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Letzte Änderung für Artikel Rottweil: 12.02.2006 17:24

Rottweil

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Wappen Karte
Deutschlandkarte, Position von Rottweil hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Baden-W├╝rttemberg
Regierungsbezirk : Freiburg
Region : Schwarzwald-Baar-Heuberg
Landkreis : Rottweil
Gemeindeart : Gro├če Kreisstadt
Geografische Lage :
Koordinaten: 48┬░ 10' N, 08┬░ 37' O
48┬░ 10' N, 08┬░ 37' O
H├Âhe : 599 m ├╝. NN
Fl├Ąche : 71,76 km┬▓
Einwohner : 25.701 (30. Juni 2005)
Bev├Âlkerungsdichte : 358 Einwohner je km┬▓
Ausl├Ąnderanteil : 12,6 %
Postleitzahlen : 78611 - 78628 (alt 7210)
Vorwahl : 0741
Kfz-Kennzeichen : RW
Gemeindeschl├╝ssel : 08 3 25 049
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hauptstr. 21-23
78628 Rottweil
Offizielle Website: www.rottweil.de
E-Mail-Adresse: stadt@rottweil.de
Politik
Oberb├╝rgermeister : Thomas J. Engeser

Rottweil ist eine Stadt im S├╝den Baden-W├╝rttembergs, etwa 90 Kilometer s├╝dlich von Stuttgart. Sie ist die Kreisstadt , die gr├Â├čte Stadt des Landkreises Rottweil und ein Mittelzentrum innerhalb der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg, zu dessen Mittelbereich die St├Ądte und Gemeinden B├Âsingen, Dei├člingen, Dietingen, Dornhan, Epfendorf, Fluorn-Winzeln, Oberndorf am Neckar, Sulz am Neckar, Villingendorf, V├Âhringen (W├╝rttemberg), Wellendingen und Zimmern ob Rottweil des Landkreises Rottweil geh├Âren. Die Einwohnerzahl Rottweils ├╝berschritt 1969 die 20.000-Einwohnergrenze. Daraufhin stellte die Stadtverwaltung den Antrag auf Erhebung zur Gro├čen Kreisstadt , was die Landesregierung von Baden-W├╝rttemberg dann mit Wirkung vom 1. Juni 1970 beschloss. Mit den Gemeinden Dei├člingen, Dietingen, Wellendingen und Zimmern ob Rottweil hat die Stadt Rottweil eine Verwaltungsgemeinschaft vereinbart.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Die Stadt liegt in Nord- S├╝drichtung ziemlich genau zwischen der Landeshauptstadt Stuttgart und dem Bodensee, direkt am Neckar und bildet einen Angelpunkt zwischen Schw├Ąbischer Alb und Schwarzwald.

Folgende gr├Â├čere St├Ądte liegen im Umkreis von Rottweil: Oberndorf am Neckar, 20 km n├Ârdlich, Balingen, 24 km nord├Âstlich, Sulz am Neckar, 33 km n├Ârdlich, Schramberg im Schwarzwald, 27 km nordwestlich, Tuttlingen, 27 km s├╝d├Âstlich, Trossingen, 18 km s├╝dlich und Villingen-Schwenningen, 24 km s├╝dwestlich

Nachbargemeinden

Folgende St├Ądte und Gemeinden grenzen an die Stadt Rottweil. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Osten genannt:
Zimmern unter der Burg und Sch├Âmberg (beide Zollernalbkreis), Wellendingen (Landkreis Rottweil), Frittlingen und Aldingen (beide Landkreis Tuttlingen) sowie Dei├člingen, Zimmern ob Rottweil, Dunningen, Villingendorf und Dietingen (alle Landkreis Rottweil).

Stadtgliederung

Das Stadtgebiet besteht aus der Kernstadt , der 1939 eingegliederten Gemeinde B├╝hlingen und den im Rahmen der Gemeindereform der 1970er Jahre eingegliederten Gemeinden Feckenhausen, G├Âllsdorf, Hausen ob Rottweil , Neufra, Neukirch und Zepfenhan.

Die in den 1970er Jahren eingegliederten Stadtteile sind zugleich Ortschaften im Sinne von ┬ž 67ff der Gemeindeordnung , das hei├čt, sie haben jeweils einen von den Wahlberechtigten bei jeder Kommunalwahl direkt zu w├Ąhlenden Ortschaftsrat , mit einem Ortsvorsteher als Vorsitzenden.

Zu einigen Stadtteilen geh├Âren weitere r├Ąumlich getrennte Wohnpl├Ątze mit eigenem Namen, die oft sehr wenige Einwohner haben oder Wohngebiete mit eigenem Namen, deren Bezeichnung sich im Laufe der Bebauung ergeben haben und deren Grenzen dann meist nicht genau festgelegt sind. Im Einzelnen handelt es sich um folgende Gebiete:

  • zur Kernstadt: Bettlinsbad, Bollershof, B├╝hlingen, Eckhoh, Hardthaus, Henneberg, Hochwald, Markenh├Âhe, Neckarburg, Neckartal, Ziegelh├╝tte, R├Âmerhof, Rottenm├╝nster, Saline Wilhelmshall und Schafwasen
  • zu Feckenhausen: Jungbrunnen
  • zu G├Âllsdorf: Haslerhof
  • zu Hausen ob Rottweil: Lehrhof, Oberrotenstein, Unterrotenstein
  • zu Neukirch: Vaihinger Hof
  • zu Zepfenhan: Sonthof

Geschichte

Fr├╝hgeschichte

Rottweil wurde im Jahre 73 n. Chr. von den R├Âmern im Zuge des Baus der r├Âmischen Kinzigtalstra├če gegr├╝ndet und ist damit die ├Ąlteste Stadt Baden-W├╝rttembergs. Der lateinische Name der Stadt war Arae Flaviae ("bei den Alt├Ąren der Flavier"). Das r├Âmische Rottweil war Hauptort einer Civitas ("Regierungsbezirk") und hatte - wom├Âglich als einzige r├Âmische Stadt im heutigen Baden-W├╝rttemberg - die Rechtsstellung eines Municipiums . Mit einer Fl├Ąche von ca. 18 Hektar war Arae Flaviae eine der gr├Â├čten r├Âmischen St├Ądte in S├╝ddeutschland, repr├Ąsentative Bauten pr├Ągten das Stadtbild. Erst im Jahre 1950 wurde das antike Arae Flaviae , dessen Name durch die sog. Peutingertafel ( Tabula Peutingeriana ) und von Claudius Ptolem├Ąus ├╝berliefert sind, durch einen au├čergew├Âhnlichen Inschriftenfund sicher mit Rottweil identifiziert. Auf der h├Âlzernen Tafel eines r├Âmischen Milit├Ąrdiploms waren die Worte "acto municipio aris" - zu Deutsch: "ausgestellt in der Stadt Arae" - entzifferbar.

Nachdem die R├Âmer 259/260 n. Chr. die Kontrolle ├╝ber die Gegend an die Alemannen verloren hatten, ging die r├Âmische Stadt unter, vermutlich existierte aber eine deutlich reduzierte Siedlung weiter.

Mittelalter

Wegen der guten Verkehrslage entstand hier ein alemannischer Herzogshof , aus dem der K├Ânigshof "Rotuvilla" wurde, der bereits im Jahre 771 n. Chr. erstmals in den Urkunden erscheint. Dieser K├Ânigshof erlangte unter den Karolingern gro├če Bedeutung als Gerichtsort und Verwaltungszentrum. Das Rottweiler Hofgericht z├Ąhlte lange danach im Sp├Ątmittelalter zu den bedeutendsten Gerichten des deutschen Reiches.

Das hochmittelalterliche Rottweil wurde in der Stauferzeit auf einem Felssporn oberhalb des Neckars etwa 2 Kilometer westlich der ehemaligen R├Âmerstadt neu angelegt. Die Staufer errichteten die Stadt an ihrem heutigen Standort nach dem Z├Ąhringer Muster (Gliederung durch das Stra├čenkreuz in vier Teile). Aus dieser Zeit stammt der sp├Ątmittelalterliche Stadtkern mit seinen erkergeschm├╝ckten B├╝rgerh├Ąusern, den geschmiedeten Stechschildern, die im 16. Jahrhundert vorgeschrieben waren, und den zahlreichen Rottweiler Kirchen.

Vorg├Ąnger dieser Siedlung sind die Mittelstadt und die Altstadt, auf Teilen der Fundamente des r├Âmischen Rottweils. Es ist wahrscheinlich, dass bedeutende Ruinen des r├Âmischen Arae Flaviae bis ins Mittelalter hinein sichtbar blieben.

Der heutige Name "Rottweil" ist zun├Ąchst ├╝berliefert als Rote Will (rote Villa, im Jahre 771 "Rotuvila") und leitet sich nicht aus dem antiken Namen ab. Eine m├Âgliche Erkl├Ąrung des ersten Namensbestandteils neben der Farbbezeichung sind die verfallenen r├Âmischen Geb├Ąude (vgl. Rottenburg am Neckar).

Zugewandter Ort der Schweizer Eidgenossenschaft

1463 schloss sich Rottweil im Rahmen eines befristeten B├╝ndnis der Schweizerischen Eidgenossenschaft an. 1476 k├Ąmpften die Rottweiler an der Schlacht bei Murten auf deren Seite gegen Karl den K├╝hnen . Das alte B├╝ndnis erlosch und wurde 1519 unbefristet verl├Ąngert. Rottweil wurde somit zu einem zugewandten Ort der schweizerischen Eidgenossenschaft. Die Beziehungen zwischen der Eidgenossenschaft und Rottweil wurden w├Ąhrend der Reformation schnell abgek├╝hlt. Wenn Rottweil durch Kriege bedr├Ąngt wurde, bat es jedoch die Schweizer um Mithilfe.

Am 8. September 1802 besuchten zwei Abgesandte der w├╝rttembergischen Regierung den Rat der Reichsstadt Rottweil. Sie unterstrichen den Ernst ihrer Absichten mit tausend Soldaten und nahmen die Stadt, die dazugeh├Ârigen Ortschaften und die Kl├Âster in den Besitz des damaligen Herzogtums W├╝rttemberg. Rottweil wurde 1803 w├╝rttembergisch und bald danach Sitz eines Oberamtes , das im Laufe seiner Geschichte mehrmals ver├Ąndert wurde und 1934 in den Landkreis Rottweil ├╝berf├╝hrt wurde.

Die Beziehungen zur Schweiz nahm Rottweil 1913 wieder auf, indem es eine St├Ądtepartnerschaft mit Brugg einging. Das unbefristete B├╝ndnis von 1519 mit der Schweiz wurde formell bis heute nicht aufgehoben.

2003 fanden in Rottweil die Heimattage Baden-W├╝rttemberg statt.

Stadtteile

Auch die Rottweiler Stadtteile haben eine lange Geschichte. Sie geh├Ârten meist zum Gebiet der Reichsstadt oder zum Kloster Rottenm├╝nster, kamen 1803 an W├╝rttemberg und geh├Ârten dann zum Oberamt Rottweil.

B├╝hlingen wurde 1108 als "Bisilingen" erstmals erw├Ąhnt. ├ťber das Kloster St. Georgen kam der Ort 1538 an die Stadt Rottweil. Doch konnte W├╝rttemberg 1566 den Ort f├╝r sich gewinnen. Die Obrigkeit verblieb jedoch bei Rottweil. B├╝hlingen geh├Ârte zum Klosteramt St. Georgen.

Feckenhausen wurde 902 als "Ueccenhusa" erstmals erw├Ąhnt. Vor allem das Kloster St. Gallen hatte hier Besitzungen. Bis ins 13. Jahrhundert geh├Ârte der Ort zur Grafschaft Hohenberg und wurde 1379 an den Rottweiler B├╝rger Konrad Beck verkauft. Die ├ľsterreicher, die 1381 die Grafschaft Hohenberg erworben hatten belehnten den Ort 1468 an Balthasar Lutz, der in 1514 an das Spital Rottweil verkaufte. Es war das einzige Dorf im Spitaloberpflegamt Rottweil.

G├Âllsdorf wurde 1099 als "Geroldistorf" erstmals erw├Ąhnt. ├ťber die Grafen von Zollern gelangten Besitzungen an das Kloster Alpirsbach. 1280 erwarb das Kloster St. Blasien Besitz von G├╝tern des Rottweiler B├╝rgers H├╝bscher, das seine Anteile jedoch 1466 an die Stadt Rottweil ver├Ąu├čerte. Die zun├Ąchst noch als Lehen an Hans Maier vergebenen Anteile des Fronhofes wurden 1471 ebenfalls an Rottweil ver├Ąu├čert. G├Âllsdorf geh├Ârte dann zum Obervogteiamt Rottweil.

Hausen ob Rottweil wurde 1094 als "Husen" erstmals erw├Ąhnt. Besitzungen besa├čen das Kloster St. Georgen, dessen Teil ├╝ber Rottweil im 16. Jahrhundert an W├╝rttemberg gelangte. Die Obrigkeit verblieb jedoch bei Rottweil. Die andere H├Ąlfte des Ortes geh├Ârte der Grafschaft Hohenberg, die 1381 von ├ľsterreich erworben wurde. Lehensnehmer waren die Herren von Rotenstein, die ihren Anteil 1768 an das Kloster Rottenm├╝nster verkauften. Doch auch dieser Teil kam 1803 an W├╝rttemberg. Danach geh├Ârte ein Teil des Ortes zum Stabsamt Rottenm├╝nster, der andere zum Klosteramt St. Georgen, ab 1806 dann zum Oberamt Rottweil.

Neufra wurde 1309 als "Nuveren" erstmals erw├Ąhnt. Der Ort geh├Ârte ebenfalls zur Grafschaft Hohenberg. und kam mit dieser an ├ľsterreich. Doch hatte die Stadt Rottweil nach einem Vertrag aus dem 17. Jahrhundert die Obrigkeit ├╝ber den Ort. Der Ort geh├Ârte zum Pirschvogteiamt Rottweil.

Neukirch wurde 1120 als "Nunchilcha" bzw. 1278 als "Nunkilch" erstmals erw├Ąhnt. Graf Berthold von Sulz hatte den Ort von den Grafen von Teck erhalten und gab ihn 1311 als Lehen an die Rottweiler Patrizierfamilie Wirt. Dieser ├╝bergab ihn Mitte des 15. Jahrhunderts an das Kloster Rottenm├╝nster.

Zepfenhan wurde 1275 als "Epfenhaim" erstmals erw├Ąhnt. ├ťber verschiedene Ritter und Herrschaften kam der Ort an Rottweiler B├╝rger. Im 14. Jahrhundert geh├Ârte Zepfenhan zur Grafschaft Hohenberg und kam im 16. Jahrhundert an das Kloster Rottenm├╝nster.

Eingemeindungen

In die Stadt Rottweil wurden folgende Gemeinden eingegliedert:

  • 1939 : B├╝hlingen
  • 1. Dezember 1971 : Hausen ob Rottweil
  • 1. M├Ąrz 1972 : Feckenhausen
  • 1. Oktober 1972 : G├Âllsdorf
  • 1. Januar 1973 : Neukirch
  • 1. Januar 1974 : Zepfenhan
  • 1. Januar 1975 : Neufra

Einwohnerentwicklung

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Volksz├Ąhlungsergebnisse (┬╣) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen ├ämter (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohnerzahlen
1441 1.330 Steuerpfl.
1666 625 Steuerpfl.
1803 3.128
1849 5.157
1861 4.560
1. Dezember 1871 5.135
1. Dezember 1880 ┬╣ 6.047
1. Dezember 1900 ┬╣ 7.968
1. Dezember 1910 ┬╣ 9.644
16. Juni 1925 ┬╣ 10.556
16. Juni 1933 ┬╣ 11.278
Jahr Einwohnerzahlen
17. Mai 1939 ┬╣ 12.835
13. September 1950 ┬╣ 15.140
6. Juni 1961 ┬╣ 17.876
27. Mai 1970 ┬╣ 20.728
31. Dezember 1975 24.354
31. Dezember 1980 23.673
27. Mai 1987 ┬╣ 22.787
31. Dezember 1990 24.002
31. Dezember 1995 24.656
31. Dezember 2000 25.346
30. Juni 2005 25.701

┬╣ Volksz├Ąhlungsergebnis

Religionen

Rottweil geh├Ârte zun├Ąchst zum Bistum Konstanz und war dem Archidiakonat "vor der Wald" zugeordnet. Als Freie Reichsstadt konnte Rottweil auch die religi├Âsen Angelegenheiten selbst regeln. Die Reformation fand zun├Ąchst in den Zunftkreisen Verbreitung, wurde aber vom Magistrat der Stadt nicht eingef├╝hrt. Bis 1545 wurden die Anh├Ąnger der Reformation der Stadt verwiesen. Somit blieb Rottweil und die zugeh├Ârigen Orte bis ins 19. Jahrhundert katholisch. Seit 1821 bzw. 1827 geh├Âren die katholischen Gemeinden im heutigen Stadtgebiet zum Bistum Rottenburg. Rottweil wurde Sitz eines Dekanats . Zu ihm geh├Âren alle heutigen katholischen Gemeinden im Stadtgebiet. Sie bilden mehrere Seelsorgeeinheiten, so geh├Âren zur Seelsorgeeinheit IV die Gemeinden Heilig-Kreuz Rottweil, die Gemeinde Auferstehung Christi Rottweil, die Gemeinde St. Maria Hausen und die Gemeinde St. Peter und Paul Neukirch. Die anderen Gemeinden im Stadtgebiet sind St. Pelagius Rottweil, St. Silvester B├╝hlingen, St. Michael Feckenhausen, St. Franziskus Xaverius G├Âllsdorf, St. Dionysius Neufra und St. Nikolaus Zepfenhan.

Im 19. Jahrhundert zogen auch wieder Protestanten nach Rottweil. Ab 1802 wurden die w├╝rttembergischen Milit├Ąrangeh├Ârigen in Rottweil von Fl├Âzlingen aus versorgt. Einen eigenen Garnisonsprediger gab es ab 1807 . Die erste zivile Pfarrei wurde 1818 eingerichtet. Die Kirchengemeinde erhielten die ehemalige Dominikanerklosterkirche als Stadtpfarrkirche. Nach dem 2. Weltkrieg wurden drei weitere Pfarreien errichtet, 1958 die zweite, 1978 die dritte und 2000 die vierte Pfarrei. Die Stadtkirche ist die einzige evangelische Kirche im Stadtgebiet. Zu ihr geh├Âren auch die Protestanten, die in den Rottweiler Stadtteilen und in einigen anderen Nachbargemeinden wohnen. Die Kirchengemeinde Rottweil geh├Ârt zum Dekanat Tuttlingen der Evangelischen Landeskirche in W├╝rttemberg .

Neben den beiden gro├čen Kirchen gibt es in Rottweil auch Gemeinden, die zu Freikirchen geh├Âren, darunter eine Freie Evangelische Gemeinde . Auch die Neuapostolische Kirche ist in Rottweil vertreten.

Politik

Gemeinderat

Die Kommunalwahl am 13. Juni 2004 ergab folgende Sitzverteilung:

CDU 10 Sitze
SPD 6 Sitze
FWV 5 Sitze
Forum/ Die Gr├╝nen 2 Sitze
FDP 2 Sitze
Politische Fraueninitiative 1 Sitz 

B├╝rgermeister

Die Verwaltung Rottweils lag bis 1378 in den H├Ąnden verschiedener Geschlechter. Denen gegen├╝ber standen die Z├╝nfte. Beide einigten sich 1379 dahingehend, dass aus jeder Zunft zwei Zunftmeister als Vertreter in den Rat gew├Ąhlt wurden. Der Rat bestand aus einem Gro├čen Rat und einem Kleinen Rat. Der Gro├če Rat hatte 80, ab 1480 nur noch 52 Mitglieder. Der Kleine Rat hatte 30 Mitglieder. Die obersten Beamten der Stadt waren Schulthei├č, B├╝rgermeister, Obervogt, P├╝rschvogt, Kastenherr, Bruderschafts- und Spital-Oberpfleger, Oberbaumeister und 18 Zunftmeister, die ihre ├ämter mit Ausnahme des Schulthei├čen und des B├╝rgermeisters, auf Lebenszeit innehatten. Schulthei├č und B├╝rgermeister wechselten j├Ąhrlich.

Nach dem ├ťbergang an W├╝rttemberg 1803 leitete der Stadtoberamtmann mit dem Magistrat die Stadt. 1808 hatte die Stadt einen B├╝rgermeister, ab 1822 einen Stadtschulthei├čen und ab 1930 erneut einen B├╝rgermeister an der Spitze. Daneben gab es den Gemeinderat .

Seit der Erhebung zur Gro├čen Kreisstadt 1970 tr├Ągt das Stadtoberhaupt von Rottweil die Amtsbezeichnung " Oberb├╝rgermeister ". Dieser wird heute von den Wahlberechtigten f├╝r eine Amtszeit von 8 Jahren direkt gew├Ąhlt. Er ist Vorsitzender des Gemeinderats. Sein allgemeiner Stellvertreter ist der 1. Beigeordnete mit der Amtsbezeichnung " B├╝rgermeister ".

B├╝rgermeister von Rottweil seit 1820

  • 1820 - 1833 : Max Joseph von Khuon, Stadtschulthei├č
  • 1833 - 1845 : Max Teufel
  • 1845 - 1848 : Karl Dinkelmann
  • 1848 - 1851 : Dr. Kaspar Rapp
  • 1852 - 1887 : Johann Baptist Marx
  • 1887 - 1923 : Edwin Gl├╝kher
  • 1924 - 1943 : Josef Abrell
  • 1943 - 1944 : Otto Mann
  • 1944 - 1945 : Paul Fritz
  • 1945 - 1946 : Dr. Franz Mederle
  • 1946 - 1965 : Arnulf Gutknecht
  • 1965 - 1985 : Dr. Ulrich Regelmann, B├╝rgermeister, ab 1970 Oberb├╝rgermeister
  • 1985 - 2001 : Dr. Michael Arnold, Oberb├╝rgermeister
  • 2001 -heute: Thomas Engeser, Oberb├╝rgermeister

Wappen

Das Wappen von Rottweil zeigt in Gold einen rot bewehrten und rot bezungten schwarzen Adler, die Brust belegt mit einem goldenen Hochkreuz. Die Flagge ist schwarz-gelb.

Der Reichsadler sybolisiert die ehemals Freie Reichsstadt. Der Adler ist schon in den Siegeln von 1280 nachweisbar. Im 16. Jahrhundert tritt neben dem Adler zur Unterscheidung das Hochkreuz auf. Es wird mit dem Heiligkreuzpatrozinium der Pfarrkirche in Verbindung gebracht. ├ťber die Blasonierung gibt es verschiedene Darstellungen. Die heutige Form des Wappens wurde 1955 festgelegt.

St├Ądtepartnerschaften

Rottweil unterh├Ąlt mit folgenden St├Ądten eine St├Ądtepartnerschaft :

  • Brugg in der Schweiz , seit 1913
  • Imst in ├ľsterreich seit 1964
  • Hy├Ęres in Frankreich , seit 1970
  • L'Aquila in Italien , seit 1988

Kultur und Sehensw├╝rdigkeiten

Kapellenkirche
Kapellenkirche
Der mittelalterliche Stadtkern von Rottweil wird von den Bewohnern besonders gepflegt. In der Umgebung gibt es in dieser Gr├Â├čenordnung keine weitere Stadt mit einem vergleichbar erhaltenen Stadtbild. Typisch f├╝r Rottweil sind die traufst├Ąndigen B├╝rgerh├Ąuser mit ihren zahlreichen Erkern. An Sakralbauten pr├Ągen das Heilig-Kreuz-M├╝nster, die Kapellenkirche mit dem ber├╝hmten Turm, die Predigerkirche und die Lorenzkapelle die Silhouette. Weitere Kapellenbauten schm├╝ckten einst zus├Ątzlich das Stadtbild. Von der Stadtbefestigung blieben Teile der Befestigung, der Hochturm, der Pulverturm, Reste des Predigerturms und das innerst├Ądtische Schwarze Tor, urspr├╝nglich das Waldtor, erhalten. Auch die Hochbr├╝cke darf als Teil der Stadtbefestigung gesehen werden.

Abgegangen sind dagegen das Hochbr├╝cktor, das Autor am Ende der unteren Hauptstra├če, das Fl├Âttlinstor und das Neutor mit Rotem Turm im Waldtorort, dem Viertel oberhalb des Schwarzen Tors. Mehlsack und Johanniterturm gingen bereits im 30-j├Ąhrigen Krieg ab und wurden wie die Au- und Hochbr├╝cktor-Vorstadt in dieser Zeit zerst├Ârt und geschleift. Auch diese Vorst├Ądte waren befestigt und mit Toren und T├╝rmen versehen.

Kleindenkmale zieren zus├Ątzlich das Stra├čenbild. Neben dem Marktbrunnen entstanden im Verlauf der vergangenen Jahrzehnten erneut nach altem Vorbild der Christopherusbrunnen, der Grafenbrunnen, der Salzbrunnen und zahlreiche weitere Kleinbrunnen. Weitere wichtige Brunnen warten noch auf ihre Rekonstruktion. So u.a. der R├Âsslebrunnen, der Kapuzinerbrunnen und der urspr├╝ngliche Spitalbrunnen.

Fasnet

├ťber die Region hinaus bekannt ist die alte Freie Reichsstadt f├╝r ihre Fasnet , die auf eine jahrhundertealte Geschichte zur├╝ckblicken kann und zu den pr├Ąchtigsten der schw├Ąbisch-alemannischen Fasnet geh├Ârt. Jedes Jahr gehen am Fasnetsmontag, in karnevalistischen Hochburgen auch Rosenmontag genannt, 3000 Narren durch das Schwarze Tor "die Stadt nab", und 20.000 Zuschauer verfolgen im mittelalterlichen Stadtkern das bunte Treiben. Gemeinsam mit Elzach, Oberndorf und ├ťberlingen bildet die Narrenzunft Rottweil den Viererbund .

Bauwerke

Rottweil 1905
Rottweil 1905

Das Schwarze Tor, ein Teil der 1230 errichteten staufischen Befestigung, gilt als Wahrzeichen der Stadt.

Die katholische Hauptkirche der Stadt ist das M├╝nster Heilig Kreuz. Es wurde wohl im 12. Jahrhundert errichtet. Die Kapellenkirche (Mari├Ą Himmelfahrt) erhielt ihren Namen nach der Stelle, an der eine Wallfahrtskapelle mit einer schon lange versiegten Heilquelle f├╝r Augenleiden stand.

Die Predigerkirche, die ehemalige Dominikaner-Klosterkirche, die im 13. Jahrhundert erbaut und 1753 umgestaltet wurde, ist seit 1818 evangelische Stadtkirche Rottweils.

Weitere bedeutende Bauwerke sind der Hochturm, ein staufischer 54 m hoher Buckelquaderturm aus dem 14. Jahrhundert , das Alte Rathaus, ebenfalls aus dem 14. Jahrhundert, die Hochbr├╝cke ├╝ber den tiefen Stadtgraben und die ehemalige Pulverfabrik Rottweil (Neckartal). Daneben gibt es zahlreiche alte Wohnh├Ąuser in der Stadt.

Weitere Kirchen sind die Ruhe-Christi-Kirche, 1710 bis 1715 als st├Ądtische Votivkirche nach dem spanischen Erbfolgekrieg errichtet, und die Pfarrkirche St. Pelagius in der Altstadt, die ├Ąlteste Pfarrkirche der ganzen Gegend, die bereits im 7. Jahrhundert errichtet wurde. Die ehemalige Friedhofskirche St. Lorenz ist heute Museum. Das ehemalige Zisterzienserinnen-Reichsstift Rottenm├╝nster ist heute eine Heilanstalt. Das ehemalige Spital zum Hl. Geist ist ein Altenheim.

In den Stadtteilen gibt es folgende Kirchen: Katholische Kirche St. Michael Feckenhausen, erbaut 1871 , nachdem die Vorg├Ąngerkirche abgebrannt war. Katholische Kirche St. Xaver G├Âllsdorf, erbaut 1952 bis 1955 . Die alte Kirche war bereits 1726 als Filiale von Rottweil-Altstadt erbaut worden. Katholische Kirche Unserer Lieben Frau Hausen, erbaut 1857 /1858 anstelle einer alten Kapelle. Katholische Pfarrkirche St. Dionysius Neufra, erbaut 1813 , doch gab es wohl fr├╝her auch eine Kirche. Eine Kapelle an der Stra├če nach Aixheim wurde im 19. Jahrhundert abgebrochen. Katholische Kirche St. Peter und Paul Neukirch, erbaut 1737 . Katholische Kirche St. Nikolaus Zepfenhan, erbaut 1953 , doch gab es bereits 1789 eine Kirche, deren Vorg├Ąngerbau schon 1684 genannt wird.

Museen

Regelm├Ą├čige Veranstaltungen

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Mit dem Auto erreicht man Rottweil ├╝ber die Bodenseeautobahn A 81 Stuttgart - Singen, Ausfahrt Rottweil. Die Stadt liegt an der Bundesstra├če B27 zwischen Schaffhausen und Stuttgart, an der B14, welche von Stockach am Bodensee ├╝ber Tuttlingen nach Rottweil und weiter ├╝ber Horb am Neckar nach Stuttgart f├╝hrt und an der B462 von Rottweil durch den Schwarzwald nach Freudenstadt und Rastatt.

Die wichtigste Bahnlinie f├╝hrt nach Stuttgart im Norden und nach Z├╝rich in der Schweiz im S├╝den. Eine weitere Linie f├╝hrt nach Villingen-Schwenningen und in den Schwarzwald.

Rottweil liegt am Neckartalradweg entlang des Neckars ├╝ber Horb_am_Neckar, T├╝bingen, Stuttgart, Heilbronn und Heidelberg nach Mannheim.

Gerichte, Beh├Ârden und Einrichtungen

Rottweil ist Sitz des Landkreises Rottweil in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg. Ferner gibt es hier ein Finanzamt , eine Agentur f├╝r Arbeit , ein Notariat und ein Amtsgericht , das zum Landgerichtsbezirk Rottweil geh├Ârt.

Die Stadt ist auch Sitz des Dekanatverbands Rottweil-Oberndorf des Bistums Rottenburg-Stuttgart, dem die beiden Dekanate Rottweil und Oberndorf angeh├Âren.

Medien

├ťber das lokale Geschehen in Rottweil berichten als Tageszeitung der "Schwarzw├Ąlder Bote", online sowie einmal w├Âchentlich in der Printausgabe die " Neue Rottweiler Zeitung " und der im Landkreis beheimatete Lokalsender Radio Neckarburg.

Bildungseinrichtungen

Rottweil hat je ein Staatliches Seminar f├╝r Didaktik und Lehrerbildung f├╝r Grund -und Hauptschule und f├╝r Gymnasien. Ferner besteht das Bisch├Âfliche Konvikt und Studienheim St. Michael und die Gewerbeakademie Rottweil.

An allgemeinbildenden Schulen hat die Stadt drei Gymnasien (Albertus-Magnus-Gymnasium, Droste-H├╝lshoff-Gymnasium, Leibniz-Gymnasium), eine Realschule , eine F├Ârderschule (Achert-Schule), drei Grundschulen (Eichendorff-Grundschule, Grundschule Neufra und Grundschule Neukirch) sowie vier Grund- und Hauptschulen (GHS G├Âllsdorf, Johanniter-Grund- und Hauptschule, Konrad-Witz-Grund- und Hauptschule und R├Âmer-Grund- und Hauptschule).

Der Landkreis Rottweil ist Schultr├Ąger der Gewerbeschule (u.a. mit Technischem Gymnasium ), der Kaufm├Ąnnischen und Hauswirtschaftlichen Schule (u.a. mit Wirtschaftsgymnasium und Biotechnologischem Gymnasium ), der Gustav-Werner-Schule f├╝r entwicklungsbehinderte Kinder und Jugendliche und der Krankenpflegeschule am Kreiskrankenhaus Rottweil.

Die private Maximilian-Kolbe-Grund- und Hauptschule, die Fachschule f├╝r Sozialp├Ądagogik, die Vinzenz von Paul Hospital GmbH Krankenpflegeschule, die Krankenpflegeschule am Krankenhaus Rottenm├╝nster und der ├ľkumenische Schulkindergarten f├╝r Geistigbehinderte runden das schulische Angebot in Rottweil ab. Dar├╝ber hinaus gibt es eine Volkshochschule und eine Musikschule .

Sonstiges

Der Name Rottweil ist ebenfalls der Namensgeber des Rottweiler - Hundes , der in der Region rund um die Stadt als Metzgershund diente. Da in Rottweil jedoch auch ehemalig ein gro├čer Viehmarkt war, und der "Rottweiler" auch als Vieh- Hirtenhund Verwendung fand, wird auch vermutet, dass er daher seinen Namen erhielt.

Rottweil kommt im Lied Das M├Ądchen aus Rottweil der Die Toten Hosen auf ihrem Album Ausw├Ąrtsspiel vor.

Pers├Ânlichkeiten

Ehrenb├╝rger

Die Stadt Rottweil hat folgenden Personen das Ehrenb├╝rgerrecht verliehen (die Liste ist wohl nicht komplett):

  • Dr. Edwin Gl├╝ckher, Stadtschulthei├č
  • Monsignore Dr. Ochs, M├╝nsterpfarrer
  • Dr. Ulrich Regelmann, Oberb├╝rgermeister a.D.
  • Erich Hauser , Bildhauer

S├Âhne und Tochter der Stadt

  • 1400 , Konrad Witz, Maler
  • 1939 , 4. September , Erwin Teufel, Politiker, ehemaliger Ministerpr├Ąsident von Baden-W├╝rttemberg; er verbrachte seine Kindheit jedoch in Zimmern ob Rottweil
  • 1945 , 1. Januar , R├╝diger Safranski , Schriftsteller
  • 1955 , 9. Dezember , Anne Haigis , Musikerin und S├Ąngerin
  • 1959 , Michael Munding , K├╝nstler

Weitere Pers├Ânlichkeiten

In B├╝hlingen lebt der am 10. Mai 1971 in Junik/Kosovo geborene Boxer Luan Krasniqi .

Literatur

W├╝rttembergisches St├Ądtebuch; Band IV Teilband Baden-W├╝rttemberg Band 2 aus "Deutsches St├Ądtebuch. Handbuch st├Ądtischer Geschichte - Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterst├╝tzung des Deutschen St├Ądtetages, des Deutschen St├Ądtebundes und des Deutschen Gemeindetages, hrsg. von Erich Keyser, Stuttgart, 1961

Weblinks

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