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Letzte Änderung für Artikel Lörrach: 20.02.2006 10:55

Lörrach

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Wappen Karte
Deutschlandkarte, Position von Lörrach hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk : Freiburg
Region : Hochrhein-Bodensee
Kreis : Lörrach
Gemeindeart : Große Kreisstadt
Geografische Lage :
Koordinaten: 47° 37' N, 07° 40' O
47° 37' N, 07° 40' O
Höhe : 294 m ü. NN
Fläche : 39,42 km²
Einwohner : 46.860 (30. Juni 2005)
Bevölkerungsdichte : 1189 Einwohner/km²
Postleitzahlen : 79501-79541
(alt: 7850)
Vorwahl : 07621
Kfz-Kennzeichen :
Gemeindeschlüssel : 08 3 36 050
Stadtgliederung: Kernstadt sowie
3 Stadt- und 3 Ortsteile
Adresse der Stadtverwaltung: Luisenstr. 16
79539 Lörrach
Website: www.loerrach.de
E-Mail-Adresse: stadt@loerrach.de
Oberbürgermeisterin : Gudrun Heute-Bluhm ( CDU )

Lörrach ist eine Stadt im Südwesten Baden-Württembergs. Sie ist die Kreisstadt und größte Stadt des gleichnamigen Landkreises. Seit dem 1. April 1956 ist Lörrach Große Kreisstadt . In der näheren Umgebung liegen der Schwarzwald, das Rheintal sowie die Städte Weil am Rhein und Basel.

Lörrach liegt weniger als fünf Kilometer vom Dreiländereck der Staaten Deutschland, Frankreich und Schweiz entfernt. Der trinationale Ballungsraum wird, da er sich um das Rheinknie gebildet hat, auch Regio TriRhena genannt. Dieser Lebens- und Wirtschaftsraum umfasst Südbaden , die Nordwestschweiz sowie das Oberelsass und zählt etwa 2,3 Millionen Einwohner und über eine Millionen Erwerbstätige (Stand 2001).

Die Grenzlage Lörrachs brachte den Bewohnern der Stadt sowohl Vorteile als auch Nachteile. Mit dem Fall der Grenzen innerhalb der EU und den Bilateralen Verträgen der EU mit der Schweiz gelangte die Region erstmals aus politischer Randlage und wurde in eine europäische Zentrallage aufgewertet. Mittels gut ausgebauter Nord-Süd- und Ost-West-Verkehrsverbindungen ist Lörrach wirtschaftlich eingebunden und profitiert auch im Bereich Fremdenverkehrswesen als Regionalzentrum des südlichen Schwarzwaldes.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Umgebung von Lörrach im Dreiländereck
Umgebung von Lörrach im Dreiländereck

Lörrach liegt im südlichsten Abschnitt des Oberrheingrabens . Die durch tektonische Bewegungen entstandene Senke , ist einer der erdbebengefährdetsten Regionen Deutschlands und wird mehrmals im Jahr von kleineren bis mittleren Erdbeben heimgesucht.

Die Stadt selbst breitet sich auf einem Talboden aus der Quartärzeit aus. Beidseitig ist Lörrach von Abhängen umgeben, welche den südlichen Teil des Wiesentals bilden. Der gleichnamige Fluss aus dem Schwarzwald bahnt sich seinen Weg bis zur Mündung in den weiten Schotterflächen der Rheinebene in Basel.

  • Geografische Daten der Stadtgemarkung Lörrach:
Tiefster Punkt: 272 m ü. NN (der Fluss Wiese an der Landesgrenze zur Schweiz)
Höchster Punkt: 570 m ü. NN (Hochstand im Röttler Wald)

Das bebaute Stadtgebiet Lörrachs misst in der größten Nord-Süd-Ausdehnung 6,0 km, in der Ost-West-Richtung sind es 4,6 km.

Lage

Lörrach liegt im äußersten Südwesten Deutschlands bei 47° 36' 48 nördlicher Breite und 07° 39' 43 östlicher Länge (Lage des Rathauses in der Luisenstraße) an den Ausläufern des südlichen Schwarzwaldes im Wiesental und an der Schweizer Grenze zu Riehen und Basel.

Zusammen mit der Nachbarstadt Weil am Rhein bildet Lörrach nach dem Landesentwicklungsplan für Baden-Württemberg ein Doppelzentrum , zu dessen Mittelbereich noch die Städte und Gemeinden Binzen, Efringen-Kirchen, Eimeldingen, Fischingen, Inzlingen, Kandern, Malsburg-Marzell, Rümmingen, Schallbach, Steinen und Wittlingen gehören. Darüber hinaus gibt es grenzüberschreitende Verflechtungen des Doppelzentrums Lörrach/Weil am Rhein mit den Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft sowie mit dem Elsass.

Binzen Burg Rötteln Steinen (Baden)
Weil am Rhein Bild:Windrose_klein.png Rheinfelden (Baden)
Basel Riehen Grenzach-Wyhlen


Lörrach ist auch Hauptstadt des Markgräflerlands und gehört der trinationalen Agglomeration Basel (TAB) und Regio TriRhena an. Stuttgart liegt etwa 270 km von Lörrach entfernt, die Schweizer Großstädte Bern und Zürich eine Autostunde. Die nächste französische Großstadt ist Mulhouse im Elsass , die nächste deutsche Großstadt Freiburg im Breisgau; beide liegen eine knappe Autostunde von Lörrach entfernt.

Die Stadt Lörrach wird von vielen bewaldeten Erhebungen (Schädelberg, Homburg, Röttler Wald und Tüllinger Berg) entlang des Wiesentals umringt, wovon der Tüllinger Berg mit 460 m ü. NN eine der höchsten Erhebungen bildet. Von dort aus hat man die beste Aussicht auf die umliegenden Städte Weil am Rhein und Basel, sowie das Rheinknie . Auf dem Tüllinger Berg ist ein 657 ha umfassendes Landschaftsschutzgebiet eingerichtet. Am Südwesthang des Berges wird die regional bedeutende Gutedel -Rebe angebaut und zum so genannten Markgräfler Wein verkeltert.

Durch Lörrach, genauer gesagt an der Burg Rötteln vorbei über den Tüllinger, führt die Schlussetappe der Variante A des Westweges .


Blick auf die Grenzstadt Lörrach. Rechts auf dem Berg erkennt man in der Ferne Fernsehturm St. Chrischona in der Schweiz.

Klima

Lörrach hat aufgrund seiner besonderen geografischen Lage ein ausgesprochen mildes, im Sommer sogar heißes Klima . Die Region des Markgräflerlands gilt als die wärmste Deutschlands, da aus dem Rhônetal über die Burgundische Pforte mediterrane Luft einströmt. Die überdurchschnittlich vielen Sonnentage haben der südwestlichen Region den Spitznamen „Die Toskana Deutschlands“ eingebracht.

Stadtgliederung

Die Stadt gliedert sich in die Kernstadt sowie drei Stadtteile

  • Tumringen, 1935 eingemeindet
  • Tüllingen, 1935 eingemeindet (ehemals aus Ober- und Untertüllingen bestehend)
  • Stetten, 1908 eingemeindet

und drei Ortsteile

  • Haagen, am 1. Januar 1974 eingemeindet
  • Brombach, am 1. Januar 1975 eingemeindet
  • Hauingen, am 1. Januar 1975 eingemeindet.

Die drei Ortsteile verfügen über eine eigene Ortsverwaltung mit einem Ortsvorsteher . Der Lörrach vorstehende Ortschaftsrat wird alle fünf Jahre direkt von den Bürgern gewählt. 1963 wurde die Satellitenstadt Salzert erschlossen, welche östlich von Stetten liegt.

Zu einigen Stadtteilen gehören teilweise weitere separat gelegene Wohnplätze mit eigenem Namen, die meist nur sehr weinige Einwohner haben (etwa "Im Löhr" in Brombach, Röttelnweiler in Haagen oder Rechberg in Hauingen).

Die Nachbargemeinde Inzlingen ist zwar eigenständig; die Stadt Lörrach übernimmt allerdings für Inzlingen die Aufgaben in Form einer Verwaltungsgemeinschaft.

Die Gemarkungsfläche von Lörrach beträgt 39,42 km², die sich in folgende Nutzungsarten aufteilt:

26,1 % Siedlungs- und Verkehrsfläche, davon:

  • 63,5 % Gebäude- und Freifläche
  • 29,8 % Verkehrsfläche
  • 5,2% Erholungsfläche

31,3 % Landwirtschaftsfläche

39,0 % Waldfläche

1,2 % Wasserfläche

1,2 % übrige Nutzungsflächen

Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stand der Zahlen: 2001.

Das Stadtzentrum mit den Teilen Tüllingen, Stetten und Tumringen hat mit 18,6 km² den größten Anteil an der Gesamtfläche, es folgen die Ortsteile Brombach mit 9,8 km², Hauingen mit 7,4 km² und Haagen mit 3,5 km².

Geschichte

Zeittafel des geschichtlichen Werdegangs von Lörrach
Jahr Ereignis
1102 Erste Erwähnung Lörrachs als Siedlung Lorracho.
1403 Marktrecht für den Ort durch König Ruprecht III. von der Pfalz erhalten. ( 1452 durch Kaiser Friedrich III. bestätigt).
1678 Zerstörung von Burg Rötteln durch die Franzosen.
1682 Lörrach erhält das Stadtrecht durch Friedrich Magnus von Baden-Durlach . Die Entscheidung, Lörrach als Verwaltungszentrale zu wählen, statt die zerstörte Burg Rötteln wieder aufzubauen, wertet die Stadt auf und verhilft ihr mit den Privilegien, wie z.B. der Niederlassungsfreiheit, zum Aufschwung.
1702 Schlacht am Käferholz gegen die Franzosen.
1756 Das Stadtrechts wird erneuert und das erste Rathaus bezogen.
1783 Johann Peter Hebel nimmt seine Arbeit als Lehrer am Pädagogium auf. Diese Stellung behält er bis 1791 .
1803 Das bisher vorderösterreichische Stetten wird badisch.
1808 Baubeginn zahlreicher klassizistischer Bauwerke, darunter die Synagoge , die Stadtkirche und die Fridolinskirche.
1835 Das Land Baden tritt dem deutschen Zollverein bei.
1848 Gustav Struve ruft in Lörrach im Rahmen der Märzrevolution eine Deutsche Republik aus. Der "Struve-Aufstand" wird nach wenigen Tagen niedergeschlagen, Struve und einige seiner Anhänger, darunter auch Wilhelm Liebknecht werden verhaftet.
1862 Die Wiesentalbahn zwischen Basel, Lörrach und Schopfheim wird eröffnet. Einen Bahnanschluss nach Weil und Säckingen erhält Lörrach dann im Jahre 1890 . Ein weiterer Ausbau des Nahverkehrs erfolgt 1919 mit der Errichtung einer Straßenbahnlinie nach Basel, die bis 1967 in Betrieb ist.
1863 Lörrach wird Kreishauptstadt.
1871 Die erste Volksschule (benannt nach Johann Peter Hebel) wird eröffnet.
1880 Philippe Suchard gründet in Lörrach eine Schokoladenfabrik.
1908 Eingemeindung des Ortsteils Stetten, später folgen Tüllingen und Tumringen ( 1935 ), Haagen (freiwillig 1974 ), Brombach und Hauingen ( 1975 ).
1945 Fliegerangriff auf Brombach und Lörrach. Am 24. April besetzen französische Truppen die Stadt, die vom Krieg sonst weitgehend verschont geblieben ist.
1963 Baubeginn im neu geplanten Stadtteil Salzert.
1983 Vierte Landesgartenschau Baden-Württemberg im dafür neu entstandenen Parkgelände im Grütt.
1984 Das fertiggestellte Autobahn-Teilstück zwischen Hoch- und Oberrhein entlastet die Stadt vom Schwerverkehr.
1991 Einweihung der neuen Lörracher Fußgängerzone und der damit einhergehenden Umgestaltung des Zentrums.
2002 Lörrach feiert 900-jähriges Jubiläum.

Einwohnerentwicklung

Die Bevölkerungsentwicklung von Lörrach ist mit der politischen und ökonomischen Entwicklung der Stadt eng verbunden. Während der Industrialisierung im 19. Jahrhundert wuchs die Einwohnerzahl stetig. Die beiden Weltkriege sowie die Wirtschaftskrisen bewirkten eine Stagnation. Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Bevölkerungszahl, durch den Zuzug von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen, wieder rasch an. Diese Entwicklung wurde dadurch befördert, dass die Kriegsschäden in Lörrach relativ gering waren und Arbeitsplätze in der benachbarten Schweiz lockten. Mit der Gemeindereform in den Jahren 1974 und 1975 vergrößerte sich die Bevölkerung, durch die Eingemeindung der Vororte Haagen bzw. Brombach und Hauingen, weiter. Seit Mitte der 1970er Jahre nahm die Bevölkerung allerdings ab, weil sich die Hauptwachstumszonen in die umliegenden Gemeinden verlagert hatten. Dieser Trend wurde seit dem Mauerfall wieder umgekehrt. Durch die bessere wirtschaftliche Situation und der damit niedrigeren Arbeitslosenquote folgte die Bevölkerungsentwicklung dem bundesweit feststellbaren Trend und so konnte Lörrach viele Neubürger gewinnen.

Bevölkerungsentwicklung
Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner Jahr Einwohner
1870 9.103 1975 44.179
1890 11.475 1981 40.064
1914 16.293 1990 42.500
1938 20.041 1992 43.976
1950 22.698 1996 44.756
1960 30.546 2000 45.679
1965 31.324 2001 46.272
1973 33.885 2002 46.741
1974 36.231 2004 46.754

Die Bevölkerungszahlen stammen vom Statistischen Landesamt Stuttgart aus dem Statistischen Jahresbericht der Stadt Lörrach.

Religionen

Christentum

St.-Fridolinskirche in Lörrach-Stetten
St.-Fridolinskirche in Lörrach-Stetten

Lörrach gehörte anfangs zum Bistum Konstanz und war dem Archidiakonat Breisgau unterstellt. 1529 wurde die Lörracher Pfarrei von Basel aus besetzt, nachdem dort die Reformation eingeführt worden war. In der Stadt selbst wurde die Reformation erst 1556 eingeführt. Danach war Lörrach über Jahrhunderte eine überwiegend protestantische Stadt. In Rötteln bestand seit Anfang des 15. Jahrhunderts ein Landkapitel, das Ende des 17. Jahrhunderts nach Lörrach verlegt wurde. Die evangelischen Pfarrer in Lörrach waren ab 1682 zugleich Spezialsuperintendenten der Diözese Rötteln. Hauptkirche Lörrachs ist die schon im 12. Jahrhundert erwähnte Stadtkirche. Neben dem lutherischen Bekenntnis gab es seit dem 17. Jahrhundert auch reformierte Gemeindeglieder, die aus der benachbarten Schweiz kamen. Aus der Superintendentur Lörrach entstand im 19. Jahrhundert der Kirchenbezirk Lörrach. Aus der Stadtkirchengemeinde (Johannespfarrei) entstanden im 20. Jahrhundert weitere Gemeinden und zwar die Pauluspfarrei ( 1906 , danach nannte sich die Johannespfarrei zunächst "Südpfarrei") für die Nordstadt, die Matthäuspfarrei ( 1949 ) für die Oststadt (die auch Inzlingen mitversorgt), die Markuspfarrei ( 1956 ), die Salzertgemeinde ( 1969 ) und die Friedensgemeinde ( 1974 ) in der Homburgsiedlung. Für die Paulus- und Markuspfarrei wurde 1956 die Christuskirche erbaut. Die Johannespfarrei erhielt 1975 ein Gemeindezentrum an der Suttermattstraße.

Auch in den Stadtteilen Brombach, Hauingen, Rötteln (mit Tumringen) und Tüllingen gibt es jeweils eine evangelische Kirchengemeinde, da diese Orte wie Lörrach früh zu Baden gehörten und von dort die Reformation eingeführt wurde. Haagen gehört kirchlich zu Rötteln. Auch diese Kirchengemeinden gehören zum Kirchenbezirk Lörrach der Evangelischen Landeskirche in Baden .

Der Stadtteil Stetten stand bis 1803 unter vorderösterreichischer Herrschaft. Daher gibt es hier eine katholische Tradition, obwohl im Ort zunächst auch die Reformation eingeführt wurde. Durch einen Vertrag mit Österreich wurde Stetten wieder katholisch. Die Gemeinde Stetten betreute zunächst auch die seit dem 18. Jahrhundert in Lörrach wieder ansässigen Katholiken. Sie feiert ihre Gottesdienste in der 1822 neu erbauten Fridolinskirche. Der ursprüngliche Kirchenbau Stettens stammt aus dem 13. Jahrhundert . Zwischen 1864 und 1867 wurde in Lörrach wieder eine eigene Pfarrkirche (St. Bonifatius) gebaut, an der 1867 eine Pfarrkuratie gegründet wurde, die 1882 zur Pfarrei erhoben wurde. Eine zweite katholische Kirche (St. Peter) wurde 1964 erbaut. In Tüllingen wurde 1966 die Filialkirche zur Hl. Familie der Gemeinde Stetten erbaut. In Brombach entstand bereits 1900 die St. Josephskirche, die seit 1911 Pfarrei ist. Zur Gemeinde gehört auch Haagen und Hauingen. Alle katholischen Gemeinden Lörrachs bilden heute zusammen mit der Nachbargemeinde St. Peter und Paul in Inzlingen eine Seelsorgeeinheit innerhalb des Dekanats Wiesental des Erzbistums Freiburg.

Heute ist bei der Lörracher Stadtbevölkerung insgesamt ein leichtes Übergewicht der evangelischen Konfession festzustellen. Im Lörracher Zentrum und im Stadtteil Stetten besteht eine relative katholische Mehrheit.

Neben den beiden großen Kirchen gibt es auch Gemeinden, die zu Freikirchen gehören, darunter die Evangelisch Freikirchliche Baptistengemeinde, Evangelische Chrischona-Gemeinde, die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde - Freie Christengemeinde Lörrach e.V. und die Christliche Versammlung Lörrach.

Judentum

In Lörrach existiert eine jüdische Gemeinde, die bis auf das Jahr 1660 zurück geht. Anfangs waren die Juden vorwiegend im Viehhandel beschäftigt. Später gehörten zahlreiche Geschäfte und Unternehmen jüdischen Familien. Auch viele Handwerker und Akademiker fanden sich unter den jüdischen Einwohnern. Am politischen und kulturellen Leben Lörrachs nahmen sie regen Anteil, doch während der Reichspogromnacht im November 1938 verwüsteten vor allem SA -Leute die Lörracher Synagoge aus dem Jahr 1808 völlig. Diese befand sich unweit des Marktplatzes. Heute erinnert an dieser Stelle eine Gedenktafel aus dem Jahr 1976 an das jüdische Gebetshaus. Während der NS-Zeit wurden mindestens 47 der 162 in Lörrach lebenden Juden ermordet.

Im Jahr 1995 wurde in Lörrach die Israelitische Kultusgemeinde neu gegründet. Das Einzugsgebiet der neuen Gemeinde mit ca. 350 Mitgliedern im Jahr 2005 reicht von Badenweiler bis Waldshut . Viele der Gläubigen sind aus Staaten der ehemaligen Sowjetunion zugewandert. Die Gemeinde wächst weiter und die neue Synagoge, deren Bau zur Zeit vorbereitet wird, ist für die Bedürfnisse von 600 Mitgliedern ausgelegt.

Verteilung der Lörracher Bevölkerung nach Religionen

Jahr evangelisch katholisch andere oder keine
1980 50,4 % 38,2 % 11,5 %
2001 38,9 % 31,8 % 29,1 % (*)

Quelle: Statistischer Jahresbericht Stadt Lörrach.
(*) 29,1 % = 2,9 % sonstige Konfessionen und 26,2 % ohne Konfession

Politik

Politische Verhältnisse

Lörracher Rathaus „Langer Egon“
Lörracher Rathaus „Langer Egon“

Der Lörracher Gemeinderat besteht aus 32 ehrenamtlichen Stadträtinnen und Stadträten, deren Vorsitzende die Oberbürgermeisterin ist. Die letzte Gemeinderatswahl vom 13. Juni 2004 ergab die folgende Sitzverteilung im Lörracher Rathaus:

Partei Sitze
CDU 11
SPD 7
Freie Wähler 5
GRÜNE 5
FDP 2
KUL (1) 2
Gesamt 32

(1) Kommunale Unabhängige Liste

Stadtoberhäupter

Die Lörracher Chronik berichtet von einen Johann von Schallbach im Jahr 1366 als ersten Vogt . Die Amtsbezeichnung des Bürgermeisters war den Ortsvorstehern von Städten vorbehalten. Als erster Lörracher Bürgermeister wird Marx Christoph Leibfried im Jahr der ersten Stadtrechtsverleihung 1682 genannt. Dieser wurde vom Markgrafen eingesetzt. Bis einschließlich 1756 benutzte man auch weiterhin die Bezeichnung Vogt bzw. Altvogt. Seit 1956 ist in Lörrach das Stadtoberhaupt der Oberbürgermeister, welcher direkt von den Bürgern gewählt wird.

Bürgermeister seit 1804

Amtszeit Name Bemerkung
1804 - 1807 Johann Martin Strohmeier  
1807 - 1810 Johann Jakob Grether  
1810 - 1814 Johann Kaspar Schöffel  
1814 - 1820 Johann Georg Grether  
1820 - 1826 Jakob Rupp  
1826 - 1831 Friedrich Hüglin  
1831 - 1832 Ernst Schultz  
1832 - 1835 Johann Georg Grether  
1835 - 1841 Ernst Schultz  
1841 - 1844 Friedrich Hüglin  
1844 - 1849 Karl Wenner  
1849 - 1861 Johann Ludwig Calame  
1861 - 1863 Karl Wenner  
1863 - 1869 Paul Feldkirchner  
1869 - 1871 Karl Robert Gebhardt  
1872 - 1906 Johann Josef Grether  
1906 - 1927 Dr. Erwin Gugelmeier Oberbürgermeister
1927 - 1933 Dr. Heinrich Graser  
1933 - 1945 Reinhard Boos  
1945 - 1948 Joseph Pfeffer  
1948 - 1960 Arend Braye ab 1956 Oberbürgermeister
1960 - 1984 Egon Hugenschmidt Oberbürgermeister
1984 - 1995 Rainer Offergeld Oberbürgermeister
1995 - Gudrun Heute-Bluhm Oberbürgermeisterin

Wappen

Loerracher Wappen

Das Wappen von Lörrach ist eine goldene Lerche auf rotem Feld. Urkundlich belegt ist es aus der Stadtrechtsurkunde aus dem Jahre 1756 , wobei vermutet wird, dass dieses Motiv schon seit 1682 als Wappen verwendet wurde. Das Wappentier ist allerdings gestalterisch schon mehrfach verändert worden. 1965 genehmigte das Generalarchiv in Karlsruhe das Wappen, welches als stilisierte, aufsteigende Lerche gedeutet wird.

Städtepartnerschaften

Partnerstädte sind seit 1966 Sens (Frankreich), seit 1986 Senigallia (Italien, Adriaküste) und Meerane (Sachsen) seit 1990. Seit 2002 zählt auch Chester (England) zu den Partnerstädten. Alle vier Städte sind untereinander gleichfalls Partnerstädte. Jedes Jahr kommt es zu zahlreichen Begegnungen und Austauschen von Schulen und Vereinen. Zu Wischgorod in der Ukraine besteht überdies seit 1999 eine freundschaftliche Verbindung.

Wirtschaft und Infrastruktur

Lörrach ist ein Industrie- und Dienstleistungsstandort. Etwa 30 % aller Arbeitsplätze stellen Unternehmen des produzierenden Gewerbes zur Verfügung, rund 22 % des Handels und des Gastgewerbes, außerdem über 45 % der Dienstleistungsbranche. Die große Kreisstadt bietet rund 18.300 Arbeitsplätze. Die Arbeitslosenquote lag im ersten Quartal 2005 bei 7,2 % im Landkreis Lörrach. Außerdem zeichnet sich Lörrach durch eine große Zahl an Grenzgängern aus. Aus der Stadt Lörrach pendeln über 3.300 Berufstätige in die Schweiz , aus dem gesamten Landkreis sind es über 14.000 (Stand April 2002).

Einzelhändler haben im Jahr 2004 insgesamt einen Umsatz von 342,7 Mio Euro erwirtschaftet, rund ein Fünftel dieses Umsatzes wurde durch Schweizer Kunden generiert.

Verkehr

A 98 über das Wiesental
A 98 über das Wiesental

Mit der direkt durch Lörrach verlaufenden Autobahn A 98 erhält man direkte Anbindung an die Rheintalautobahn A 5, an die französische A 35 als auch an die A 2 und A 3 auf Schweizer Seite. Die von Titisee-Neustadt über den Feldberg-Pass führende Bundesstraße B 317 ist die Hauptverkehrsader der Stadt und folgt der Talachse.

In Lörrach gibt es ein Autoreisezug -Terminal mit Verbindungen nach Hildesheim, Bremen, Hamburg und Berlin. Die Bahnverbindungen mit Weil am Rhein und (über die Wiesentalbahn) mit Basel und Zell im Wiesental sind heute als Linien S5 und S6 ("rote Linie") Teil der Regio S-Bahn.

Darüber hinaus verfügt Lörrach über einige lokale und regionale Busverbindungen . Sie gehören dem Regio Verkehrsverbund Lörrach an.

Der internationale EuroAirport (Basel/Mulhouse) liegt 14 km westlich von Lörrach im Elsass .

Behörden, Einrichtungen und Gerichte

Lörrach, als Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises, beherbergt daher das Landratsamt und eine Straßenmeisterei . Lörrach hat mehrere Schulen sämtlicher Schultypen (siehe Bildungseinrichtungen), eine Volkshochschule , eine Stadtbibliothek mit über 72.000 Medien, davon über 65.000 Bücher, zwei Stadtteilbibliotheken, die Wissenschaftliche Regionalbibliothek sowie eine Musikschule. Das zum Landgerichtsbezirk Freiburg im Breisgau gehörende Amtsgericht Lörrach ist für Städte und Gemeinden im Landkreis zuständig. Ferner gibt es ein Arbeitsgericht mit Kammern in Radolfzell am Bodensee.

Lörrach hat ein Finanzamt und eine Agentur für Arbeit . Ferner ist die Stadt Sitz des Kirchenbezirks Lörrach der Evangelischen Landeskirche in Baden und des Dekanats Wiesental innerhalb der Region Hochrhein des Erzbistums Freiburg.

Die drei Krankenhäuser Lörrach, Rheinfelden und Schopfheim wurden am 1. Januar 1994 zu einer GmbH zusammengefasst. Das Lörracher Krankenhaus wurde am 1. Oktober 1845 , damals als Städtisches Spital, eröffnet; heute verfügt das Kreiskrankenhaus Lörrach über 351 Betten.

Ansässige Unternehmen

Größtes Unternehmen am Ort ist der Schokoladenhersteller Kraft Foods Deutschland GmbH (u.a. Milka / Suchard). Hinzu kommt das Pharmaunternehmen GABA, der Spezialist für orale Prävention mit den Marken aronal, elmex und meridol. Außerdem hat das traditionsreiche Textilveredelungsunternehmen KBC und der Tee-Hersteller Midro in Lörrach seinen Sitz. Im Jahr 1997 hat die schweizerische Lebensmittelkette Migros ein Warenhaus in der Lörracher Innenstadt eröffnet, hier befindet sich auch die Migros-Deutschlandzentrale. In Lörrach ist die Privat brauerei Lasser ansässig.

Medien

In Lörrach unterhalten die Tageszeitungen Badische Zeitung und Oberbadisches Volksblatt jeweils eine Lokal redaktion . Das Oberbadische Volksblatt mit Verlagssitz in Lörrach ist die älteste Zeitung Lörrachs (seit 1885). Das Oberbadische Verlagshaus gibt außerdem die beiden Zeitungen Weiler Zeitung und Markgräfler Tagblatt heraus. Der Radiosender Südwestrundfunk hat in Lörrach ein Regionalbüro, in dem Teile des Radioprogramms (Hochrhein Radio) SWR4 Baden-Württemberg produziert werden.

Bildungseinrichtungen

In Lörrach ist seit 1981 die Berufsakademie (BA) Lörrach beheimatet. Die BA Lörrach bietet neben den klassischen dreijährigen Studiengängen mit BA-Diplom und Bachelor-Abschluss auch teilweise länger dauernde trinationale Studiengänge mit Partnerhochschulen in Frankreich (Universität des Elsass in Colmar) und der Schweiz (Fachhochschule Beider Basel - FHBB) an. Den etwa 1400 Studenten werden in den beiden Studienrichtungen Wirtschaft und Technik derzeit 11 verschiedene Studiengänge mit mehreren Vertiefungen angeboten.

Ferner gibt es in Lörrach ein Staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung für Grund- und Hauptschulen.

Hans Thoma, der Namensgeber eines Gymnasiums in Lörrach
Hans Thoma , der Namensgeber eines Gymnasiums in Lörrach

Lörrach verfügt über 12 öffentliche Grundschulen bzw. Grund- und Hauptschulen (Albert-Schweitzer-Schule, Astrid-Lindgren-Grundschule Hauingen, Eichendorffschule, Fridolinschule, Grundschule Salzert, Grundschule Tumringen, Hebelschule, Hellberg-Grund-und Hauptschule Brombach, Neumatt-Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule sowie Schloßberg-Grund- und Hauptschule) einer Realschule (Theodor-Heuss-Realschule), zwei Gymnasien (Hans-Thoma- und Hebel-Gymnasium) und einer Förderschule (Pestalozzi-Schule).

Der Landkreis Lörrach ist Schulträger der Gewerbeschule (unter anderem mit Technischem Gymnasium - Bereiche: Technik, Informatik), der Kaufmännischen Schule (unter anderem mit Wirtschaftsgymnasium) und der Hauswirtschaftlich-Landwirtschaftlich und Sozialpädagogischen Schule (unter anderem mit Ernährungswissenschaftlichem Gymnasium und Biotechnischem Gymnasium) sowie der Schule für Kranke, der Kinderkrankenpflegeschule und der Krankenpflegeschule der Kliniken des Landkreises Lörrach.

Mehrere Privatschulen , darunter die Altenpflegeschule des Diakonissen-Mutterhauses St. Chrischona, die Freie Evangelische Schule (Grund-, Haupt- und Realschule mit gymnasialem Zug), die Freie Waldorfschule Lörrach, die Krankenpflegeschule am Krankenhaus St. Elisabeth, die Private Sprachschule Foerderer und die Private Schule für Erziehungshilfe am Evangelischen Kinderheim Tüllinger Höhe runden das schulische Angebot Lörrachs ab.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Dialekt

In Lörrach wird Alemannisch gesprochen, ein Dialekt, der in Südwestdeutschland, dem Elsass , der deutschsprachigen Schweiz , im österreichischen Bundesland Vorarlberg sowie im Fürstentum Liechtenstein verbreitet ist. Die alemannischen Dialekte klingen regional sehr unterschiedlich. Im Lörracher Raum wird das sogenannte Hochalemannisch gesprochen, welches dem Schweizerdeutsch ähnlich klingt. Besonders auffällig an diesem Dialekt ist die Verschiebung von germanisch „k“ im Anlaut zu „ch“: Kind und Kopf werden beispielsweise im Hochalemannisch „Chind“ und „Chopf“ ausgesprochen.

Weitere Informationen findet man auch in der eigenständigen alemannischen Wikipedia .

Alter Marktplatz und Fußgängerzone

Alter Marktplatz
Alter Marktplatz

Lörrachs Stadtkern ist durch eine 1991 eröffnete Fußgängerzone geprägt. Das Zentrum bildet dabei der Alte Marktplatz. Von vier Seiten kann man auf den Alten Marktplatz gelangen, an dessen Kreuzungspunkt sich eine würfelförmige Skulptur befindet ( "Granit Rosa Porriño" von Ulrich Rückriem ). Die Innenstadt ist außerdem geprägt durch viele Wohn- und Geschäftshäuser, die im Jugendstil Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut wurden.

Für Kunstinteressierte bietet die Stadt den Lörracher Skulpturenweg. Zu Fuß kann man vom Zentrum aus 20 verschiedene Brunnen und Plastiken erkunden. Neben der Pyramide am Burghof ist noch die Große Säulenfigur von Stephan Balkenhol auf dem Senser-Platz, nördlich vom Alten Marktplatz, zu nennen.

Wenige Meter vom Alten Marktplatz findet sich das Alte Rathaus, in welchem sich heute die Volkshochschule befindet. Das aus dem Jahre 1870 stammende Gebäude enthält die alten Rathausglocken vom Vorgängerbau aus dem Jahr 1756 . Auf dem Balkon dieses Gebäudes rief Gustav Struve am 21. September 1848 die Republik aus. Vier Tage lang war Lörrach Hauptort des Struve-Putsches und damit gewissermaßen Regierungssitz.

Burghof Lörrach

Burghof Lörrach
Burghof Lörrach

Am 6. November 1998 hat nach zweijähriger Bauzeit der Burghof Lörrach die alte Stadthalle in seiner Funktion abgelöst und als neues Kultur- und Veranstaltungszentrum eröffnet. Der Name Burghof erinnert daran, dass der Bau auf historischer Stätte errichtet wurde. Hier stand die im Jahr 1638 zerstörte Lörracher Burg.

Der Entwurf der Basler Architekten Katharina und Wilfried Steib wirkt wie ein schmales und hohes Schiff und ist eine Konstruktion, welche aus Beton, rötlichem Klinkerstein, Stahl und Glas besteht. Der Burghof misst 87 m in der Länge, 30 m in der maximalen Breite und 19 m in der Höhe. Der große und der kleine Saal, die Empore und die Seitengalerie bieten bis zu 885 bestuhlte Plätze, die je nach Veranstaltung verändert oder ganz herausgenommen werden können. Der Burghof wird multifunktional für Konferenzen, Theater-, Konzert- und Kulturveranstaltungen jeder Art verwendet. Im Burghof befindet sich das Lörracher Informationszentrum.

Truncated Pyramid Room
Truncated Pyramid Room

Auf dem Platz vor dem Burghof direkt am Eingang steht die, 11,40 m in der Basislänge und 7,5 m in senkrechter Höhe messende, Metalskulptur Truncated Pyramid Room von Bruce Nauman in Form eines offenen, begehbaren Pyramidenstumpfs. Die mit schwarzem Bitumen angestrichene Figur aus Stahlbeton wird abends von innen heraus mit einem gelben Scheinwerferlicht beleuchtet. Diese Raum-Licht-Skulptur von Nauman existierte erst als Modell aus einer Werkgruppe, die im Jahr 1982 entstanden ist, und ist seine erste in Europa öffentlich ausgestellte Arbeit.

Museen

Die einstige Tabakfabrik wurde 1759 als Pädagogium umgebaut. Im Barockbau an der Basler Straße wirkte Johann Peter Hebel als Lehrer. Später wurde die Schule in Hebelgymnasium umbenannt, bevor sie nach einer umfangreichen Renovation 1978 zum Museum am Burghof umgewandelt wurde. Über 100 Jahre alte Sammlungen umfassen mittelalterliche Holzbildwerke, ein Zinnoptikum sowie Ausstellungen zu verschiedenen Themen wie beispielsweise die Naturräume Rheinaue, Hügel- und Berglandschaft, Erdgeschichte und Erdbebengefahr, Siedlungsgeschichte von der Steinzeit bis zu den Alemannen . Die Anzahl der Exponate umfasst über 50.000 Objekte. Das Museum beherbergt außerdem eine wissenschaftliche Präsenzbibliothek mit über 10.000 Büchern und Zeitschriften, darunter etwa 1.000 besonders wertvolle Bücher ab dem 16. Jahrhundert . Neben regelmäßig wechselnden Sonderausstellungen wurde die Daueraustellung ExpoTriRhena aufgebaut, welche Geschichte und Gegenwart der Drei-Länder-Region Deutschland, Frankreich und Schweiz darstellt.

Römischer Gutshof in Brombach: Auf dem Hügel Bühl im Stadtteil Brombach gelegen wurden 1981 die Grundmauern einer römischen Villa aus dem 2. Jahrhundert ausgegraben und restauriert.

Die im Stadtteil Brombach gelegene Bildhauer-Rudolf-Scheurer-Stiftung ist ein 12 m hoher Skulpturenturm, der als Ausstellungsraum genutzt wird. Gezeigt werden Skulpturen, Reliefs und Grafiken aus der 40 jährigen Tätigkeit des Bildhauers Rudolf Scheurer.

Bauten

Burg Rötteln

Einen ausgezeichneten Ausblick auf Lörrach, die umliegenden Gemeinden und die Stadt Basel erhält man von der Burg Rötteln, dem Wahrzeichen der Stadt und einer der größten Burganlagen Südbadens. Die erste urkundliche Nennung der Burg stammt aus dem Jahr 1259 ; die ältesten Teile der Burg gehen vermutlich auf den Beginn des 11. Jahrhunderts zurück. Johann Peter Hebel verewigte die Burg in seinen Gedichten. Die langgezogene Burganlage verfügt über zwei besteigbare Türme. Von Mitte März bis Ende Oktober kann die Burg von innen besichtigt werden.


Westseite der Burg Rötteln: Oberburg und Vorburg mit den Resten der Wehrmauer.

Schlösser und Kirchen

Das im Lörracher Stadtteil Stetten gelegene Stettemer Schlössle ist der einzige Profanbau aus dem 17. Jahrhundert . Das damalige Herrenhaus mit dem markanten Treppenturm hat spätgotische Bauelemente.

Die erste Erwähnung des Brombacher Schlosses stammt aus dem Jahr 1294 . Das kleine Schlösschen, deren Besitzer Matthias Reich von Reichenstein war, galt mit seinen zwei Meter dicken Grundmauern als uneinnehmbar. Das Basler Erdbeben zerstörte das Bauwerk, welches wieder hergestellt wurde. Französische Truppen vernichteten 1676-1678 das Brombacher Schloss völlig, doch 1880 wurde es vom Industriellen Großmann wieder aufgebaut. Rings um das Schloss ist ein kleiner Park angeschlossen.

Kirchturm der Stadtkirche (links) und die Hofseite des Museum am Burghof (rechts)
Kirchturm der Stadtkirche (links) und die Hofseite des Museum am Burghof (rechts)

Zahlreiche Kirchen beider Konfessionen finden sich in Lörrach. Die evangelische Stadtkirche im klassizistischen Stil südlich vom Alten Marktplatz, wurde 1815-1817 nach den Plänen von Wilhelm Frommel erbaut. Der Kirchturm stammt aus dem Jahr 1514 . Die evangelische Christuskirche wurde 1956 erbaut. 1975 entstand an der Suttermattstraße ein evangelisches Gemeindezentrum.

Die katholische Hauptkirche Lörrachs ist die zwischen 1864 und 1867 erbaut Kirche St. Bonifatius. Die Kirche St. Peter wurde 1964 erbaut.

Die katholische Fridolinskirche in Stetten (1821-1823) ist ein herausragendes Beispiel klassizistischer Kirchenbaukunst im deutschen Südwesten. Sie wurde nach Plänen von Christoph Arnold errichtet. Die Frontfassade wird von zwei eher schlichten Kirchtürmen eingerahmt. Zur Gemeinde gehört auch die 1966 erbaute Filialkirche zur Hl. Familie in Tüllingen.

Die Kirche Rötteln wird 751 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Markgraf Rudolf III. ließ die Kirche umbauen. Von ihm und seiner Frau Anna sind heute noch die Grabmäler zu finden. Ihr Grab befindet sich in einer schönen, mit einem Gewölbe überspannten Kapelle, rechts des Chores. Die Röttler Kirche und auch die Burg Rötteln werden abends beleuchtet und strahlen dadurch weit sichtbar.

Die evangelische Kirche Brombach wurde um 1900 neu erbaut. Der Turm stammt aus dem 13./14. Jahrhundert. Die St. Josephskirche in Brombach wurde 1900 erbaut.

Die evangelische Kirche St. Nikolaus Hauingen wurde 1102 erstmals erwähnt. Die heutige Kirche wurde 1768 erbaut, der Turm hat ältere Teile aus dem Jahr 1469.

Zweckbauten

Das Lörracher Rathaus trägt den Spitznamen „Langer Egon“, nach dem ehemaligen Oberbürgermeister Egon Hugenschmidt, in dessen Amtszeit das Rathaus erbaut wurde. In der Nähe des Lörracher Hauptbahnhofs steht das auffällige 17-stöckige Hochhaus, in welchem sich die Verwaltung und der Sitz des Oberbürgermeisters befindet. Das dunkelgrüne Gebäude wurde nach vierjähriger Bauzeit 1976 fertiggestellt und ist höchstes Gebäude der Stadt.

Architektonisch eigenwillig ist das Gebäude der Lörracher Jugendherberge. Der Bau liegt am Steinenweg zwischen dem Stadtteil Stetten und der Siedlung Salzert unmittelbar am Waldrand. Von der einmaligen Lage des Gebäudes aus hat man einen herrlichen Blick auf Basel und die umliegenden Ortschaften. Die Einweihung der Jugendherberge erfolgte am 26. April 1982 durch den damaligen Bundespräsidenten Professor Karl Carstens .

Parkanlagen

In Lörrach befinden sich mehrere kleine Parks.

Im Süden von Lörrach, westlich des Hünerbergs, liegt der Rosenfels-Park am Fuße der Villa Rosenfels ( 1876 erbaut). In dieser Parkanlage die ursprünglich zum Landgut der Familie Koechlin gehörte und die erst seit 1925 für die Öffentlichkeit zugänglich ist, befindet sich ein kleiner Tierpark sowie eine Konzertmuschel aus dem Jahr 1965 . Neben dem Alten Marktplatz dient die Konzertmuschel als Austragungsort für das Stimmen-Festival.

Villa Aichele
Villa Aichele

In der Stadtmitte liegen der Hebelpark mit einer überlebensgroßen Statue des alemannischen Heimatdichters Johann Peter Hebel und der Park Villa Aichele. Die Villa Aichele ist ein Gebäude aus dem Jahr 1861 im Rokokostil , welches als Wohnhaus des Schweizer Textilfabrikanten Nicolas Koechlin diente. Die Erben von Koechlin haben die Villa 1901 an Maria Aichele verkauft, nach der die Villa benannt wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging der Besitz an die Stadt über. Heutzutage finden in der Villa Aichele regelmäßig kulturelle Veranstaltungen wie Lesungen oder Vernissagen statt.

Anlässlich der Landesgartenschau 1983 ist der Landschaftspark Grütt entstanden. Diese größte Grünanlage Lörrachs hat einen kleinen See (Grütt-See) und einen Bach, der sich durch den ganzen Park zieht. Entlang des Promenadenweges findet sich ein Rosengarten.

Am Nordrand des Parks liegt das Regio Freizeit- und Messezentrum mit einer Bruttogesamtfläche von 23.000 m². Hier finden sich zwei feste Hallen mit insgesamt 7.200 m² Ausstellungsfläche und 11 weitere Hallen in Leichtbauweise. Auf einem Freigelände werden zusätzlich Sonderschauen veranstaltet. Das Messegelände hat 2005 einen neuen Messeparkplatz erhalten, um den Messestandort aufzuwerten.

Sport in Lörrach

Die Stadt Lörrach verfügt insgesamt über 60 Sportvereine , darunter mehrere Turnvereine, mehrere Tennisclubs, Skiclubs, Schützenvereine sowie diverse Fußballvereine.

Unter den Fußballclubs ist besonders der 1902 gegründete FV Lörrach zu nennen. In diesem Bezirksligaverein spielten Ottmar Hitzfeld und Sebastian Deisler in den Anfangsjahren ihrer Karriere als Fußballspieler. Zur Hundertjahrfeier des FV Lörrachs spielten am 12. Juli 2002 im Lörracher Grüttpark-Stadion der FC Bayern gegen den Lörracher Fußballverein und gewannen überlegen mit 9:1. Dieses Spiel kam aufgrund der Kontakte von Hitzfeld zum Rekordmeister zustande und stellte ein Dankeschön an den Fußballverein seiner Jugendtage dar.

Im Jahr 2000 verlief die 87. Tour de France durch Lörrach, die von tausenden begeisterten Fans am Straßenrand begleitet wurde. Die 17. Etappe von Lausanne nach Freiburg im Breisgau führte durch die Lörracher Innenstadt hinauf zur Lucke, einem kleinen Pass Richtung Kandern.

Vom 12. bis zum 28. September 2005 fand der zweite Deutschlandlauf nach 1998 statt. Dieser Ultramarathonlauf der in Kap Arkona auf der Insel Rügen gestartet war endete nach 1200 km in der Lörracher Innenstadt. Sieger des Laufs war Rainer Koch in einer Gesamtzeit von 108 Stunden und 13 Minuten. Insgesamt haben 37 Teilnehmer an diesem Lauf teilgenommen.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Stimmen-Festival, jährlich im Juli stattfindende Freiluftkonzerte
  • Lörracher Stadtlauf, wird jährlich im Sommer in der Innenstadt abgehalten
  • Strossefescht in Alt-Stetten, ein seit 1974 im ersten Wochenende im September stattfindendes und gleichzeitig größtes Straßenfest in Lörrach
  • Diverse Fasnachtsveranstaltungen, unter anderem das sogenannte Fasnachtsfeuer in verschiedenen Stadtteilen Lörrachs, Samstag bzw. Sonntag nach Fasnacht
  • Weindorf auf dem Alten Marktplatz, jährlich im Juni
  • Schlossgrabenfest in Brombach, jährlich Ende September
  • Weihnachtsmarkt Lörrach, ab Donnerstag vor dem zweiten Adventssonntag auf dem Alten Marktplatz und der Tumringerstraße
  • Regio-Messe Lörrach, jährlich im Frühjahr stattfindende Verbrauchermesse

Persönlichkeiten

Mit Lörrach eng verbunden und „seelisch bereits eingemeindet“ fühlte sich der erste Bundespräsident Theodor Heuss . Im Stadtteil Tumringen lebte seit 1946 sein einziger Sohn Dr. Ernst Ludwig Heuss mit seiner Familie. Aufgrund dieses Umstands verbrachte Theodor Heuss oft seine Weihnachtsferien in Lörrach. In Erinnerung an den beliebten und volksnahen Bundespräsidenten wurden in Lörrach die Realschule und eine zentrale Straße in Tumringen nach Theodor Heuss benannt.

Ehrenbürger

  • Ehrenbürger der Stadt Lörrach
    • 1818 : Franz Columban Maier, Steueraequator
    • 1874 : Reinhard Schellenberg, evangelischer Dekan
    • 1927 : Dr. Erwin Gugelmeier, Bürgermeister (1906 bis 1926)
    • 1936 : Ernst Wilhelm Schultz, Sparkassendirektor
    • 1939 : Dr. Hermann Burte , * 15. Februar 1879, † 21. März 1960, Dichter und Maler
    • 1944 : Prof. Max Laeuger , * 30. September 1864, † 12. Dezember 1952, Architekt und Künstler
    • 1953 : Julius Wilhelm, Denkmalpfleger
    • 1963 : Hans Stössel, Generaldirektor
    • 1968 : Gaston Perrot, Bürgermeister der Parnterstadt Sens
    • 1971 : Prof. Adolf Strübe, Kunstmaler
    • 1976 : Etienne Braun, Bürgermeister von Sens
    • 1984 : Egon Hugenschmidt, * 24. Juni 1925, Oberbürgermeister von Lörrach von 1960 bis 1984
  • Ehrenbürger der früheren Gemeinde Brombach
    • 1948 : Franz Ehret, Bürgermeister von 1919 bis 1933 und 1945 bis 1946
  • Ehrenbürger der früheren Gemeinde Haagen
    • 1922 : Karl Müller, Bürgermeister 1878 bis 1922
    • 1933 : Walter Köhler, Ministerpräsident von Baden
    • 1948 : Adolf Rösch, Landtagsabgeordneter in der Weimarer Republik
    • 1951 : Wilhelm Schöpflin, Fabrikan
    • 1956 : Hans Schöpflin, Fabrikant
    • 1965 : Albert Scheer, Bäcker
  • Ehrenbürger der früheren Gemeinde Tumringen
    • 1935 : Oscar Grether, Fabrikant (war seit 1920 Ehrenbürger von Tumringen)
    • 1935 : Adolf Ohm, Bürgermeister von Tumringen (1917 bis 1935)

Die früheren Gemeinden Hauingen, Stetten und Tüllingen hatten keine Ehrenbürger.

Söhne und Töchter der Stadt

Denkmal des Dichters Johann Peter Hebel
Denkmal des Dichters Johann Peter Hebel
  • 1764, 23. November, Gustav von Hugo , † 15. September 1844, Jurist
  • 1864, 30. September, Prof. Max Laeuger , † 12. Dezember 1952, Architekt und Künstler
  • 1871, 23. Mai. Käte Duncker , † 1. Mai 1954, Politikerin
  • 1879, 15. Februar, Hermann Burte , † 21. März 1960, Dichter und Maler
  • 1941, 7. April, Heinz Zuber , Schauspieler
  • 1949, 12. Januar, Ottmar Hitzfeld , Fußballtrainer
  • 1951, 6. April, Rainer Stickelberger, Landtagsabgeordneter
  • 1958, 15. Juli, Jörg Kachelmann , Meteorologe und TV-Moderator
  • 1961, 9. Mai, Juergen Boos , seit April 2005 Direktor der Frankfurter Buchmesse
  • 1974, 25. Oktober, Francesco Wilking, Sänger der Band „ Tele “
  • 1979, 7. Februar, Florian Eckert , Skirennläufer
  • 1980, 5. Januar, Sebastian Deisler , Fußballnationalspieler

Weitere Persönlichkeiten, die in Lörrach gewirkt haben

  • 1760, 10. Mai, Johann Peter Hebel , † 22. September 1826, Dichter und Pädagoge
  • 1805, 11. Oktober, Gustav Struve, † 21. August 1870, Politiker Revolutionär
  • 1923, 1. November, Egon von Neindorff , † 19. Mai 2004, Lehrer der Reitkunst
  • 1937, 26. Dezember, Rainer Offergeld, Bundesminister und Oberbürgermeister der Stadt Lörrach von 1984 - 1995
  • 1955, 24. April, Marion Caspers-Merk , Mitglied im Deutschen Bundestag und Parlamentarische Staatssekretärin

Literatur

  • Dr. Dr. Otto Wittmann / Team: Lörrach: Landschaft - Geschichte - Kultur. Hrsg. Stadt Lörrach (1983), ISBN 3-9800841-0-8
  • Stadt Lörrach (Hrsg.): Burghof Lörrach. Verlag Waldemar Lutz, 1999, ISBN 3-922107-46-X

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