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Letzte Änderung für Artikel Lichtenwald (Schurwald): 03.02.2006 16:23

Lichtenwald (Schurwald)

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Wappen Karte
Deutschlandkarte, Position von Lichtenwald hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Baden-W├╝rttemberg
Regierungsbezirk : Stuttgart
Landkreis : Esslingen
Geografische Lage :
Koordinaten: 48┬░ 45ÔÇ▓ N, 09┬░ 29ÔÇ▓ O
48┬░ 45ÔÇ▓ N, 09┬░ 29ÔÇ▓ O
H├Âhe : 467 m ├╝. NN
Fl├Ąche : 10,81 km┬▓
Einwohner : 2.512 (31. Dez. 2004)
Bev├Âlkerungsdichte : 232 Einwohner je km┬▓
Ausl├Ąnderanteil : 5,3 %
Postleitzahl : 73669
Vorwahl : 07153
Kfz-Kennzeichen : ES
Gemeindeschl├╝ssel : 08 1 16 037
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstra├če 34
73669 Lichtenwald
Offizielle Website: www.lichtenwald.de
E-Mail-Adresse: post@lichtenwald.de
Politik
B├╝rgermeisterin : Lucia Maria Herrmann

Lichtenwald ist eine Gemeinde auf dem Schurwald im Landkreis Esslingen, an der Landstra├če L1151 zwischen Reichenbach an der Fils (4 km) und Schorndorf (7 km) gelegen. Lichtenwald besteht aus den beiden Ortsteilen Hegenlohe und Thomashardt, deren Zusammenschluss 1971 erfolgte. Hegenlohe wurde erstmalig im Jahr 1173 und Thomashardt im Jahr 1324 urkundlich erw├Ąhnt.

Inhaltsverzeichnis

Gliederung und Geografie

Lichtenwald besteht aus den beiden Ortsteilen Hegenlohe und Thomashardt, ca. 66 % der Gemarkung besteht aus Wald.

Der Ortsteil Hegenlohe liegt auf dem bewaldeten Osthang (unter den Einheimischen auch Heuberg genannt) des Reichenbachtals und ist wie das auf dem H├Âhenrand angesiedelte Thomashardt von den Mischw├Ąldern des Schurwaldes umgeben. Das Gemeindegebiet erstreckt sich von 342 bis 480 Meter H├Âhe.

Auf dem H├Âhenweg (ein Wanderweg vom B├╝rgerzentrum zum Naturfreundehaus) hat man bei guter Sicht ein wundersch├Ânes Panorama auf die Alb und die davor gelegenen Gebiete. In s├╝dwestlicher Richtung ergibt sich eine Fernsicht von ca. 50km, in ├Âstlicher von ca. 30 km.

360┬░ Panorama beim Wasserreservoir Hegenlohe, H├Âhenweg
360┬░ Panorama beim Wasserreservoir Hegenlohe, H├Âhenweg


Klima

Das Klima in Lichtenwald gestaltet sich etwas rauher als im Filstal. Im Tagesverlauf kann ein Temperaturunterschied von 1-3 ┬░C im Vergleich zum Tal auftreten. Abends nimmt dieser ab, im Sommer kann sogar, da nach Sonnenuntergang die warme Luft aus dem Tal aufsteigt, eine Umkehrung des Effektes beobachtet werden. Allgemein ist es in Lichtenwald windiger als im Tal, da die Orte auf einem Bergr├╝cken liegen. Im Winter liegt wie auf dem ganzen Schurwald ├Âfters und l├Ąnger Schnee als im Fils-, Neckar- oder Remstal. Aufgrund der Berglage und (fast) freier Sicht in West und Ost kann man in Lichtenwald nahezu die komplett m├Âgliche Sonnenscheindauer nutzen.

Geologie

Der geologische Aufbau Lichtenwalds, wie auch der Gro├čteil des restlichen Schurwaldes l├Ąsst sich folgenderma├čen beschreiben:

  • Der H├Âhenr├╝cken Lichtenwalds besteht aus einer sehr schmalen Zone (20-25m) Schwarzen Juras oder (unterem) Lias alpha. Dieser setzt sich wiederum aus einer Schicht von Verwitterungsprodukten wie dunkler Lehme , Tone und Sand zusammen, darunter finden sich u.a. der hellgraue Angulaten-Sandstein und nochmals tiefer (aber nicht mehr sichtbar, da verborgen unter Hangschutt) die Psilonoten-Schichten. Die Liasb├Âden sind, abgesehen von ihren steinigen R├Ąndern, gute Ackerb├Âden.
  • Die weiteren Schichten geh├Âren zum Keuper. Unter der Schicht Lias alpha beginnt eine 2-3 m m├Ąchtige Schicht R├Ąt (dunkel-tonig-mergelig, aber nur schwer zu erkennen).
  • Der tonige Knollenmergel schlie├čt sich als 20-30 m m├Ąchtige Schicht dem R├Ąt an und ist sofort als etwa 50-300 m breites, buckliges Wiesengel├Ąnde, zwischen den ├äckern oben und dem Waldrand unten auszumachen.
    Blick auf Thomashardt in Richtung Norden
    Blick auf Thomashardt in Richtung Norden
    Der Knollenmergel bietet keine gute Baugrundlage und neigt bei Regen zum Aufquellen, die zu Rutschungen f├╝hren k├Ânnen (typische Folgen der Bodenbewegungen sind die vielen schr├Ąg gestellten oder mit einem Knick im unteren Bereich des Stammes zum Licht wachsenden B├Ąume; wird auch als Kr├╝ckstockwuchs oder S├Ąbelwuch bezeichnet, int. drunken trees).
  • Die unterste Schicht des Schurwaldes besteht aus Stubensandstein (Mittlerer Keuper) mit einer Schichtm├Ąchtigkeit von 90-100 m. Diese Formation besteht gr├Â├čtenteils aus Sandsteinb├Ąnken, in die sich zahlreiche B├Ąche eingeschnitten haben.

Tektonik : Die geologischen Schichten im Schurwald fallen allgemein vom Nordwesten nach S├╝dosten um etwa 0,5-1┬░ ein. Des Weiteren stellt das heutige Filstal im Raum Reichenbach-Plochingen eine Bruchzone dar, verursacht durch extreme Spannungen. Durch das Absinken der Zone liegen z.B. in Reichenbach Stubensandstein-Schichten 50-70 m tiefer als n├Ârdlich der Bruchlinie. Die Spannungen sind bis heute nicht abgeklungen, wodurch sich ein tektonisches Erdbeben vom August 1940 erkl├Ąren l├Ąsst, dessen Epizentrum etwa 10 km unter Hegenlohe lag (zwar verursachte es keine Sch├Ąden, war aber dennoch auf dem ganzen Schurwald zu sp├╝ren).

Geschichte

Lichtenwald ab 1971

Die Gemeinde Lichtenwald entstand am 1. Januar 1971 durch den freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbst├Ąndigen Gemeinden Hegenlohe und Thomashardt. In einem B├╝rgerentscheid am 13. Dezember 1970 stimmten bei hoher Wahlbeteiligung mehr als 90 % der W├Ąhler f├╝r den Zusammenschluss.

Lichtenwalder B├╝rgerzentrum
Lichtenwalder B├╝rgerzentrum

Der Name Lichtenwald stammt vom ÔÇ×lichten WaldÔÇť ab, eine Bezeichnung die schon im Jahr 1555 in alten Forstlagerb├╝chern des Forstamts Schorndorf, unter Bezugnahme auf die Gemeinden Hegenlohe und Thomashardt auftauchte. Auch die Teilnamen Lohe und Hardt f├╝hren auf die Begriffe Weidewald bzw. lichter Wald zur├╝ck. Die z├╝ndende Idee f├╝r die Namensgebung hatte letztendlich der alteingesessene B├╝rger Hermann Roos aus Thomashardt. Weitere, aber abgelehnte Vorschl├Ąge waren: Hegenhardt, Thomaslohe, Schlichtenwald, Hohenlau, Schurdorf, Langgehren und Langrain.

  • Anfang 90er: Das Rathaus und der Dorfplatz in Thomashardt werden neu gestaltet.
  • 1996: K├╝nstlerische Gestaltung des Thomashardter Wasserturms. Das einheimische K├╝nstlerehepaar Heinze hat im oberen Bereich ein buntes Keramikfliesen- Mosaik in Wassertropfenform angebracht. ├ťber 55.000 DM wurden durch Spenden von Einzelpersonen, aus Benefizveranstaltungen und von Sponsoren aus der Wirtschaft aufgebracht.
  • 1998: Einweihung des Jugendhauses bei der Grundschule. Mit Hilfe Jugendlicher und Eltern wurde die ehemalige Hausmeisterwohnung umgebaut. Bei der Gestaltung der Au├čenanlagen wirkte ein weiteres mal das K├╝nsterehepaar Heinze mit.
  • 2000: Fertigstellungen des B├╝rgerzentrums. Feuerwehr, Bauhof und ein B├╝rgersaal f├╝r Vereine und kulturelle Veranstaltungen, aber auch private Nutzungen, sind seit Oktober in dem neuen B├╝rgerzentrum untergebracht.
  • 2003: Der neue Sportplatz ist nach vielen Schwierigkeiten bespielbar.
  • 2004: Die VHS Lichtenwald gliedert sich als eine der ersten Gemeinden aus der VHS Esslingen erfolgreich aus.
  • Zukunft: Zukunftsprojekte sind eine neue Sporthalle, ein Freizeit- und Spielbereich s├╝dlich der Grundschule, sowie die Ortskernsanierung in Hegenlohe. F├╝r die Schaffung einer Ortsmitte in Hegenlohe ist durch die Aufnahme in das Landessanierungsprogramm der erste Schritt getan.

Hegenlohe

Das H├Âfle, Urkern von Hegenlohe
Das H├Âfle, Urkern von Hegenlohe

Hegenlohe wurde erstmals unter dem Namen Haginilo am 26. April 1173 erw├Ąhnt, als Papst Calixtus III. die Liegenschaften des Klosters Sankt Blasien (S├╝dschwarzwald) in Hegenlohe best├Ątigte. Die Vogtei hatten bis 1364 die Herz├Âge von Teck. Sp├Ąter wurde die Vogtei ├╝ber Hegenlohe an die Grafen von W├╝rttemberg ├╝bergeben, welche diese unter anderem an die Esslinger Familie Holdermann verlieh. 1457 fiel die Vogtei wieder zur├╝ck an die W├╝rttemberger, die den Ort dann dem Amt (seit 1806 Oberamt) Schorndorf zuwiesen. Die Gemeinde geh├Ârt seit der Gebietsreform von 1938 dem Landkreis Esslingen an. Bis 1379 bestand auf Hegenloher Markung die um 1140 genannte Siedlung Ritzisweiler. Eine weitere Siedlung namens Witzenweiler existierte bis vor den Drei├čigj├Ąhrigen Krieg.

Thomashardt und Hegenlohe bildeten stets eine Gesamtkirchengemeinde. Um 1700 begann die Gemeinde Hegenlohe einen eigenen Schulunterricht einzuf├╝hren, zuvor mussten die Schulpflichtigen Kinder (nur Jungen, M├Ądchen erst ab 1739) den Unterricht in Thomashardt und Hohengehren absolvieren.

Heiligkreuz Kirche

Eine Ecclesia (eher Kapelle ) wurde erstmals 1173 urkundlich erw├Ąhnt. Die heutige Sakristei wurde nach 1200 erbaut, das gerippte Kreuzgew├Âlbe erst viel sp├Ąter eingezogen. Die evangelische Pfarrkirche Zum heiligen Kreuz, welche auf einem felsigen H├╝gelsporn fu├čt, wurde wohl 1479 vollendet, wobei der Innenraum ├╝ber die Jahrhunderte mehrmals Ver├Ąnderungen unterzogen war, zuletzt 1955. Der steinerne Tischaltar stammt wahrscheinlich noch aus der ersten Kapelle, an der Nordwand befindet sich eine gotische Taufnische und im flachgedeckten Schiff wieder an der Nordwand eine sp├Ątgotische Sakramentnische (von 1479). Das h├Âlzerne Altarkruzifix wurde um 1520 von unbekannter Hand geschnitzt und 1955 restauriert. Eine wahrscheinlich erste Orgel war schon um 1700 vorhanden, die heutige stammt von 1835.

Der Kirchturm ist 29 m hoch, ruht zweiseitig auf einer starken, freitragenden, mittelalterlichen Eichenkonstruktion und wurde 1809 in den oberen zwei Stockwerken nebst Turmdach v├Âllig neugebaut. Die erste gro├če Glocke aus dem Jahr 1501, gegossen vom Esslinger Glockengie├čer Sydler und fast 300kg schwer, musste 1949 aufgrund eines Sprungs umgegossen werden. Zuvor wurde sie im zweiten Weltkrieg beschlagnahmt und nach Esslingen abtransportiert, 1947 aber wieder zur├╝ckgegeben. Eine kleine Glocke wurde letztmals 1832 umgegossen, 1917 im ersten Weltkrieg eingeschmolzen und 1922 durch eine neue ersetzt. Eine dritte Glocke, die Taufglocke, wurde 1949 angeschafft. Die Glocken ert├Ânen in e-g-a (gro├če Glocke - kleine Glocke - Taufglocke).

Thomashardt

Hegenloher Heiligkreuz Kirche mit Dorflinde
Hegenloher Heiligkreuz Kirche mit Dorflinde

Thomashardt tauchte erstmals in einer Urkunde vom 18. November 1324 in der Namensform Dagemanshart auf. Ein Teil des Ortes befand sich bis 1333 im Besitz der Grafen von Aichelberg, ein anderer bis 1367 im Besitz der Herz├Âge von Teck. Sp├Ąter besa├čen die Grafen von W├╝rttemberg die jeweiligen Rechte. Der dritte Teil des Dorfes geh├Ârte ab 1268 dem Kloster Adelberg an, das seine Vogteirechte 1362 an W├╝rttemberg ├╝bergab. Die Grundherrschaft selbst ├╝bte das Kloster bis zum Jahr 1535 aus. Seit 1453 geh├Ârte die Gemeinde zum Amt Schorndorf und ab 1938 zum Landkreis Esslingen.

Thomashardt besa├č bis ins Jahr 1966 weder eine Pfarrei noch ein Kirchengeb├Ąude, 1965/66 wurde dann die Auferstehungskirche gebaut. Der Bildungsbereich entwickelte sich fr├╝her als in Hegenlohe, ein Schulgeb├Ąude wurde 1812 gebaut, das auch als Rathaus benutzt wurde.

Gemeinsame Geschichte vor 1971

Bereits vor dem Jahr 1971 gab es viele parallelen zwischen Thomashardt und Hegenlohe.

  • Hegenlohe, Thomashardt, Schlichten und Baiereck gr├╝ndeten im Jahr 1819 eine Gesamtgemeinde und verloren damit ihre Selbst├Ąndigkeit (Sitz in Thomashardt). Nach dem Ausscheiden von Baiereck und Schlichten aus dem Verbund, trennten sich die beiden verbliebenen Teilorte am 29. September 1825 und fanden so ihre Selbst├Ąndigkeit wieder.
  • Zugeh├Ârigkeit beider Gemeinden zum Schlichter Waldgericht (bestand zwischen 1560 und 1819)
  • Zusammenschluss von Thomashardt und Hegenlohe zu einem Schulverband. 1962 wurde ein Schulgeb├Ąude an der Markungsgrenze errichtet indem sich heute die Grundschule findet.

Wappen

Offizielle Blasonierung: ÔÇ×In Gold (gelb) ├╝ber einem gr├╝nen Dreiberg eine nach unten gerichtete rote Buche mit gr├╝nem Stilansatz und nach oben weisendem gr├╝nen Blatt, am Stil schr├Ąg gekreuzt mit einer nach unten gerichteten roten Eichel mit gr├╝nem H├╝tchen und nach oben weisendem gr├╝nen Blatt.ÔÇť

Das neue Wappen konnte erst ab dem 13. Dezember 1971 gef├╝hrt werden (fast ein Jahr nach der Gr├╝ndung Lichtenwalds). Ein zuvor ausgerufener Wettbewerb in der Gemeinde brachte keine brauchbaren Ergebnisse f├╝r das Wappen, wichtige Anregungen kamen aber von der Archivdirektion Stuttgart. Zur Wappendeutung hei├čt es von der Fachbeh├Ârde: ÔÇ×Das Wappen enth├Ąlt vereinfacht dargestellte Bestandteile der beiden mit dem Zusammenschluss erloschenen fr├╝heren Ortswappen. Diese Bestandteile, ein Eichenblatt mit Eichel f├╝r Hegenlohe und ein Buchenblatt mit Buchel f├╝r Thomashardt, sind in der Art eines schr├Ąg gestellten Vierpasses miteinander verbunden und sollen so auf die erzielte Gemeinsamkeit der beiden Gemeindeteile hinweisen. Gleichzeitig l├Ą├čt sich dieses von der Schurwaldflora abgeleitete Motiv mit dem neuen Gemeindenamen in Verbindung bringen. Der Gr├╝ne Dreiberg erinnert im neuen Wappen, ebenso wie in den beiden fr├╝heren, an die topografische Lage der Gemeinde im Bereich des Schurwalds.ÔÇť

Ausblick in Richtung S├╝dwesten bei Thomashardt
Ausblick in Richtung S├╝dwesten bei Thomashardt

Einwohnerentwicklung

Lichtenwald ab 1971

Die Einwohnerzahl ist innerhalb von 30 Jahren von 1.512 im Jahr 1971 auf 2.572 Einwohner im Jahre 2004 angewachsen, wovon 1.360 Personen auf den Ortsteil Hegenlohe und 1.212 auf den Ortsteil Thomashardt entfallen. Als Folge der starken Bev├Âlkerungsentwicklung mussten neue Wohngebiete geschaffen und viele neue Stra├čen mit Ver- und Entsorgungsleitungen gebaut werden. Im Jahre 1999/2000 wurde das Misch- und (eingeschr├Ąnkte) Gewerbegebiet Ummerles H├Ąule III in Hegenlohe erschlossen. In den n├Ąchsten Jahren sollen weitere Baugebiete in beiden Ortsteilen dazukommen.

Hegenlohe

Zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert entwickelte sich der Ort nur sehr langsam. Gr├╝nde hierf├╝r sind zum einen die geografische Lage, zum anderen die verheerenden Kriege. Die Einwohnerzahl stieg von 40 Einwohnern nach dem Drei├čigj├Ąhrigen Krieg auf ca. 80 im Jahr 1702. Im 19. Jahrhundert schwankte die Gemeinde zwischen 278 und 371 B├╝rger. Aufgrund der Fl├╝chtlinge nach dem zweiten Weltkrieg machte die Einwohnerzahl einen Sprung von 30 % auf 411 Personen (von 316 im Jahr 1939). Bis 1961 wuchs die Gemeinde um 14 % auf ca. 468 B├╝rger.

Thomashardt

Thomashardt z├Ąhlte stets mehr Gemeindemitglieder als Hegenlohe, wobei die prozentualen Schwankungen mit Hegenlohe ├╝bereinstimmten. Im 19. Jahrhundert z├Ąhlte die Gemeinde zwischen 309 und 414 Einwohner. Nach Beendigung des zweiten Weltkrieges wuchs die Bev├Âlkerung um 32 % auf 433 Personen (von 327 im Jahr 1939). Bis 1961 erh├Âhte sich die Einwohnerzahl um 20 % auf 545.

Wirtschaft und Infrastruktur

Geschichtliches

Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts stellte die Landwirtschaft und die Waldnutzung die Haupteinnahmequelle f├╝r die Einwohner beider Gemeinden dar, auch die K├Âhlerei fand Einzug. Handwerker befriedigten den ├Ârtlichen Bedarf. Die beiden M├╝hlen im Reichenbachtal waren ├╝ber Jahrhunderte die gr├Â├čten Gewerbebetriebe. Zum einen gab es die Bannm├╝hle f├╝r Getreide, zum anderen die ├ľlm├╝hle, die sp├Ąter als Knochenm├╝hle und heute als S├Ągem├╝hle eingesetzt wird.

Rathaus in Thomashardt
Rathaus in Thomashardt

Seit 1930 nimmt die Besch├Ąftigung in der Landwirtschaft kontinuierlich ab. Die meisten Einwohner pendeln nun zur Arbeit in die St├Ądte (1987 arbeiteten 79,6 % der 1.172 Erwerbst├Ątigen aus Lichtenwald in den St├Ądten im Neckar- und Filstal). In Hegenlohe z.B. nahm die Zahl der Wohngeb├Ąude zwischen 1945 und 1969 um 150 % zu. Die Infrastruktur (wie Wasserversorgung und die Kanalisation) konnte Aufgrund der besseren Einkommensverh├Ątnisse und dem dadurch steigenden Steueraufkommen in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts deutlich verbessert und ausgebaut werden. Durch den Ausbau der Wanderwege wurde auch die M├Âglichkeit zur Naherholung stark gef├Ârdert. Somit wandelte sich das heutige Lichtenwald von zwei Bauernd├Ârfern zu einer lebhaften Wohngemeinde.

Aktuell

Die ans├Ąssigen Betriebe bieten in Lichtenwald ca. 130 Arbeitspl├Ątze, davon ist die Gemeinde der gr├Â├čte Arbeitgeber. Somit ist Lichtenwald schwerpunktm├Ą├čig Wohn- und Auspendlergemeinde. Wenige landwirtschaftliche Gro├čbetriebe und Nebenerwerbsbetriebe bewirtschaften den ca. 286 ha landwirtschaftlich nutzbaren Boden.

Einkaufsm├Âglichkeiten im Ort selbst gibt es nur wenige. In Thomashardt befindet sich eine B├Ąckerei, des Weiteren verkehrt regelm├Ą├čig ein fahrender B├Ącker in Hegenlohe. In den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts fand sich in jedem Ortsteil noch ein ÔÇ×Tante-EmmaÔÇť-Laden, die aber wegen Unwirtschaftlichkeit geschlossen werden mussten. Auch zwei Bankfilialen (Volksbank und KSK Esslingen-N├╝rtigen) mussten ihre Pforten schlie├čen; in Thomashardt findet sich noch eine kleine Nebenstelle der KSK Esslingen mit Geldautomat und Kontoauszugsdrucker . Auch aufgrund des reichhaltigen Angebots an Waren und Dienstleistungen in den unmittelbaren Nachbargemeinden (wie Reichenbach a.d.F.) sind Lebensmittelgesch├Ąfte im Ort kaum ├╝berlebensf├Ąhig. Dennoch k├Ânnen bei den einheimischen Landwirten Obst, Gem├╝se, Wurstwaren und frische Milch eingekauft werden.

Gemeinderat und Politik

Der Gemeinderat der Gemeinde Lichtenwald besteht aus insgesamt 13 Mitgliedern. Neben der B├╝rgermeisterin Lucia Maria Herrmann sind die Freien Unabh├Ąngigen W├Ąhler (FUW) mit 6, die SPD/Freien W├Ąhler ( SPD / FW ) mit 3, die CDU mit 2 Mitgliedern, die Liste f├╝r Familien, Umwelt, Kultur und Sport (FUKS) mit einem Mitglied vertreten.

Die Gemeinderatswahl 2004 konnte die Kr├Ąfteverh├Ąltnisse nicht ver├Ąndern. Die SPD/FW musste zwar mehr als f├╝nf Prozent der Stimmen an die Gr├╝nen abgeben, trotzdem konnten die Gr├╝nen, die nach einer l├Ąngeren Pause wieder antraten, keinen Platz im Gemeinderat verbuchen.

Bei der letzten Gemeinderatswahl wurden folgende Personen gew├Ąhlt:

k├╝nstlerisch gestalteter Wasserturm in Thomashardt
k├╝nstlerisch gestalteter Wasserturm in Thomashardt
  • FUW: Margarete Graser (1. stellv. B├╝rgermeisterin), Bruno Haug, Karl Honecker, Rolf Roos, Lothar Pfizenmaier, Dr. Werner Schips
  • SPD/FW: Karin Heuberg (2. stellv. B├╝rgermeisterin), Manfred Hoppe, Wimar Klein
  • CDU: Andreas M├╝ller, Gerhard Brucker
  • FUKS: Werner Kiepfer

Aktuelle (Ende 2005) Themen der Gemeindepolitik sind:

  • Erschlie├čung des Neubaugebiets "Hohenrain/Gassen├Ącker"
  • Ausbau der Wasserversorgung (Bau eines Hochbeh├Ąlters f├╝r ca. 800.000 Eur)

Wahlergebnisse

Jahr
Partei
Bundestag
2002
Bundestag
2005
CDU 39,8% 37,9%
SPD 35,7% 30,4%
Gr├╝ne 10,4% 9,8%
FDP 8,9% 13,3%
Die Linke. - 3,4%
REP 1,3% 2,0%
PBC 0,6% 0,5%
NPD 0,2% 0,8%
Wahlbeteiligung 89,2% 87,78%

Die Gemeinde Lichtenwald konnte bei den letzten Wahlen immer eine sehr gute Wahlbeteiligung verzeichnen. Zur Bundestagswahl 2005 hatte Lichtenwald mit 87,78 % z.B. die sechst h├Âchste Wahlbeteiligung aller Gemeinden in Baden-W├╝rttemberg.

Kultur und Sehensw├╝rdigkeiten

Trotz der eher bescheidenen Gr├Â├če existiert in Lichtenwald ein beschauliches Kulturprogramm. Im Jahr 2003 gab es ca. 8.000 Besucher, mehr als die H├Ąlfte von au├čerhalb. Die ortsans├Ąssigen K├╝nstler pr├Ągen entscheidend das Kulturprogramm, sowie das Gemeindebild. Der Wasserturm ist hierf├╝r bestes Beispiel, sorgte er doch mit seinem Keramikfliesen-Mosaik f├╝r Aufsehen weit ├╝ber den Landkreis hinaus. Das Kulturprogramm steht jedes Jahr unter einem anderen Motto, 2004 handelten die Themen von Eduard M├Ârike und der EU-Erweiterung . So kam es z.B. im Juni 2004 zu einer internationalen Intarsien-Ausstellung mit K├╝nstlern aus Frankreich , Polen , Tschechien und Russland .

Bekannte K├╝nstler im und aus dem Ort sind der Schauspieler Ernst Specht, der Pianist Martin Pillwein, seine Frau und K├╝nstlerin Carmen Pillwein, der Intarsienk├╝nstler Eberhard Scheihing, das K├╝nstlerehepaar Angie und Ren├ę Heinze, die Pianistin Gunhilde Cramer, die Sopranistin Constanze Seitz, der K├╝nstler Dieter Meyer-Jacobi, der Bildhauer Bertram Seitz oder der Jongleur Andreas Wittig.

Volkshochschule Lichtenwald

Die VHS Lichtenwald gliederte sich, aufgrund der prek├Ąren Finanzlage der Gemeinde, im Jahr 2003/04 mit Erfolg aus dem Solidarverband der VHS Esslingen aus und ist nun in die Gemeindeverwaltung integriert. Finanziell gesehen sind die Sachkosten gedeckt, nicht jedoch die Personalkosten. Die VHS in Lichtenwald steht nicht nur f├╝r den reinen Unterricht, sondern integriert zudem einen kompletten Kulturbetrieb und ein Kinderprogramm. Im ersten Semester nahmen ca. 3.000 Personen am Programm teil, viele davon aus dem Raum Waiblingen, G├Âppingen und Esslingen.

Sehensw├╝rdigkeiten und Naturdenkmale

Lindenallee mit 38 B├Ąumen bei Thomashardt
Lindenallee mit 38 B├Ąumen bei Thomashardt
  • Evangelische Pfarrkirche (vollendet 1479) mit Pfarrhaus und Pfarrscheuer in Hegenlohe
  • Dorf linde neben der Kirche in Hegenlohe, etwa um 1800 gepflanzt, 3,2m Umfang, 20m hoch
  • Sch├Ânbr├╝ckles eiche ca. 800 m ├Âstlich von Hegenlohe im Wald, ├╝ber 330 Jahre alt, 4,3m Umfang, etwa 45 m hoch
  • Lindenallee bei Thomashardt mit (noch) 38 B├Ąumen, die etwa 30 m hoch und 170 Jahre alt sind
  • k├╝nstlerisch gestalteter Wasserturm in Thomashardt mit einer ersteigbaren Plattform und einer herrlichen Fernsicht auf die Alb, vom Hohenstaufen bis zum Hohenzollern.
  • der im Rahmen der Dorfsanierung neu gestaltete Dorfplatz mit Rathaus in Thomashardt
  • Backh├Ąusle (neben der Kirche in Hegenlohe) aus dem Jahr 1867
  • Naturfreundehaus bei Hegenlohe im Wald

Vereine, Institutionen und Veranstaltungen

Vereine und Institutionen

Folgende Vereine und Institutionen finden sich in Lichtenwald:

  • TC Lichtenwald
  • TSV Lichtenwald e.V.
  • Lichtenwald e.V.
  • Freiwillige Feuerwehr Lichtenwald
  • Volkshochschule Lichtenwald
  • Evangelische Kirchengemeinde Lichtenwald
  • Kirchenchor Lichtenwald
  • Gesangverein "Frohsinn" Lichtenwald
  • Posaunenchor
  • CDU-Ortsverband Lichtenwald]
  • SPD Ortsverein Lichtenwald]
  • Sozialverband VdK Ortsverband Lichtenwald
  • BdS Gewerbeverein Lichtenwald e. V.
  • Obst- und Gartenbauvereine e. V. Lichtenwald
  • Naturfreunde-Ferienheim Schurwaldhaus e.V.

Veranstaltungen

Regelm├Ą├čige j├Ąhrliche Gro├čveranstaltungen in Lichtenwald sind:

  • Theaterauff├╝hrungen der Theaterabteilung des TSV-Lichtenwald im Januar in der Gemeindehalle
  • Der Lichtenwalder Halbmarathon fand erfolgreich am 19. M├Ąrz 2005 zum vierten mal statt. Die L├Ąuferanzahl betrug ca. 550 Personen. Im Jahr 2006 wird der n├Ąchste Lichtenwalder Halbmarathon stattfinden.
  • Vatertagshocketse vom Wanderverein Edelwei├č an der Lindenallee
  • Sonnwendfeier am Naturfreundehaus
  • Wanderveranstaltung am Int. Volkswandertag vom Wanderverein Edelwei├č im Juli
  • ├ľkumenisches Gemeindefest
  • mehrere Ausstellungen des Kleintierz├╝chtervereins
  • Konzerte des Kirchenchors und des Gesangvereins Frohsinn
  • unz├Ąhlige Vortr├Ąge im Rahmen der VHS Lichtenwald

Literatur

Es existiert folgende Literatur ├╝ber Lichtenwald, bzw. Hegenlohe und Thomashardt:

  • Manfred Langhans: Hegenloher Heimatbuch. 1969
  • Manfred Langhans: Der Schurwald: Land u. Leute einst u. jetzt. 2. Aufl. Kohlhammer, Stuttgart, ISBN 3-17-005680-8 , 1980
  • Lichtenwald, Hegenlohe und Thomashardt, Bilder aus vergangenen Tagen. Bildband, Geiger-Verlag, Horb a.N. 1985
  • Friedrich Karl Reu├č (Hrsg.): So ebbes!, Anekdoten aus Hegenlohe, Thomashardt und Schlichten. Zusammengetragen von Gemeinde Lichtenwald, Schneider Verlag, Hohengehren 2004, ISBN 3-89676-843-3

Nachbargemeinden

Folgende Gemeinden liegen in unmittelbarer N├Ąhe zu Lichtenwald:

Weblinks

   
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Wikipedia

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