fair-hotels . Ein Service wie gemalt
Reiseführer Übersicht Deutschland Österreich Schweiz Bauwerke nach Stil

Werbung

Letzte Änderung für Artikel Ludwig II. (Bayern): 17.02.2006 00:29

Ludwig II. (Bayern)

Wechseln zu: Navigation, Suche
Ludwig II. von Bayern
Ludwig II. von Bayern

Ludwig Friedrich Wilhelm von Wittelsbach (* 25. August 1845 in M√ľnchen, Schloss Nymphenburg; ‚Ć 13. Juni 1886 im Starnberger See bei Schloss Berg) war als Ludwig II. von Bayern vom 10. M√§rz 1864 an bis zu seinem Tod K√∂nig von Bayern. Nach seiner Entm√ľndigung am 10. Juni 1886 √ľbernahm sein Onkel Luitpold als Prinzregent die Regierungsgesch√§fte. Ludwig II wird heute oft auch als M√§rchenk√∂nig bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Biographie

Herkunft

Ludwig II. wurde am 25. August 1845 in M√ľnchen als √§ltester Sohn von Kronprinz Maximilian und Kronprinzessin Marie Friederike geboren. Er wurde auf den Namen Otto Friedrich Wilhelm Ludwig getauft, Rufname sollte jedoch Ludwig sein. Drei Jahre sp√§ter wurde sein Bruder Otto I. geboren.

Kindheit und Jugend

Ihre Kindheit und Jugend verbrachten die Br√ľder vor allem auf Schloss Hohenschwangau, in der Umgebung ihrer Erzieher.

Nachdem sein Gro√üvater, K√∂nig Ludwig I. von Bayern 1848 abgedankt hatte, wurde sein Vater Maximilian K√∂nig und Ludwig zum Kronprinzen. 1861 erlebte Ludwig zum ersten Mal Richard Wagners Opern "Tannh√§user" und "Lohengrin". Daraus entstand vermutlich seine besondere Vorliebe f√ľr Wagners Opern und die darin verarbeitete Sagen- und M√§rchenwelt.

Thronbesteigung

Ludwigs Vater Maximilian starb 1864 , Ludwig wurde im Alter von 18 Jahren als Ludwig II. zum K√∂nig von Bayern proklamiert ("Ludwig, von Gottes Gnaden K√∂nig von Bayern, Pfalzgraf bey Rhein, Herzog von Bayern, Franken und in Schwaben"). Von Anfang an engagierte er sich f√ľr die F√∂rderung der Kultur, insbesondere des Komponisten Richard Wagner. Er finanzierte dessen Musikdrama "Der Ring des Nibelungen", das dieser in drei Jahren fertigstellen sollte. Im Dezember 1865 musste sich Ludwig II. allerdings dem Widerstand der Staatsregierung, der M√ľnchner B√ľrger und seiner eigenen Familie beugen und den unbeliebten Wagner auffordern, Bayern zu verlassen. Die enge Freundschaft der beiden blieb zun√§chst bestehen. Der entt√§uschte Ludwig zog sich von nun an von M√ľnchen immer mehr zur√ľck.

Krieg gegen Preußen

1866 trat Bayern an der Seite des Deutschen Bundes und damit √Ėsterreichs in den Krieg zwischen √Ėsterreich und Preu√üen ein. Der von Kindheit an wenig milit√§risch gesinnte Ludwig √ľberliess das Kriegf√ľhren seinen Ministern. Im Friedensvertrag nach der Niederlage musste Bayern seine Truppen dem preu√üischen Oberbefehl unterstellen und 30 Millionen Gulden Kriegsentsch√§digung an Preu√üen zahlen. Ludwig unternahm in dieser Zeit seine einzige Bereisung des Landes. Danach widmete er sich vor allem seinen romantischen Ideen und zog sich auf seine Schl√∂sser zur√ľck, von wo er die Regierungsgesch√§fte durch Gesandte f√ľhrte.

Verlobung

Ludwig war nie verheiratet, verlobte sich aber aus einem spontanen Entschlu√ü heraus am 23. Januar 1867 mit Sophie in Bayern , der j√ľngeren Schwester der Kaiserin Elisabeth von √Ėsterreich, einer Tochter des Herzogs Max in Bayern. Jedoch schob Ludwig den Hochzeitstermin immer weiter hinaus. Sophie hatte sich indessen in den Fotografen Edgar Hanfstaengl verliebt und traf sich heimlich mit ihm in Schlo√ü P√§hl. Es war aber Ludwig, der schlie√ülich, vom Brautvater zu einer Entscheidung gedr√§ngt, im Oktober die Verlobung l√∂ste. √Ąu√üerungen in Briefen aus sp√§terer Zeit lassen vermuten, dass Ludwig mehr dem eigenen Geschlecht zugewandt war.

Schlösser

1868 entwarf K√∂nig Ludwig in einem Brief an Richard Wagner seine Vorstellungen f√ľr eine neue Burg Hohenschwangau, das heutige Neuschwanstein. Der Grundstein wurde 1869 gelegt. Ein Jahr sp√§ter beteiligte sich Bayern aus politischen Zw√§ngen heraus am Krieg Preu√üens gegen Frankreich; Ludwig akzeptierte z√∂gerlich die Kaiserkr√∂nung des preu√üischen K√∂nigs. Die Preu√üen sicherten ihm im Gegenzug Geldzahlungen zu, die aus dem Welfenfonds geleistet wurden. 1884 wurde der Palas im Schloss Neuschwanstein fertiggestellt, das Ludwig zum bevorzugten Wohnsitz erw√§hlen wollte.

Von 1874 bis 1878 wurde Schloss Linderhof anstelle des so genannten Königshäuschens des Vaters Max II. erbaut. Schloss Linderhof ist das kleinste der drei von Ludwig II. erbauten Schlösser, aber auch das einzige, welches voll ausgebaut und auch länger von ihm bewohnt wurde.

1873 wurde die Herreninsel im Chiemsee gekauft, wo ab 1878 das Schloss Herrenchiemsee nach Ludwigs Vorstellungen als neues Versailles entstehen sollte.

Die Bauprojekte Ludwigs - die von ihm selbst finanziert wurden - verursachten erhebliche Defizite der Finanzen in seiner privaten Kabinettskasse; der K√∂nig war schlie√ülich mit einem "Jahresgehalt" im R√ľckstand und zus√§tzlich etwa drei "Jahresgeh√§lter" (15 Millionen) h√§tten 1887 zum Weiterbau seiner Schl√∂sser gefehlt. 1886 verweigerte das Kabinett K√∂nig Ludwig die B√ľrgschaft f√ľr einen Kredit in H√∂he von sechs Millionen, worin manche Biografen den Hauptanla√ü f√ľr die Entm√ľndigung sehen. Es soll private finanzielle Hilfsangebote von Bankiers gegeben haben, die Ludwig aber nicht erreichten.

Entm√ľndigung

Ludwig II. wurde auf Betreiben der Regierung durch Professor Bernhard von Gudden und weiteren √Ąrzten aufgrund von Zeugenaussagen und ohne pers√∂nliche Untersuchung des Patienten f√ľr "seelengest√∂rt" und "unheilbar" erkl√§rt. Es ist angesichts der von Ludwig vorgenommenen Amtshandlungen, wie zuletzt die Einrichtung eines neuen Bezirksamtes in Ludwigshafen (Urkunde vom 3. Juni 1886, von ihm in Hohenschwangau unterzeichnet) keine eindeutige Unzurechnungsf√§higkeit zu erkennen.

Am 9. Juni 1886 wurde Ludwig durch die Regierung entm√ľndigt. Sein Onkel Luitpold √ľbernahm am 10. Juni als Prinzregent die Regierungsverantwortung, sp√§ter f√ľr Ludwigs Bruder Otto I . K√∂nig Ludwig versuchte noch, einen Aufruf an das bayerische Volk zu erlassen: Der Prinz Luitpold beabsichtigt, sich ohne meinen Willen zum Regenten meines Landes zu erheben, und mein bisheriges Ministerium hat durch unwahre Angaben √ľber meinen Gesundheitszustand mein geliebtes Volk get√§uscht und bereitet hochverr√§terische Handlungen vor. ... Ich fordere jeden treuen Bayern auf, sich um meine treuen Anh√§nger zu scharen und an der Vereitelung des geplanten Verrates an K√∂nig und Vaterland mitzuhelfen. (Bamberger Zeitung am 11. Juni kurz vor der Beschlagnahmung). Den Ratschlag Bismarcks jedoch, sich sogleich in M√ľnchen dem Volk zu zeigen, beherzigte Ludwig nicht. Er verhielt sich trotz vieler Hilfsangebote nahezu v√∂llig passiv.

Tod im Starnberger See

Sterbestelle und Gedenkkreuz im Starnberger See bei Berg
Sterbestelle und Gedenkkreuz im Starnberger See bei Berg

K√∂nig Ludwig wurde in Neuschwanstein in Gewahrsam genommen und nach Schloss Berg verbracht und starb mit Professor von Gudden am 13. Juni abends im seichten Uferwasser des Starnberger Sees - obwohl er als vortrefflicher Schwimmer galt. K√∂nig Ludwig fand ich 23.30 Uhr tot im Starnberger See. Schlo√ü Berg am 13. Juni 1886 (Notiz des Schlossverwalters Bernhard Huber im Stadtmuseum Schwabach). Nach der offiziellen Version wollte der Arzt den Regenten an einem Selbstmordversuch hindern und kam dabei selbst zu Tode. Diese Version wurde schon bald bezweifelt. Um den Tod Ludwigs II. ranken sich bis heute zahlreiche Ger√ľchte, die u.a. einen m√∂glichen Fluchtversuch bzw. die Erschie√üung des K√∂nigs in Erw√§gung ziehen.

Bei der pathologischen Untersuchung des toten K√∂nigs in der M√ľnchener Residenz war auch der Leibarzt des K√∂nigs Dr. Schlei√ü anwesend, der nicht von einer Krankheit des K√∂nigs √ľberzeugt war. Nach der Sektion wurde sofort die Einbalsamierung vorgenommen. Ludwig wurde am 19. Juni 1886 nach einem Leichenzug durch M√ľnchen in der Gruft der Michaelskirche (Neuhauserstr.) beigesetzt. Sein Herz wurde am 16. August in einer Urne in die Alt√∂ttinger Gnadenkapelle verbracht.

Historische Bedeutung

Ludwig II. war ein Monarch, der nach einem mystisch gepr√§gten Idealbild eines christlichen K√∂nigtums strebte und sich tr√§umerisch alte Sagenszenen vorf√ľhren lie√ü. W√§hrend seiner Regierungszeit zeigte er kaum politische Initiative. Seine Schwerpunkte lagen eher auf kulturellem Gebiet, so hatte er durch seine F√∂rderung von Richard Wagner und die Errichtung des Festspielhauses in Bayreuth einen deutlichen Einfluss auf die Musikgeschichte. Privat lie√ü er die K√∂nigsschl√∂sser Herrenchiemsee , Neuschwanstein und Linderhof errichten, die dem bayerischen Staat keinerlei unmittelbaren Nutzen brachten. Nach seinem Tod wurden sie schon bald zur √∂ffentlichen Besichtigung freigegeben und sind bis heute beliebte Touristenziele .

Um Ludwig II. hat sich schon zu Lebzeiten, erst recht aber nach seinem Tod ein dichtes Gespinst an Ger√ľchten und Spekulationen gerankt, die sich auf vielerlei Aspekte seines Lebens beziehen.

Ludwig II. in der populären Kultur

K√∂nig Ludwig II. hat f√ľr die bayerische Identit√§t als sogenannter "Kini" einige Bedeutung. Zahlreiche Lieder ranken sich um sein Leben und seinen Tod. Ludwig, der M√§rchenk√∂nig, wurde zum bayerischen Inbegriff der guten alten Zeit. Bis heute gibt es zahlreiche aktive Ludwig II.-Vereine in ganz Bayern (einschlie√ülich Franken und Schwaben), die sein Gedenken wach halten und zum Verband der K√∂nigstreuen in Bayern zusammengeschlossen sind.

Im Jahr 2000 wurde Ludwig ein neuer Theaterbau und ein Musical gewidmet: Ludwig II. - Sehnsucht nach dem Paradies von Franz Hummel wurde bis zum 31. Dezember 2003 in rund 1 500 Vorstellungen im hierzu errichteten F√ľssener Musical Theater Neuschwanstein vor insgesamt 1,5 Mio. Menschen aufgef√ľhrt. Am 11. M√§rz 2005 feierte in diesem Festspielhaus Neuschwanstein ein neues Musical Ludwig¬≤ √ľber K√∂nig Ludwig II. von Bayern in der Inszenierung eines internationalen Teams seine Urauff√ľhrung .

Weblinks

Commons: Schloss Linderhof ‚Äď Bilder, Videos oder Audiodateien
Commons: Schloss Neuschwanstein ‚Äď Bilder, Videos oder Audiodateien
Wikiquote: Ludwig II. von Bayern ‚Äď Zitate

Wikipedia

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Ludwig II. (Bayern) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation . In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren des Artikels Ludwig II. (Bayern) verfügbar.

fair-hotels. Ein Service der
VIVAI Software AG
Betenstr. 13-15
44137 Dortmund

Tel. 0231/914488-0
Fax 0231/914488-88
Mail: info@vivai.de
Url: http://www.vivai.de