fair-hotels . Ein Service wie gemalt
Reiseführer Übersicht Deutschland Österreich Schweiz Bauwerke nach Stil

Werbung

Letzte Änderung für Artikel Kraichtal: 27.01.2006 06:12

Kraichtal

Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Karte
Wappen fehlt
Hilfe zu Wappen
Wappen
Karte Kraichtal in Deutschland
Basisdaten
Bundesland: Baden-W√ľrttemberg
Regierungsbezirk : Karlsruhe
Region : Mittlerer Oberrhein
Landkreis : Karlsruhe
Geografische Lage :
Koordinaten: 49¬į 07' N, 08¬į 43' O
49¬į 07' N, 08¬į 43' O
H√∂he : 143 m √ľ. NN
Fläche : 80,56 km²
Einwohner : 14.977 (31. Dez. 2004)
Bevölkerungsdichte : 186 Einwohner je km²
Ausländeranteil : 7,7 %
Postleitzahlen : 76699-76703 (alt: 7527)
Vorwahlen : 07250, 07251,
07258, 07259
Kfz-Kennzeichen : KA
Gemeindeschl√ľssel : 08 2 15 097
Stadtgliederung: 9 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausstr. 30
76703 Kraichtal
Website: www.kraichtal.de
E-Mail-Adresse: info@kraichtal.de
Politik
B√ľrgermeister : Ulrich Hintermayer
(CDU)

Kraichtal ist eine Stadt im Nordosten des Landkreises Karlsruhe in Baden-W√ľrttemberg. Die n√§chst gr√∂√üeren St√§dte sind im S√ľden die fr√ľhere Amtsstadt Bretten, im Osten die Stadt Eppingen (Landkreis Heilbronn) und im Westen die ehemalige Kreisstadt Bruchsal. Die n√§chsten Gro√üst√§dte sind Pforzheim, Karlsruhe und Heilbronn.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Die Stadt Kraichtal liegt im westlichen Kraichgau, einer H√ľgellandschaft zwischen Schwarzwald und Odenwald, sowie Oberrheinischen Tiefebene und Neckar (bei Heilbronn). Das Stadtgebiet wird vom Kraichbach, gelegentlich auch ‚Äědie Kraich‚Äú genannt, durchflossen, der bei Sternenfels im Enzkreis entspringt, nach Eintritt in das Gebiet des Landkreises Karlsruhe zun√§chst K√ľrnbach und Flehingen durchflie√üt, anschlie√üend die Kraichtaler Stadtteile Gochsheim, M√ľnzesheim, Ober√∂wisheim und Unter√∂wisheim und dann mehrere Gemeinden des n√∂rdlichen Landkreises Karlsruhe und des s√ľdlichen Rhein-Neckar-Kreises und schlie√ülich bei Ketsch in den Rhein m√ľndet.

Nachbargemeinden

Folgende St√§dte und Gemeinden grenzen an die Stadt Kraichtal, sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Osten genannt: Eppingen (Landkreis Heilbronn) sowie Zaisenhausen, Oberderdingen, Bretten, Bruchsal, Ubstadt-Weiher und √Ėstringen (alle Landkreis Karlsruhe).

Stadtgliederung

Das Stadtgebiet Kraichtals besteht aus den neun Stadtteilen Bahnbr√ľcken, Gochsheim (Baden), Landshausen, Menzingen (Baden), M√ľnzesheim, Neuenb√ľrg (Baden), Oberacker, Ober√∂wisheim und Unter√∂wisheim. Zu einigen Stadtteilen geh√∂ren auch r√§umlich getrennte Wohnpl√§tze mit eigenem Namen, so etwa die Waldm√ľhle im Stadtteil Menzingen oder die Weierbachsiedlung in Menzingen und M√ľnzesheim.

Geschichte

Die Stadt Kraichtal entstand am 1. September 1971 durch Vereinigung der St√§dte Gochsheim (Baden) und Unter√∂wisheim sowie der Gemeinden Bahnbr√ľcken, Landshausen, Menzingen (Baden), M√ľnzesheim, Neuenb√ľrg (Baden), Oberacker und Ober√∂wisheim, die mit Ausnahme von Landshausen damals alle zum Landkreis Bruchsal im Regierungsbezirk Nordbaden geh√∂rten. Landshausen geh√∂rte seinerzeit zum Landkreis Sinsheim und wurde damit zum 1. September 1971 in den Landkreis Bruchsal eingegliedert. Namensgeber der neuen Kommune wurde der Kraichbach, daher wurde anfangs auch der Name Kraichbachtal in Erw√§gung gezogen.

Durch die Stadtrechte von Gochsheim und Unter√∂wisheim wurde die Bezeichnung Stadt auf die neue Kommune √ľbertragen, so dass eine Neuverleihung der Bezeichnung Stadt nicht erforderlich war. Der Stadtgr√ľndung vorausgegangen war die Vertragsunterzeichnung der neun B√ľrgermeister der ehemals selbst√§ndigen Gemeinden am 14. Juli 1971 in der Turnhalle in M√ľnzesheim.

Die Stadt Kraichtal hatte bei ihrer Gr√ľndung ca. 12.600 Einwohner. Sie erhielt die neue Postleitzahl 7527. Mit der Kreisreform zum 1. Januar 1973 kam die Stadt Kraichtal mit dem gesamten Landkreis Bruchsal zum Landkreis Karlsruhe.

Im Januar 1977 wurde das neu erbaute Rathaus der Stadt Kraichtal im Stadtteil M√ľnzesheim bezogen. Zuvor waren die st√§dtischen √Ąmter in den Rath√§usern der fr√ľheren Gemeinden untergebracht. Die feierliche Einweihung des Rathauses erfolgt am 18. Mai 1977 mit einem Tag der offenen T√ľr .

Stadtteile

(Einwohnerzahlen Stand: 13. April 2005)

Bahnbr√ľcken 
738 Einwohner, Gemarkungsfl√§che 357 ha. 1219 erstmals als Banbrugken erw√§hnt (weitere Schreibweisen: 1301 Banbruggen, 1635 Beinbr√ľck), geh√∂rte der Ort anfangs den Grafen von Eberstein (siehe Gochsheim) und kam ab 1278 an das Zisterzienserkloster Herrenalb. Mit diesem kam der Ort ab 1338 unter w√ľrttembergische Herrschaft und geh√∂rte zu Pflege Derdingen. 1806 wurde es im Austausch dem Gro√üherzogtum Baden zugeteilt. Von 1807 bis 1813 geh√∂rte der Ort zum Amt Gochsheim, dann zum Amt bzw. Bezirksamt Bretten und ab 1936 zum Bezirksamt bzw. Landkreis Bruchsal.
Gochsheim (Baden) 
1.708 Einwohner, Gemarkungsfl√§che 1.267 ha. 804/814 erstmals als Gozbodesheim erw√§hnt, kam der Ort √ľber die Kraichgaugrafen an die Grafen von Eberstein. Diese gr√ľndeten bei ihrer Burg unweit des alten (sp√§ter vollst√§ndig abgegangenen) Dorfes eine Stadt, 1278 als oppidum bezeugt. Bis ins 14. Jahrhundert teilten sich die Grafen von Eberstein mit dem Hause W√ľrttemberg die Herrschaft √ľber die Stadt, dann als pf√§lzisches Lehen anerkannt, geh√∂rte die Stadt zeitweilig verschiedenen Niederadligen. 1504 wurde die Stadt von den W√ľrttembergern erobert und von diesen verlehnt. Die Ortsherren f√ľhrten 1556 die Reformation ein. Im 30j√§hrigen Krieg wurde das Lehen eingezogen, danach aber wieder herausgegeben. Nach Erl√∂schen der Linie Eberstein im Mannesstamm heiratete die Erbtochter 1679 Herzog Friedrich August von W√ľrttemberg-Neustadt. 1689 wurde die Stadt durch die Franzosen niedergebrannt, danach wieder aufgebaut und ab 1699 erhielt die Stadt eine Waldenserkolonie. Nach dem Tod der letzten Erbtochter der Ebersteiner1725 nochmals als Lehen ausgegeben, fiel die Stadt 1736 endg√ľltig an das Herzogtum W√ľrttemberg und wurde Kameralamt. 1738 erlitt die Stadt einen gr√∂√üeren Stadtbrand. 1806 wurde Gochsheim durch Tauschvertrag an das Gro√üherzogtum Baden abgegeben. 1807 wurde die Stadt Sitz eines Amtes, das jedoch 1813 aufgel√∂st wurde. Gochsheim geh√∂rte dann zum Amt bzw. Bezirksamt Bretten und kam mit dessen Aufl√∂sung 1936 zum Bezirksamt bzw. Landkreis Bruchsal.
Landshausen 
1.050 Einwohner, Gemarkungsfläche 726 ha. 864/76 erstmals als Huserard marca erwähnt, war Landshausen Ausbauort von Menzingen. Um 1100 erscheint die Bezeichnung Nanthesshusen. Die Klöster Lorsch, Hirsau und Odenheim hatten Besitzungen am Ort. Die Herrschaftsrechte lagen bei Mentzingen. Von den Herren von Mentzingen wurde der Ort 1426 und 1427 an das Kloster Odenheim verpfändet und gelangte damit unter bischöflich-speyerische Landeshoheit. Daher blieb der Ort katholisch. 1803 kam Landshausen an Baden und wurde zunächst der Grafschaft Odenheim zugeordnet. 1807 kam der Ort zum Amt Gochsheim und 1813 zum Amt bzw. Bezirksamt Eppingen. Bei dessen Auflösung 1924 kam der Ort zum Bezirksamt bzw. Landkreis Bruchsal und 1938 schließlich zum Landkreis Sinsheim. Infolge des Zusammenschlusses zur Stadt Kraichtal am 1. September 1971 wechselte der Ort auch die Kreiszugehörigkeit und gehörte zunächst - wie alle anderen Stadtteile Kraichtals - zum Landkreis Bruchsal, zu dem der Ort bereits von 1924 bis 1938 gehört hatte.
Menzingen 
2.094 Einwohner, Gemarkungsfl√§che 1.570 ha. 769 erstmals als Mencinga erw√§hnt, hatte das Kloster Lorsch umfassenden Besitz am Ort und gelangte unter den Einfluss der Kraichgaugrafen. Im Sp√§tmittelalter hatte die Ortsherrschaft Menzingen den Ort als Lehen der Grafen von Katzenelnbogen. Schon im 12. Jahrhundert tauchte das Geschlecht derer von Mentzingen auf, die den ritterschaftlichen Ort innerhalb des Ritterkantons Kraichgau bis 1805 beherrschten. Die Ortsherren f√ľhrten die Reformation ein. Schon seit 1521 sind evangelische Pfarrer belegt. 1805 kam Menzingen an Baden, geh√∂rte dann zun√§chst zum Amt Gochsheim und ab 1813 zum Amt bzw. Bezirksamt Bretten. 1924 kam Menzingen zum Bezirksamt bzw. Landkreis Bruchsal.
M√ľnzesheim 
2.737 Einwohner, Gemarkungsfl√§che 1.181 ha. 828 erstmals als Muncinesheim erw√§hnt, wurde der Ort von 1109 bis 1282 durch einen √∂rtlichen Adel beherrscht. 1326 kam der Ort an Baden, doch wurde er an die Hofwart von Kirchheim verlehnt. Die Lehnshoheit stammt vermutlich von den Grafen von Eberstein und damit von den Kraichgaurittern. Die Ortsherrschaft f√ľhrte 1530 die lutherische Reformation ein. Nach Heimfall des Lehens 1675 gab Markgraf Friedrich von Baden den Ort seinen beiden unehelichen S√∂hnen, die sich Freiherren von M√ľnzesheim nannten. Friedrich August von M√ľnzesheim verkaufte die Ortsherrschaft 1761 wieder an den Lehnsherr, doch musste Baden die Steuerhoheit der Kraichgauer Ritterschaft bis 1805 anerkennen. Von 1805 bis 1807 geh√∂rte M√ľnzesheim zum Amt Bretten, dann zum Amt Gochsheim, 1813 schlie√ülich vor√ľbergehend zum Stadtamt und ersten Landamt Bruchsal und ab Dezember 1813 zum Amt bzw. Bezirksamt Bretten. 1936 kam M√ľnzesheim zum Bezirksamt bzw. Landkreis Bruchsal.
Neuenb√ľrg 
523 Einwohner, Gemarkungsfl√§che 256 ha. 1255 erstmals als novum castrum Owensheim erw√§hnt, handelte es sich um ein Dorf im Anschluss an die neue Burg der Grafen von Eberstein auf Gemarkung Ober√∂wisheim. Mit der Burg - die Reste sind heute Bestandteil der katholischen Kirche St. Lukas - wurde das Dorf 1331 an die Grafen von Remchingen verpf√§ndet, sp√§ter in ein Lehen umgewandelt. Die Ortsherrschaft f√ľhrte die lutherische Reformation ein. Nach dem Aussterben der Grafen von Remchingen zog der Bischof von Speyer 1661 den Ort an sich, obwohl W√ľrttemberg Anspr√ľche auf Neuenb√ľrg als Zubeh√∂r von Gochsheim geltend machte. Damit wurde Neuenb√ľrg rekatholisiert. 1803 kam Neuenb√ľrg an Baden und geh√∂rte 1807 kurzfristig zum Amt Gochsheim, von 1807 bis 1809 zum Oberamt Bruchsal, dann erneut zu Gochsheim und 1810 bis 1819 zum zweiten Landamt Bruchsal. Ab 1819 geh√∂rte Neuenb√ľrg zum Oberamt bzw. Bezirksamt bzw. Landkreis Bruchsal.
Oberacker 
685 Einwohner, Gemarkungsfl√§che 423 ha. Um 1100 erstmals als Oberacker erw√§hnt, war der Ort Sitz eines edelfreien Geschlechts. Die Ortsherrschaft kam √ľber die Ritter von Ubstadt und ihre Lehnsherren von Bruchsal 1288 an das Kloster Herrenalb. Die Oberlehnsrechte hatten vermutlich die Kraichgaugrafen als Nachfolger der Grafen von Katzenelnbogen. Mit dem Kloster Herrenalb wurde Oberacker w√ľrttembergisch. Die W√ľrttemberger f√ľhrten 1556 die lutherische Reformation ein. 1806 kam Oberacker im Austausch zum Gro√üherzogtum Baden. Von 1806 bis 1813 geh√∂rte der Ort zum Amt Gochsheim, dann zum Amt bzw. Bezirksamt Bretten und ab 1936 zum Bezirksamt bzw. Landkreis Bruchsal.
Ober√∂wisheim 
2.004 Einwohner, Gemarkungsfl√§che 942 ha. 771 erstmals als Auwinsheim erw√§hnt, wurde der Ort 1277 von Unter√∂wisheim unterschieden. Gro√üe Besitzungen hatte das Kloster Wei√üenburg, deren Nachfolger die Salier waren. Die Ortsherrschaft lag bei den Kraichgaugrafen. Ab 1260 sind die Grafen von Eberstein-Zweibr√ľcken als Lehnsherren nachweisbar. Ihre Nachfolger in der Ortsherrschaft war der nach Ober√∂wisheim benannte Zweig der von Helmstatt. 1/3 des Ortes war ab 1443 pf√§lzisches Lehen, 2/3 des Ortes kam sp√§ter an das Hochstift Speyer, war jedoch in einer komplizierten Ganerbenschaft (u.a. mit Frankenstein, Balzhofen, Massenbach, Sternenfels, Schaffalitzky und Berg), welche vom Bistum Speyer ab 1732 allm√§hlich aufgekauft wurde. 1748 wurde die pf√§lzische Lehnshoheit im Tausch mit Diedelsheim abgel√∂st. 1753 verzichteten die Helmstatt auf ihren Anteil gegen Abrundung ihres Besitzes in Hochhausen. Die Schatzung verblieb aber nur zur H√§lfte weiterhin der Reichsritterschaft im Kraichgau. Bei der Reformation konnte keiner der Ortsherren sein Bekenntnis voll durchsetzen, weshalb seither beide Konfessionen am Ort vertreten sind. Die Kirche wurde daher sp√§testens nach dem 30j√§hrigen Krieg simultan genutzt. 1803/05 kam Ober√∂wisheim an Baden und geh√∂rte zun√§chst zum Amt Odenheim, ab 1807 zum Amt Gochsheim und wurde 1813 dem zweiten Landamt Bruchsal zugeordnet. Ab 1819 geh√∂rte Ober√∂wisheim zum Oberamt bzw. Bezirksamt bzw. Landkreis Bruchsal. 1876 baute die katholische Gemeinde eine eigene Kirche und √ľberlie√ü die alte Dorfkirche ganz der evangelischen Gemeinde Ober√∂wisheim.
Unter√∂wisheim 
3.252 Einwohner, Gemarkungsfl√§che 1.337 ha. 771 erstmals als Auwinsheim erw√§hnt, wird Unter√∂wisheim ab 1227 von Ober√∂wisheim unterschieden. Vermutlich von den Grafen von Calw √ľber die Welfen und Staufer kam der Ort vor 1300 in den Besitz der Markgrafen von Baden. 1346 √ľberlie√ü Markgraf Hermann III. dem Kloster Maulbronn die H√§lfte der Ortsherrschaft, die andere H√§lfte folgte bis sp√§testens 1411 nach. Wie √ľber Maulbronn √ľbte die Pfalz die Schirmherrschaft √ľber den Ort aus. Seit der Reformation √ľbte W√ľrttemberg die Ortsherrschaft aus und √ľbernahm den Maulbronner Pfleghof, das sogenannte Schloss. Die Reformation konnte wohl erst ab 1557 voll durchgesetzt werden. 1747 erwarb W√ľrttemberg im Austausch gegen Zaisenhausen, Sprantal und G√∂lshausen auch die pf√§lzischen Oberhoheitsrechte. Damit war ganz Unter√∂wisheim w√ľrttembergisch. Die W√ľrttemberger hatten Unter√∂wisheim vermutlich im 17. Jahrhundert zur Stadt erhoben. 1806 kam Unter√∂wisheim im Austausch zum Gro√üherzogtum Baden und geh√∂rte zun√§chst zum Amt Gochsheim, ab 1809 zum Stadtamt und ersten Landamt Bruchsal und von 1810 bis 1819 zum zweiten Landamt Bruchsal. Ab 1819 geh√∂rte Unter√∂wisheim zum Oberamt bzw. Bezirksamt bzw. Landkreis Bruchsal.

Religionen

Die Bev√∂lkerung Kraichtals ist mehrheitlich evangelisch , da die meisten Stadtteile fr√ľher zu W√ľrttemberg geh√∂rten und von dort ab 1534 die Reformation eingef√ľhrt wurde. Seit 1806 geh√∂ren die Orte zum Gro√üherzogtum, sp√§ter Freistaat Baden und kamen mit diesem 1952 zu Baden-W√ľrttemberg. Seit Anfang des 19. Jahrhunderts geh√∂ren die evangelischen Kirchengemeinden zum Kirchenbezirk Bretten der Evangelischen Landeskirche in Baden . Es sind dies die Kirchengemeinden Bahnbr√ľcken, Gochsheim (Baden), Menzingen (Baden), M√ľnzesheim, Oberacker, Ober√∂wisheim und Unter√∂wisheim. Daneben gibt es auch Gemeindeglieder, die Glieder einer Freikirche sind. Hierzu geh√∂ren die Evangelisch-methodistische Kirche (mit Kirchen in Menzingen, M√ľnzesheim und Unter√∂wisheim) und die Christliche Gemeinschaft Gochsheim, die zum M√ľlheimer Verband Freikirchlich-Evangelischer Gemeinden (MV) geh√∂rt. Ferner ist auch die Liebenzeller Gemeinschaft in Ober√∂wisheim und Unter√∂wisheim ans√§ssig. Auch die Neuapostolische Kirche ist im Stadtteil Unter√∂wisheim vertreten.

R√∂misch-katholische Kirchengemeinden gibt es in den ehemals zum F√ľrstbistum Speyer , seit 1803/06 zum Gro√üherzogtum Baden und somit zur sp√§teren Erzdi√∂zese Freiburg geh√∂rigen Orten Landshausen (sp√§ter mit Filiale Menzingen), Neuenb√ľrg (Baden) und Ober√∂wisheim sowie in M√ľnzesheim, wobei die letzt genannte Kirchengemeinde relativ jung ist. Sie alle bilden zusammen mit der Kirchengemeinde Elsenz (Stadt Eppingen) die Seelsorgeeinheit Elsenz-Kraichtal.

Politik

Die Stadt Kraichtal wird wie alle Kommunen in Baden-W√ľrttemberg von einem Gemeinderat und einem B√ľrgermeister verwaltet. Der Gemeinderat wird von der Bev√∂lkerung auf f√ľnf Jahre, der B√ľrgermeister auf acht Jahre gew√§hlt.

Der erste B√ľrgermeister der jungen Stadt war Berthold Zimmermann. Dieser wurde am 12. Dezember 1971 im 2. Wahlgang gew√§hlt und trat sein neues Amt am 14. Februar 1972 an. Nach 16 Amtsjahren verzichtete Zimmermann auf eine weitere Kandidatur. Daher wurde am 13. Dezember 1987 Horst Kochend√∂rfer als neuer B√ľrgermeister der Stadt Kraichtal gew√§hlt. Er trat am 13. Februar 1988 sein Amt an und wurde nach 8 Jahren f√ľr eine zweite und nach 16 Jahren (2003) f√ľr eine dritte Amtsperiode wiedergew√§hlt, die eigentlich erst im Fr√ľhjahr 2012 endet. V√∂llig unerwartet verstarb B√ľrgermeister Kochend√∂rfer jedoch am 27. November 2004 nach kurzer Krankheit. Eine vorgezogene Neuwahl war deshalb notwendig geworden. Unter insgesamt zehn Bewerbern wurde schlie√ülich am 20. M√§rz 2005 beim zweiten Wahlgang der bis dato amtierende B√ľrgermeister der Gemeinde Illingen (W√ľrttemberg) Ulrich Hintermayer zum neuen B√ľrgermeister gew√§hlt. Bis zu dessen Amtseinf√ľhrung am 4. Mai 2005 f√ľhrte B√ľrgermeister-Stellvertreter, Gemeinderat Bernward Hemberger, die Amtsgesch√§fte.

Wappen

Das Wappen der Stadt Kraichtal zeigt in Gold einen rotbewehrten und rot bezungten schwarzen Doppeladler, belegt mit einem silbernen Brustschild, darin eine neunbl√§ttrige, gr√ľnbesamte rote Rose mit gr√ľnen Kelchbl√§ttern. Die Stadtflagge ist Rot - Wei√ü. Das Wappen wurde der Stadt am 12. Januar 1973 durch das Innenministerium Baden-W√ľrttemberg verliehen.

Der Kraichgau war einst die am meisten von kleineren ritterschaftlichen Adelsherrschaften bestimmte Landschaft. Die Reichsritterschaft des Kraichgaus war seit dem Ende des Mittelalters in einem eigenen Ritterkanton zusammen geschlossen. Dieser Kanton f√ľhrte den doppelk√∂pfigen Reichsadler mit einem Brustschild, der einen Esel als Zeichen der mittelalterlichen Turniergesellschaft ‚ÄěMit dem Esel‚Äú enth√§lt. Dieses Wappen diente als Grundlage f√ľr das neue Wappen der Stadt Kraichtal. An die Stelle des Esels wurde die ebersteinische Rose gesetzt. Die Grafen von Eberstein, eine der bedeutendsten Familien im mittelbadischen Raum, hatten im hohen Mittelalter Besitz, Rechte oder die Lehnshoheit in sieben der heute zur Stadt Kraichtal geh√∂renden Orte.

Die Stadtteile Gochsheim und Oberacker f√ľhrten bereits die Rose in ihren Wappen. Im Hinblick auf die Zahl der Stadtteile wurde die eigentlich f√ľnfbl√§ttrige Rose in eine neunbl√§ttrige Rose umgewandelt. Die Stadtfarben Rot-Wei√ü leiten sich aus dem Brustschild ab, Bild (rote Rose) vor Feld (silber = wei√ü).

Städtepartnerschaften

Die Stadt hat keine offiziellen Städtepartnerschaften. Doch bestehen freundschaftliche Beziehungen zur etwa 4.300 Einwohner zählenden Gemeinde Menzingen im Kanton Zug in der Schweiz .

Wirtschaft und Infrastruktur

Die Stadt Kraichtal war lange Zeit √ľberwiegend von der Landwirtschaft gepr√§gt. Heute werden die Felder nur noch von sehr wenigen Landwirten bewirtschaftet.

In der Stadt sind auch einige mittelst√§ndischen Betriebe ans√§ssig. Viele Arbeitnehmer pendeln jedoch in die umliegenden St√§dte und Gemeinden (Bruchsal, Karlsruhe, Bretten, Oberderdingen und √Ėstringen).

Verkehr

Durch die Stadt f√ľhren weder Autobahnen noch Bundesstra√üen . Das Stadtgebiet wird daher nur durch Landesstra√üen und Kreisstra√üen erschlossen. Die n√§chsten Autobahnanschl√ľsse sind Bruchsal (ca. 17 km) auf die A 5 (Karlsruhe-Frankfurt), Sinsheim bzw. Sinsheim-Steinsfurt (ca. 24 km) auf die A 6 (Mannheim-Heilbronn) und Pforzheim-Nord (ca. 30 km) auf die A 8 (Karlsruhe-Stuttgart).

Der √Ėffentliche Personennahverkehr ( √ĖPNV ) wird vor allem durch die Kraichtalbahn bedient, die als S32 nach Karlsruhe verkehrt. Mit dieser Linie erreicht man in ca. 30-40 Minuten den Hauptbahnhof in Karlsruhe. Bahnh√∂fe bzw. Haltestellen im Stadtgebiet sind Menzingen, Bahnbr√ľcken, Gochsheim, M√ľnzesheim-Ost, M√ľnzesheim (Bahnhof), Ober√∂wisheim, Unter√∂wisheim (Bahnhof) und Unter√∂wisheim (Martin-Luther-Stra√üe). In den Stadtteilen Landshausen, Neuenb√ľrg und Oberacker gibt es Zubringer-Buslinien.

Persönlichkeiten

Ehrenb√ľrger

Am 26. August 1978 wurde die bereits 1971 von der damaligen Stadt Gochsheim verliehene Ehrenb√ľrgerw√ľrde an den Heimat- und Familienforscher Rudolf Herzer auf die Stadt Kraichtal √ľbertragen. Herzer war damit der erste Ehrenb√ľrger Kraichtals. Anl√§sslich seines 100. Geburtstages und 15. Todestages wurde im Dezember 2005 der Platz vor den beiden Museen im Stadtteil Gochsheim nach Rudolf Herzer benannt. Herzer war seit 1983 auch Tr√§ger des Bundesverdienstkreuzes und der st√§dtischen Verdienstmedaille. Er gab unter anderem 1968 das "Ortssippenbuch Gochsheim" heraus und war auch Mitverfasser des "Ortsippenbuchs Oberacker".

Söhne und Töchter der Stadt

Aus dem Stadtteil Unter√∂wisheim stammt der Dichter Friedrich Konrad Hiller (1651-1726), der das bekannte Kirchenlied ‚ÄěIch lobe dich von ganzer Seelen‚Äú dichtete.

Im Stadtteil Gochsheim wurde am 5. August 1792 Karl Benjamin Friedrich Scholl geboren. Er war von 1835 bis 1861 Direktor der Staatlichen Amortisationskasse in Karlsruhe und Gr√ľnder verschiedener sozialer und karitativer Organisationen. Seit 1833 war er Ehrenb√ľrger der Stadt Karlsruhe, wo er am 30. Oktober 1867 starb.

Kultur und Sehensw√ľrdigkeiten

Museen

  • Badisches B√§ckerei- und Museum im Stadtteil Gochsheim
  • Deutsches Zuckerb√§ckermuseum im Stadtteil Gochsheim
  • B√ľgeleisenmuseum im Stadtteil Gochsheim

Sehensw√ľrdigkeiten

  • Graf-Eberstein-Schloss Gochsheim; ehemalige Sommerresidenz der Grafen von Eberstein. Das Graf-Eberstein-Schlosss pr√§sentiert rund 100 Werke des 1979 verstorbenen Karlsruher K√ľnstlers Karl Hubbuch. Im Obergeschoss l√§sst sich die 1300 Exemplare weltgr√∂√üte B√ľgeleisenausstellung des Sammlers Heinrich Sommer bestaunen. Hier befindet sich auch die Krieger-Stiftung mit Werken des Theologen, Volkskundlers und Malers Dr. Carl Krieger sowie zahlreichen Rohrfederzeichnungen des K√ľnstlerin Margarethe Krieger. Abgerundet wird das Museum durch die Pr√§sentation der K√ľfer- und Schmiedewerkst√§tten.
  • Wasserschloss Menzingen (Ruine)
  • Schwanenburg in Menzingen
  • Schloss Unter√∂wisheim, ehemaliger Pfleghof des Klosters Maulbronn, heute Lebenshaus des CVJM
  • Alte Fachwerkh√§user in mehreren Stadtteilen, vor allem in M√ľnzesheim (Alte Schmiede)
  • Kirchen
    • St. Sebastians-Kirche Bahnbr√ľcken' (evang.): √§u√üerlich schlichtes einschiffiges Gotteshaus mit geradem Chorabschluss. Vermutlich wurde die Kirche im 15. Jh. als kleine Kapelle der in der Gegend beg√ľterten Freiherren von Reihen und Strahlenberg von Schriesheim erbaut und mit sog. Secco-Wandmalereien versehen, welche wohl im Zeitalter der Reformation √ľbert√ľncht wurden. Im 18. Jahrhundert wurde die Kapelle erweitert und auf der Westseite ein T√ľrmchen aufgesetzt. 1911 wurden die Wandmalereien wiederentdeckt und freigelegt. Die Malereien bedecken die Chor- und S√ľdwand und zeigen biblische Gestalten, Heilige, Bisch√∂fe und das M√§rtyrium Sebastians, von dem die Kirche ihren Namen hat, sowie ein wandhohes Bild der Mantelschaft Marias. 1929 wurde das T√ľrmchen an der Westseite abgebrochen, die Kirche nach Westen und nach Norden erweitert und an der Ostseite ein neuer Turm angebaut, in welchem im Erdgeschoss eine Sakristei eingerichtet wurde. Gleichzeitig wurde die Orgelempore an der Ostseite entfernt und die Orgel in den n√∂rdlichen Anbau eingebaut. Ende der 1960er Jahre erhielt die Kirche einen neuen Au√üenverputz, 1976 wurde die Heizung erneuert, 1978 die Sakristei im Turm saniert. 1983/84 wurde die Kirche innen renoviert. Dabei wurden die Wandmalereien fachgerecht restauriert bzw. aufgefrischt. 1986? erhielt die Kirche schlie√ülich eine neue Orgel, nachdem die bisherige Orgel durch die Innenrenovierung stark in Mitleidenschaft gezogen worden war. Anfang der 1990er Jahre wurde das Dach neu eingedeckt, dabei wurde auch der Turmhahn erneuert. Schlie√ülich erhielt die Kirche einen neuen Au√üenputz, so dass das Gotteshaus heute in neuem Glanz erstrahlt.
    • St. Martins-Kirche Gochsheim (evang.): nach Stadtbrand 1703 neu erbaut, im 18. Jh. erweitert; Westturm im Kern aus dem 13. Jh.
    • St. Martin Landshausen (kath.): Pfarrkirche 1331 erstmals erw√§hnt, heutige Kirche jedoch 1751 erbaut und 1911 umgebaut
    • Evangelische Kirche Menzingen: eine Nazariuskirche wird 770 erw√§hnt; heutige Kirche jedoch an anderer Stelle 1848 erbaut
    • St. Anna Menzingen (kath.): Filialkirche von Landshausen, erbaut 1958/59
    • St. Martins-Kirche M√ľnzesheim (evang.): die alte Kirche unterstand schon im 13. Jh. dem Patronat der Grafen von Eberstein; die heutige Kirche wurde jedoch 1856 neu erbaut.
    • St. Antonius M√ľnzeshe (kath.): erbaut 1963/65
    • St. Lukas Neuenb√ľrg (kath.): Als Marienkapelle im Schloss Neuenb√ľrg erbaut (vom restlichen Schloss ist aber kaum etwas mehr erhalten), 1468 zur Pfarrkirche erhoben und 1892 umgebaut. Der Glockenturm ist der ehemalige Burgturm.
    • St. Andreas-Kirche Oberacker (evang.): Chorturmkirche aus dem 14. Jh. mit Langhaus von 1775/76
    • Evangelische Kirche Ober√∂wisheim: urspr√ľnglich Mauritiuskirche, die nach der Reformation beiden Konfessionen diente; 1876 erbauten sich die Katholiken ihre eigene Kirche. Die bisherige geh√∂rte fortan den Evangelischen; 1970 wurde das Kirchenschiff abgebrochen und neu erbaut. Der gotische Westturm blieb erhalten.
    • St. Mauritius Ober√∂wisheim (kath.): 1876 neu erbaut; zuvor nutzten beide Konfessionen die alte Kirche
    • Kreuzkirche Unter√∂wisheim (evang.): eine alte Kirche zu Ehren der Dreifaltigkeit, Allerheiligen und des Hl. Kreuzes wird 1426 erw√§hnt. Die heutige Kirche wurde 1825 im Weinbrennerstil neu erbaut.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Kraichtaler Kirchenmusiktage j√§hrlich im Fr√ľhjahr
  • Museumsfest im Stadtteil Gochsheim
  • Schlosskonzerte im Stadtteil Gochsheim
  • Kunstausstellungen im Stadtteil Ober√∂wisheim
  • Stra√üenfeste und Vereinsfeste fast j√§hrlich in nahezu allen Stadtteilen
  • Weihnachtsmarkt im Stadtteil M√ľnzesheim an einem Adventswochenende
  • Anti-Fruschd Open Air alle zwei Jahre in Oberacker

Literatur

  • Kraichtal - Jahrbuch 1974, hrsg von der Stadtverwaltung Kraichtal
  • Kraichtal - Jahrbuch 1978, hrsg. von der Stadtverwaltung Kraichtal
  • Gedichte aus Kraichtal, hrsg vom Therapiezentrum M√ľnzesheim in Zusammenarbeit mit der Stadt Kraichtal, 1988
  • Kraichtal und seine Stadtteile zwischen vorgestern und gestern (Bildband), 1986 - 1995 (mehrere Auflagen)
  • Stadt Kraichtal - Im Herzen des Kraichgauer H√ľgellandes (Bildband), 1991 und 1994
  • Stadt Kraichtal - Einheit und Vielfalt (Bildband), 1996
  • Stadt Kraichtal - Einheit und Vielfalt in einer Landschaft zum Durchatmen (Bildband), 2002
  • Informationsbrosch√ľren der Stadt Kraichtal, 1979-2002 (mehrere Auflagen)

Weblinks

Wikipedia

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Kraichtal aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation . In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren des Artikels Kraichtal verfügbar.

fair-hotels. Ein Service der
VIVAI Software AG
Betenstr. 13-15
44137 Dortmund

Tel. 0231/914488-0
Fax 0231/914488-88
Mail: info@vivai.de
Url: http://www.vivai.de