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Letzte Änderung für Artikel Bad Wimpfen: 05.02.2006 19:41

Bad Wimpfen

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Wappen Karte
Wappen Bad Wimpfens Deutschlandkarte, Position von Bad Wimpfen hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Baden-W├╝rttemberg
Regierungsbezirk : Stuttgart
Landkreis : Heilbronn
Geografische Lage :
Koordinaten: 49┬░ 14' N, 09┬░ 10' O
49┬░ 14' N, 09┬░ 10' O
H├Âhe : 169 m ├╝. NN
Fl├Ąche : 19,38 km┬▓
Einwohner : 6.887 (31. Dezember 2004)
Bev├Âlkerungsdichte : 355 Einwohner je km┬▓
Ausl├Ąnderanteil : 10,8 %
Postleitzahl : 74206
Vorwahl : 07063
Kfz-Kennzeichen : HN
Gemeindeschl├╝ssel : 08 1 25 007
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathaus
74206 Bad Wimpfen
Offizielle Website: www.badwimpfen.de
E-Mail-Adresse: info@badwimpfen.org
Politik
B├╝rgermeister : Claus Brechter
Lage der Stadt Bad Wimpfen
im Landkreis Heilbronn
Postkarte von Wimpfen um 1897
Postkarte von Wimpfen um 1897
Silhouette der Stadt vom Neckar aus gesehen
Silhouette der Stadt vom Neckar aus gesehen
Blauer Turm und Rathaus (links)
Blauer Turm und Rathaus (links)
Bild aus Bad Wimpfen
Bild aus Bad Wimpfen
Bild aus Bad Wimpfen
Bild aus Bad Wimpfen
Marktplatz
Marktplatz
Der Blaue Turm
Der Blaue Turm
Bild aus Bad Wimpfen
Bild aus Bad Wimpfen

Bad Wimpfen ist eine Kurstadt am Neckar im Landkreis Heilbronn in Baden-W├╝rttemberg. Von 1803 bis 1945 war sie eine hessische Exklave , und ihre heutige staatsrechtliche Zugeh├Ârigkeit ist nicht endg├╝ltig gekl├Ąrt.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage und Stadtgliederung

Bad Wimpfen liegt am linken Ufer des Neckars n├Ârdlich von Heilbronn. Man unterscheidet zwei Teile, das ├Ąltere Wimpfen im Tal und das etwas westlich davon auf einem H├╝gel gelegene Wimpfen am Berg, wo sich seit dem Mittelalter das Stadtzentrum befindet. Zu Bad Wimpfen geh├Ârt auch der Teilort Hohenstadt.

Nachbargemeinden

Nachbarst├Ądte und -gemeinden Bad Wimpfens sind (im Uhrzeigersinn , beginnend im S├╝den): Heilbronn (Stadtkreis), Bad Rappenau, Offenau, Bad Friedrichshall, Untereisesheim und Neckarsulm. Bis auf Heilbronn geh├Âren alle zum Landkreis Heilbronn.

Geschichte

Erste Besiedlung durch die Kelten

Erste Siedlungsspuren auf der Gemarkung der heutigen Stadt Bad Wimpfen sind f├╝r die j├╝ngere Steinzeit und die Bronzezeit nachgewiesen. Eine alte V├Âlkerstra├če, die von Frankreich kommt, gabelt sich hier l├Ąngs der Jagst in Richtung N├╝rnberg und ├╝ber ├ľhringen zur Donau und wurde schon in vorgeschichtlicher Zeit begangen, was durch zahlreiche Funde dokumentiert wird.

Um 450 v. Chr. siedelten Kelten vom Stamm der Helvetier an Neckar, Kocher und Jagst im Raum Bad Wimpfen, auch die Neckarschwaben (Suebi Nicreti) werden von r├Âmischen Quellen nachgewiesen. Die Kelten gaben vermutlich den genannten Fl├╝ssen und der Siedlung Wimpfen ihre Namen. Wimpfen k├Ânnte nach dem deutsch-keltischen W├Ârterbuch von Oberm├╝ller (1872) eine keltische Wortsch├Âpfung aus uimpe (umwallt) und bin (Berg) sein und in etwa Wall am Berg bedeuten.

Kastell und bedeutende Stadt der R├Âmerzeit

Vermutlich im Jahre 98 n. Chr. sicherten die R├Âmer das unter Kaiser Domitian eroberte Gebiet in S├╝dwestdeutschland (das so genannte Dekumatland) durch den Neckar-Odenwald-Limes, ein System von Kastellen , die im Abstand von 12 bis 15 Kilometern angelegt wurden. Gegen├╝ber der Jagstm├╝ndung entstand so das Kastell Wimpfen im Tal. Wie bei den meisten Kastellen bildete sich bald eine umgebende zivile Siedlung, in der sich vor allem H├Ąndler und Handwerker ansiedelten.

Nach der Verlegung der Reichsgrenze zum Limes bei Jagsthausen unter Kaiser Antoninus Pius (138-161 n. Chr.), vermutlich im Jahre 159 n. Chr., verlor das Kastell seine milit├Ąrische Bedeutung.

Umso bedeutender war das r├Âmische Wimpfen im Tal als zivile Stadt. Es wurde Hauptort eines r├Âmischen Verwaltungsbezirks namens Civitas Alisinensium und als eine von wenigen R├Âmerst├Ądten im heutigen S├╝ddeutschland mit einer Stadtmauer und einem Graben gesch├╝tzt. Die ummauerte Fl├Ąche betrug etwa 19 Hektar, damit geh├Ârte Wimpfen zu den gr├Â├čten R├Âmerst├Ądten im heutigen Baden-W├╝rttemberg. Trotz dieser Bedeutung ist der lateinische Name von Wimpfen bis heute unbekannt.

Au├čerdem bestand hier eine h├Âlzerne Br├╝cke ├╝ber den Neckar, die erst im fr├╝hen Mittelalter durch Eisgang zerst├Ârt worden sein soll. Die Neckarbr├╝cken bilden bis in die Gegenwart im dicht besiedelten Neckartal wichtige Verkehrsknotenpunkte.

Entwicklung bis zum Mittelalter

Nach dem Abzug der R├Âmer beherrschten die Alamannen ab dem Jahre 259/260 n. Chr. das Neckarbecken. Unter ihnen folgte der allm├Ąhliche Verfall der meisten r├Âmischen Bauten, da die Germanen um diese Zeit noch nicht in Stein bauten und mit vielen r├Âmischen Bauwerken, etwa Badegeb├Ąuden (Thermen) und Wasserleitungen (Aqu├Ądukten), auch schlicht nichts anfangen konnten. Um 500 wurde Wimpfen fr├Ąnkisch. Mit der Besiedlung durch die Franken unter Chlodwig ging auch das Christentum einher, so dass die ├ťberreste der fr├╝hen christlichen Kirchen auf den ├ťberresten r├Âmischer Kultst├Ątten ebenfalls auf diese Zeit zur├╝ckdatieren.

Im 9. Jahrhundert n. Chr. gelangte Wimpfen in den Besitz der Bisch├Âfe von Worms. Zu dieser Zeit drangen die Ungarn in den Neckarraum vor und verw├╝steten die meisten der dortigen Siedlungen, darunter auch Wimpfen. Im Rahmen des anschlie├čenden Wiederaufbaus wurde auf den Ruinen der fr├Ąnkischen Kirche ein gr├Â├čerer, Petrus als Patron des Bistums Worms gewidmeter Kirchenneubau errichtet. ├ťber mehr als drei Jahrhunderte ├╝bten nun die dortigen Stiftsherren die geistliche Gerichtsbarkeit im mittleren und unteren Neckarraum zwischen Kirchheim und Heidelberg aus.

Marktrecht und Stauferpfalz

Durch eine Urkunde von Kaiser Otto I. gelangte Wimpfen im Jahr 965 in den Besitz des Marktrechts . Durch die verkehrsg├╝nstige Lage und den Sitz der Gerichtsbarkeit entwickelte sich der Marktflecken pr├Ąchtig. Der Wimpfener Talmarkt wird heute noch j├Ąhrlich begangen und geh├Ârt mit seiner ├╝ber 1000-j├Ąhrigen Geschichte zu den traditionsreichsten Marktveranstaltungen Deutschlands.

Im Jahr 1182 wird ein Aufenthalt Kaiser Friedrich Barbarossas in Wimpfen vermutet. Sein mittelalterliches, staufisches Reich wurde dezentral verwaltet. Die Staufer errichteten deswegen an vielen Orten ihres Reiches so genannte Kaiserpfalzen - gro├če, bewehrte Burganlagen, in denen die Kaiser Hof hielten und Recht sprachen. Die Stauferpfalz in Wimpfen wurde auf dem zum Kraichgau ansteigenden Bergr├╝cken oberhalb der Siedlung im Tal errichtet, wo sich zuvor nur eine unbedeutende kleinere Siedlung befunden hatte. Die Pfalz und die sie umgebende Siedlung wuchsen in der Folgezeit stark an, so dass das staufische Wimpfen am Berg rasch eine st├Ąrkere Bedeutung gewann, als die ungleich ├Ąltere Talstadt. Um das Jahr 1200 datieren die meisten der heute noch erhaltenen Bauten der Kaiserpfalz, so auch das Wahrzeichen der Stadt, der 58 Meter hohe Blaue Turm, der als westlicher Burgfried errichtet wurde und bis ins fr├╝he 20. Jahrhundert als Wachturm diente.

Die Stauferpfalz in Wimpfen ist die gr├Â├čte erhaltene Kaiserpfalz n├Ârdlich der Alpen. Stauferkaiser Heinrich VI. hat nachweislich mindestens drei Mal in Wimpfen Hof gehalten, Friedrich II. mindestens acht Mal. Aus dem Jahr 1235 ist das historische Aufeinandertreffen von Kaiser Friedrich II. mit seinem aufr├╝hrerischen Sohn Heinrich VII. in Wimpfen ├╝berliefert. Ebenfalls noch im 13. Jahrhundert veranlasste Richard von Deidesheim den Umbau der Stiftskirche im Stil der damaligen Zeit, der Gotik. Zur gleichen Zeit wurde in der Stadt auch ein Dominikanerkloster gegr├╝ndet sowie ein gro├čes Spital errichtet.

Mit dem Niedergang des Stauferreiches ging um das Jahr 1300 der Stand Wimpfens als Freie Reichsstadt einher, infolgedessen sich zahlreiche Handwerker hier niederlie├čen und auch das B├╝rgertum eine Bl├╝te erlebte. Das B├╝rgertum setzte eine Ratsverfassung f├╝r die Stadt durch, die beispielhaft f├╝r zahlreiche umliegende St├Ądte wurde. Zahlreiche Bauten der Stadt sind aus dieser Zeit erhalten.

Kaiser Friedrich III. verlieh der Stadt im Jahr 1487 das Recht, neben dem zu dieser Zeit bereits etwa 500 Jahre etablierten Talmarkt auch noch vor Weihnachten einen Markt, den damals so genannten Katharinenmarkt, abhalten zu d├╝rfen. Auch die Tradition dieses Weihnachtsmarktes wird bis in die Gegenwart fortgef├╝hrt.

Zeitalter der Reformation

Im 16. Jahrhundert war Wimpfen eine Hochburg der Reformation. In den Stadtarchiven und im Kirchengeschichtlichen Museum in der Pfalzkapelle sind Namen und Schriften ├Ârtlicher Reformatoren ├╝berliefert, deren wichtigster wohl Erhard Schnepf gewesen sein d├╝rfte, der von 1523 bis 1526 als evangelischer Prediger wirkte. Sein Zeitgenosse Heinrich Vogtherr verfasste in Wimpfen zahlreiche Reformationsschriften und -lieder. Obwohl die katholische Geistlichkeit vor Ort erbitterten Widerstand gegen die Reformatoren leistete, z├Ąhlen die Einwohnerlisten des Jahres 1588 nur noch etwa 30 Katholiken am Ort. Der protestantische Stadtrat vergab fortan Katholiken kein B├╝rgerrecht mehr, und die Kirchen der Stadt wurden der protestantischen Gemeinde ├╝bereignet oder aber von beiden Religionen genutzt, was insbesondere zu Auseinandersetzungen mit den Klosterherren und den Wormser Domherren f├╝hrte.

Drei├čigj├Ąhriger Krieg

Die religi├Âsen Auseinandersetzungen in der Stadt traten jedoch alsbald in den Hintergrund, als im Jahr 1622 unweit der Stadt die Truppen des kaiserlichen Generals Johann Tserclaes Graf von Tilly auf das Heer des Markgrafen Georg Friedrich von Baden trafen. Diese Schlacht bei Wimpfen war eine der bedeutendsten und blutigsten des Drei├čigj├Ąhrigen Krieges. Tilly hatte zuvor die Schlacht bei Wiesloch verloren und hatte sich mit seinem 15.000 Mann starken katholischen Heer quer durch das Kraichgau zum Neckar bei Wimpfen zur├╝ckgezogen. Der badische Markgraf folgte ihm mit 20.000 protestantischen Soldaten. Am 6. Mai 1622 trafen die verfeindeten Truppen zwischen Wimpfen, Biberach (heute zu Heilbronn geh├Ârend), Obereisesheim und Untereisesheim aufeinander. Diesmal fiel der Sieg an Tilly, wohl haupts├Ąchlich wegen der strategisch besseren Position seiner Truppen auf den H├Âhenz├╝gen. Binnen weniger Stunden hatten 5.000 Soldaten ihr Leben verloren, die Explosion des Munitionslagers der markgr├Ąflichen Truppen kostete weiteren Hunderten von Menschen das Leben.

Wimpfen wurde im weiteren Verlauf des Krieges mehrfach gepl├╝ndert, H├Ąuser und Felder wurden abgebrannt, und Krankheiten und Seuchen rafften die Bev├Âlkerung dahin. 1648, nach Ende des Krieges, war die Bev├Âlkerung auf ein Zehntel des Vorkriegsstandes reduziert. Viele pr├Ąchtige Bauten waren zerst├Ârt, und zur Sanierung bestehender Geb├Ąude oder f├╝r Neubauten wurden in der Folgezeit Teile der fr├╝heren staufischen Burganlagen abgetragen.

An den verheerenden Folgen des Drei├čigj├Ąhrigen Krieges hatte die verw├╝stete Stadt noch ├╝ber 150 Jahre zu leiden. Obwohl die Kelten im Neckarbecken schon in vorchristlicher Zeit Salz aus Sole gewonnen hatten, schlugen im fr├╝hen 18. Jahrhundert zun├Ąchst Versuche fehl, Salz in Salinen zu gewinnen. Es herrschte weiterhin bittere Armut. In dieser Zeit erfuhr Wimpfen finanzielle Unterst├╝tzung durch die Reichsstadt N├╝rnberg.

Aus dem Jahr 1783 wird von der Wimpfener Holzrevolution berichtet. Das Holz aus den umliegenden W├Ąldern stand den B├╝rgern bis dahin kostenlos zur Verf├╝gung. Um die Stadtkasse aufzubessern, sollte hierauf nun eine Abgabe erhoben werden, die die ebenfalls verarmten B├╝rger nicht erbringen konnten. Die daraus resultierenden Unruhen konnten nur durch ein starkes Aufgebot an Ordnungskr├Ąften unterdr├╝ckt werden. Im Jahr 1802 verlor Wimpfen schlie├člich das Attribut der Freien Reichsstadt und wurde 1803 Hessen-Darmstadt als Exklave zugesprochen. F├╝r Wimpfen ergab sich daraus eine ├Ąu├čerst komfortable Situation, da man sich 40 km jenseits der Grenze des Gro├čherzogtums nahezu autonom verwalten konnte. Mit Gr├╝ndung des Volksstaates Hessen 1919 wurde Bad Wimpfen Teil des Landkreises Heppenheim , welcher 1938 durch Zusammenlegung mit dem Landkreis Bensheim zum Kreis Bergstra├če wurde.

Solef├Ârderung und Kurbad

Im Jahr 1817 gelang in der Saline Ludwigshalle erstmals erfolgreich die Solef├Ârderung in Wimpfen. Au├čer als technischer Grundstoff f├╝r die beginnende Industrialisierung konnte die Sole auch therapeutisch genutzt werden, und so hat bereits 1835 das erste Kurhotel seine Pforten ge├Âffnet. Ein Zeichen der beginnenden wirtschaftlichen Prosperit├Ąt ist auch das 1836 errichtete neue Rathaus der Stadt. Trotz dieser neuen Perspektiven wurden viele staufische ├ťberreste der Stadt weiterhin abgerissen oder umgenutzt. Die damals bereits ├╝ber 600 Jahre alte Pfalzkapelle wurde z. B. im Jahr 1837 zu einer Scheune umgenutzt und sollte erst 70 Jahre sp├Ąter wieder in ihren urspr├╝nglichen Zustand zur├╝ckversetzt werden.

Nachdem in den 1860er Jahren die Bahnstrecke von Heilbronn nach Heidelberg und damit der Wimpfener Bahnhof 1868 in Betrieb genommen wurde, erfuhr der Kurbetrieb einen gro├čen Auftrieb. B├Ąder und Kureinrichtungen wurden nun kontinuierlich ausgebaut und f├╝hrten zu einer neuerlichen wirtschaftlichen Bl├╝te. Hier├╝ber berichtet beispielsweise auch Mark Twain in den Schilderungen seiner Europareise im Jahr 1867. Am 26. April 1930 erhielt die Stadt den offiziellen B├Ądertitel.

Den Zweiten Weltkrieg ├╝berstand die Stadt weitgehend unversehrt. Die Stadt bot durch ihre Unversehrtheit vielen Fl├╝chtlingen Unterkunft, so bezogen im Jahr 1947 aus Gr├╝ssau vertriebene Benediktinerm├Ânche die fr├╝here Ritterstiftskirche.

Zwischen Hessen und Baden-W├╝rttemberg

Am 19. September 1945 proklamierte die amerikanische Milit├Ąrregierung die Gr├╝ndung der L├Ąnder Gro├č-Hessen und W├╝rttemberg-Baden. Das hessische Bad Wimpfen war nun vollst├Ąndig von W├╝rttemberg-Baden umschlossen, und zwar vom badischen Landkreis Sinsheim und dem w├╝rttembergischen Landkreis Heilbronn. Am 26. November des Jahres verf├╝gten die Besatzungsbeh├Ârden, dass die Stadt k├╝nftig vom Kreis Sinsheim zu verwalten sei. Dies wurde vom ├Ârtlichen Befehlshaber und den ├Ârtlichen Beh├Ârden dahingehend verstanden, dass Bad Wimpfen nunmehr auch staatsrechtlich ein Teil W├╝rttemberg-Badens sei. Auch das Oberlandesgericht Stuttgart teilte am 6. M├Ąrz 1951 diese Auffassung.

In der Bev├Âlkerung, die sich teils traditionell Hessen, teils pragmatisch der nahen w├╝rttembergischen Kreisstadt Heilbronn zugeh├Ârig f├╝hlte, f├╝hrte die Umgliederung zu Missmut, und auch das Land Hessen selbst verlangte die R├╝ckgabe der Enklave. Daraufhin wurde am 29. April 1951 eine Volksabstimmung durchgef├╝hrt. In dieser sprachen sich nur 0.7% f├╝r den Verbleib im Landkreis Sinsheim aus, 41 % f├╝r die R├╝ckkehr nach Hessen, aber 57 % f├╝r eine Umgliederung in den Landkreis Heilbronn. Letzteres wurde am 1. Mai 1952 vollzogen.

Hessen beharrte trotz dieses Ergebnisses auf dem Standpunkt, dass Bad Wimpfen weiter zu seinem Staatsgebiet geh├Âre, erkl├Ąrte sich jedoch mit einer Verwaltung durch das inzwischen gegr├╝ndete Baden-W├╝rttemberg einverstanden. Somit ist die staatsrechtliche Zugeh├Ârigkeit bis heute nicht endg├╝ltig gekl├Ąrt. Bad Wimpfen ist aber de facto voll in die baden-w├╝rttembergische Verwaltungs- und Rechtsordnung integriert, und eine ├änderung der gegenw├Ąrtigen Situation wird von keiner Seite angestrebt.

In der katholischen Kirche geh├Ârt die Stadt aufgrund ihrer hessischen Vergangenheit noch heute als Exklave zum Gebiet des Bistums Mainz.

Gegenwart

Ev. Stadtkirche
Ev. Stadtkirche

In der Gegenwart beeindruckt Bad Wimpfen gleicherma├čen durch seine Kureinrichtungen, als auch durch seinen reichen Bestand an Bau- und Kunstdenkm├Ąlern aus zwei Jahrtausenden. Die historische Altstadt ist komplett denkmalgesch├╝tzt. Ein umfangreiches Sanierungsprogramm konnte ab 1976 zur Aufwertung der meisten historischen Geb├Ąude beitragen. Seit der Rezession der 1990er-Jahre geht jedoch die weitere Sanierung von Bau- und Kunstdenkm├Ąlern zumeist nur noch auf private Initiative zur├╝ck.

Religionen

Neben einer evangelischen und einer katholischen Kirchengemeinde sind in Bad Wimpfen noch die Neuapostolische Kirche und die Zeugen Jehovas vertreten. In den Geb├Ąuden des ehemaligen Ritterstiftes St. Peter im Tal ist seit 1947 die Benediktinerabtei Gr├╝ssau (ehemals aus Gr├╝ssau in Schlesien) untergebracht. Diese einzige Klostergemeinschaft im Landkreis Heilbronn besteht heute noch aus drei M├Ânchen (Stand: 2005).

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat von Bad Wimpfen hat nach der Kommunalwahl vom 13. Juni 2004 18 Mitglieder und setzt sich wie folgt zusammen: CDU/Freie W├Ąhler 9 Sitze, SPD 4 Sitze, Unabh├Ąngige B├╝rger (UB)/FDP 3 Sitze, Die Gr├╝nen/Offene Liste (GOL) 2 Sitze. Weiteres Mitglied des Gemeinderates und dessen Vorsitzender ist der B├╝rgermeister.

Wappen und Flagge

Blasonierung: In Gold der rotbewehrte schwarze Reichsadler , der waagerecht im Schnabel einen silbernen Schl├╝ssel h├Ąlt.

Die Stadtfarben sind Rot-Wei├č-Blau.

Der Adler war urspr├╝nglich Zeichen der Wimpfener Abh├Ąngigkeit vom Reich zu Stauferzeiten, ab dem 14. Jahrhundert dann das Symbol der freien Reichsstadt. Der Schl├╝ssel ist das Attribut des heiligen Petrus und als solcher die Wappenfigur des Bistums Worms. Er erinnert daran, dass die Staufer Wimpfen auf Wormser Grund erbaut hatten.

Im 19. Jahrhundert, nachdem Wimpfen hessisch geworden war, f├╝hrte die Stadt ein anderes Wappen: in der vorderen Schildh├Ąlfte ein halber Adler, in der hinteren Schildh├Ąlfte der gekr├Ânte hessische L├Âwe mit dem Wormser Schl├╝ssel in den Pranken. Im 20. Jahrhundert wurde wieder das alte Wappen verwendet.

St├Ądtepartnerschaften

Partnerstadt Bad Wimpfens ist seit 1967 Servian im D├ępartement H├ęrault im S├╝den Frankreichs . 1951 ├╝bernahm Bad Wimpfen zudem die Patenschaft f├╝r das fr├╝here Oedenburg (heute Sopron ) in Ungarn und bot damit den von dort Heimatvertriebenen eine neue geistige Heimat.

Kultur und Sehensw├╝rdigkeiten

Theater

Seit 2003 zeigen die Stauferpfalz-Festspiele Bad Wimpfen alle zwei Jahre Freilichttheater vor der historischen Kulisse der Altstadt.

Museen

Das Museum im Steinhaus ist in einem romanischen Geb├Ąude der ehemaligen Stauferpfalz untergebracht und zeigt Exponate zur Geschichte Bad Wimpfens und der Staufer . Ebenfalls der Wimpfener Geschichte widmet sich das Reichsst├Ądtische Museum im Alten Spital. Der Kirchengeschichte nimmt sich das Kirchenhistorische Museum in der Pfalzkapelle an.

Die Galerie der Stadt im Alten Spital und andere Galerien zeigen klassische und moderne Kunst. Weitere Museen sind das Deutsche Schutzengelmuseum und das Sammler- und Gl├╝cksschweinmuseum.

Bauwerke

Der Blaue Turm
Der Blaue Turm

Wichtigstes Baudenkmal Bad Wimpfens ist die zu Beginn des 13. Jahrhunderts erbaute staufische Kaiserpfalz , von der zahlreiche Einzelbauten erhalten sind. Wahrzeichen Bad Wimpfens ist der Blaue Turm, der Bergfried der Pfalz, auf dem seit 650 Jahren ununterbrochen ein T├╝mer residiert und der besichtigt werden kann. Neben dem Blauen Turm gibt es auch noch den Roten Turm, einen zweiten Bergfried. Weitere erhaltene Bauten sind u.a. die Pfalzkapelle, das Steinhaus und das Hohenstaufen- oder Schwibbogentor.

Die evangelische Stadtkirche Bad Wimpfens wurde ab dem 13. Jahrhundert im romanischen Stil erbaut und um 1520 als sp├Ątgotische Hallenkirche vollendet. Das Ritterstift St. Peter in Wimpfen im Tal, heute Sitz der Abtei Gr├╝ssau, geht vermutlich bis auf das 7. Jahrhundert zur├╝ck. Das jetzige Kirchengeb├Ąude wurde im 13. und 14. Jahrhundert erbaut.

Sport und Freizeit

In Bad Wimpfen gibt es ein Solebad und ein Mineral-Freibad.

Regelm├Ą├čige Veranstaltungen

Weit ├╝ber Bad Wimpfen hinaus bekannt sind der Wimpfener Talmarkt, ein seit dem Jahr 965 j├Ąhrlich veranstaltetes Volksfest, und der traditionsreiche, ebenfalls j├Ąhrlich veranstaltete Altdeutsche Weihnachtsmarkt in Wimpfen am Berg. Am letzten Augustwochenende eines jeden Jahres wird zudem der Zunftmarkt (fr├╝her Hafenmarkt) veranstaltet, ein Handwerks- und Kunsthandwerksmarkt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Einer der gr├Â├čten Arbeitgeber in Bad Wimpfen ist das Unternehmen Solvay Fluor GmbH, das hier mit ├╝ber 350 Mitarbeitern verschiedene Produkte der Fluorchemie herstellt, u.a. K├Ąltemittel und Treibgase .

Verkehr

Bad Wimpfen liegt an der Bahnstrecke Elsenztalbahn von Heilbronn nach Heidelberg und in der N├Ąhe der A 6 (Anschlussstelle Heilbronn/Untereisesheim).

Medien

├ťber das Geschehen in Bad Wimpfen berichtet die Tageszeitung Heilbronner Stimme in ihrer Ausgabe NM, Nord-Mitte.

Bildung

In Bad Wimpfen gibt es eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule mit insgesamt etwa 380 Sch├╝lern und das Hohenstaufen-Gymnasium mit ├╝ber 900 Sch├╝lern aus Bad Wimpfen und den angrenzenden St├Ądten und Gemeinden nordwestlich von Heilbronn.

Gesundheit

Das von der SRH -Gruppe betriebene Gesundheitszentrum Bad Wimpfen (ehemalige Kurklinik) betreut mit ├╝ber 200 Mitarbeitern im Jahr etwa 4800 Patienten.

Literatur

  • Fritz Arens, Reinhold B├╝hrlen: Wimpfen ÔÇô Geschichte und Kunstdenkm├Ąler. Verein Alt-Wimpfen, Bad Wimpfen 1991
  • G├Âtzfried, Franz (Hg.): Salz und Sole in Wimpfen. Beitr├Ąge zur Wimpfener Stadt- und Salinengeschichte. Bad Wimpfen 2002

S├Âhne und T├Âchter der Stadt

  • Carl Friedrich Fulda (* 13. September 1724, ÔÇá 11. Dezember 1788 in Ensingen), Theologe
  • Ignaz von Beecke (* 23. Oktober 1733, ÔÇá 2. Januar 1803 in Wallerstein), Komponist und Pianist
  • Prof. Friedrich Quack (* 22. September 1934), Richter am Bundesgerichtshof a.D.

Weblinks

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