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Letzte Änderung für Artikel Comburg: 16.02.2006 08:53

Comburg

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Die Comburg ist ein ehemaliges Kloster der Benediktiner . Sie liegt heute auf dem Gebiet der Stadt Schw├Ąbisch Hall im n├Ârdlichen Baden-W├╝rttemberg.

Comburg 1917
Comburg 1917

Inhaltsverzeichnis

Lage

Auf einem Umlaufberg des Kochertals s├╝d├Âstlich von Schw├Ąbisch Hall, oberhalb des Teilorts Steinbach.

Geschichte

Kloster

Die Grafen von Comburg-Rothenburg stifteten um 1078 ein der Di├Âzese W├╝rzburg unterstehendes Benediktinerkloster an der Stelle ihrer Burg , in das einer der Gr├╝nder, Graf Burkhard, als M├Ânch eintrat. Die ersten M├Ânche kamen aus Brauweiler (Rheinland-Pfalz) im Rheinland, doch zwischen 1086 und 1088 wurde ein M├Ânch aus Hirsau zum Abt berufen, so dass Comburg ab diesem Zeitpunkt zu den Kl├Âstern der Hirsauer Reform zu rechnen ist. Neben der Grafenfamilie unterst├╝tzten auch deren Verwandte und Nachbarn die Gr├╝ndung. Der Mainzer Ministeriale Wignand stiftete dem Kloster so gro├če Besitzungen, dass er als weiterer Klosterstifter angesehen wurde.

Nach einer auch an zahlreichen Bauten abzulesenden Bl├╝tezeit kam es im 13. Jahrhundert zu einem Niedergang des Klosters, der 1326 zu einem konkursartigen wirtschaftlichen Zusammenbruch f├╝hrte. Hinzu kamen innere Spannungen und Streitigkeiten zwischen Abt und Konvent um die Nutzung der Klosterg├╝ter. In der zweiten H├Ąlfte des 14. Jahrhunderts besserte sich die Lage wieder. Die wirtschaftliche Gesundung ging jedoch einher mit einer Aufweichung der Ordensregeln.

Die Schutzvogtei lag bis zu deren Aussterben bei der Stifterfamilie, fiel 1138 an die Staufer und wurde 1254 von den Schenken von Limpurg beansprucht. Das Kloster konnte diese Anspr├╝che jedoch abwehren und blieb weiter unter k├Âniglicher Vogtei. 1318 / 1319 ├╝bertrug Ludwig der Bayer diese an die Reichsstadt Schw├Ąbisch Hall. 1484 fiel die Vogtei als Reichslehen an den Bischof von W├╝rzburg, der die Schenken von Limpurg als Unterv├Âgte einsetzte.

Stift

Da die Comburger M├Ânche nur aus dem Adel stammten, stie├čen die Reformbem├╝hungen des Benediktinerordens im 15. Jahrhundert auf Widerstand. Der Konvent weigerte sich, Nichtadlige aufzunehmen und seine Lebensweise der strengen Ordensregel anzupassen. Auf sein Betreiben hin und mit der Unterst├╝tzung des Bischofs von W├╝rzburg wurde das Kloster 1488 in ein adliges Chorherrenstift ( Kollegiatstift ) umgewandelt und erlebte im 16. Jahrhundert unter dem Propst Erasmus Neustetter ( 1551 - 1594 ) eine neue Bl├╝tezeit.

Die Aufhebung des Stifts durch K├Ânig Gustav II. Adolf von Schweden und Schenkung an seinen Obersten Bernhard Schaffalitzky von Muckendell w├Ąhrend des Drei├čigj├Ąhrigen Krieges blieb eine Episode. Unter Wilhelm Ulrich von Guttenberg ( 1695 - 1736 ) entstanden die Neue Dekanei und der barocke Neubau der Stiftskirche, der die romanische Kirche ersetzte.

Besitzungen

Besitz erhielt Comburg zun├Ąchst von der Stifterfamilie, sp├Ąter von Adelsfamilien der Umgebung. Der Hauptteil des Besitzkomplexes lag s├╝dlich und ├Âstlich des Klosters, weiter entfernt waren die Propsteien Gebsattel (bei Rothenburg ob der Tauber), Nussbaum (bei H├Âchstberg, Landkreis Heilbronn) und Stein (bei Ingelfingen, Hohenlohekreis).

Schon im 13. Jahrhundert kam es zu einem deutlichen Verm├Âgensr├╝ckgang, der sich durch das Fehlen eines starken Schutzvogts und innere Spannungen fortsetzte. Im 15. und 16. Jahrhundert musste Comburg umfangreiche Besitzungen verkaufen. Unter der alleinigen Herrschaft des Stifts verblieben lediglich die Orte Steinbach, Hausen an der Rot, Gro├čallmerspann und Gebsattel.

Alle anderen Besitzungen lagen in Kondominaten , in denen die comburgische Obrigkeit auf die eigenen G├╝ter beschr├Ąnkt war. Kirchenpatronate bildeten einen wichtigen Bestandteil der Herrschaftsrechte, die Reformation konnte Comburg aber nur in den vier Orten verhindern, in denen es die Ortsherrschaft besa├č. In den anderen Patronatspfarreien musste das katholische Stift evangelische Pfarrer ernennen. Rekatholisierungsversuche wurden zwar w├Ąhrend des Drei├čigj├Ąhrigen Krieges unter dem Schutz bayerischer Truppen unternommen, mussten aber nach deren Abzug aufgegeben werden.

Nach der S├Ąkularisierung

1802 lie├č Friedrich I. von W├╝rttemberg das Reichsstift Comburg besetzen und 1803 aufheben. Der Kirchenschatz wurde in der Ludwigsburger M├╝nze eingeschmolzen, die wertvolle Bibliothek mit zahlreichen mittelalterlichen Handschriften befindet sich heute in der W├╝rttembergischen Landesbibliothek in Stuttgart.

1817 bis 1909 diente die Comburg als Garnison f├╝r das aus dienstunf├Ąhigen Soldaten gebildete Ehreninvalidenkorps. 1926 entstand hier eine der ersten Heimvolkshochschulen in W├╝rttemberg, die im Zeichen der Reformp├Ądagogik der 1920er Jahre stand. Sie wurde 1936 aufgel├Âst. W├Ąhrend der Zeit des Nationalsozialismus diente die Comburg als Bauhandwerkerschule, als Standort der Hitler-Jugend , des Reichsarbeitsdiensts sowie eines Kriegsgefangenenlagers . Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs diente sie kurzfristig zur Unterbringung von befreiten Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen (ÔÇ× Displaced Persons ÔÇť). Seit 1947 ist die Comburg Standort einer Staatlichen Akademie f├╝r Lehrerfortbildung.

Sehensw├╝rdigkeiten

Obwohl einige Geb├Ąude im 19. Jahrhundert abgebrochen wurden, bietet die Comburg ein weitgehend erhaltenes Ensemble von Bauten des 11. bis 18. Jahrhunderts .

Die gesamte Klosteranlage wird von einer Ringmauer mit Wehrt├╝rmen aus dem 16. Jahrhundert umschlossen, die der Gesamtanlage einen wehrhaften, burgartigen Charakter verleiht. Hinter dem inneren Torbau, der von der romanischen Michaelskapelle gekr├Ânt wird, liegt die ÔÇ×Alte DekaneiÔÇť mit Museumscaf├ę und Informationszentrum. Unbekannt ist die Funktion der gegen├╝ber liegenden Erhardskapelle, einem zweist├Âckigen romanischen Sechseckbau vom Ende des 13. Jahrhunderts . Man vermutet in ihm eine Heilig-Grab-Kapelle. Im Innern finden sich Fresken aus der Zeit der Romanik und der Renaissance .

Den heutigen Bau der Stiftskirche St. Nikolaus, eine barocke Hallenkirche, errichtete der W├╝rzburger Baumeister Joseph Greissing 1706 - 1715 an der Stelle einer 1088 geweihten romanischen Basilika unter Beibehaltung der drei sp├Ątromanischen T├╝rme. Vom Vorg├Ąngerbau erhalten sind ein Antependium (Vorderwand eines Altars), um 1130 , aus vergoldetem Kupferblech und der gro├če Radleuchter aus vergoldetem und versilbertem Kupferblech, ebenfalls um 1130, mit 15,77 m Umfang, der das himmlische Jerusalem darstellt, sowie der Stiftersarkophag um 1180 . Hervorhebung verdienen auch der barocke Hochaltar des W├╝rzburger K├╝nstlers Balthasar Esterbauer von 1713 / 1717 sowie der Peter und Pauls-Altar von Michael Kern ( 1650 ).

Der schlichte romanische Kreuzgang wurde 1965 teilweise rekonstruiert. Hinter dem S├╝dfl├╝gel liegt der nach der Adelsfamilie der Schenken von Limpurg als Schenkenkapelle bezeichnete, romanische Kapitelsaal mit zahlreichen Grabdenkm├Ąlern ab dem fr├╝hen 13. Jahrhundert . Teil der Alten Abtei ist der Kaisersaal mit romanischen Arkadenfenstern .

Die meisten Bauten der Comburg werden von der Landesakademie f├╝r Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen sowie durch das katholische Pfarramt genutzt und sind deshalb nicht oder eingeschr├Ąnkt zu besichtigen.

Kleincomburg

Lage

S├╝dlich der Comburg auf einer Anh├Âhe oberhalb des Schw├Ąbisch Haller Teilorts Steinbach.

Geschichte

Die Kleincomburg wurde angeblich um 1108 von Graf Heinrich von Comburg-Rothenburg gegr├╝ndet. Gegen die Theorie, es habe sich um ein Frauenkloster gehandelt, sprechen bauliche Gegebenheiten wie die f├╝r Frauenkl├Âster untypische Basilikaform oder das Fehlen einer Nonnenempore. Eine andere Theorie (Eberhard Hause) besagt, dass die Kirche zu einem Witwensitz der Grafenfamilie geh├Ârte. Seit dem 13. Jahrhundert war sie Standort einer Propstei des Klosters Comburg. 1424 ist eine solche letztmals erw├Ąhnt. 1684 ├╝berlie├č Comburg die Kleincomburg dem Kapuzinerorden , der erst ein Hospiz, 1713 ein Kloster einrichtete, das 1802 von W├╝rttemberg aufgehoben wurde. Nach einem Zwischenspiel als Franziskanerinnenkloster ( 1861 - 1867 ) ist die Anlage seit 1877 Au├čenstelle der Justizvollzugsanstalt Schw├Ąbisch Hall. Die Kirche wird nicht mehr f├╝r Gottesdienste genutzt.

Sehensw├╝rdigkeiten

Von der urspr├╝nglichen Anlage hat sich nur die Kirche St. ├ägidius erhalten, eine kreuzf├Ârmige, romanische Basilika von kurz nach 1100 in schlichtem Hirsauer Stil. In der Kuppel der Apsis und im Chorgew├Âlbe befinden sich Wandgem├Ąlde, die 1878 /79 auf Grundlage alter Spuren wiederhergestellt wurden. St. ├ägidius ist die einzige weitgehend unverf├Ąlscht erhaltene romanische Kirche in der Region. Die Klostergeb├Ąude des 18. Jahrhunderts gelten als k├╝nstlerisch unbedeutend und k├Ânnen nicht besichtigt werden.

Literatur

  • Eberhard Hause: Die Komburgen: ihre Bauwerke, Baumeister und Bauherren, Weinsberg 1981
  • Gabriele Kleiber: Gro├č- und Kleincomburg. Hrsg. Staatliche Schl├Âsser und G├Ąrten Baden-W├╝rttemberg in Zusammenarbeit mit der Staatsanzeiger f├╝r Baden-W├╝rttemberg GmbH, Berlin 1999, ISBN 3422030611
  • Rainer Joo├č: Kloster Komburg im Mittelalter. Studien zur Verfassungs-, Besitz- und Sozialgeschichte einer fr├Ąnkischen Benediktinerabtei (Forschungen aus W├╝rttembergisch Franken; Bd. 4), Sigmaringen 1987 (2. Aufl.), ISBN 3799576290
  • Elisabeth Schraut (Hrsg.): Die Comburg: Vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert. Ausstellung im H├Ąllisch-Fr├Ąnkischen Museum und auf der Comburg, Neue Dekanei, 13. Juli bis 5. November 1989 (Kataloge des H├Ąllisch-Fr├Ąnkischen Museums Schw├Ąbisch Hall; Bd. 3), Sigmaringen 1989, ISBN 3799533036

Weblinks

Wikipedia

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