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Letzte Änderung für Artikel Steinheimer Becken: 14.02.2006 15:35

Steinheimer Becken

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Das Steinheimer Becken
Das Steinheimer Becken

Das Steinheimer Becken ist ein durch einen Meteoriteneinschlag entstandener Impaktkrater im baden-w√ľrttembergischen Landkreis Heidenheim, in dem die Gemeinde Steinheim am Albuch angesiedelt ist.

Inhaltsverzeichnis

Aussehen

Das Steinheimer Becken ist von nahezu kreisrunder Form, mit einem mittleren Durchmesser von etwa 3,5 Kilometer. Im Zentrum des Beckens ragt ein H√ľgel, der Klosterberg, rund 50 Meter hoch √ľber den heutigen Kraterboden auf, w√§hrend der Kraterboden selbst rund 100 Meter unterhalb der umgebenden Hochfl√§chen der schw√§bischen Alb liegt.

Panoramaaufnahme des Steinheimer Beckens, aufgenommen vom s√ľdlichen Kraterwall. Am Kraterboden im Vordergrund befindet sich der Steinheimer Ortsteil Sontheim, dahinter ist der Klosterberg zu sehen, der den Zentralberg des Kraters darstellt.
Panoramaaufnahme des Steinheimer Beckens, aufgenommen vom s√ľdlichen Kraterwall. Am Kraterboden im Vordergrund befindet sich der Steinheimer Ortsteil Sontheim, dahinter ist der Klosterberg zu sehen, der den Zentralberg des Kraters darstellt.

Entstehung

Das Steinheimer Becken entstand vor etwa 15 Millionen Jahren beim Einschlag eines sch√§tzungsweise etwa 150 Meter gro√üem Meteoriten mit einer Geschwindigkeit von etwa 20 Kilometern pro Sekunde (72.000 km/h). Dabei wurde explosionsartig eine Energie von etwa 1018 Joule (entsprechend etwa 18.000 Hiroshima-Bomben ) frei, was zu einer immensen Verw√ľstung weiter Teile der Ostalb f√ľhrte. Es entstand zun√§chst ein Krater mit einer Tiefe von rund 200 Meter, in dessen Zentrum das zur√ľckfedernde Gestein einen etwa 100 Meter hohen Zentralberg bildeten. Litauen Litauen

Nach dem Einschlag bildete sich ein Kratersee, der später verlandete und durch das Wental entwässert wurde. Die in den bis zu 50 Meter mächtigen Seesedimenten gefundenen Fossilien lassen den Schluss zu, dass das Steinheimer Becken zeitgleich mit dem rund 40 Kilometer weiter nordöstlich gelegenen Nördlinger Ries im so genannten Ries-Ereignis entstanden ist. Demnach handelte sich bei dem kosmischen Körper, dessen Einschlag die beiden Krater hinterließ, um einen Asteroiden , der von einem kleineren Mond begleitet wurde.

Geologie und Paläontologie

Brekzie aus zertr√ľmmerten Kalkstein am s√ľdlichen Kraterrand des Steinheimer Beckens.
Brekzie aus zertr√ľmmerten Kalkstein am s√ľdlichen Kraterrand des Steinheimer Beckens.

Der Kraterwall besteht aus verschobenen und verkippten Jura - Kalkschollen . Teilweise sind die Kalke auch zertr√ľmmert und bilden eine Brekzie aus unterschiedlich gro√üen, kantigen Bruchst√ľcken. Bohrungen haben gezeigt, dass auch der Kraterboden unterhalb der Seesedimente mit Brekzien gef√ľllt ist, die aus Gesteinsmaterial bestehen, das beim Einschlag hochgeschleudert wurde, und danach in den Krater zur√ľck gefallen ist (R√ľckfallbrekzie). Der Zentralberg besteht aus √§lteren Jura-Kalken, die bei ungest√∂rter Lagerung au√üerhalb des Kraters erst in etwa 300 Metern Tiefe anzutreffen sind.

Strahlenkalk aus dem Steinheimer Becken.
Strahlenkalk aus dem Steinheimer Becken.

Im Kalkgestein des Zentralberges wurden auch sogenannte Strahlenkalke gefunden. Diese Oberfl√§chenstrukturen entstehen beim Durchgang der Druckwelle des Impakts durch das Gestein. Strahlenkalke wurden um 1905 weltweit erstmals im Steinheimer Becken erkannt und beschrieben, allerdings ohne dass ihre Entstehung erkl√§rt werden konnte. Heute sind sie auch aus zahlreichen anderen irdischen Kratern bekannt und gelten als eindeutige Indikatoren f√ľr einen Impakt .

Die Seesedimente sind reich an Fossilien aus dem Mioz√§n , so dass das Steinheimer Becken zu den bedeutendsten Fundstellen f√ľr dieses Erdzeitalter gilt. Neben zahlreichen Funden von Wirbeltieren (darunter Fische , Reptilien , V√∂gel und S√§ugetiere ) sind die Sedimente vor allem wegen der massenhaft gefundenen Geh√§use von Schnecken bekannt. Im Jahr 1862 untersuchet der Pal√§ontologe Franz Hilgendorf die im Steinheimer Becken gefundenen fossilen Schnecken und stellte dabei fest, dass sich die Geh√§useform von den √§lteren Sedimentschichten zu den j√ľngeren langsam ver√§nderte. Die Schneckenfunde wurden damit zur ersten Best√§tigung der 1859 von Charles Darwin postulierten Evolutionstheorie . Litauen Litauen

Im Steinheimer Ortsteil Sontheim liegt das 1978 er√∂ffnete Meteorkrater-Museum , das auch Ausgangspunkt f√ľr einen geologischen Wanderweg durch das Steinheimer Becken ist.

Literatur

  • E. P. J. Heizmann, W. Reiff: Der Steinheimer Meteorkrater. Verlag Dr. Friedrich Pfeil, M√ľnchen, 2002. ISBN 3-89937-008-2
  • C. R. Mattm√ľller: Ries und Steinheimer Becken. Ferdinand Enke Verlag, Stuttgart, 1994. ISBN 3-432-25991-3
  • D. St√∂ffler, N. A. Artemieva, E. Pierazzo: Modeling the Ries-Steinheim impact event and the formation of the moldavite strewn field., in Meteoritics and Planetary Science, Vol. 37, 2002, S. 1893-1907

Weblinks

Commons: Steinheim Basin ‚Äď Bilder, Videos oder Audiodateien


Koordinaten: 48¬į 41‚Ä≤ 12" N, 10¬į 3‚Ä≤ 54" O

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Wikipedia

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