fair-hotels . Ein Service wie gemalt
Reiseführer Übersicht Deutschland Österreich Schweiz Bauwerke nach Stil

Werbung

Letzte Änderung für Artikel Scheer: 24.01.2006 12:22

Scheer

Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Karte
Wappen von Scheer Deutschlandkarte, Position von Scheer hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Baden-W├╝rttemberg
Regierungsbezirk : T├╝bingen
Landkreis : Sigmaringen
Geografische Lage :
Koordinaten: 48┬░ 04' N, 09┬░ 18' O
48┬░ 04' N, 09┬░ 18' O
H├Âhe : 563 m ├╝. NN
Fl├Ąche : 18,72 km┬▓
Einwohner : 2.630 (31. Dezember 2004)
Bev├Âlkerungsdichte : 140 Einwohner je km┬▓
Ausl├Ąnderanteil : 8,2 %
Postleitzahl : 72516
Vorwahl : 07572
Kfz-Kennzeichen : SIG
Gemeindeschl├╝ssel : 08 4 37 101
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hauptstr. 1
72516 Scheer
Offizielle Website: www.stadtscheer.de
E-Mail-Adresse: StadtScheer@scheer-online.de
Politik
B├╝rgermeister : J├╝rgen Wild
Scheerer Altstadt mit Donaubr├╝cke und Wehranlage
Scheerer Altstadt mit Donaubr├╝cke und Wehranlage
Pfarrkirche St. Nikolaus und die Scheerer Altstadt
Pfarrkirche St. Nikolaus und die Scheerer Altstadt

Scheer ist eine Stadt an der Donau im Landkreis Sigmaringen.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Das Stadtgebiet erstreckt sich von den letzten Ausl├Ąufern der Schw├Ąbischen Alb bis ins beginnende Oberland. Hier hat sich die Donau, der im Altplioz├Ąn entstandene Fluss vor rund 10 000 Jahren entlang dem Wei├čjura einen neuen Weg durch die Riedniederung gesucht. Sie war zuvor vom Rheintalgletscher versch├╝ttet und durch nacheiszeitliche Schmelzw├Ąsser ausgewaschen worden.

Auf dem letzten nordseitigen Kalksporn, den die Donau mit einer lang gestreckten Nord-Schleife umgeht, erheben sich Scheers Wahrzeichen: die Pfarrkirche St. Nikolaus und das Schloss Scheer. Hier befinden sich die letzten Massenkalkfelsen des Donau-Durchbruchstals nach der Albtafel. Unterhalb des St├Ądtchens taucht der Weissjura ab und das Tal weitet sich in den weichen Schichten der Unteren S├╝├čwassermolasse.

Nachbargemeinden

Mengen - Sigmaringendorf - Bingen - Wilflingen - Herbertingen

Stadtgliederung

Zu Scheer geh├Ârt neben dem namengebenden Kernstadt (2150 Einwohner) auch der Stadtteil Heudorf (550 Einwohner).

Geschichte

  • 1800 - 800 v. Chr. Erste Spuren einer Ansiedlung. Bereits ab diesem Zeitpunkt war die Gegend st├Ąndig besiedelt. Aus dieser Zeit stammen auch die 8 Grabh├╝gel im "Lupplet".
  • 800 - 400 v. Chr. Der Name Scheer leitet sich aus dem keltischen Wort "scera" ab und bedeutet Fels, womit die Kalkfelsen gemeint waren, auf denen heute das Schloss, die Kirche und die Burg Bartelstein stehen. Damit ist Scheer als eine der ├Ąltesten Orte der Gegend anzusehen. Hier f├╝hrte auch eine keltische Urstra├če von Sigmaringendorf kommend nach S├╝den in das Ablachtal und eine weitere Verzweigung nach Blochingen zur Heuneburg. Die Furt dieser Keltenstrasse war etwa 300 m flussaufw├Ąrts von der heutigen Donaubr├╝cke.
  • 400 v. Chr. - 395 n. Chr. Gleich zwei R├Âmerstrassen f├╝hrten ├╝ber Scheerer Gebiet: Vom R├Âmerkastell Ennetach ├╝ber die jetzige Landstra├če unterhalb des Schlossberges vorbei ├╝ber die Furt der alten Keltenstra├če nach dem heutigen Sigmaringen-Laiz (Kastell) nach Rottweil eine weitere von Mengen ├╝ber die Furt beim Jakobstal, fast schnurgerade an den Scheerer Grabh├╝geln vorbei ├╝ber Hitzkofen - Bingen - Feldhausen nach Trochtelfingen. Bei einer Ergrabung an vier Stellen beim Jakobstal im Jahre 1923 wurde die r├Âmische Bepflasterung festgestellt.
  • 395 n. Chr. wurden alle r├Âmischen Truppen n├Ârdlich der Alpen abgezogen.
  • 395 - 400 Die alemannische Besiedlung setzte ein. Im Gegensatz zu den anderen Germanenst├Ąmmen gelang den Alemannen keine Staatenbildung.
  • 507 Der Ostgotenk├Ânig Theoderich nahm die Alemannen in seinen Schutz.
  • 526 Tot des Ostgotenk├Ânigs Theoderich
  • 526- 536 Nach dem Tod Theoderichs verb├╝ndeten sich die Ostgoten mit den Franken gegen den ostr├Âmischen Kaiser Justinian I. .
  • 536 - 843 war Scheer unter fr├Ąnkischer Herrschaft der Westbaar zugeordnet. Zu dieser Westbaar geh├Ârten der Scherragau, der Eritgau und der Linzgau. Scheer war vermutlich der Hauptort des Scherragaus.
  • 843 -1076 Zeit des ostfr├Ąnkischen Reiches : In Scheer war ein Graf von Ruck beschrieben (Ruckburgen sind aus dem Gebiet von Lindau und Blaubeuren bekannt).
  • 1075 - 1125 Im 11. - 12. Jahrhundert entstanden in zunehmenden Ma├če H├Âhenburgen. In diesem Zeitraum d├╝rften auch die beiden Burgen in Scheer (Schloss Scheer und Burg Bartelstein) entstanden sein, wie auch die Burg Sigmaringen .
  • 1170 Kaiser Friedrich Barbarossa hielt Hoftag in Mengen. Im Gefolge des Kaisers befanden sich neben Bischof Rudolf auch unter anderen Pfalzgraf Hugo von T├╝bingen
  • 1181 Pfalzgraf Hugo von T├╝bingen ├╝bernahm Scheer, Sigmaringen und Gammertingen
  • 1182 Pfalzgraf Hugo von T├╝bingen starb. Seine S├Âhne die Pfalzgrafen Hugo und Rudolf ├╝bernehmen zun├Ąchst gemeinsam. Nach dem Aussterben der Montfortschen Stammverwandten erbten sie auch deren urspr├╝nglichen Stammlande: Feldkirch, Werdenberg, Sargans und die anderen Besitzungen in R├Ątien. Bei der Teilung erhielt Rudolf I. den v├Ąterlichen Erbteil und wurde Gr├╝nder der T├╝binger Linie. Das Bregenzer und Montforter Erbe trat Hugo an. Das Gebiet um Scheer, Sigmaringen und Gammertingen blieb gemeinsamer Besitz. Hugo nannte sich fortan Graf von Montfort I. Bregenz, das bei der Bregenzer Erbteilung an Rudolf von Pfullendorf gefallen ist und nun in seinen Besitz kam, erhob er um 1200 zur Stadt.
  • 1218 wurde Graf Hugo I. von Montfort durch einen Ministerialen, der sich Ortolf von Bartelstein nannte, zum Hoftag nach Ulm begleitet. Damit wurde erstmalig ein Adliger genannt, der sich nach der in Scheer gelegenen Burg schrieb.
  • 1219 starb Hugos Bruder Rudolf
  • 1225 starb Graf Hugo I. von Montfort. Seine S├Âhne teilten die Herrschaft in eine Werdenberger und eine Neumontforter Linie. Begr├╝nder der Werdenberger Linie wurde Graf Hugo II.
  • 1225 - 1246 Sein Bruder Graf Rudolf I. von Montfort der Stifter der Neumontforter Linie, wurde damit Herrscher im Gebiet von Scheer und nannte sich fortan "Herr zu Feldkirch, Bregenz, Tettnang, Sigmaringen und Scheer"
  • 1241 - 1258 In dieser Zeit wurden mehrere St├Ądte in der Gegend gegr├╝ndet, Sigmaringen, Saulgau, Me├čkirch, Riedlingen, Mengen, Ehingen. Es wird vermutet dass auch Scheer in dieser Zeit die Freiburger Stadtrechte erhielt.
  • 1260 Tod des Grafen Rudolf I. von Montfort.
  • 1260 - 1267 Nach dessen Tod wurde der Herrschaftsbereich neu aufgeteilt. Graf Rudolf II. erhielt die Herrschaft Feldkirch, Graf Ulrich I. die Herrschaft Bregenz und Graf Hugo III. die Herrschaft Tettnang.
  • 1267 Nachdem Graf Hugo von Montfort den Alodialbesitz der Pfalzgrafen Hugo III. und Rudolf III. des "Scheerers" ├╝bernommen hat, nannte er sich ab 1267 "Comes de Schera", und ab
  • 1287 Graf Hugo von Montfort, Herr zu Scheere. Er gilt als erster sicherer nachweisbarer Graf, der auf der alten Burg Scheer, sp├Ąter Schloss, sa├č.
  • 1278 bildete sich nach der Neuordnung des Herzogtums Schwaben durch K├Ânig Rudolf von Habsburg eine Dynastenopposition, die kriegerisch gegen den K├Ânig vorging.
  • 1281 stellte der K├Ânig die Ordnung wieder her, so dass im Herbst der "oberschw├Ąbische Landfriede" verk├╝ndet werden konnte. Danach nutzte der K├Ânig die wachsende Verschuldung des Adels zum Ankauf niedergehender Adelsgeschlechter, bzw. deren Herrschaftsbereiche und G├╝ter.
  • 1282 kaufte er "Tiengowe und Ergowe" (Diengau und Eritgau) und die D├Ârfer Hohentengen und Blochingen. Die Burg Friedberg z.B. f├╝r 1280 Mark. Nach der Burg "Vriedeberch" trug das Gebiet fortan die Bezeichnung Friedberg.
  • 1285 brach der Dynastenaufstand erneut aus. Es waren neben dem Grafen Eberhardt von W├╝rttemberg weitere 15 Grafen beteiligt, darunter auch Graf Ulrich von Bregenz-Sigmaringen. Ob auch sein Bruder, der Scheerer Graf Hugo in die Fehde verwickelt war, in deren Verlauf die Monforter Besitzungen verw├╝stet wurden ist unbekannt.
  • 1286 f├╝hrte der K├Ânig pers├Ânlich den Kampf an und im November 1286 wurde versucht den Krieg mit einem Frieden zu beenden.
  • 1287 im Juli diesen Jahres erschien der K├Ânig wieder in Schwaben und unterwarf neben dem Grafen von W├╝rttemberg unter anderem die Grafen von T├╝bingen, von Montfort und Helfenstein. Nach dem Waffenstillstand vom 6. September beurkundete K├Ânig Rudolf von Habsburg am 23. Oktober in Scheer, dass sein Kanzler, der Erzbischof Heinrich von Mainz zwischen ihm und dem Grafen Eberhard von W├╝rttemberg eine S├╝hne zustande brachte. Der Aufenthalt des K├Ânigs in Scheer l├Ąsst vermuten, dass sich Graf Hugo als Verwandter des K├Ânigs nicht an den K├Ąmpfen beteiligt hatte. Am 2. November 1287 schenkte Graf Hugo ein Gut zu Reppersweiler an das Kloster Habsthal. Dies war seine letzte Amtshandlung. Danach verkaufte er noch im Jahre 1287 seine Herrschaft Scheer an die Habsburger . Es fehlt jedoch eine diesbez├╝gliche Urkunde. Jedoch ist aus Aufzeichnungen ├╝ber den habsburgischen Besitz ersichtlich, dass der K├Ânig mit der Burg und Stadt Scheer auch Gemmingen, die Burg Schatzberg bei Egelfingen, die M├╝hle und das Fischwasser in Krauchenwies, den hof hinter der Martinskirche in Mengen, G├╝ter in Hitzkofen und Bingen und den Burgstall (Bittelschie├č) kaufte. Graf Hugo zog sich nun nach Tettnang zur├╝ck.
  • 1289 best├Ątigte K├Ânig Rudolf von Habsburg den B├╝rgern von Scheer ihre Freiburger Stadtrechte.
  • 15. Juli 1291 verstarb K├Ânig Rudolf von Habsburg in Speyer
  • 1289 - 1295 kauften die Habsburger weitere Grafschaften dazu. so auch die Grafschaft Sigmaringen und Veringen dazu und auch den Bussen vom Grafen von Landau.
  • Ab 1295 unterstand das ganze Gebiet einer einheitlichen Verwaltung mit einem Vogt als obersten Beamten und vermutlich mit Sitz in Scheer. Die Stadt Scheer weist auch seither die Schneiderschere und einen Stern als Zeichen der k├Âniglichen Gerichtsbarkeit aus.
  • 1298 wurde Albrecht I. von Habsburg, der Sohn K├Ânig Rudolfs zum r├Âmisch-deutschen K├Ânig gew├Ąhlt.
  • 1300 in einem "Redditus de Schere" (G├╝terverzeichnis) wurden die G├╝ter um Scheer, zu denen auch Ennetach geh├Ârte, verzeichnet.
  • 1303 Dieses "Redditus de Scherre" wurde in das Habsburger Urbar ├╝bernommen
  • 1. Mai 1308 Nach der Ermordung von K├Ânig Albrecht von Habsburg in K├Ânigsfelden bei Brugg (Schweiz) gaben die Habsburger ihre Aufbaupolitik auf.
  • 1311 Der Vogt der Habsburger, Schiltung, der seinen Hauptsitz in Scheer hatte, nannte sich "Voget Schiltunch zu der Schaere und anderswo" .
  • 1312 beurkundete der Vogt zwar in Scheer, nannte sich fortan aber Vogt Schiltung von Sigmaringen
  • 1314 Nach der K├Ânigswahl brach ein Reichskrieg aus. Graf Wilhelm stellte sich auf die Seite der Habsburger. Herzog Leopold von ├ľsterreich, der sich 1314 in Mengen aufhielt, verpf├Ąndete ihm f├╝r 400 Mark Silber die Herrschaft Scheer
  • 1315 verpf├Ąndete ihm K├Ânig Friedrich und dessen Bruder Herzog Leopold die Grafschaft Friedberg mit Ausnahme des Klosters Sie├čen.
  • 1316 erhielt er die Vogtei ├╝ber dieses Kloster
  • 1330 Graf Wilhelm, der Herr zu Tettnang und Scheer kaufte in diesem Jahr die Burg Landau und Ertingen. Um im Kriegsfall gesichert zu sein, erhielt er vom Kaiser die Erlaubnis, den Flecken zu einer befestigten Stadt auszubauen und auch Langenargen, wo er ein festes Schloss baute, zu befestigen.
  • 1343 Der k├Ânigstreue Graf und die Stadt Scheer kamen in eine bedrohliche Situation als Eberhard der Greiner den von den ├ľsterreichern unterst├╝tzten Grafen Konrad von Berg unterhalb des Hipfelsberges vernichtend schlug und, nachdem sich dieser nach Mengen zur├╝ckgezogen hat, die Stadt st├╝rmte und zu Grund und Boden geschleift hat.
  • 1345 kam Graf Wilhelm in Konflikt mit K├Ânig Ludwig. Er weigerte sich am Kriegszug teilzunehmen, den dessen Sohn, Herzog Stephan von Bayern an den Bodensee unternahm.
  • 1346 wurde Karl IV. von Luxemburg zum Gegenk├Ânig gew├Ąhlt.
  • 1347 starb K├Ânig Ludwig von Bayern und Karl IV. von Luxemburg beg├╝nstigte dar├╝ber den Grafen Wilhelm II., dass er sich K├Ânig Ludwig widersetzte und best├Ątigte ihm alle Pfandschaften, die er vom Reich innehatte und ├╝bergab ihm noch zus├Ątzlich 400 Mark Silber.
  • 1348 Im Donautal gab es im Januar/Februar ein schweres Erdbeben, bei dem fast alle Burgen des Donautals zerst├Ârt wurden. Ob die Scheerer Burg in Mitleidenschaft gezogen wurde, ist nicht bekannt.
  • 1350 starb Graf Wilhelm. Seine 4 S├Âhne hatten zun├Ąchst das Erbe gemeinsam inne. Nach dem Tod von Hugo und Ulrich kam es zur Teilung 1354
  • 1354 - 1405 Graf Heinrich von Montfort bekam die Burg und Herrschaft Rothenfels, Burg, Stadt und Herrschaft Tettnang, die Burgen Argen, Liebenau und Niedersummerau, die Vogtei des Klosters Langenau, die Burg und Stadt Scheer, den Diengau, die Kirchens├Ątze zu Friedberg, Hohentengen und Herbertingen, die H├Ąlfte der Steuer zu Mengen, die Burg Landau und Ertingen.
  • 1405 - 1408 Graf Heinrich von Montfort ├╝bergab 1405 die Stadt und die Burg Scheer an seine S├Âhne Graf Rudolf und Graf Wilhelm von Montfort. Im Jahr 1408 r├╝ckte Graf Rudolf gegen die Appenzeller vor, die mit der Bregenzer Linie des Hauses Montfort in Fehde lagen und damit drohten, ├╝ber ganz Schwaben herzufallen. Durch das Eingreifen von Graf Rudolf, zogen sich die Appenzeller zur├╝ck. Am 15. Juni 1408 starb der Vater - Heinrich von Montfort Die beiden Br├╝der lie├čen sich zun├Ąchst von K├Ânig Ruprecht ihre Reichspfandschaften best├Ątigen und teilten das Erbe.
  • 1408 Graf Rudolf von Montfort erhielt die Pfandschaft Scheer und Diengau. Sein Bruder erhielt die anderen Gebiete.
  • 1410 Schon in diesem Jahre war Graf Rudolf wegen seiner hohen Schulden gen├Âtigt, die Grafschaft Friedberg, Burg und Stadt Scheer und den Diengau (G├Âge) an den Ritter Wolf von Zillenhard zu verpf├Ąnden bis zum Jahre 1414. Die Herrschaft von Burg und Stadt Scheer war noch an Heinrich von Reischach verpf├Ąndet.
  • 1412 wurde Graf Rudolf von Kaiser Sigismund zum Landvogt von Oberschwaben ernannt.
  • 1414 verpf├Ąndete Graf Rudolf die Burg und Stadt Scheer erneut und zwar an die Ritter Heinrich von Reischach, die schon die Herrschaft innehatten. Daraufhin wurde ihm von den ├ľsterreichern die Landvogtei ├╝ber Oberschwaben wieder entzogen.
  • 1415 wurde der Truchsess Johann von Waldburg zum Landvogt von Oberschwaben ernannt.
  • 1425 starb Graf Rudolf von Montfort. Da er vermutlich ledig und ohne Nachkommen war, fiel der Besitz an seinen Bruder, Graf Wilhelm von Montfort.
  • 1433 Kunigunde, die Tochter des Grafen Wilhelm von Montfort verm├Ąhlte sich im Sommer diesen Jahres mit Truchsess Eberhard von Waldburg. Truchsess Eberhard war schon seit 1429 im Besitz von Munderkingen, Schongau, Nu├čplingen, der Feste Kallenberg, Bussen und Wolfegg und erhielt von seinem Schwiegervater statt einer Mitgift das Recht, die Grafschaft Scheer mit allem Zubeh├Âr von den Rittern von Reischach einzul├Âsen. Wann genau er das Pfand von den Reischachs l├Âste, ist nicht bekannt.
  • 1436 kaufte Truchsess Eberhard von Waldburg von Eberhard von Landau die Burg Landau, das Dorf Ertingen, ein Drittel des Gerichts zu Binzwangen und weitere G├╝ter.
  • 1446 wurde Herzog Albrecht VI. aus dem Hause Habsburg Regent der Vorlande und erhielt u.a. auch den Landesteil Schwaben zugesprochen. Er k├╝ndigte dem Truchsessen Eberhard von Waldburg dessen Pfandschaften, vor allen die Grafschaft Friedberg-Scheer, obwohl Truchsess Eberhard im Krieg gegen die Schweizer auf der Seite ├ľsterreichs gestanden hatte. Herzog Albrecht beauftragte Berthold von Stein, den Ortsherren von Uttenweiler, dass dieser die Pfandsumme an Truchsess Eberhard entrichtet und daf├╝r die Pfandschaft innehaben solle. Der Truchsess Eberhard verweigerte aber die Herausgabe der Pfandschaft, da ihm diese auf Lebenszeit verliehen wurde.
  • 1447 Im April diesen Jahres lie├č man den Unparteischen Markgrafen von Baden ├╝ber den Streit entscheiden, der am 24. April in Riedlingen war. Dieser entschied gegen den Truchsessen.
  • 1447 - 1452 waren die Ritter von Stein die Herren der Burg und der Stadt Scheer
  • 1450 ├╝bernahm Herzog Sigmund die Regierung in den ├Âsterreichischen Vorlanden. Truchsess Eberhard sicherte ihm die Pfandschaften der 5 Donaust├Ądte und der Feste Bussen.
  • 1451 Herzog Sigmund kaufte die H├Ąlfte von Bregenz, dazu die Festung und die Herrschaft Hohenegg. Dazu lieh ihm Truchsess Eberhard 16 000 Gulden.
  • 1452 verpf├Ąndete der Herzog dem Truchsess Eberhard von Waldburg seine Grafschaft und Herrlichkeit zu Friedberg, samt dem Schloss und der Stadt Scheer, die Burg, Burgstall, Stadtgrund, Gerichten, Zwingen, B├Ąnnen, Fischrechten, Steuern etc.. Dazu die Vogtei auf den D├Ârfern Tissen (Gro├č- und Kleintissen). dieser Pfandvertrag wurde wenige Tage sp├Ąter in einen Kaufvertrag umgewandelt. Im selben Jahr erhielt der Truchsess auch die Stadt Mengen als Pfand. Der Besitz in Scheer wurde 1452 in einem Urbar verzeichnet. Scheer war nun Residenz und Verwaltungssitz der eberhardschen Linie der Truchsessen von Waldburg.
  • 1454 versicherte Herzog Sigmund den Truchsessen Eberhard, Jakob und Georg von Waldburg, dass weder er, noch seine Erben die 5 Donaust├Ądte, auch den Bussen, Winterstetten und Ellwangen von ihnen l├Âsen werden. Erst wenn alle drei ohne m├Ąnnliche Erben sterben sollten, w├╝rden diese St├Ądte und Herrschaften an das Haus ├ľsterreich zur├╝ckfallen.
  • 1455 kaufte Truchsess Eberhard von den Grafen von Werdenberg-Sargans die Herrschaft Sonnenberg, die von Feldkirch bis zum Arlberg reichte. Die darin ansto├čende Herrschaft Bludenz mit dem Montavoner Tal hatte er bereits als Pfand inne.
  • 1455 Obwohl die Truchsessen bereits 1434 die Freiheit von "fremden Gerichten" innehatten, verlieh ihnen Kaiser Friedrich den "Bann ├╝ber das Blut zu richten", also die Hochgerichtsbarkeit.
  • 1460 Truchsess Eberhard tritt in den Dienst des Herzogs Sigmund und nahm als Mitglied der Rittergesellschaft "St. Georgenschild" am Krieg gegen die Eidgenossen teil.
  • 1463 Die Sonnenbergsche Linie des Hauses Waldburg , also die des Truchsessen Eberhards, wurden vom Kaiser in den Reichsgrafenstand erhoben.
  • 1470 Wegen einer Silbermine am Arlberg geriet Graf Eberhard von Sonnenberg und Truchsess von Waldburg mit Herzog Albrecht von ├ľsterreich in Streit.
  • 1473 wurde der Sohn von Graf Eberhard, Graf Andreas vom Herzog aus der Grafschaft Sonnenberg vertrieben.
  • 1474 musste Graf Eberhard auf die Grafschaft Sonnenberg verzichten. Gegen den Willen des Papstes und des Herzogs Sigmund setzte Kaiser Friedrich den Sohn des Grafen Eberhard, den Grafen Otto von Sonnenberg zum Bischof von Konstanz durch.
  • 1479 starb Eberhard I. Graf zu Sonnenberg und Truchsess zu Waldburg. Er wurde in Scheer begraben.
  • 1480 wurde das Erbe unter 3 S├Âhnen aufgeteilt, nachdem Graf Otto von Sonnenberg (Bischof von Konstanz) auf das Erbe verzichtete.
  • 1480 Graf Andreas von Sonnenberg erhielt die Grafschaft Friedberg und die Herrschaft Scheer, samt der Vogtei Sie├čen, Bachhaupten, Tavertsweiler, Osterdorf und Gunzenhausen.
  • 1485 Graf Andreas lie├č die fr├╝hmittelalterliche Burg abrei├čen und das noch heute gut erhaltene Schloss errichten.
  • 1486 Graf Andreas tritt in die Dienste des Kaisers Maximilian I. , der in den Niederlanden, die ihm durch Heirat zufielen, Krieg gegen Frankreich f├╝hrte. Bald z├Ąhlte er zu dessen vornehmsten R├Ąten und vorz├╝glichen Heerf├╝hrern.
  • 1487 In den Niederlanden heiratete Graf Andreas auf Vermittlung des Kaisers eine verm├Âgende Witwe. Als er feststellte, dass sie sich schon vorher heimlich mit einem jungen Kaufmann verm├Ąhlte, den sie am Hof hielt, klagte der Graf beim Kaiser. Die Ehe wurde geschieden, die Frau lebensl├Ąnglich in einem Turm eingemauert - vermutlich in Scheer, wo sich Graf Andreas im Winter aufhielt.
  • 1488 beim Flandrischen Aufstand war Graf Andreas als Feldoberst ma├čgeblich beteiligt.
  • 1490 Graf Andreas nahm als Oberst im kaiserlichen Heer am Krieg gegen Ungarn teil, von wo aber die kaiserlichen Truppen wieder den R├╝ckzug antraten.
  • 1499 beteiligte sich Graf Andreas in den Diensten des Herzogs Eberhards II. von W├╝rttemberg, als Glieder des Schw├Ąbischen Bundes am Schweizer Krieg.
  • 1502 Graf Andreas war unter den vielen Adligen, die die den Grafen Johann von Zimmern unterst├╝tzten, als dieser den Werdenbergern die Stadt Me├čkirch mit Gewalt abnahm.
  • 1504 Graf Andreas und dessen Bruder Johannes dienten auf Seiten des Bayernherzogs im pf├Ąlzisch-bayrischen Erbfolgekrieg. Mit 1000 Landsknechten schlugen sie in M├╝nchen die Rebellion des Fu├čvolkes und zwangen danach Erding zur ├ťbergabe an den Herzog. Der Graf Andreas kam kurzzeitig in Gefangenschaft.
  • 1505 nahm Graf Andreas schon wieder am Kriegszug gegen Geldern teil und weilte im Juli 1505, als Gefolgsmann des Herzogs Ulrich von W├╝rttemberg dem Reichstag zu K├Âln bei. Danach kehrte er nach Scheer zur├╝ck. Inzwischen war in Scheer der Neubau des Schlosses vollendet, so dass am 8. Oktober vom Konstanzer Bischof die Schlosskapelle und die ebenfalls fertig gestellte Stadtpfarrkirche Sankt Nikolaus konsekriert werden konnte.

Eingemeindungen

Heudorf, urspr├╝nglich: Heudorf bei Mengen, wurde in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts nach Scheer eingemeindet. Der Name des Ortes leitet sich vermutlich aus der topographischen Lage ab. Heudorf liegt auf einer H├Âhe von 588 m H├Âhe und hat etwa 550 Einwohner. Urkundlich wurde Heudorf erstmalig im Jahre 1231 erw├Ąhnt. Erste Siedlungsspuren stammen aber aus der Keltenzeit.

Politik

Gemeinderat

Im Gemeinderat sind die W├Ąhlervereinigung Scheer-Heudorf und die B├╝rgerliste Scheer-Heudorf vertreten.

Kultur und Sehensw├╝rdigkeiten

Die Stadt Scheer liegt im Naturpark Obere Donau und ist Teil des M├Ârikepfades, da der Dichter Eduard M├Ârike sich mehrmals l├Ąngere Zeit hier aufhielt und auch einige seiner Gedichte hier schrieb.

Au├čerdem liegt die Stadt am Donauradweg, einem der landschaftlich sch├Ânsten Radfernwege. Gesch├Ątzte 10.000 Radwanderer durchqueren j├Ąhrlich das Stadtgebiet entlang der Donau.

Bauwerke

Parks

  • Schlosspark Scheer

Regelm├Ą├čige Veranstaltungen

  • Maifest
  • Maiprozession
  • Fronleichnamsprozession
  • Brunnenfest - Hofgartenfest
  • Br├Ąuteln
  • Fasnetsvergraben

Wirtschaft und Infrastruktur

Etwa 40% der Gemarkung sind bewaldet.

Verkehr

Die Stadt liegt an der Bundesstra├če 32 zwischen Herbertingen und Sigmaringen.

Der ├ľffentliche Nahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) gew├Ąhrleistet. Die Gemeinde befindet sich in der Wabe 445.

Pers├Ânlichkeiten

Pers├Ânlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen

  • K├Ânig Rudolf von Habsburg weilte im Oktober 1287 in Scheer
  • Eduard M├Ârike , Dichter
  • Dietmar Schlee, Politiker
  • Fred Arendt , Kunst- und Portr├Ątmaler

Weblinks

Informationen aus der Umgebung

Hotels in der Umgebung

Hotel Plz Ort Mail Url Kategorie Telefon
Donaublick 72516 Scheer http://www.donaublick.de/  07572 / 7638-0
F├╝rstenhof 72488 Sigmaringen http://www.fuerstenhof-sig.de/  07571 / 7206-0
J├Ągerhof 72488 Sigmaringen http://www.jaegerhof-sigmaringen.de/ Kategorie: 3Kategorie: 3Kategorie: 307571 / 2021
Schwarzer Adler 72505 Krauchenwies http://www.adlerkrauchenwies.de/  07576 / 18 53
Schmautz 72488 Sigmaringen http://www.gaestehaus-schmautz.de/  07571 / 51554

Weitere Artikel aus der Umgebung

Wikipedia

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Scheer aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation . In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren des Artikels Scheer verfügbar.

fair-hotels. Ein Service der
VIVAI Software AG
Betenstr. 13-15
44137 Dortmund

Tel. 0231/914488-0
Fax 0231/914488-88
Mail: info@vivai.de
Url: http://www.vivai.de