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Letzte Änderung für Artikel Marbach am Neckar: 15.02.2006 17:04

Marbach am Neckar

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Wappen Karte
Wappen Marbachs am Neckar Deutschlandkarte, Position von Marbach
Landkarte
Landkarte von Marbach
Basisdaten
Bundesland: Baden-W├╝rttemberg
Regierungsbezirk : Stuttgart
Landkreis : Ludwigsburg
Geografische Lage :
Koordinaten: 48┬░ 56' N, 09┬░ 15' O
48┬░ 56' N, 09┬░ 15' O
H├Âhe : 224 m ├╝. NN
Fl├Ąche : 18,06 km┬▓
Einwohner : 15.431 (31. Dez. 2004)
Bev├Âlkerungsdichte : 854 Einwohner je km┬▓
Ausl├Ąnderanteil : 13,8 %
Postleitzahl : 71672
Vorwahl : 07144
Kfz-Kennzeichen : LB
Gemeindeschl├╝ssel : 08 1 18 049
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktstra├če 23
71672 Marbach am Neckar
Offizielle Website: www.schillerstadt-marbach.de
E-Mail-Adresse: rathaus@schillerstadt-marbach.de
Politik
B├╝rgermeister : Herbert P├Âtzsch

Marbach am Neckar ist eine Stadt mit ca 15.000 Einwohnern etwa 20 km n├Ârdlich von Stuttgart. Sie geh├Ârt dem Landkreis Ludwigsburg an. Marbach ist bekannt als Geburtsstadt Friedrich Schillers . Die Stadt ist Sitz des Schiller-Nationalmuseums und des Deutschen Literaturarchivs .

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Marbach liegt am Ostufer einer Neckarschleife, deren Prallhang hier durch eine tief eingeschnittene Furche unterbrochen wird. Dieser vom Strenzelbach (heute weitgehend unterirdisch) durchflossene Einschnitt k├╝rzt eine Schleife der Murr ab, die knapp n├Ârdlich der Stadt in den Neckar m├╝ndet, und bildet eine f├╝r Marbach und Umgebung wichtige Verkehrsader. Die Altstadt liegt auf dem Hang unmittelbar s├╝dlich dieses Einschnitts, die neueren Wohn- und Gewerbegebiete verteilen sich auf den H├Ąngen nord├Âstlich, ├Âstlich und s├╝dlich der Altstadt. S├╝dlich des Orts, durch den Einschnitt des Eichgrabens etwas abgeschieden, liegt das Wohngebiet H├Ârnle mit etwa 1.600 Einwohnern.

Stadtgliederung

Zum Stadtgebiet z├Ąhlt neben der unmittelbaren Umgebung der Kernstadt ein schmaler Streifen, der sich nach S├╝dwesten am Neckar entlang erstreckt und das Kraftwerk Marbach einbezieht. Dar├╝ber hinaus geh├Âren drei Exklaven zum Stadtgebiet. Zwei davon sind Ortsteile, die beide r├Ąumlich von Marbach getrennt sind. Rielingshausen mit 2.600 Einwohnern liegt etwa f├╝nf Kilometer nord├Âstlich von Marbach auf einer Anh├Âhe zwischen der Murr und dem Hartwald. Zu seiner Markung geh├Ârt auch der anderthalb Kilometer weiter n├Ârdlich gelegene Weiler Hinterbirkenhof. Die zweite Exklave ist Siegelhausen, ein kleiner Weiler mit ca. 30 Einwohnern, der f├╝nf Kilometer s├╝d├Âstlich der Kernstadt abseits der Stra├če zwischen Affalterbach und Hochdorf liegt. Die dritte Exklave ist ein unbewohntes Gebiet im Hartwald ├Âstlich von Rielingshausen.

Benachbarte Orte

Auf der westlichen Neckarseite, Marbach schr├Ąg gegen├╝berliegend, ist Benningen am Neckar. N├Ârdliche Nachbarorte sind Murr und Steinheim an der Murr. ├ľstlich der Kernstadt liegt Erdmannhausen, auch zum weiter s├╝d├Âstlich gelegenen Affalterbach f├╝hrt eine direkte Stra├če. Im S├╝den und S├╝dwesten liegen die Ludwigsburger Ortsteile Poppenweiler und Neckarweihingen.

Geschichte

Geburtshaus Friedrich Schillers
Geburtshaus Friedrich Schillers

Marbach wird vermutlich als fr├Ąnkischer K├Ânigshof um 700 herum gegr├╝ndet. Die erste urkundliche Erw├Ąhnung erfolgt 972 . Zur Stadt wird der Ort ab dem sp├Ąten 12. Jahrhundert ausgebaut, um 1302 ger├Ąt er an W├╝rttemberg. Unter w├╝rttembergischer Herrschaft ist Marbach Sitz eines Amtes, sp├Ąter Oberamtes und eine der wichtigsten St├Ądte W├╝rttembergs. 1693 wird der Ort von franz├Âsischen Truppen vollkommen niedergebrannt. Dadurch, und durch die Entstehung von Ludwigsburg verliert Marbach an Bedeutung. 1759 wird in Marbach der Dichter Friedrich Schiller geboren. Nach seinem Tod wird Marbach ein Zentrum der Verehrung Schillers, das Schiller-Nationalmuseum und das Deutsche Literaturarchiv werden gegr├╝ndet. 1938 verliert Marbach seine Funktion als Verwaltungssitz, als das Oberamt aufgel├Âst wird. 1971 erfolgt die Eingemeindung von Rielingshausen, nachdem sich Siegelhausen schon 1828 der Stadt angeschlossen hatte.

Vorgeschichte

Ab der Jungsteinzeit lassen sich Menschen im Neckarbecken nieder und beginnen mit der Rodung der Urw├Ąlder. Reste menschlicher Siedlungen lassen sich auf Marbacher Stadtgebiet seit dem 6. Jahrtausend v. Chr. nachweisen.

Im Jahr 85 n.Chr. wird der Neckar zur Grenze des R├Âmischen Reichs . Gegen├╝ber der heutigen Stadt Marbach, im heutigen Benningen, wird ein Kastell errichtet. Um 150 n.Chr. wird auch das Gebiet rechts des Neckars in das R├Âmische Reich einbezogen, die Besatzung des Kastells ins 25 km weiter ├Âstlich gelegene Murrhardt verlegt und eine R├Âmerstra├če zwischen Benningen und Murrhardt gebaut. Diese verl├Ąuft durch die Marbacher Talsenke etwa im Bereich der heutigen Bahnlinie; eine Br├╝cke (n├Ârdlich des heutigen Eisenbahnviadukts) f├╝hrt ├╝ber den Neckar. In der Umgebung des Kastells entsteht eine als vicus murrensis bezeichnete zivile Ansiedlung, von der im Marbacher Gebiet die ├ťberreste mehrerer Gutsh├Âfe ergraben wurden.

Alemannische und fr├Ąnkische Zeit

Die alemannische Landnahme wird um das Jahr 260 angenommen. An der Wende zwischen dem 5. und 6. Jahrhundert werden diese durch die Franken unterworfen, der Norden des heutigen Baden-W├╝rttembergs bis in die Gegend um Marbach in das fr├Ąnkische Siedlungsgebiet einbezogen. Der Marbacher Raum ger├Ąt so aufs Neue in die N├Ąhe einer Grenze, die diesmal jedoch in Ost-West-Richtung verl├Ąuft.

Der genaue Verlauf der Stammesgrenze im Marbacher Raum ist nicht endg├╝ltig gekl├Ąrt. Die g├Ąngige Lehrmeinung im 20. Jahrhundert verortete die Grenze entlang einer Linie vom Hohenasperg zum Lemberg bei Affalterbach, aber auch ein Grenzverlauf durch das Strenzelbachtal wird heute f├╝r m├Âglich gehalten. Ein Indiz hierf├╝r ist der Ortsname, der von Markbach, d.h. Grenzbach abgeleitet ist.

Alexanderkirche
Alexanderkirche

Nachweise f├╝r eine dauerhafte Siedlungst├Ątigkeit auf Marbacher Markung bis zum 7. Jahrhundert gibt es nicht, und ├╝ber die Fr├╝hzeit Marbachs liegen keine schriftlichen Quellen vor. Aufgrund arch├Ąologischer Befunde und wegen des auf -bach endenden Ortsnamens nimmt man an, dass Marbach um 700 als fr├Ąnkischer K├Ânigshof entstand. Dieser befand sich n├Ârdlich des Strenzelbachs (der heute verdohlt unter der Bottwartalstra├če verl├Ąuft) bei der heutigen Alexanderkirche. Demnach ist die Gr├╝ndung in Zusammenhang mit dem Wiederaufflammen des alemannisch-fr├Ąnkischen Konflikts unter Herzog Gotfrid zu sehen: Wegen seiner r├Âmerzeitlichen Infrastruktur (Kastell, Stra├čen, Br├╝cke) bietet der Raum Benningen-Marbach ideale Voraussetzungen als fr├Ąnkische Gegenposition zum alemannischen Herzogssitz bei Cannstatt . Auch Heerstra├čen von Worms und in Richtung Bayern f├╝hren an dem K├Ânigshof vorbei.

Dem K├Ânigshof sind die umliegenden, bereits zuvor bestehenden D├Ârfer untergeordnet. Marbach erlangt somit fr├╝hzeitig die Funktion eines Verwaltungsmittelpunkts, die es bis ins 20. Jahrhundert behauptet. Nachdem die Herzogt├╝mer Alemannien ( 746 ) und Bayern ( 788 ) endg├╝ltig in das Frankenreich eingegliedert sind, verliert der K├Ânigshof an Bedeutung. Die Br├╝cke verf├Ąllt und wird nicht wieder aufgebaut; Besitzt├╝mer aus den umliegenden D├Ârfern werden nach und nach an das Kloster Lorsch verschenkt.

Verschiedene Herrschaften im 10. bis 13. Jahrhundert

Die urkundliche Ersterw├Ąhnung von Marcbach erfolgt 972 in einer weiteren Schenkungsurkunde, mit der ein Diakon Wolwald den K├Ânigshof mit allem dazugeh├Ârigen Besitz dem (fr├Ąnkischen) Bistum Speyer ├╝bertr├Ągt. 1009 best├Ątigt Kaiser Heinrich II. das Marktrecht f├╝r Marbach (das wohl schon vorher bestand) und erlaubt die Errichtung einer M├╝nzst├Ątte.

Die Besitzverh├Ąltnisse in den darauffolgenden Jahrhunderten sind nicht schriftlich festgehalten. 1282 werden Marbacher erstmals als "B├╝rger" bezeichnet, so dass die Stadtgr├╝ndung vor diesem Zeitpunkt liegen muss. ├ältere Hypothesen besagten, dass die Stadt schon fr├╝h den Grafen von W├╝rttemberg geh├Ârte und von diesen um 1250 gegr├╝ndet wurde. Die heutige Stadtgeschichtsschreibung geht jedoch davon aus, dass Marbach im Zuge des Investiturstreits um 1100 an die Markgrafen von Baden ├╝bergeht, deren Besitzschwerpunkt zu dieser Zeit an Neckar und Murr liegt. Diese legen am Ende des 12. Jahrhunderts eine neue Marktsiedlung mit Herrensitz auf der Anh├Âhe s├╝dlich des Strenzelbachs an, die zur Keimzelle der heutigen Stadt wird.

Mitte des 13. Jahrhunderts ziehen sich die badischen Markgrafen aus dem Neckar-Murr-Raum zur├╝ck, um sich auf ihre weiter westlich gelegenen Besitzungen zu konzentrieren. Marbach ger├Ąt als Heiratsgut an die Herz├Âge von Teck , vermutlich zwischen 1253 und 1259. In dieser Zeit wird der Herrensitz zur Burg ausgebaut. 1302 verkaufen die Herz├Âge von Teck die Stadt aus Geldmangel an den w├╝rttembergischen Grafen Eberhard den Erlauchten.

Unter w├╝rttembergischer Herrschaft

Graf Eberhard ger├Ąt durch seine expansive Politik in Konflikt mit Kaiser Kaiser Heinrich VII. Im Reichskrieg gegen W├╝rttemberg wird Marbach 1311 zerst├Ârt und muss sich der Reichsstadt Esslingen unterwerfen. Bereits 1316 gelingt es Eberhard jedoch, seinen Besitz zur├╝ck zu erhalten, Burg und Stadt werden wiederaufgebaut.

Unter w├╝rttembergischer Herrschaft wird Marbach Sitz eines Amtes, das 1380 erstmals erw├Ąhnt wird, und ist zusammen mit Markgr├Âningen einer der f├╝hrenden Orte im Neckarbecken. Die Grafen von W├╝rttemberg halten sich oft in Marbach auf, 1405 wird in der Stadt der Marbacher Bund, eine Allianz s├╝dwestdeutscher F├╝rsten und Reichsst├Ądte gegen K├Ânig Ruprecht, geschlossen.

An der Niklastorstra├če
An der Niklastorstra├če

Die Stadt ist zu dieser Zeit recht wohlhabend, zumal das Handwerk von den Auftr├Ągen des Landesherrn und seiner Hofverwaltung profitiert; daneben sind Ackerbau und Weinbau die Haupterwerbszweige der etwa 1.200 Einwohner. Seit 1392 ist eine Lateinschule in Marbach nachgewiesen, auf die das heutige Friedrich-Schiller-Gymnasium zur├╝ckgeht. Um 1400 herum wird die Stadt erweitert, die heutige Mittlere und Untere Holdergasse in die Mauern einbezogen. Au├čerhalb der Mauern am Strenzelbach befinden sich die H├Ąuser einiger aufs Wasser angewiesener Handwerker wie der Gerber, auf der anderen Bachseite die separat ummauerte Alexanderkirche, die weiterhin Pfarrkirche ist. Vom Mittelalter bis zum Jahr 1839 ist Marbach mit sechs anderen Gemeinden an der gemeinschaftlichen Verwaltung des Hartwalds beteiligt, eines gr├Â├čeren Waldgebiets im Nordosten des Amts. Auf diesen Sachverhalt geht der heutige Gebietsanteil Marbachs im Hartwald zur├╝ck.

Bei der vor├╝bergehenden Teilung W├╝rttembergs im N├╝rtinger Vertrag 1442 ger├Ąt die Stadt an die Linie W├╝rttemberg-Stuttgart unter Graf Ulrich dem Vielgeliebten. Dieser h├Ąlt sich oft in Marbach auf und sorgt f├╝r den Ausbau von Burg und Kirche. Als er w├Ąhrend der Mainzer Stiftsfehde in pf├Ąlzische Gefangenschaft ger├Ąt, muss er, um seine Freilassung zu erreichen, 1463 Stadt und Amt Marbach in ein pf├Ąlzisches Lehen umwandeln. Erst 1504 , durch den Erfolg Herzog Ulrichs im Landshuter Erbfolgekrieg, wird dies wieder r├╝ckg├Ąngig gemacht.

Unruhige Zeit im 16. und 17. Jahrhundert

Die Bewegung des Armen Konrads im Jahr 1514 findet auch bei den Bauern im Marbacher Amt Anklang, es kommt zu mehreren Protestkundgebungen. Die Vertreter von vierzehn St├Ądten des w├╝rttembergischen Unterlands versammeln sich in Marbach und verfassen einen Forderungskatalog an den Herzog. Insgesamt verhalten sich die Marbacher aber eher abwartend. Der Marbacher Doktor Alexander Seitz, der die Sache der Bauern in Wort und Schrift vertreten hatte, muss nach dem Scheitern des Armen Konrads in die Schweiz fliehen.

1519 wird Marbach (wie der Rest W├╝rttembergs) von Truppen des Schw├Ąbischen Bunds besetzt und die Landeshoheit an Kaiser Karl V. ├╝bergeben; Marbach wird somit ├Âsterreichisch. 1525 , im Deutschen Bauernkrieg , verschafft sich eine Schar Bauern Zutritt in die Stadt. Dem Vogt gelingt es jedoch, die Bauern betrunken zu machen und wieder zu vertreiben. Trotzdem wird die Stadt nach der Niederschlagung des Aufstands mit einem Strafgeld belegt, da sich auch Marbacher am Aufruhr beteiligt haben. Als Herzog Ulrich 1534 die Herrschaft ├╝ber W├╝rttemberg zur├╝ck erlangt, f├╝hrt er die Reformation ein. Bei dieser Gelegenheit l├Âst die Stadtkirche die Alexanderkirche als Pfarrkirche ab.

1546 , im Schmalkaldischen Krieg, wird Marbach erneut durch kaiserliche Truppen besetzt, die mordend und pl├╝ndernd in der Stadt w├╝ten. Da in der Folge weitere Truppendurchz├╝ge stattfinden und Marbach sich noch an der hohen Kriegsentsch├Ądigung beteiligen muss, die Herzog Ulrich an den Kaiser entrichtet, sind die Stadtfinanzen anschlie├čend zerr├╝ttet.

Ab 1579 f├╝hrt Simon Studion , der Pr├Ązeptor der Marbacher Lateinschule, arch├Ąologische Ausgrabungen durch und entdeckt das r├Âmische Kastell in Benningen wieder. Gerade in den Zeiten der Renaissance und der damit einhergehenden Wiederbesinnung auf die Antike befl├╝gelt dies den Glauben, Marbach sei schon in der Antike entstanden und sein Name von den r├Âmischen G├Âttern Mars und Bacchus abgeleitet (siehe auch Abschnitt Wappen und Flagge).

Marbach 1664
Marbach 1664

Der Drei├čigj├Ąhrige Krieg von 1618 bis 1648 macht Marbach und Umgebung schwer zu schaffen. Bereits in der ersten Kriegsh├Ąlfte verursachen Truppeneinquartierungen hohe Kosten, hinzu kommen Krankheiten und 1626 eine Hungersnot infolge einer Mi├černte. Nach der Niederlage der protestantischen Truppen in der Schlacht bei N├Ârdlingen 1634 besetzen kaiserliche Truppen W├╝rttemberg und machen das Land unsicher. Die Bewohner der umliegenden D├Ârfer fliehen zum gro├čen Teil hinter die Marbacher Stadtmauern, die jedoch nur bedingte Sicherheit bieten. Marbach wird erneut durch Einquartierungen von Truppen belastet, die Stadt und Bewohner nach Belieben auspl├╝ndern. 1634 brennen in Marbach 80 H├Ąuser nieder, 1635/36 kommt eine erneute Pestepidemie und Hungersnot hinzu. Zwischen 1634 und 1639 sinkt die Einwohnerzahl der Stadt von 1.765 auf 863, die des Amts zwischen 1622 und 1639 von 17.694 auf 2.271. Nach einer Periode der relativen Ruhe zwischen 1639 und 1642 werden Stadt und Umgebung 1642 noch einmal durch franz├Âsisch-schwedische Truppen gepl├╝ndert und gebrandschatzt , weitere Truppendurchz├╝ge folgen bis 1646. Nach dem Krieg kommen Einwanderer ins Land, haupts├Ąchlich Schweizer, was den Bev├Âlkerungsverlust aber nur teilweise wieder ausgleichen kann.

Zerst├Ârung und Bedeutungsverlust

Noch bevor sich Stadt und Amt von den Folgen des Drei├čigj├Ąhrigen Kriegs erholt haben, bekommen sie den Pf├Ąlzischen Erbfolgekrieg zu sp├╝ren. 1688 dringen franz├Âsische Truppen in die Stadt ein und pl├╝ndern sie zwei Tage lang. Danach muss Marbach vor├╝bergehend Reichstruppen in seinen Mauern beherbergen und verpflegen. Als sich franz├Âsische Truppen unter M├ęlac Ende Juli 1693 erneut der Stadt n├Ąhern, fliehen viele Bewohner. Die Franzosen r├╝cken in die nunmehr unverteidigte Stadt ein, pl├╝ndern, misshandeln und ermorden die noch nicht geflohenen Bewohner. Anschlie├čend wird Marbach planm├Ą├čig angez├╝ndet und nahezu vollst├Ąndig verbrannt. Lediglich die Alexanderkirche und wenige andere, meist au├čerhalb der Mauern gelegene Geb├Ąude ├╝berstehen die Zerst├Ârung. Einige Fl├╝chtlinge kehren nicht wieder nach Marbach zur├╝ck, von den ├╝brigen ├╝berleben etliche den darauffolgenden Winter nicht, da neben den H├Ąusern auch die Vorr├Ąte vernichtet sind. Nach 1.478 Einwohnern im Jahr 1692 werden 1695 nur noch 609 gez├Ąhlt.

Der Wiederaufbau, der das heutige Erscheinungsbild der Altstadt bestimmt, zieht sich ├╝ber die n├Ąchsten zehn bis f├╝nfzehn Jahre hin. Ab 1704 w├Ąchst die s├╝dwestlich gelegene, neu gegr├╝ndete Stadt Ludwigsburg zum neuen Zentrum der Umgebung heran. Marbach muss eine Verringerung seines Amtsbezirks hinnehmen, verliert zentrale Funktionen und sinkt insgesamt an Bedeutung herab. Zu allem ├ťberfluss muss es seine Konkurrenz auch noch durch Materiallieferungen und Frondienste aufbauen helfen. F├╝r ein eigenes Rathaus ist in Marbach erst 1763 wieder Geld vorhanden. Das herzogliche Schloss hingegen wird nicht wieder aufgebaut.

├ťbergangszeit im 18. und 19. Jahrhundert

1759 wird Friedrich Schiller in Marbach geboren. Der Dichter, der im 19. Jahrhundert Gegenstand nahezu kultischer Verehrung wird, bringt seinem Geburtsort posthum weitreichende Bekanntheit und wird bestimmend f├╝r das Selbstverst├Ąndnis der Stadt (siehe Abschnitt Schillerstadt Marbach).

Bei der Neuordnung W├╝rttembergs wird Marbach 1806 zum Sitz eines Oberamts, das 1810 nochmals nach Norden vergr├Â├čert wird. 1816/17 kommt es infolge einer Missernte zu einer Hungersnot. Diese sowie religi├Âse Spannungen zwischen der Landeskirche und den Pietisten f├╝hren zu Auswanderungen nach Russland .

Um diese Zeit herum w├Ąchst die Stadt erstmals ├╝ber ihren mittelalterlichen Kern hinaus, eine Vorstadt im Bereich des Oberen Tors entsteht. 1828 wird die bis dahin selbst├Ąndige Gemeinde Siegelhausen nach Marbach eingemeindet. Eine weitere Hungersnot 1846/47 f├╝hrt zu erneuten Auswanderungen, nun verst├Ąrkt nach Amerika . Durch die Auswanderungen sinkt die Einwohnerzahl Marbachs zwischen 1846 und 1861 um ├╝ber 10 % auf etwa 2.200. Im Revolutionsjahr 1848 wird auf Veranlassung der Frankfurter Nationalversammlung eine B├╝rgerwehr gegr├╝ndet, die aber nie in K├Ąmpfe verwickelt wird. 1871 wird Marbach mit dem Rest W├╝rttembergs Bestandteil des .

Vom Kaiserreich bis zum Zweiten Weltkrieg

Marbacher Wasserkraftwerk
Marbacher Wasserkraftwerk

Seit der Gr├╝ndung von Ludwigsburg laufen die gro├čen Verkehrsverbindungen an Marbach vorbei. So erh├Ąlt die Stadt erst relativ sp├Ąt, n├Ąmlich 1879 , einen Bahnhof an einer Nebenlinie der Murrbahn zwischen Backnang und Bietigheim, ab 1881 auch eine direkte Verbindung nach Ludwigsburg. 1894 wird Marbach au├čerdem Ausgangspunkt der Bottwarbahn nach Heilbronn. Der Bahnhof wird nord├Âstlich und au├čerhalb der Stadt angelegt und zieht kleinere Fabriken an, darunter mehrere M├Âbelfabriken und zeitweise eine Schuhfabrik. Zu einem ausgesprochenen Industriestandort wird Marbach jedoch nicht, um die Jahrhundertwende teilt sich die Anzahl der Besch├Ąftigten etwa gleichm├Ą├čig auf Arbeiterschaft, Landwirtschaft/Weinbau und Gewerbe/Handel auf. Die neuen Betriebe sorgen f├╝r ein Anwachsen der Bev├Âlkerung, was neue Versorgungseinrichtungen notwendig macht. 1896 wird ein Wasserwerk gebaut, 1906 erh├Ąlt Marbach elektrischen Strom (siehe Abschnitt Kraftwerk Marbach).

Im Ersten Weltkrieg hat die Stadt 132 Gefallene zu beklagen. Der ├ťbergang in die Weimarer Republik vollzieht sich ohne gro├čes Aufsehen, die Gemeinderatswahlen sehen die SPD , die DDP und die konservativen w├╝rttembergischen Parteien etwa gleichauf.

Zwischen 1919 und 1933 erh├Âht sich die Einwohnerzahl von etwa 2.900 auf 3.500. Es entstehen neue Wohnungen im Osten der Stadt bis etwa zur Schwabstra├če, auch n├Ârdlich der Bahnlinie wird vermehrt gebaut. 1928 wird eine Gasversorgung eingerichtet. In der Weltwirtschaftskrise schlie├čen mehrere Marbacher Firmen ihren Betrieb, es kommt zu hoher Arbeitslosigkeit. 1931 erringen Kommunisten und Nationalsozialisten erstmals je einen Sitz im Gemeinderat.

Bei der Reichstagswahl 1933 erreichen die Nationalsozialisten in Marbach 41.5 % der Stimmen. Nach der Annahme des Erm├Ąchtigungsgesetzes werden auch in Marbach der Gemeinderat gleichgeschaltet und die Organisationen der Arbeiterbewegung verboten; einige Marbacher Kommunisten und Sozialdemokraten werden ins KZ Heuberg gebracht.

1938 wird das Oberamt Marbach aufgel├Âst. Marbach verliert seine Funktion als Verwaltungssitz und ger├Ąt an den Landkreis Ludwigsburg. Um die gleiche Zeit muss infolge der Neckar-Kanalisierung das bei Marbach befindliche Wasserkraftwerk durch einen Neubau weiter flussaufw├Ąrts ersetzt werden. Das Kraftwerksgel├Ąnde wird, quasi als Entsch├Ądigung f├╝r den Verlust des Oberamts, von der Neckarweihinger Markung abgetrennt und Marbach zugeteilt.

Im Zweiten Weltkrieg w├Ąchst Marbachs Bev├Âlkerung durch die wiederholte Aufnahme Evakuierter oder Luftkriegsgesch├Ądigter aus der gr├Â├čeren Umgebung an; auch werden polnische und franz├Âsische Kriegsgefangene in Betrieben und Landwirtschaft eingesetzt. An der Stadt selbst geht der Krieg ohne gr├Â├čere Zerst├Ârungen vorbei, jedoch sprengen deutsche Truppen kurz vor Kriegsende mehrere Br├╝cken, darunter das Eisenbahnviadukt. Ende April 1945 wird Marbach von amerikanischen Truppen besetzt.

J├╝ngere Geschichte

Nach dem Krieg geh├Ârt Marbach zun├Ąchst dem Land W├╝rttemberg-Baden an, das 1952 in Baden-W├╝rttemberg aufgeht. Die Bev├Âlkerung w├Ąchst durch den Zug von 1.850 Heimatvertriebenen weiter an. Um dieser Lage gerecht zu werden, entstehen nach 1950 weitere Siedlungen n├Ârdlich und s├╝dlich der Erdmannh├Ąuser Stra├če. Auch die zuvor mehrmals aufgeschobene Kanalisation wird endlich verwirklicht.

Ab 1957 entsteht s├╝dlich der Stadt die Siedlung H├Ârnle f├╝r bis zu 2.000 Menschen, in der haupts├Ąchlich Heimatvertriebene, aber auch junge Familien Wohnungen finden. Der nahe der Siedlung gelegene Makenhof, der zusammen mit dem Kraftwerksgel├Ąnde an Marbach gekommen ist, wird jedoch wieder an Neckarweihingen zur├╝ckgegeben.

1965 besucht die englische K├Ânigin Elisabeth II. Marbach. Es wird berichtet, dass sie in Wirklichkeit nicht die Stadt, sondern das Gest├╝t Marbach auf der Schw├Ąbischen Alb sehen wollte.

1972 , w├Ąhrend der Gemeindereform , wird Rielingshausen eingemeindet. Wie die Siegelh├Ąuser ist auch die Rielingsh├Ąuser Markung vollst├Ąndig von der Marbachs getrennt. Die Hoffnungen der Stadt, unter Einbeziehung weiterer Nachbarorte eine Gro├čgemeinde bilden zu k├Ânnen, zerschlagen sich aber. Es wird lediglich ein Gemeindeverwaltungsverband gegr├╝ndet, der neben Marbach noch Benningen, Affalterbach und Erdmannhausen umfasst.

1980 wird die Stadt an das Stuttgarter S-Bahn-Netz angeschlossen. 1989 wird die Bottwarbahn stillgelegt, ihre Gleise werden gro├čenteils abgebaut.

Die erh├Âhte Mobilit├Ąt in der Bev├Âlkerung bewirkt, dass Marbach sich zu einer beliebten Wohngemeinde im Stuttgarter Umland entwickelt. Wiederholt werden Neubaugebiete ausgewiesen und bebaut, so dass sich die Einwohnerzahl von 12.000 im Jahr 1980 auf ├╝ber 15.000 im Jahr 2005 erh├Âht; das j├╝ngste Neubaugebiet ist Kirchenweinberg Nord oberhalb der Eisenbahnlinie.

2000 wird das Marbacher Jugend-Kultur-Haus planet-x mit seiner p├Ądagogischen Konzeption als bundesweit einziges Jugendhaus aufgrund seiner vielf├Ąltigen Partizipationsm├Âglichkeiten weltweites Projekt bei der Weltausstellung Expo 2000 in Hannover.

Schillerstadt Marbach

1759 wird Friedrich Schiller als Sohn eines Arztes in Marbach geboren, zieht jedoch bereits im Alter von vier Jahren fort. Trotz dieser eher marginalen Beziehung wird die Stadt nach seinem Tod im Jahr 1805 zu einem Zentrum der Verehrung des Dichters. 1812 stellt man nachtr├Ąglich Schillers Geburtshaus fest und bringt eine Gedenktafel an. Wenig sp├Ąter kommen die ersten Ausw├Ąrtigen nach Marbach, um das Haus zu sehen.

Schiller-Nationalmuseum
Schiller-Nationalmuseum

1835 wird der Vorl├Ąufer des Marbacher Schillervereins gegr├╝ndet und zwischen 1836 und 1840 die Schillerh├Âhe s├╝dlich der Stadt als Festplatz angelegt. 1857 erwirbt die Stadt das Geburtshaus, wo zwei Jahre sp├Ąter, zum 100. Geburtstag, ein Museum eingeweiht wird. 1876 wird das Schillerdenkmal auf der Schillerh├Âhe eingeweiht, 1903 am Rande des Platzes das Schiller-Nationalmuseum er├Âffnet.

Seit 1859 veranstalten die Schulen j├Ąhrliche Schillerfeiern, die jeweils am 10. November, dem Geburtstag des Dichters, abgehalten werden. Die runden Jubil├Ąen des Geburts- und Todestages werden mit speziellen Gedenkveranstaltungen begangen.

1934 veranstalten die Nationalsozialisten eine Schillerhuldigung der deutschen Jugend, bei der aus f├╝nf Richtungen von den Reichsgrenzen aus in Staffell├Ąufen Gru├čbotschaften und Fackeln nach Marbach ├╝berbracht werden. Auch die j├Ąhrlichen Schillerfeiern dienen zeitweise Propagandazwecken, sp├Ąter ├Ąndern die Machthaber aber ihre Meinung und verbieten die Auff├╝hrung von St├╝cken wie Wilhelm Tell wegen ihrer freiheitlichen Tendenzen.

Nach der Er├Âffnung des Deutschen Literaturarchivs Marbach im Jahr 1955 stiftet die Stadt 1959 den Schillerpreis der Stadt Marbach am Neckar, der seither alle zwei Jahre f├╝r Arbeiten zur Landeskunde W├╝rttembergs verliehen wird.

Schiller ist bis heute eine wesentliche Identifikationsfigur f├╝r Marbach, was nicht nur von lokalpatriotischer, sondern auch touristischer Bedeutung ist. Zahlreiche Einrichtungen sind nach dem Dichter benannt, so das ├Ârtliche Gymnasium und die Volkshochschule, auch der Ort selbst bezeichnet sich als Schillerstadt, was jedoch ein selbstgew├Ąhlter und nicht von der Landesregierung verliehener Titel ist. Trotz der quasi-offiziellen Verwendung ist die Bezeichnung also nicht Teil des amtlichen Gemeindenamens.

Seit 1998 werden die allj├Ąhrlichen Schillerfeiern im vergr├Â├čerten Rahmen als Schillerwoche abgehalten. 2005 wird im Gedenken an den 200. Todestag Schillers gar ein Schillerjahr mit einer F├╝lle von besonderen Programmen und Veranstaltungen begangen. Auch f├╝r 2009, zum 250. Geburtstag, sind besondere Veranstaltungen geplant.

Geschichte Rielingshausens

Erste Spuren menschlicher Besiedlung auf Rielingsh├Ąuser Markung sind aus der Jungsteinzeit und aus r├Âmischer Zeit nachgewiesen. Die R├Âmerstra├če von Benningen nach Murrhardt verl├Ąuft ├╝ber Rielingshauser Gebiet; sie entspricht in etwa der heutigen Landesstra├če, verl├Ąuft jedoch ein wenig weiter n├Ârdlich und westlich.

Ortsansicht von S├╝den
Ortsansicht von S├╝den

Der heutige Ort Rielingshausen entsteht vermutlich um 700 s├╝dlich der R├Âmerstra├če als fr├Ąnkischer Adelssitz. Erstmals erw├Ąhnt wird er 776 im Lorscher Codex als Reginherishusen. Ab 972 geh├Ârt der Ort wie Marbach zum Bistum Speyer . Die weiteren Besitzverh├Ąltnisse bis ins fr├╝he 14. Jahrhundert sind nicht ├╝berliefert, wom├Âglich geh├Ârt Rielingshausen sp├Ąter zur Herrschaft Wolfs├Âlden. Sp├Ątestens mit deren Verkauf 1322 , vielleicht auch schon zusammen mit Marbach, f├Ąllt Rielingshausen in den Besitz der Grafen von W├╝rttemberg.

Unter w├╝rttembergischer Herrschaft geh├Ârt der Ort zum Amt Asperg, ab dem 15. Jahrhundert zum Amt (sp├Ąter Oberamt) Marbach. Die etwa 500 Einwohner leben von Landwirtschaft und Weinbau , um 1350 ist erstmals eine Kelter erw├Ąhnt. 1453 ├╝berl├Ą├čt Graf Ulrich der Vielgeliebte die Rielingsh├Ąuser Kirche dem Stift Backnang .

1525 nehmen Rielingsh├Ąuser Bauern am Deutschen Bauernkrieg teil, dreizehn von ihnen werden nach dem Scheitern des Aufstands zu Geldstrafen verurteilt und d├╝rfen keine Waffen mehr tragen. Wie auch Marbach ist Rielingshausen im Drei├čigj├Ąhrigen Krieg wiederholt Opfer von Pest, Hungersn├Âten und ├ťbergriffen durchziehender Truppen, die den Ort schlimm treffen. Die Einwohnerzahl sinkt zwischen 1622 und 1648 von 624 auf 108, und die H├Ąlfte der H├Ąuser wird zerst├Ârt. Auch die nachfolgenden Kriege im 17. und 18. Jahrhundert bekommt der Ort zu sp├╝ren, so wird er 1674 und 1693 von den Franzosen gepl├╝ndert. Im dadurch verursachten Hungerwinter 1693/94 geht die Einwohnerzahl von 319 auf unter 200 zur├╝ck.

1720 entsteht n├Ârdlich des Dorfs auf damals w├╝stliegendem Gel├Ąnde der Weiler Hinterbirkenhof, auf dem im Laufe der Zeit zwischen 20 und 40 Einwohner leben. Die Einwohnerzahl der Gemeinde erreicht erst nach 1780 wieder den Stand von 1622. Bei der Neuordnung W├╝rttembergs 1810 verbleibt Rielingshausen beim Oberamt Marbach. Neben zahlreichen Truppendurchz├╝gen in den Koalitionskriegen belastet den Ort auch die Einziehung etlicher M├Ąnner zum Milit├Ąrdienst. Sieben Rielingsh├Ąuser Soldaten fallen im Russlandfeldzug Napoleons.

Rathausplatz mit Kirche
Rathausplatz mit Kirche

Kurzzeitig erringt Rielingshausen ├╝berregionale Bekanntheit, als dort der bekannte pietistische Theologe Ludwig Hofacker von 1826 bis zu seinem fr├╝hen Tod 1828 als Pfarrer wirkt. Zu seinen Sonntagspredigten str├Âmen Gl├Ąubige aus weit entfernten Orten in das Dorf.

Seit Beginn des 19. Jahrhunderts w├Ąchst die Bev├Âlkerung zun├Ąchst an; 1849 ist mit ├╝ber 1.100 Einwohnern ein vorl├Ąufiger H├Âhepunkt erreicht. Zugleich wandern aber viele Rielingsh├Ąuser aus, zun├Ąchst haupts├Ąchlich nach Russland , sp├Ąter nach Nordamerika . Ursachen der Auswanderung sind Hungersn├Âte (1816/17 und 1846/47), religi├Âse Beweggr├╝nde und Unzufriedenheit mit den politischen Verh├Ąltnissen. Infolgedessen sinkt die Einwohnerzahl bis 1900 wieder auf unter 800. Nach wie vor leben die meisten Einwohner von Landwirtschaft und Weinbau, daneben entwickelt sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Weberei zum gr├Â├čten Gewerbe am Ort und beh├Ąlt diese Stellung bis zum Ende des Jahrhunderts.

1899 wird an der Eisenbahnstrecke Backnang - Marbach ein Haltepunkt Erdmannhausen-Rielingshausen eingerichtet. Dieser befindet sich allerdings (von Rielingshausen gesehen) jenseits der Murr, drei Kilometer vom Ort entfernt. 1912/13 erh├Ąlt der Ort elektrischen Strom.

Aus dem Ersten Weltkrieg kehren 43 Rielingsh├Ąuser nicht mehr zur├╝ck. W├Ąhrend der Weimarer Republik ist zun├Ąchst der W├╝rttembergische Bauern- und Weing├Ąrtnerbund die bestimmende politsche Kraft im Ort; er erh├Ąlt 1920 ├╝ber zwei Drittel der Stimmen. In den 1920ern ver├Ąndert sich die Arbeitsstruktur im Ort, immer mehr Einwohner pendeln als Industriearbeiter in die benachbarten Orte bis hin nach Stuttgart. W├Ąhrend der Weltwirtschaftskrise ist diese Gruppe stark von Arbeitslosigkeit betroffen. 1931 gibt es 60 Arbeitslose bei 760 Einwohnern. Die damit einhergehende Not f├╝hrt zu einer Ver├Ąnderung der politischen Mehrheitsverh├Ąltnisse. Bei der Reichstagswahl 1933 wird die NSDAP mit 47 % der Stimmen st├Ąrkste Kraft.

Hinterbirkenhof
Hinterbirkenhof

Die Errichtung des Dritten Reichs geht auch in Rielingshausen mit der Gleichschaltung des Gemeinderats und der ├╝brigen Organe des gesellschaftlichen Lebens einher. 1937 wird ein Zeuge Jehovas verhaftet, der sp├Ąter im KZ Mauthausen ums Leben kommt. 1938 , bei der Aufl├Âsung des Oberamts Marbach, wird Rielingshausen entgegen den gewachsenen Strukturen dem Landkreis Backnang zugeteilt. Im Zweiten Weltkrieg nimmt der Ort zeitweise Evakuierte aus anderen Orten auf. In der Landwirtschaft werden etwa 20 franz├Âsische Kriegsgefangene eingesetzt sowie einige Angeh├Ârige anderer Nationen. Als der Krieg vorbei ist, sind 37 Rielingsh├Ąuser gefallen oder vermisst.

Nach dem Krieg siedeln sich am Ort ├╝ber 200 Heimatvertriebene an, viele davon aus Bessarabien . Der Bev├Âlkerungszuwachs f├╝hrt ab 1948 zur Errichtung einer Reihe von Neubaugebieten, durch die sich der Ort haupts├Ąchlich nach Norden und Osten ausdehnt. 1959 ├╝berschreitet die Einwohnerzahl erneut die Grenze von 1.000 Einwohnern und steigt in der Folge weiter, da der Ort durch weitere Neubaugebiete zu einer Wohngemeinde im Umland Stuttgarts wird.

Die Gemeindereform beendet 1972 die kommunale Selbst├Ąndigkeit Rielingshausens. Die B├╝rger geben bei einer Abstimmung einer Vereinigung mit Marbach deutlich den Vorzug gegen├╝ber einer solchen mit Steinheim an der Murr. Die Eingemeindung nach Marbach wird daraufhin am 1. Juli 1972 durchgef├╝hrt, wodurch der Ort zugleich an den Landkreis Ludwigsburg ger├Ąt. Rielingshausen beh├Ąlt nach der Eingemeindung einen eigenen Ortschaftsrat.

Die Eingemeindung wird vom Land Baden-W├╝rttemberg finanziell gef├Ârdert, wodurch die Infrastruktur des Orts in den folgenden Jahren stark ausgebaut werden kann (Schule, Kindergarten, Wegenetz u.a.) Ab 1979 entsteht im Nordwesten des Orts noch das Neubaugebiet Egelsee.

Geschichte Siegelhausens

Dorfbrunnen in Siegelhausen
Dorfbrunnen in Siegelhausen

Siegelhausen, zwischen den Orten Affalterbach, Hochdorf und Bittenfeld gelegen, tritt 1230 in das Licht der Geschichte, als Graf Berthold von Beilstein und seine Gattin dem Stift Backnang ein Gut und das Patronatsrecht in Siegelhausen schenken. 1243 erh├Ąlt das Stift weitere G├╝ter geschenkt und wird 1245 zum alleinigen Besitzer Siegelhausens. Der Name des Orts tritt zu dieser Zeit als Siglerhusen oder Sigelarhusin auf und wird von einem Personennamen Sigilo abgeleitet.

Siegelhausen besitzt bereits bei seiner Ersterw├Ąhnung eine Kirche (die Martinskirche), zu deren Pfarrbezirk 1458 auch Schwaikheim und Bittenfeld geh├Âren. 1468 wird die Pfarrei jedoch nach Bittenfeld verlegt, wohin der Ort bis heute in kirchlicher und schulischer Hinsicht geh├Ârt. Nach 1592 existiert die Siegelh├Ąuser Kirche nicht mehr, und der Ort bleibt ein kleiner, landwirtschaftlich gepr├Ągter Weiler.

Nachdem das Stift Backnang w├Ąhrend der Reformation aufgel├Âst wurde, geh├Ârt Siegelhausen dem Oberamt Backnang an. 1810 wird Siegelhausen dem Oberamt Marbach zugeordnet.

1822 ergeht durch die w├╝rttembergische Regierung eine Aufforderung an die Weiler, sich den n├Ąchstgelegenen Gemeinden im jeweiligen Oberamt anzuschlie├čen. F├╝r Siegelhausen ist dies Affalterbach, da Bittenfeld und Hochdorf dem Oberamt Waiblingen angeh├Âren. Siegelhausen will jedoch seine kirchliche und schulische Bindung an das n├Ąhergelegene Bittenfeld wahren, die durch eine Eingemeindung nach Affalterbach in Frage gestellt w├╝rde. Daher bem├╝ht sich Siegelhausen um eine Eingemeindung nach Marbach, mit der Siegelhausen allerdings keine gemeinsame Grenze hat. Diese Eingemeindung erfolgt 1828 und bel├Ąsst Siegelhausen seine Bindungen nach Bittenfeld.

1912 erh├Ąlt Siegelhausen Elektrizit├Ątsversorgung, 1963 Anschluss an die Affalterbacher Wasserversorgung. 1944 werden Spreng- und Brandbomben ├╝ber dem Ort abgeworfen. 1978 und 2003 werden Jubil├Ąumsfeiern zum 150- bzw. 175-j├Ąhrigen Jahrestag der Eingemeindung abgehalten.

Politik

Die Verwaltung der Stadt Marbach am Neckar erfolgt nach den Grunds├Ątzen der Gemeindeordnung f├╝r Baden-W├╝rttemberg. Verwaltungsorgane sind der Gemeinderat und der B├╝rgermeister .

Der Gemeinderat, dessen Mitglieder von den B├╝rgern alle f├╝nf Jahre gew├Ąhlt werden, ist das Hauptorgan der Gemeinde. Die Gr├Â├če des Gemeinderats bestimmt sich nach der Einwohnerzahl und bel├Ąuft sich im Falle Marbachs regul├Ąr auf 22 Sitze, von denen vier f├╝r den Ortsteil Rielingshausen vorgesehen sind. Bei den letzten Kommunalwahlen am 13. Juni 2004 erh├Âhte sich die Anzahl der Sitze durch Ausgleichsmandate auf 24. Davon errang die CDU acht Sitze, die SPD sieben, die Freien W├Ąhler f├╝nf und die Gr├╝nen vier.

Der B├╝rgermeister ist hauptamtlicher Beamter und wird von den B├╝rgern direkt auf jeweils acht Jahre gew├Ąhlt; seine Aufgaben sind der Vorsitz im Gemeinderat und die Leitung der Verwaltung. Derzeitiger Amtsinhaber ist seit 1997 Herbert P├Âtzsch. Er wurde bei der B├╝rgermeisterwahl am 30. Januar 2005 mit 73 % der Stimmen f├╝r eine weitere Amtszeit best├Ątigt.

Der Ortsteil Rielingshausen hat dar├╝berhinaus einen eigenen Ortschaftsrat, in dem die CDU mit f├╝nf, die SPD mit vier und die Freien W├Ąhler mit drei Sitzen vertreten sind. Ortsvorsteher ist Eberhard Ruoff.

Bei den kommenden Landtagswahlen 2006 geh├Ârt Marbach zum Wahlkreis 14 (Bietigheim-Bissingen). Bei den letzten Bundestagswahlen 2005 war Marbach Teil des Wahlkreises 267 (Neckar-Zaber).

Bei den meisten der zuletzt durchgef├╝hrten Wahlen wurde die CDU st├Ąrkste Partei in Marbach mit wechselndem Abstand vor der SPD; lediglich bei der Landtagswahl 2001 hatte die SPD knapp die Nase vorn. Die Freien W├Ąhler treten bei den Wahlen bis zur Ebene der Regionalversammlung an und werden dort in der Regel drittst├Ąrkste Kraft vor den Gr├╝nen.

Wappen und Flagge

Das Wappen von Marbach ist gespalten; vorn in Gold drei schwarze Hirschstangen ├╝bereinander, hinten in Gold ein von Weinreben und Trauben umrankter wei├čer Turm mit rotem Spitzdach.

Stadtflagge Marbachs
Stadtflagge Marbachs

Die Hirschstangen symbolisieren die fr├╝he Zugeh├Ârigkeit zu W├╝rttemberg, der Turm den Stadtcharakter Marbachs und die Weintrauben den im Stadtgebiet betriebenen Weinbau. Das ├Ąlteste bekannte Stadtsiegel stammt aus dem Jahr 1301 und zeigt bereits den Turm und eine Pflanze einzeln nebeneinander stehend. Neben dem Turm ist der Rautenschild der Herz├Âge von Teck zu sehen, die zu diesem Zeitpunkt noch die Stadtherren waren. Nach dem ├ťbergang an W├╝rttemberg treten deren Wappensymbol, die Hirschstangen, an Stelle der Rauten. Bei sp├Ąteren Siegeln r├╝ckt der w├╝rttembergische Schild auf die andere Seite des Turms.

Die erste farbige Wappendarstellung stammt aus der Mitte des 15. Jahrhunderts und ist auf dem Schlusstein des Chors in der Alexanderkirche zu finden. Bei dieser Darstellung umrankt die Pflanze den Turm und ist erstmals eindeutig als Weinrebe zu erkennen. Ab dem sp├Ąten 16. Jahrhundert (z.B. 1575) zeichnet sich die heutige Einteilung ab, bei der die Hirschstangen vorne stehen. Die heutige Form des Wappens wurde 1938 eingef├╝hrt.

Als Schildhalter wird gelegentlich ein Wilder Mann dargestellt, so in einer Zeichnung Simon Studions 1597, auf dem Wilde-Mann-Brunnen in der Altstadt und in einem Amtssiegel des 19. Jahrhunderts. Diese Gestalt geht auf eine Gr├╝ndungssage Marbachs zur├╝ck, derzufolge am Ort der heutigen Siedlung einst ein Riese lebte, dessen Haus von Wein umrankt war und der Reisende ausraubte oder gar umbrachte. Auch die Vorstellung, der Name Marbach sei von den r├Âmischen G├Âttern Mars und Bacchus abgeleitet, spiegelt sich wohl in dieser Sage wieder.

Die Stadtflagge von Marbach ist gelb-wei├č, sie wird jedoch auch in umgekehrter Farbfolge gezeigt. Diese ungew├Âhnliche (und unheraldische) Farbkombination wird in Baden-W├╝rttemberg von keiner anderen Kommune verwendet. Die Flagge wurde bereits 1871 erw├Ąhnt.

Das Wappen des Ortsteils Rielingshausen zeigt in Gold einen aufrecht stehenden schwarzen Schl├╝ssel. Der Schl├╝ssel weist auf den Kirchenheiligen St. Peter hin, die Farben wurden vermutlich als Hinweis auf die w├╝rttembergischen Wappenfarben gew├Ąhlt. Der Schl├╝ssel als Gemeindesymbol ist erstmals im Fleckensiegel von 1794 ├╝berliefert.

St├Ądtepartnerschaften

Partnerst├Ądte
Partnerst├Ądte

Frankreich 1987 schloss Marbach mit der franz├Âsischen Stadt L'Isle-Adam eine St├Ądtepartnerschaft ab. L'Isle Adam liegt etwa 30 km nordwestlich von Paris und wird wie Marbach mit einem bekannten Schriftsteller in Verbindung gebracht, n├Ąmlich Honor├ę de Balzac . Die St├Ądtefreundschaft wird durch regelm├Ą├čige Sch├╝leraustausche, j├Ąhrliche wechselseitige Besuche und andere Aktionen gef├Ârdert. Die Aktivit├Ąten werden durch den Verein der Freunde des Partnerschaftsvereins Marbach-am-Neckar - L'Isle-Adam koordiniert.

Gro├čbritannien Freudschaftliche Beziehungen bestehen zu Stratford-upon-Avon in Gro├čbritannien, wie Marbach Geburtsort eines gro├čen Dichters ( William Shakespeare ). Stratford-upon-Avon ist zugleich Partnerstadt von L'Isle Adam.

USA Mit der US-amerikanischen Kleinstadt Washington / Missouri schloss Marbach 1990 eine St├Ądtepartnerschaft ab. Auch diese wird durch regelm├Ą├čige Besuche von Delegationen sowie durch Sch├╝leraustausche gef├Ârdert.

Bild:Flag of the People's Republic of China.svg J├╝ngste Partnerstadt Marbachs ist seit 2005 die chinesische Gro├čstadt Tongling , zu der bereits seit 1990 freundschaftliche Beziehungen bestanden. Da sich der Frauenclub Rielingshausen in besonderem Ma├če um die Vertiefung dieser Beziehungen verdient machte, wurde dessen erste Vorsitzende Brigitte Wolf 2004 zur Ehrenb├╝rgerin von Tongling ernannt.

Kultur, Sehensw├╝rdigkeiten, Tourismus

Altstadt

Oberer Torturm
Oberer Torturm

Marbach besitzt eine au├čergew├Âhnlich gut erhaltene Altstadt, deren Erscheinungsbild haupts├Ąchlich auf den Wiederaufbau nach der Zerst├Ârung von 1693 zur├╝ckgeht. Die Altstadt zieht sich am S├╝dhang des Strenzelbachtals hinauf, weist einen rechteckigen Grundriss von etwa 350 mal 250 Metern auf und ist noch auf drei Seiten von der Stadtmauer mit ihren Wehranlagen umgeben. Seit 1983 steht sie als Gesamtanlage unter Denkmalschutz.

Die Stra├čen der Altstadt sind in etwa rechtwinklig angelegt, wobei die in f├╝nf in Ost-West-Richtung angelegten Stra├čen, insbesondere die breite Marktstra├če dominieren. In letzterer befinden sich auch die wichtigsten Geb├Ąude der Altstadt, so das 1760 erbaute Rathaus sowie zahlreiche Gesch├Ąfte.

Das ├Âstliche Ende der Markstra├če wird durch den 40 Meter hohen Oberen Torturm markiert, der bestiegen werden kann. Neben dem Turm, im s├╝d├Âstlichen Winkel der Stadtbefestigung liegt der Burgplatz, auf dem vom 13. Jahrhundert bis 1693 die Stadtburg stand. Ebenfalls beim Torturm zu finden ist die Wendelinskapelle aus dem 15. Jahrhundert.

Die Niklastorgasse f├╝hrt vom Markt, an der 1698 - 1700 wiederaufgebauten Stadtkirche vorbei, den Hang hinab zum Cottaplatz. Unterwegs passiert man zahlreiche Fachwerkh├Ąuser aus der Zeit nach 1693, darunter an einem dreieckigen Platz das Spezialathaus, das Diakonat, den Wilder-Mann-Brunnen sowie Schillers Geburtshaus.

Jenseits des au├čerhalb der ehemaligen Stadtbefestigung gelegenen Cottaplatzes f├╝hrt die Stra├če Am Alten Markt zur Alexanderkirche hinauf. Die Stra├čenbezeichnung erinnert an den urspr├╝nglichen Siedlungskern auf der Nordseite des Tals. Die Alexanderkirche war bis zur Reformation Pfarrkirche der Stadt. Der heutige sp├Ątgotische Bau wurde 1450 bis 1480 von Aberlin J├Ârg errichtet.

Tourismus

Seiner Assoziation mit Schiller wegen kann Marbach als einer der ├Ąltesten Touristenorte Deutschlands bezeichnet werden. Bereits im fr├╝hen 19. Jahrhundert kamen Besucher, um das Geburtshaus Schillers zu sehen. Auch die Schillerh├Âhe mit Museum und Denkmal wurde mit deren Errichtung zum Ziel zahlreicher Besuchergruppen. Heute zieht neben den Schillerst├Ątten die gut erhaltene Altstadt Touristen und Tagesausfl├╝gler an. 2004 wurden in Marbach ca. 26.000 G├Ąste├╝bernachtungen gez├Ąhlt. In den warmen Jahreszeiten bietet die Tourist-Information jeden Sonntag eine Stadtf├╝hrung an.

Marbach ist Station an der Deutschen Fachwerkstra├če, der W├╝rttembergischen Weinstra├če und der Schw├Ąbischen Dichterstra├če. Die Neckar-Personenschiffahrt unterh├Ąlt am Neckar unterhalb der Altstadt eine Anlegestelle. Marbach ist zudem Station an drei Landesradwegen , dem Neckartal-Radweg, dem Alb-Neckar-Radweg und dem Stromberg-Enztal-Radweg.

Die Gemeinden Marbach, Benningen, Murr, Steinheim, Gro├čbottwar, Oberstenfeld und Beilstein betreiben seit 2003 die Tourismusgemeinschaft Marbach-Bottwartal mit Sitz in Marbach. Die Gesellschaft hat den Zweck, die Tourismus-Angebote der Region abzustimmen und sie gemeinsam touristisch zu vermarkten.

Museen

Geburtshaus von Tobias Mayer
Geburtshaus von Tobias Mayer

Auf der Schillerh├Âhe s├╝dlich der Altstadt befindet sich das Schiller-Nationalmuseum, das sich der neueren deutschen Literatur widmet. Mit diesem verbunden ist das Deutsche Literaturarchiv Marbach, das Texte und Dokumente deutscher Schriftsteller von der Aufkl├Ąrung bis zur Gegenwart sammelt. Zur Zeit im Bau ist das Literaturmuseum der Moderne, dessen Er├Âffnung Mitte 2006 geplant ist.

Das Geburtshaus Friedrich Schillers in der Niklastorstra├če beherbergt eine Ausstellung ├╝ber den Dichter; das Geburtshaus des Mathematikers Tobias Mayer in der Torgasse zeigt eine Ausstellung ├╝ber diesen. Weitere Ausstellungen sind in der Olm├╝hle J├Ąger in der Oberen Holdergasse sowie im Oberen Torturm untergebracht.

Im Ortsteil Rielingshausen besteht seit 1994 das Heimat- und Weinbaumuseum in der ehemaligen Kelter.

Sport

In Marbach und Rielingshausen existiert eine gr├Â├čere Anzahl von Sportvereinen, in denen alle g├Ąngigen Sportarten ausge├╝bt werden. Der FC Marbach und die HSG Marbach-Rielingshausen spielen Fu├čball bzw. Handball auf Bezirksebene. Eine Anzahl weiterer Mannschaftssportarten werden vom TV Marbach ausge├╝bt. Auch ein Tennisverein, ein Schwimmverein u.v.m. existieren.

Durch die Lage am Neckar ist es in Marbach m├Âglich, Ruder- und Kanusport zu betreiben; hierzu bestehen der Marbacher Ruderverein und der Kanuclub Marbach. Ersterer war in der Vergangenheit mit Meistertiteln auf Bundes- und Landesebene erfolgreich.

Regelm├Ą├čige Veranstaltungen

Jedes Jahr Ende Juni richten Stadt und Vereine das zweit├Ągige B├╝rgerfest in der Innenstadt aus. Am ersten Septemberwochenende des Jahres veranstaltet die Weing├Ąrtnergenossenschaft das Kelterfest. Um den 10. November herum finden allj├Ąhrlich die Schillerwochen statt, die mit zahlreichen kulturellen Veranstaltungen an den gro├čen Sohn der Stadt erinnern. Auch ein Weihnachtsmarkt wird jedes Jahr am zweiten Adventssonntag abgehalten.

Wirtschaft und Infrastruktur

In Marbach gibt es (Stand 2004) ca. 5.400 sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer, von denen jedoch etwa 80 % au├čerhalb Marbachs arbeiten. Zugleich gibt es etwa 2.000 Einpendler, so dass es in Marbach etwa 2.900 Arbeitspl├Ątze gibt. Von diesen z├Ąhlen 62 % zum Dienstleistungsbereich , 33 % zum produzierenden Gewerbe . Tradition haben in Marbach Holzverarbeitung, M├Âbel- und Lederindustrie. Viele Gewerbebetriebe sind entlang der Bahnlinie im Osten der Kernstadt angesiedelt. J├╝ngeren Datums ist das Gewerbegebiet beim Kraftwerksgel├Ąnde (siehe unten).

Verkehr

Marbach liegt abseits der gro├čen Verkehrswege der Region, die entlang der Linie Stuttgart - Ludwigsburg - Heilbronn laufen, und weist daher nur nachrangige Verbindungen auf.

Eisenbahnviadukt ├╝ber den Neckar
Eisenbahnviadukt ├╝ber den Neckar

Der Bahnhof Marbach ist Endpunkt der Linie S4 im Stuttgarter S-Bahn-Netz, die eine direkte Verbindung mit Ludwigsburg und Stuttgart herstellt, wobei die Fahrzeit bis Stuttgart Hbf 29 Minuten betr├Ągt. Die S-Bahn verkehrt jede halbe Stunde, zu Sto├čzeiten auch im Viertelstundentakt.

Die nach Osten weiterf├╝hrende Bahnstrecke wird durch die die Regionalbahnlinie R31 bedient, die werktags st├╝ndlich verkehrt und Backnang in 15 Minuten erreicht. Entlang dieser Strecke, die auch von G├╝terz├╝gen benutzt wird, befindet sich die Haltestelle Erdmannhausen-Rielingshausen, die allerdings gut drei Kilometer vom Marbacher Ortsteil Rielingshausen entfernt ist. Eine Einbeziehung dieser Strecke in das S-Bahn-Netz ist geplant, erfordert aber umfangreiche Ausbauarbeiten.

Buslinien des VVS verbinden Marbach mit den umliegenden Orten (einschlie├člich Rielingshausen) und reichen bis nach Ludwigsburg, Beilstein, Backnang und Winnenden. Der Ortsteil Siegelhausen ist nicht an das Busliniennetz angeschlossen.

Direkt gegen├╝ber der Altstadt gibt es eine Fu├čg├Ąngerbr├╝cke nach Benningen, die auch Anschluss an den links des Neckars befindlichen Radweg nach Ludwigsburg herstellt.

Zu den Nachbarorten bestehen Landes- und Kreisstra├čen . Der n├Ąchste Autobahnanschluss ist mit der AS Pleidelsheim der A 81 etwa f├╝nf Kilometer entfernt. Wichtigste Stra├če f├╝r Marbach ist die L 1100, die im Neckartal in Richtung Ludwigsburg bzw. im Norden das Bottwartal hinauf f├╝hrt. Die L 1124 f├╝hrt ├╝ber Rielingshausen nach Backnang, die L 1127 ├╝ber Affalterbach nach Winnenden. Kleinere Stra├čen f├╝hren von Marbach nach Poppenweiler und Erdmannhausen, von Rielingshausen durch den Hartwald nach Kleinaspach. Siegelhausen liegt abseits der Kreisstra├če zwischen Affalterbach und Hochdorf; ein Wirtschaftsweg verbindet den Ort zus├Ątzlich mit Bittenfeld. Eine Stra├čenbr├╝cke ├╝ber den Neckar existiert bei Marbach nicht; der n├Ąchstgelegene ├ťbergang f├╝r den Stra├čenverkehr liegt anderthalb Kilometer entfernt bei Benningen.

Das heutige Stra├čennetz ist das Ergebnis einer historischen Entwicklung. Im Mittelalter f├╝hrten alle ├╝ber├Ârtlichen Verbindungswege durch die heute verkehrsberuhigte Altstadt. Vom Unteren Tor f├╝hrten Wege nach Murr bzw. Benningen (heutige Bottwartalstra├če) sowie nach Steinheim (heute Am Alten Markt), vom Oberen Tor aus nach Rielingshausen, Erdmannhausen, Affalterbach und Poppenweiler. Die Stra├če nach Rielingshausen wurde auch als Salzstra├če bezeichnet, da sie weiter nach Schw├Ąbisch Hall f├╝hrte. Sie passiert noch heute die Murr auf der sogenannten Schwei├čbr├╝cke, zu deren Unterhalt die Amtsstadt Marbach im Mittelalter verpflichtet war. Der Weg nach Poppenweiler stellte im Mittelalter die Hauptverbindung in Richtung Stuttgart dar. Erst nach dem Entstehen Ludwigsburgs und dem Bau der Neckarweihinger Br├╝cke entstand 1724 die Ludwigsburger Stra├če vom Neckartor hinunter ins Flusstal nach Neckarweihingen. 1873 entstand die Grabenstra├če s├╝dlich der Altstadt, 1889 die Schillerstra├če als Verbindung vom Unteren Tor zum Bahnhof. Die unterhalb der Altstadt am Neckar verlaufende Umgehungsstra├če entstand erst 1954 nach der Neckarkanalisierung.

Marbach und der Neckar

Die Lage am Neckar in der N├Ąhe der Murrm├╝ndung war f├╝r Marbachs Verkehrsgeographie und Entstehungsgeschichte von gro├čer Bedeutung. In r├Âmischer Zeit waren es diese Faktoren, die zur Anlage des Kastells bei Benningen f├╝hrten, wobei auch eine Br├╝cke ├╝ber den Neckar entstand, die Jahrhunderte sp├Ąter indirekt zur Gr├╝ndung Marbachs beitrug (siehe Abschnitt Geschichte). An der Murrm├╝ndung befand sich eine r├Âmische Schiffsanlegestelle.

Blick auf Marbach von der anderen Neckarseite. Links der Altstadt ist der Einschnitt des Strenzelbachtals zu erkennen.

Die r├Âmerzeitliche Br├╝cke verfiel vermutlich im 9. oder 10. Jahrhundert und wurde nicht ersetzt. Der Verkehr zur anderen Neckarseite wurde im Mittelalter durch eine F├Ąhre aufrechterhalten. Ab dem 16. Jahrhundert gab es zus├Ątzlich eine Neckarbr├╝cke weiter flussabw├Ąrts bei Benningen, die von Marbach aus aber nur ├╝ber einen Umweg zum Dorf Murr zu erreichen war.

Die Schifffahrt auf dem Neckar hatte im Mittelalter f├╝r Marbach kaum Bedeutung, stattdessen nutzte die Stadt die Wasserkraft zum Betrieb einer Getreidem├╝hle, die unterhalb der Altstadt stand und 1377 erstmals erw├Ąhnt wurde. Um diese M├╝hle betreiben zu k├Ânnen, wurde der Neckar in H├Âhe des Eichgrabens durch ein Wehr aufgestaut und ein M├╝hlkanal abgezweigt, dessen Verlauf in etwa der heutigen Umgehungsstra├če entsprach. Zwischen dem Wehr und der Einm├╝ndung des Strenzelbachs lagen drei Inseln (Fischerw├Ârth, Gro├če Stadtw├Ârth und M├╝hlw├Ârth), die Kanal und Fluss trennten und auch f├╝r Weidezwecke benutzt wurden.

Weitere wirtschaftliche Bedeutung hatte der Fluss durch die Fl├Â├čerei auf der Murr, deren Rechte die Stadt Mitte des 16. Jahrhunderts erwarb. Das Holz wurde flussabw├Ąrts in Richtung Heilbronn gefl├Â├čt, sp├Ąter auch als Bau- und Heizmaterial nach Ludwigsburg geschickt. Mit dem Bau der Murrbahn im sp├Ąten 19. Jahrhundert fand die Fl├Â├čerei ein Ende. Kleinere Bedeutung hatte die Fischerei, die auf Neckar und Murr bis ins 19. Jahrhundert betrieben wurde.

Im Jahr 1847 wurde eine Br├╝cke ├╝ber den Unterlauf der Murr gebaut, um den Weg zur Benninger Br├╝cke abzuk├╝rzen. Dadurch verlor die Marbacher F├Ąhre an Bedeutung und stellte den Betrieb ein. Von 1877 bis 1879 entstand auch bei Marbach wieder eine Br├╝cke ├╝ber den Neckar, jedoch f├╝r die Eisenbahn. Das Marbacher Neckarviadukt ├╝berquert den Fluss in 28 Metern H├Âhe und ist 355 Meter lang.

Im 19. Jahrhundert wurden noch weitere M├╝hlen am Neckar errichtet, so eine S├Ągm├╝hle , eine ├ľlm├╝hle und eine Farbholzm├╝hle. Ab 1891 kaufte die Stadt Stuttgart die Marbacher Wasserrechte und die M├╝hlen auf. Diese wurden abgerissen und an ihrer Stelle das erste Marbacher Wasserkraftwerk gebaut (siehe Abschnitt Kraftwerk Marbach).

In den 1930er Jahren wurde die Schiffbarmachung des Neckars in Angriff genommen. Im Zuge dessen wurde 1938 das Wehr aufgegeben und der M├╝hlkanal zugesch├╝ttet, wodurch die Inseln zu Festland wurden. Au├čerdem begann der Bau eines neuen Kraftwerk sowie einer Schleuse weiter flussaufw├Ąrts, wobei zur Schaffung des Schleusenkanals eine neue, weiter s├╝dlich gelegene Neckarinsel entstand. Infolge des Zweiten Weltkriegs konnten Kraftwerk und Schleuse erst in den 1950ern fertiggestellt werden; die Schifffahrtsstra├če wurde im Marbacher Abschnitt 1955 er├Âffnet. 1954 wurde im Verlauf des alten M├╝hlkanals die Umgehungsstra├če gebaut, nachdem der Durchgangsverkehr in Nord-S├╝d-Richtung vorher durch die Altstadt verlaufen war.

Da am Ende des Zweiten Weltkriegs das Marbacher Eisenbahnviadukt gesprengt worden war, mussten die ausw├Ąrts arbeitenden Marbacher t├Ąglich zum Eisenbahn-Haltepunkt in Benningen und abends wieder zur├╝ck laufen. Um den Weg zu verk├╝rzen, wurde ein Fu├čg├Ąngersteg ├╝ber den Neckar errichtet, der noch heute besteht. Das Viadukt selbst wurde im November 1947 wieder f├╝r den Verkehr freigegeben.

Die Breite des Neckars variiert bei Marbach zwischen 40 Metern (am Fu├čg├Ąngersteg) und ca. 100 Metern (in der N├Ąhe der Schleuse).

Medien

In Marbach erscheint als Tageszeitung die Marbacher Zeitung/Bottwartal Bote. Der Inhalt des Blatts wird in Kooperation mit der Ludwigsburger Redaktion der Stuttgarter Zeitung erstellt.

Die Marbacher Zeitung erschien erstmals 1845, wobei sie bis 1924 den Namen Der Postillon trug. Auf Anweisung des nationalsozialistischen Regimes wurde sie mit den anderen Zeitungen im Kreis Marbach, dem Bottwartalboten und dem Schozacht├Ąler, zusammengeschlossen und 1936/37 in NS-Kreiszeitung umbenannt, was jedoch wegen der Aufgabe des Kreissitzes wieder r├╝ckg├Ąngig gemacht wurde. 1941 musste die Zeitung ihren Betrieb kriegsbedingt einstellen und konnte diesen 1949 wieder aufnehmen.

Beh├Ârden, Gerichte, Einrichtungen

Marbach ist als Unterzentrum ausgewiesen. Es ist Sitz eines Gemeindeverwaltungsverbands , der Marbach, Affalterbach, Erdmannhausen und Benningen umfasst. In Marbach und Rielingshausen besteht je eine Grundschule , in Marbach dar├╝ber hinaus eine Hauptschule (Tobias-Mayer-Schule), eine F├Ârderschule (Uhlandschule), die Anne-Frank-Realschule sowie das Friedrich-Schiller-Gymnasium. Insgesamt werden in diesen Lehranstalten etwa 3.800 Sch├╝ler unterrichtet (Stand 2005). In direkter Nachbarschaft der Schulen findet sich auch das im M├Ąrz 1998 eingeweihte st├Ądtische Jugend-Kultur-Haus planet-x . In Marbach besteht ein Krankenhaus mit ca. 100 Betten, das von der teilweise in Kreistr├Ągerschaft befindlichen Kliniken Ludwigsburg-Bietigheim gGmbH betrieben wird.

Marbach verf├╝gt ├╝ber ein Amtsgericht , das zum Landgerichtsbezirk Heilbronn und Oberlandesgerichtsbezirk Stuttgart geh├Ârt.

Die Stadt ist auch Sitz des Kirchenbezirks Marbach der Evangelischen Landeskirche in W├╝rttemberg .

Kraftwerk Marbach

Kraftwerk Marbach III
Kraftwerk Marbach III

Zweieinhalb Kilometer stromaufw├Ąrts von Marbach befindet sich ein Gewerbegel├Ąnde, der sogenannte Energie- und Technologiepark Marbach am Neckar, kurz Powerpark genannt. Auf diesem Gel├Ąnde befinden sich insgesamt drei Kraftwerke, die einst gr├Â├čter Arbeitgeber in Marbach waren:

  • Das Laufwasserkraftwerk an der Staustufe wurde zwischen 1938 und 1941 als Ersatz f├╝r das erste Marbacher Kraftwerk gebaut, das noch heute unterhalb der Marbacher Altstadt steht. Es ist mit zwei Kaplan-Turbinen ausgestattet und hat drei MW Gesamtleistung. Betreiber waren zun├Ąchst die Technischen Werke der Stadt Stuttgart (TWS). Diese gingen 1997 in den Neckarwerken Stuttgart (NWS) auf, letztere wurden 2003 von der Energie Baden-W├╝rttemberg AG (EnBW) ├╝bernommen.
  • Das Dampfkraftwerk wurde zusammen mit dem Laufwasserkraftwerk erbaut und von der Energieversorgung Schwaben (EVS), seit 1997 Teil der EnBW, betrieben. Das Kraftwerk wurde 1952 fertiggestellt, nachdem bereits 1941 die erste Ausbaustufe er├Âffnet wurde, und war mit 100 MW das erste Gro├čkraftwerk W├╝rttembergs. Die Befeuerung erfolgte mit Kohle, zu deren Anlieferung ein Eisenbahngleis von der Bottwarbahn abgezweigt wurde. Der Dauerbetrieb wurde 1981 eingestellt, 1998 wurde das Kraftwerk stillgelegt.
  • Zwischen 1970 und 1974 wurde noch das Kraftwerk Marbach III gegen den Widerstand von Umweltgruppen gebaut und in Betrieb genommen. Dieses Gasturbinenkraftwerk der EnBW wird mit Heiz├Âl betrieben und ist mit seinem hohen Kamin weithin sichtbar. 1998 wurde es stillgelegt, zum 1. Januar 2005 aber reaktiviert, u.a. als teilweisen Ersatz f├╝r das vom Netz genommene Kernkraftwerk Obrigheim . Mit seinen 265 MW dient es der Deckung der Spitzenlast. Das Geb├Ąude wird auch gelegentlich f├╝r Rettungs├╝bungen genutzt.

Als Folge der 1998 erfolgten Stilllegungen wurde auf dem Kraftwerksgel├Ąnde ein 17 Hektar gro├čer Gewerbepark eingerichtet, auf dem u.a. die Firma W├╝rth Photovoltaikzellen produziert. Der Versuch, ein Brennstoffzellen -Kraftwerk anzusiedeln, scheiterte jedoch.

Das erste Marbacher Kraftwerk wurde 1900 im ehemaligen M├╝hlenviertel unterhalb der Altstadt erbaut. Errichtet wurde es durch die Stadt Stuttgart, die hier Strom f├╝r sich erzeugte; erst ab 1906 erhielt auch Marbach selbst Strom daraus. Dieses Laufwasserkraftwerk bezog sein Wasser aus dem damals noch existierenden M├╝hlkanal, war mit vier Francis-Turbinen ausgestattet und lieferte 800 kW Leistung. Durch die Verlegung des Neckars im Jahre 1938 wurde diesem Kraftwerk die Grundlage entzogen, so dass es am 1. Oktober 1938 stillgelegt wurde. Das Kraftwerksgeb├Ąude existiert noch heute, an Stelle des M├╝hlkanals verl├Ąuft heute die Umgehungsstra├če Marbachs.

Pers├Ânlichkeiten

Schiller-Denkmal
Schiller-Denkmal
  • Simon Studion ( 1543 - 1605 ?), Altertumsforscher, Pr├Ązeptor an der Lateinschule Marbach
  • Tobias Mayer ( 1723 - 1762 ), Mathematiker, Physiker und Astronom, in Marbach geboren
  • Friedrich Schiller ( 1759 - 1805 ), Dichter und Dramatiker, in Marbach geboren
  • Ludwig Hofacker ( 1798 - 1828 ), Pfarrer, wirkte in seinen letzten Lebensjahren in Rielingshausen
  • Ottilie Wildermuth ( 1817 - 1877 ), Schriftstellerin, verlebte ihre Kindheit und Jugend in Marbach
  • Kurt Pinthus ( 1886 - 1975 ), Schriftsteller und Journalist, verbrachte seine letzten Lebensjahre in Marbach
  • Iring Fetscher , Politologe, geboren 1922 in Marbach
  • Thilo Weichert , Datenschutzbeauftragter des Landes Schleswig-Holstein, geboren 1955 in Marbach
  • Jens Bogner , Schlagers├Ąnger, geboren 1970 in Marbach

Literatur

  • Albrecht G├╝hring u.a.: Geschichte der Stadt Marbach am Neckar Bd. 1 (bis 1871), Marbach am Neckar, 2002
  • Hermann Schick: Geschichte der Stadt Marbach am Neckar Bd. 2 (1871-1959), Marbach am Neckar, 1992
  • Albrecht G├╝hring: Marbach am Neckar. Ein F├╝hrer durch die Schillerstadt und ihre Stadtteile, Marbach am Neckar, 2. Auflage, 2004
  • Albrecht G├╝hring u.a.: Rielingshausen. Vom fr├Ąnkischen Adelssitz zum Marbacher Stadtteil. Marbach am Neckar, 1996
  • Ulrich Hartmann (Hrsg.): Der Kreis Ludwigsburg. 2. Auflage, Konrad Theiss Verlag, Stuttgart, 1994.

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