsburger Ferdinand I. gefallen. Nach dessen Tod √ľbernahm sein Sohn Erzherzog Ferdinand von Tirol diesen Besitz. Als der Erzherzog 1595 starb, ging die Herrschaft an den Kaiser Rudolf II. √ľber. Er vertraute vertraglich 1605 dem Erzherzogssohn Karl, der aus der Ehe mit der Augsburger B√ľrgerstochter Philippine Welser hervorgegangen war, unter anderem die Markgrafschaft Burgau an. Karl f√ľhrte von 1609 bis 1618 als letzter den Titel des Markgrafen.

Mit seinem Ableben ging die Herrschaft an die in Tirol regierenden Habsburger zur√ľck. Als die Innsbrucker Linie des Herrscherhauses 1665 ausstarb, war f√ľr die Geschicke der Markgrafschaft Burgau der Hof in Wien zust√§ndig. Nach einem Machtwort von Kaiser Karl VI. bequemte sich der Augsburger Bischof Alexander Sigismund in einer vom 9. Mai 1725 datierenden Urkunde dazu, den Burgauern die lang ersehnte eigene Pfarrei zuzubilligen.

Im Frieden von Pressburg ( 1805 ) akzeptierte das Napol√©on Bonaparte und dessen Verb√ľndeten unterlegene √Ėsterreich, dass die Markgrafschaft zum Bestandteil des neuen K√∂nigreichs Bayern wurde.


Literatur:

Wolfgang W√ľst: Die Markgrafschaft Burgau, in: Heimatverein f√ľr den Landkreis Augsburg. Jahresbericht 1985/86 (1987) S. 189-216.

Wikipedia

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