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Letzte Änderung für Artikel Kraichgaubahn: 11.02.2006 11:59

Kraichgaubahn

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Landkarte mit dem Verlauf der Kraichgaubahn
Landkarte mit dem Verlauf der Kraichgaubahn

Die Kraichgaubahn ist eine 66 km lange Eisenbahnstrecke in der Region Kraichgau im Nordosten Baden-W├╝rttembergs. Sie f├╝hrt von Karlsruhe ├╝ber Bretten und Eppingen nach Heilbronn und wurde 1880 fertiggestellt. Internationale Bekanntheit erlange die Stecke ab 1992 durch den Umbau zur weltweit ersten Zweisystem- Stadtbahnstrecke , der Abschnitt zwischen Karlsruhe und Bretten ist damit eine Keimzelle des sogenannten Karlsruher Modells.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Rampe zum Stra├čenbahnnetz am Bahnhof Karlsruhe-Durlach, im Hintergrund die Stadtbahn-Bahnsteige 11 und 12
Rampe zum Stra├čenbahnnetz am Bahnhof Karlsruhe-Durlach, im Hintergrund die Stadtbahn-Bahnsteige 11 und 12

Entstehungsgeschichte bis 1880

Um 1870 war der mittlere Kraichgau von vier Bahnlinien umgeben. Diese waren:

Das von diesen Linien beschriebene Viereck umfasste ein weites Gebiet im Grenzland zwischen Baden und W├╝rttemberg um die badische Stadt Eppingen herum. Diese und ihr Umland, das traditionelles Durchgangsland von Handelswegen war, drohten von den Verkehrsstr├Âmen und der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung abgeh├Ąngt zu werden und hatten sich daher wiederholt f├╝r den Bau einer Eisenbahnlinie durch diese Region eingesetzt. Auch die w├╝rttembergische Stadt Heilbronn, die f├╝r sich bessere Verkehrswege nach Westen w├╝nschte, und Karlsruhe unterst├╝tzten diese Forderungen.

So kam der Plan auf, eine Strecke von Karlsruhe (genauer: Gr├Âtzingen) ├╝ber Bretten und Eppingen nach Heilbronn zu bauen. Neben lokalen Bed├╝rfnissen spielten hier auch gr├Â├čere Zusammenh├Ąnge eine Rolle, n├Ąmlich der Gedanke einer m├Âglichst direkten Linie von Frankreich in Richtung N├╝rnberg und von dort weiter nach Osten. Einer solchen direkten Verbindung halber erhielt die erw├Ąhnte Streckenf├╝hrung nach Heilbronn den Vorzug gegen├╝ber einer rein badischen Strecke, die von Bretten an die Meckesheim-Jagstfelder Bahn angeschlossen h├Ątte.

Das Vorhaben erhielt Zustimmung von staatlichen Stellen in beiden L├Ąndern. Die badische Regierung sah sich jedoch nicht zu einer schnellen Umsetzung in der Lage, da sie mit anderen Eisenbahnbauten (haupts├Ąchlich der Schwarzwaldbahn) ausgelastet war. Um den Bau zu beschleunigen, bot die Stadt Karlsruhe unter B├╝rgermeister Wilhelm Florentin Lauter an, den badischen Abschnitt bis Eppingen unter eigener Regie zu bauen und den Staatsbahnen zur Nutzung zu ├╝berlassen, die daf├╝r zun├Ąchst einen Pachtzins zahlen und die Strecke sp├Ąter in Ratenzahlungen zur├╝ckkaufen sollten.

Bahnhof Gr├Âtzingen, Blickrichtung Durlach
Bahnhof Gr├Âtzingen, Blickrichtung Durlach

Die badische Regierung ging auf diesen Vorschlag ein, und so wurde der Bau mit Gesetz vom 30. M├Ąrz 1872 beschlossen. Vor Baubeginn mussten jedoch Verhandlungen mit W├╝rttemberg gef├╝hrt werden. Diese m├╝ndeten in einem am 29. Dezember 1873 geschlossenen Staatsvertrag, der noch weitere Verbindungen zwischen den Staaten im Neckartal und Kinzigtal vorsah. W├╝rttemberg sollte den Abschnitt HeilbronnÔÇôEppingen bauen; Eppingen wurde zum Wechselbahnhof bestimmt. Der badische Abschnitt sollte die Westbahn in Bretten kreuzen. Diese wurde bis dahin auf ganzer L├Ąnge von W├╝rttemberg betrieben, d.h. auch auf badischem Territorium zwischen Ruit (bei Bretten) und Bruchsal. Um die Kreuzung einer badischen mit einer w├╝rttembergischen Bahn zu vermeiden, reklamierte Baden sein R├╝ckkaufsrecht, das es laut Vertrag ├╝ber die Westbahn f├╝r den auf seinem Territorium befindlichen Abschnitt besa├č. Die Verhandlungen dar├╝ber zogen sich mehrere Jahre lang hin, bis mit Staatsvertrag vom 15. November 1878 der Abschnitt BruchsalÔÇôBretten gegen Entsch├Ądigung an Baden fiel.

Aufgrund einer im badischen Eisenbahnwesen eingetretenen Finanzkrise tat sich die Stadt Karlsruhe zun├Ąchst schwer, einen Bauunternehmer f├╝r die Strecke zu finden, so dass die Konzession erst am 15. November 1876 erteilt werden konnte. Bauunternehmer wurde die Ph. Holzmann & Cie in Frankfurt am Main. Am 15. Oktober 1879 wurde die Strecke Gr├ÂtzingenÔÇôEppingen er├Âffnet; schon zuvor, am 10. Oktober 1878 hatten die w├╝rttembergischen Staatsbahnen den Abschnitt zwischen Heilbronn und Schwaigern er├Âffnet, und am 7. August 1880 wurde die L├╝cke zwischen Eppingen und Schwaigern geschlossen.

Mit der Vollendung der Strecke ├╝bernahm die Badische Staatsbahn in Ab├Ąnderung der urspr├╝nglichen Vereinbarungen das volle Eigentum an der Bahn, indem sie die von Karlsruhe ausgegebene Anleihe von 12 Millionen Mark ├╝bernahm. Die Fahrgastzahlen auf der Kraichgaubahn stiegen in den Folgejahren kontinuierlich an.

1880 bis 1945

Stadtbahnzug in Eppingen im Dezember 2005
Stadtbahnzug in Eppingen im Dezember 2005

Im Jahr 1900 wurde die Kraichgaubahn noch durch eine Verbindungsbahn an die Meckesheim-Jagstfelder Linie angeschlossen. Diese Verbindung lief entlang der Elsenz von Eppingen nach Steinsfurt (siehe Artikel Elsenztalbahn).

Da sich die an der Kraichgaubahn gelegenen Orte D├╝rrenb├╝chig und G├Âlshausen (heute beides Stadtteile von Bretten) dar├╝ber beschwert hatten, keinen Haltepunkt bekommen zu haben, wurde ihnen 1906 diesbez├╝glich Rechnung getragen. Es gab dar├╝ber hinaus Pl├Ąne, die Strecke auch f├╝r Fernz├╝ge auszubauen, da sie die k├╝rzeste Verbindung von Karlsruhe nach N├╝rnberg ist. Hierf├╝r wurde sie zwischen Bretten und Heilbronn zweigleisig ausgebaut. Von 1906 bis 1914 fuhr tats├Ąchlich auch der Luxuszug ÔÇ× Paris -Karlsbad-ExpressÔÇť ├╝ber die Strecke. Der Ausbruch des Ersten Weltkrieg brachte jedoch das Ende dieses Fernzuges. Am 31. M├Ąrz 1920 gingen die Badische und die W├╝rttembergische Staatsbahn in der neu gegr├╝ndeten Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft auf. Aufgrund der Reparationszahlungen , die Deutschland nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg zahlen musste, fehlte allerdings Geld f├╝r einen weiteren Ausbau der Bahnstrecke. So blieben Bem├╝hungen der Folgejahre, auch den Streckenabschnitt DurlachÔÇôBretten durchgehend zweigleisig auszubauen, erfolglos. Ab den drei├čiger Jahren wurden au├čerdem erstmals sogenannte ÔÇ×DieseleiltriebwagenÔÇť auf der Strecke eingesetzt.

1945 bis 1992

abfahrbereiter Triebwagen der Baureihe 628 mit Ziel Karlsruhe in Heilbronn Hbf (Feb. 1995)
abfahrbereiter Triebwagen der Baureihe 628 mit Ziel Karlsruhe in Heilbronn Hbf (Feb. 1995)

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs erlitt auch die Kraichgaubahn wie die meisten anderen Eisenbahnlinien auch hohe Sch├Ąden. Da die Deutsche Wehrmacht Br├╝cken in Gr├Âtzingen und in Rinklingen sprengte, war die Strecke zwischen Karlsruhe und Bretten mehrere Monate lang nicht befahrbar, der Schienenverkehr von Karlsruhe in das Kraichgau musste ├╝ber Bruchsal gef├╝hrt werden. Gleichzeitig war die Strecke bis zur Wiederinbetriebnahme des Bietigheimer Eisenbahnviadukts im August 1945 Teil der einzigen Schienenverbindung zwischen Karlsruhe und Stuttgart.

Im Mai 1972 endete die ├ära des planm├Ą├čigen Dampfbetriebes . Fortan verkehrten Schienenbusse und Silberling -Z├╝ge, die mit Lokomotiven der Baureihe 218 bespannt waren, auf der Kraichgaubahn. Ab 1976 gab es von Seiten der Deutschen Bundesbahn Pl├Ąne, die Regionalstrecke gemeinsam mit der Strecke zwischen Eppingen und Sinsheim stillzulegen. So hatte sie den zwischen Bretten und Heilbronn durchgehend zweigleisigen Streckenabschnitt gr├Â├čtenteils eingleisig zur├╝ckgebaut. Gegen die Stillegungspl├Ąne regten sich damals in der Bev├Âlkerung heftiger Widerstand, mit Sonderz├╝gen und Stra├čenblockaden machte besonders die Eppinger Bev├Âlkerung auf sich aufmerksam.

In den sp├Ąten achtziger Jahren ├╝bernahmen dann Dieseltriebwagen der Baureihe 628 den Personenverkehr. Gleichzeitig wurde der Betrieb zwischen Bretten und Heilbronn an Wochenenden teilweise eingestellt.

1992 bis heute: Ausbau zur Stadtbahn

neue Haltestelle KA-Durlach Hubstra├če auf der ├ťberf├╝hrung ├╝ber die Baden-Kurpfalz-Bahn
neue Haltestelle KA-Durlach Hubstra├če auf der ├ťberf├╝hrung ├╝ber die Baden-Kurpfalz-Bahn
G├Âlshausener Tunnel, f├╝r die Elektrifizierung wurde das Gleis in die Mitte verlegt
G├Âlshausener Tunnel, f├╝r die Elektrifizierung wurde das Gleis in die Mitte verlegt

In der Folge ├╝bernahm die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG), ein Tochterunternehmen der Stadt Karlsruhe, ab etwa 1990 die Kosten f├╝r die Modernisierung und Elektrifizierung der Strecke im Rahmen eines Pilotprojekts. Als Stromsystem kam dabei der bei der Deutschen Bahn ├╝bliche Wechselstrom mit 16,7 Hz zum Einsatz.

Die Strecke wurde am 25. September 1992 im Abschnitt KarlsruheÔÇôBretten-G├Âlshausen als Linie ÔÇ×BÔÇť in das Netz der Karlsruher Stadtbahn integriert, nachdem seit 1975 die erste Stadtbahnstrecke, die Albtalbahn als Linie ÔÇ×AÔÇť bezeichnet wurde. W├Ąhrend letztere durchgehend mit Gleichstrom betrieben wurde, war die Kraichgaubahn weltweit die erste Strecke, die beim ├ťbergang von Stra├čen- und Eisenbahn neben dem rechtlichen Status auch das Stromsystem wechselte.

W├Ąhrend die bestehenden Bahnh├Âfe modernisiert wurden, entstanden auch zahlreiche neue Haltepunkte, insbesondere in der Stadt Bretten, beispielsweise die zentrumsn├Ąhere Haltestelle ÔÇ×StadtmitteÔÇť. Die AVG baute au├čerdem mehrere eingleisig zur├╝ckgebaute Streckenabschnitte wieder zweigleisig aus, w├Ąhrend das durchgehende zweite Gleis von J├Âhlingen West nach W├Âssingen Ost v├Âllig neu entstand. Da auch alle Tunnels zweigleisig ausgelegt waren, war eine durchgehende Elektrifizierung der Strecke ohne hohen Aufwand m├Âglich, da das einzelne Gleis lediglich in der Mitte des Tunnels verlegt werden musste.

Der Erfolg der neuen Stadtbahnlinie stellte sich sofort ein: Anstatt vorher durchschnittlich 1.800 Reisende nutzten Anfang 1993 nun 8.500 t├Ąglich die Bahn zwischen Karlsruhe und Bretten, so dass eine Verl├Ąngerung der Stadtbahnstrecke sinnvoll erschien. 1996 wurden die verbliebenen durchgehenden DB-Z├╝ge von Karlsruhe nach Heilbronn aufgegeben. Fortan verkehrten diese nur noch zwischen Bretten G├Âlshausen und Heilbronn.

Als am 1. Juni 1997 die Stadtbahn bis nach Eppingen verl├Ąngert wurde, verkehrten die DB-Z├╝ge noch zwischen Eppingen und Heilbronn, ehe am 26. September 1999 die Stadtbahn den Hauptbahnhof von Heilbronn erreichte, nachdem es an Wochenenden schon ab M├Ąrz 1999 einen Stadtbahn-Vorlaufbetrieb zwischen Eppingen und Heilbronn gegeben hatte. 2000 wurde der Bahnhof von Bretten grundlegend modernisiert. Seit 2001 fahren die Z├╝ge der Kraichgaubahn ├╝ber den Heilbronner Hauptbahnhof hinaus bis in die Innenstadt, seit 2004 bis zum ├Âstlichen Stadtrand und seit dem 10. Dezember 2005 nach zweieinhalbj├Ąhriger Bauzeit auf einem Teil der Hohenlohebahn bis nach ├ľhringen.

Mit einer L├Ąnge von 155 km und einer Fahrzeit von ├╝ber 3,5 Stunden war die Kraichgaubahn zwischen 2003 und 2004 Teil der ÔÇ×l├Ąngsten Stadtbahnlinie der WeltÔÇť, als durchgehende Fahrten von Freudenstadt ├╝ber die Murgtalbahn nach Karlsruhe und weiter bis Heilbronn m├Âglich waren. Da diese Linienf├╝hrung jedoch zu anf├Ąllig f├╝r Versp├Ątungen war und gleichzeitig auch noch die Verl├Ąngerung bis ├ľhringen anstand, musste sie wieder aufgegeben werden.

Geographie

In ihrem westlichen, badischen Teil ist die Strecke dadurch gekennzeichnet, dass sie quer zur Hauptflie├črichtung der Kraichgauer Wasserl├Ąufe verkehrt. Letztere laufen in nordwestliche Richtung, w├Ąhrend die Bahn von Karlsruhe bis Eppingen nach Nordosten strebt. Der daraus resultierende Wechsel von Berg und Tal zwingt die Bahn zu einem kurvenreichen Verlauf. Insgesamt werden zwischen den T├Ąlern von Pfinz, Walzbach , Saalbach , Kraichbach, Elsenz und Lein f├╝nf Bergr├╝cken ├╝berquert, davon drei mit Tunnel. Nur zwischen Flehingen und Sulzfeld kann auf etwas l├Ąngerer Strecke das Tal des Kohlbachs ausgenutzt werden. Im ├Âstlichen, w├╝rttembergischen Teil sind die nat├╝rlichen Gegebenheiten g├╝nstiger, hier verl├Ąuft die Strecke zum gro├čen Teil durch das Tal der Lein.

Betrieb

Bahnhof Bretten
Bahnhof Bretten

Betreiber

Die elektrifizierte Strecke wird heute von der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft als Teilst├╝ck der Linie S4 (├ľhringen - Heilbronn - Karlsruhe - Rastatt - Achern) mit modernen Elektrotriebwagen des Typs DUEWAG GT 8-100 betrieben. Auf den Abschnitten zwischen Karlsruhe Albtalbahnhof und Karlsruhe Durlach sowie zwischen Heilbronn Hauptbahnhof und Heilbronn Pf├╝hlpark fahren die Triebwagen dabei teilweise auf der Stra├če, zwischen Karlsruhe-Gr├Âtzingen und Heilbronn wurde die Strecke durch die AVG f├╝r 25 Jahre von der Deutschen Bahn gepachtet.

Der Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) sowie der Heilbronner Hohenloher Haller Nahverkehr (H3NV) sind an der Strecke beteiligt und treffen in Eppingen aufeinander. Weitere Verb├╝nde werden tangiert.

Betrieblicher Streckenverlauf

Die Kraichgaubahn verl├Ąsst nach der ├ťberquerung der A 5 und vor der ├ťberquerung der Bahngleise des Bahnhofs Karlsruhe-Durlach das Netz der Karlsruher Stra├čenbahn und h├Ąlt ÔÇô noch als Stra├čenbahn ÔÇô an den 1992 neu erbauten Gleisen 11 und 12 des Bahnhofs Durlach, hinter denen eine Wendeschleife f├╝r Stra├čenbahnfahrzeuge folgt. Nach ├ťberquerung der Baden-Kurpfalz-Bahn KarlsruheÔÇôHeidelberg mittels einer Br├╝cke, auf der sich die Haltestelle Hubstra├če befindet, folgt kurz vor Gr├Âtzingen parallel zur Bahnstrecke Durlach-M├╝hlacker verlaufend der Systemwechsel zwischen Stra├čenbahnen-Betrieb nach BOStrab und Eisenbahn-Betrieb gem├Ą├č EBO . Beim Haltepunkt Gr├Âtzingen Oberausstra├če zweigt die Kraichgaubahn dann ab und verkehrt von J├Âhlingen West bis W├Âssingen Ost zweigleisig, am Bahnhof von Bretten kreuzt sie niveaufrei die w├╝rttembergische Westbahn, auf der heute die Linien S9 und R91 verlaufen. Von Bretten-G├Âlshausen bis zum Haltepunkt G├Âlshausen Industrie und von Eppingen West bis Eppingen Bahnhof f├Ąhrt sie erneut zweigleisig, dazwischen nur in der N├Ąhe von Haltestellen. Hinter Eppingen biegt die im KVV als R45 bezeichnete Elsenztalbahn EppingenÔÇôHeidelberg links ab, ab Leingarten West verl├Ąuft die Kraichgaubahn wieder zweigleisig. Kurz vor Heilbronn Hbf kreuzt sie (niveaugleich) die Frankenbahn und verl├Ąsst die Eisenbahngleise, um ab dem Bahnhofsvorplatz wiederum als Stra├čenbahn durch die Heilbronner Innenstadt zu fahren.

f├╝r die Stadtbahn neu erbauter Haltepunkt Bretten Stadtmitte
f├╝r die Stadtbahn neu erbauter Haltepunkt Bretten Stadtmitte

Bahnsteige

Die Bahnsteigh├Âhe ├╝ber Schienenoberkante betr├Ągt in W├Âssingen Ost, Bretten, G├Âlshausen Industrie sowie allen Halten zwischen Eppingen und Heilbronn 55 cm, damit ein ebenerdiger Einstig in die bevorzugt eingesetzten Mittelflur-Stadtbahnwagen der Bauart GT 8-100D/2S-M m├Âglich ist. An allen anderen Haltestellen betr├Ągt die Bahnsteigh├Âhe 38 cm.

Alle Bahnsteige haben eine L├Ąnge von mindestens 120 m, damit in Zeiten mit einer besonders hohen Verkehrslast ÔÇô insbesondere im morgentlichen Berufs- und Sch├╝lerverkehr ÔÇô der Einsatz von Triebwagen in Dreifachtraktion m├Âglich ist.

Fahrplan

Durchgehende Bahnen fahren zwischen Karlsruhe und Heilbronn zweimal pro Stunde, eine Verbindung ist dabei jeweils ein ÔÇ×EilzugÔÇť mit einer geringeren Anzahl an Zwischenhalten. Die Fahrzeit zwischen den Marktpl├Ątzen der beiden Gro├čst├Ądte betr├Ągt dabei regul├Ąr 98 Minuten, per Eilzug sind es 81 Minuten.

Eilz├╝ge beginnen bereits auf der Rheintalbahn in Achern und enden in Weinsberg, w├Ąhrend die anderen Bahnen bis ├ľhringen verkehren. Bis G├Âlshausen besteht st├╝ndlich eine weitere Fahrt, ebenso bestehen ab Schwaigern st├╝ndlich ein bis zwei zus├Ątzliche Fahrten, die bis ├ľhringen durchgebunden sind.

Seit Dezember 2003 f├Ąhrt dar├╝ber hinaus zweimal t├Ąglich pro Richtung der sogenannte Kraichgau-Sprinter von Karlsruhe nach Heilbronn. Dieser h├Ąlt unterwegs nur in Bretten und Eppingen und ben├Âtigt f├╝r die Strecke 57 Minuten. Im Gegensatz zu den normalen Stadtbahnz├╝gen, die durch die Karlsruher Innenstadt verkehren, wird diese vom Kraichgau-Sprinter umfahren. Diese Verbindung ist auch die schnellste Bahnverbindung, die es je zwischen den beiden St├Ądten gab: Der Paris-Karlsbad-Express ben├Âtigte fr├╝her f├╝r die Fahrt ohne Zwischenhalt 76 Minuten.

G├╝terverkehr

G├╝terzug-Diesellok der AVG bei Rangierarbeiten in Eppingen (Dezember 2005)
G├╝terzug-Diesellok der AVG bei Rangierarbeiten in Eppingen (Dezember 2005)

Auch wenn die Kraichgaubahn die Gro├čst├Ądte Karlsruhe und Heilbronn verbindet, bestand zu keinem Zeitpunkt zwischen den beiden St├Ądten oder dar├╝ber hinaus nennenwerter Schieneng├╝terverkehr. Von Bedeutung war die Strecke haupts├Ąchlich f├╝r die Landwirtschaft im fruchtbaren Kraichgau, insbesondere f├╝r den Abtransport von Zuckerr├╝ben . Diese Form des Transports wurde von der Deutschen Bahn Ende 1993 wie auch auf allen anderen baden-w├╝rttembergischen Eisenbahnstrecken eingestellt, im Jahr 2001 war sogar die vollst├Ąndige Einstellung des G├╝terverkehrs geplant. Daraufhin ├╝bernahm die AVG nach dem Personenverkehr nun auch den gesamten G├╝terverkehr auf der Kraichgaubahn zwischen Bretten und Heilbronn, w├Ąhrend es zwischen Karlsruhe und Bretten schon seit l├Ąngerer Zeit keine Bahnkunden im G├╝terverkehr mehr gibt.

Unterwegshalte

Eilzug bei Stetten am Heuchelberg
Eilzug bei Stetten am Heuchelberg
f├╝r den Stadtbahn-Ausbau angelegte Kreuzung mit der Frankenbahn am Heilbronner Hauptbahnhof, Blick aus dem F├╝hrerstand
f├╝r den Stadtbahn-Ausbau angelegte Kreuzung mit der Frankenbahn am Heilbronner Hauptbahnhof, Blick aus dem F├╝hrerstand
Heilbronn Hbf Vorplatz
Heilbronn Hbf Vorplatz
Bahnh├Âfe und Haltepunkte Strecken-
kilometer *
Bemerkung
Karlsruhe Hbf wird momentan nur vom Kraichgau-Sprinter angefahren
Karlsruhe Bahnhofsvorplatz
(weitere st├Ądtische Halte)
Karlsruhe-Durlach Abzweig in Richtung Heidelberg (Baden-Kurpfalz-Bahn, S3, S31 und S32)
KA-Durlach Hubstra├če
Gr├Âtzingen 0,0 Abzweig in Richtung Pforzheim ( Kursbuchstrecke 770 , S5 und R5 )
Gr├Âtzingen Oberausstra├če 0,9
Berghausen Hummelberg 2,7
J├Âhlingen West 6,8
J├Âhlingen 7,2
W├Âssingen 9,9
W├Âssingen Ost 10,2
D├╝rrenb├╝chig 13,4
Rinklingen 15,7
Bretten 17,2 Abzweig nach Bruchsal bzw. Stuttgart ( Kursbuchstrecke 770 , S9 und R91 )
Bretten Stadtmitte 18,0
Bretten Wannenweg 18,6
Bretten Schulzentrum 19,4
Bretten Kupferh├Ąlde 20,1
G├Âlshausen 21,0
G├Âlshausen Industriegebiet 22,4
Bauerbach 25,0
Oberderdingen-Flehingen Industrie 28,0
Flehingen 28,6
Zaisenhausen 32,0
Sulzfeld (Baden) 34,9
Eppingen West 39,9
Eppingen 40,8=143,4 Abzweig nach Sinsheim (Elsenz) (Elsenztalbahn, R45 )
Gemmingen West 136,8
Gemmingen 136,1
Stetten am Heuchelberg 133,2
Schwaigern (W├╝rtt) West 131,0
Schwaigern (W├╝rtt) 130,0
Schwaigern Ost 129,0
Leingarten West 126,3 bis 1970: Schluchtern
Leingarten Mitte 125,7
Leingarten 125,1 bis 1970: Gro├čgartach
Leingarten Ost 124,5
B├Âckingen West 121,9 (geplant)
Heilbr.-B├Âckingen Berufsschulzentrum 120,6
B├Âckingen Sonnenbrunnen 119,9
Heilbronn Hbf 118,5 Weiterf├╝hrung nach Crailsheim (Hohenlohebahn), Abzweig nach Stuttgart bzw. W├╝rzburg (Frankenbahn), sowie ehemals nach Marbach am Neckar (Bottwarbahn, ab Heilbronn S├╝d als Schmalspurbahn )
kein Halt der Stadtbahn-Z├╝ge, statt dessen Weiterfahrt in die Heilbronner Innenstadt ├╝ber den Bahnhofsvorplatz (siehe unten)

*Der Nullpunkt obiger Kilometrierung des Ostteils ist Crailsheim (Hohenlohebahn).

Die sich anschlie├čenden Halte in der Heilbronner Innenstadt sind Bahnhofsvorplatz (mit Wechsel von EBO auf BOStrab und Stromsystemwechsel), Neckar-Turm am Kurt-Schumacher-Platz, Rathaus, Harmonie, Friedensplatz, Finanzamt und Pf├╝hlpark. Direkt im Anschluss an diese Station folgt die Rampe zur ├ťberleitung auf die Hohenlohebahn mit umgekehrtem Systemwechsel: von BOStrab zur├╝ck auf EBO.

Siehe auch

Literatur

  • Die Kraichgaubahn: Schienenverkehr zwischen Karlsruhe und Eppingen von den Anf├Ąngen bis heute. verlag regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, ISBN 3-89735-289-3
  • Die Stadtbahn Heilbronn: Schienenverkehr zwischen Eppingen und ├ľhringen. verlag regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2005, ISBN 3-89735-416-0
  • Karl M├╝ller, Die badischen Eisenbahnen in historisch-statistischer Darstellung. Heidelberger Verlagsanstalt und Druckerei, Heidelberg, 1904 (digitalisiert: [1] )

Weblinks

Commons: Kraichgaubahn ÔÇô Bilder, Videos oder Audiodateien
   
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