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Letzte Änderung für Artikel Burggrafschaft Nürnberg: 19.02.2006 10:37

Burggrafschaft Nürnberg

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Die Burggrafschaft Nürnberg war ein mittelalterliches Territorium im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation .

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Entstehung

Die Anfänge der Burggrafschaft Nürnberg gehen auf eine königliche Reichsburg zurück, die in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts auf einem Sandsteinfelsen nahe der Pegnitz errichtet worden war. Vermutlich um ca. 1040 hatte König Heinrich III. den Bau dieser Burganlage veranlaßt. Mit der Schaffung dieses im Bannbezirk des Reichswaldes gelegenen Stützpunktes, hatte er die Absicht verfolgt, den Einfluss des Bistums Bamberg wenigstens teilweise wieder etwas zurückzudrängen. Denn seine Vorgänger hatten das Bistum mit allzu großzügigen Schenkungen ausgestattet und damit weite Teile des fränkischen Raums der königlichen Herrschaft entzogen.
Um das Jahr 1105 wurden die aus einem niederösterreichischen Geschlecht stammenden Grafen von Raabs mit der Burg belehnt und als Burggrafen von Nürnberg eingesetzt. In der Folgezeit schufen sie die Grundlage für ein umfangreiches Reichsterritorium, das mit der Zeit um die Burg entstand und dann als die Burggrafschaft Nürnberg bezeichnet wurde.

Weitere Entwicklung

Als mit Konrad II. um 1190 der letzte Graf von Raabs ohne männliche Nachkommen starb, trat sein Schwiegersohn Friedrich I. von Zollern seine Erbschaft an. Vermutlich noch im Jahr 1191 wurde er von König Heinrich IV. mit dem Burggrafenamt belehnt. Mit ihm traten die Grafen von Zollern die Herrschaft in der Burggrafschaft Nürnberg an. Sie (bzw. zeitweilig einige ihrer Seitenlinien) regierten in diesem Territorium (bzw. in den später daraus entstandenen Fürstentümern) bis zum Ende des alten Reiches . Ab der Mitte des 14. Jahrhunderts bezeichneten sich die Zollern dann als Hohenzollern.
Durch eine geschickte Erwerbungspolitik bauten die Hohenzollern ihr Herrschaftsgebiet vor allem im Gebiet des heutigen Mittel- und Oberfranken zielstrebig aus. Durch die Beerbung der Grafen von Abenburg gelangten sie in den Besitz von deren Stammburg Abenberg, von Cadolzburg, des alten Königsguts Riedfeld (der Keimzelle von Neustadt a. d. Aisch) und vor allem auch zur Schirmherrschaft über das Kloster Heilsbronn. Ebenfalls durch Erbschaft kamen sie 1248 mit Bayreuth in den Besitz des nordöstlichen Teils der oberfränkischen Besitzungen der Grafen von Andechs-Meranien. Eine vorbildliche Finanzpolitik ermöglichte den Hohenzollern weitere umfangreiche Neuerwerbungen. 1285 gelangte Wunsiedel in ihren Besitz, 1292 Arzberg , 1338 Schauenstein-Helmbrechts, 1373 Münchberg, 1377 Hof und schließlich 1412 Selb. Damit erweiterten sie das sogenannte obergebirgische Land rasch zu einem relativ kompakten Territorium.
Auch im untergebirgischen Land gelang es den Hohenzollern in wenigen Jahrzehnten einen umfangreichen Gebietszuwachs zu erzielen. 1331 erlangten sie die Vogtei über die spätere Residenzstadt Ansbach. Weitere Erwerbungen waren die Städte und Märkte Uffenheim, Crailsheim, Creglingen, Kitzingen, Marktsteft, sowie Schwabach, Leutershausen und Gunzenhausen.
Bereits 1273 war den Hohenzollern von Rudolf I. von Habsburg das kaiserliche Landgericht in Nürnberg verliehen worden. Für die Hohenzollern entwickelte es sich zu einem der wichtigsten Instrumente ihres politischen Einflusses. Im 15. Jahrhundert wurde es in den neuen Regierungssitz Ansbach verlegt.
Die immer ausgedehnteren Machtansprüche der Hohenzollern brachten sie zunehmend aber auch in Konflikt mit anderen Reichsständen, wie den bayerischen Wittelsbachern , dem Bischof von Würzburg und der Freien Reichsstadt Nürnberg. 1420 eskalierten diese Auseinandersetzungen in der Zerstörung der Nürnberger Burggrafenburg durch Truppen des Herzogs Ludwig VII. von Bayern-Ingolstadt. Die Burggrafenburg wurde danach von den Hohenzollern nicht mehr wiederaufgebaut, sondern 1427 an die Reichsstadt Nürnberg verkauft. Das Territorium der Burggrafschaft Nürnberg ging in der Folge in den beiden Markgraftümern Brandenburg-Ansbach und Brandenburg-Kulmbach auf.

Die Burggrafen

(Hinweis: Die Regierungszeit der Burggrafen wird jeweils vor ihrem Namen angegeben, ihr Geburts- und Sterbejahr danach. Literaturangaben zu den Burggrafen sind teilweise uneinheitlich, bei den Grafen von Raabs gelegentlich auch widersprüchlich. Ergänzende biografische Informationen sind nur dann beigefügt, wenn noch kein eigener Artikel existiert.)

Aus dem niederösterreichischen Geschlecht von Raabs :

  • 1105 –ca. 1137 Gottfried II. von Raabs (??–ca. 1137)
  • etwa 1137 –ca. 1143 Konrad I. (um 1100–ca. 1143)
  • etwa 1143 –ca. 1160 Gottfried III. (??–ca. 1160)
  • etwa 1160 – 1191 / 1192 Konrad II. (um 1125/30–1191/92, ohne männlichen Nachkommen)

Aus dem Haus Hohenzollern:

Territoriale Gliederung

1397 war es zu einer ersten (zunächst allerdings nur vorübergehenden) Zweiteilung der Burggrafschaft Nürnberg gekommen. Mit dieser Teilung entstanden zwei neue Territorien:

  • Das obergebirgische Land
    Es lag hauptsächlich im Gebiet des heutigen Oberfranken. Dieser Landesteil wurde auch Land auf dem Gebirge und in Vogtland genannt. 1437 wurden diesem Gebiet erstmalig auch einige untergebirgische Ämter (Neustadt a. d. Aisch, Dachsbach, Emskirchen, Wernsberg, Rennhofen, Hagenbüchach) angegliedert, die später als das Unterland des obergebirgischen Landesteils bezeichnet wurden. Nach dieser Gebietserweiterung wurde der hauptsächlich in Oberfranken gelegene Teil das Oberland genannt. Der Regierungssitz des obergebirgischen Landes war Kulmbach.
  • Das untergebirgische Land
    Es hatte seinen geografischen Schwerpunkt im heutigen Mittelfranken und wurde auch als das sogenannte Land zu Franken bezeichnet. Nach der 1437 erfolgten Übergabe einiger Ämter an den obergebirgischen Landesteil wurde es auch als das sogenannte Niederland bezeichnet. Residenzstadt des untergebirgischen Landes war zunächst Cadolzburg, später Ansbach.

Mit dem Gebirge, auf das sich die Namen der beiden Gebiete bezog, war das Muggenhofer Gebirge gemeint, die damals übliche Bezeichnung der Fränkischen Schweiz.

Literatur

  • M. Spindler, A. Kraus: Geschichte Frankens bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts, München 1997. ISBN 3-406-39451-5
  • Gerhard Taddey: Lexikon der deutschen Geschichte, Stuttgart 1998. ISBN 3-520-81303-3
  • M. Spindler, G. Diepolder: Bayerischer Geschichtsatlas, München 1969.

Wikipedia

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