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Letzte Änderung für Artikel Wilhelm II. (Deutsches Reich): 18.02.2006 16:11

Wilhelm II. (Deutsches Reich)

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Wilhelm II., mit vollem Namen Friedrich Wilhelm Albert Victor Prinz von Preußen , (* 27. Januar 1859 in Berlin; † 4. Juni 1941 in Haus Doorn, Niederlande ) entstammte der Dynastie der Hohenzollern und war von 1888 bis 1918 der letzte Deutsche Kaiser und König von Preußen.

Wilhelm II.

Inhaltsverzeichnis

Überblick: Bedeutung und Wirkung Wilhelms II. als deutscher Kaiser, Wilhelminismus

Als Kaiser prÀgte Wilhelm II. den Zeitgeist der deutschen Gesellschaft am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts wie kaum ein anderer Monarch vor ihm. Die Periode seiner 30 Jahre wÀhrenden Regentschaft (von 1888 bis 1918) wurde noch zu seinen Lebzeiten nach ihm benannt, und gilt bis heute im historisch-gesellschaftspolitischen Kontext als die wilhelminische Epoche Deutschlands .

Hervorstechende Merkmale dieser Zeit im Deutschen Reich waren die Vorlieben und Ambitionen des Kaisers, die sich auf breite Kreise, vor allem des konservativen BĂŒrgertums ĂŒbertrugen. Dazu gehörten wesentlich das Streben nach nationalem Prestige und die Versuche, das Reich in den Rang einer Weltmacht zu erheben. Eng verbunden mit diesem Anspruch war die unter Wilhelm II. forcierte massive AufrĂŒstung Deutschlands, vor allem der Hochseeflotte (vgl. Kaiserliche Marine ), die in ein WettrĂŒsten insbesondere gegen Großbritannien , der damals vorherrschenden Seemacht , mĂŒndete. Dies wiederum fĂŒhrte zusammen mit der unter Wilhelm II. massiver vorangetriebenen Kolonialpolitik in Afrika und der SĂŒdsee sowie verschiedenen internationalen Krisen, in die das Reich verwickelt war (unter anderem KrĂŒgerdepesche 1896, Boxeraufstand 1900 in China , Marokko-Krisen 1905/06 und 1911, Daily-Telegraph-AffĂ€re 1908) zu einer Destabilisierung der internationalen Lage und lieferte zumindest strukturell einen Beitrag zur Entwicklung, die den Ausbruch des 1. Weltkriegs begĂŒnstigte.

Die Vorliebe Wilhelms fĂŒr militĂ€rischen Prunk , die sich beispielsweise in zahlreichen Paraden zu den unterschiedlichsten AnlĂ€ssen ausdrĂŒckte, fĂŒhrte auch gesamtgesellschaftlich zu einer Überbetonung des MilitĂ€rs und militĂ€rischer Hierarchien - bis hinein ins zivile Leben der deutschen Gesellschaft, in der fĂŒr eine berufliche Laufbahn - nicht nur im Verwaltungsapparat - die Ableistung des MilitĂ€rdienstes und der militĂ€rische Rang eines Menschen von entscheidender Bedeutung war.

Der wirtschaftliche Aufschwung Deutschlands wĂ€hrend Wilhelms Regentschaft, verbunden mit technologischen , naturwissenschaftlichen und industriellen neuen und bahnbrechenden Entwicklungen beinhaltete auch eine vom Kaiser mit getragene allgemein verbreitete Technik - und FortschrittsglĂ€ubigkeit , vor der nahezu alles machbar schien. Dem gegenĂŒber stand eine zunehmende Saturiertheit , die die Stimmung der Gesellschaft atmosphĂ€risch prĂ€gte und bei der der Wechsel zwischen energischem Beginnen und fast apathisch scheinendem RĂŒckzug bei ausbleibendem schnellen Erfolg wiederum wie ein Spiegelbild der CharakterzĂŒge des Kaisers wirkte. Eigenschaften Wilhelms, die bereits wĂ€hrend seiner Regentschaft manisch-depressive ZĂŒge als psychiatrische Diagnose nahelegten.

Wilhelm II. bestimmte sowohl die Innen - als auch Außenpolitik des Reiches wesentlich stĂ€rker als sein Großvater Wilhelm I. Jedoch entglitten ihm die ZĂŒgel der Macht vor dem Einfluss seiner wechselnden Berater, je lĂ€nger er regierte. Im Urteil der meisten Historiker waren Wilhelms politische Entscheidungen im Überblick oft widersprĂŒchlich und letztlich unberechenbar. Seiner zunĂ€chst arbeiterfreundlichen Sozialpolitik standen spĂ€tere rigorose, gewaltsame Methoden zur Niederschlagung von Streiks und anderen Unruhen der sozialististichen Arbeiterbewegung gegenĂŒber, nachdem er hatte feststellen mĂŒssen, dass die Sympathien der Arbeiter fĂŒr die von ihm bis zum Beginn des 1. Weltkriegs als „vaterlandslose Gesellen“ verachtete, antimonarchistisch eingestellte Sozialdemokratie durch seine Politik nicht kleiner, sondern grĂ¶ĂŸer geworden waren. Wilhelms Weltmachtambitionen und seine diplomatisch unsensible Rhetorik trugen zu einer anhaltenden Destabilisierung der internationalen politischen Lage bei. Er zerstörte das durch den von ihm entlassenen Reichskanzler Bismarck aufgebaute komplexe BĂŒndnissystem vor allem durch eigene NachlĂ€ssigkeit und trug damit langfristig zur außenpolitischen Isolierung des Reiches bei, wobei am Ende nur noch die Habsburgermonarchie Österreich-Ungarn als VerbĂŒndeter ĂŒbrig blieb.

Obwohl Wilhelm II. den 1. Weltkrieg nicht bewusst anstrebte, war es sein außenpolitisch wenig bedachtes Verhalten, das den Weg in den Krieg begĂŒnstigte; vor allem durch die UnterstĂŒtzung von Österreichs kriegsauslösendem Ultimatum gegen Serbien - trotz Wilhelms spĂ€ten und vergeblichen Versuchen, diesen Krieg durch diplomatische Noten an Zar Nikolaus II. von Russland im letzten Augenblick noch abzuwenden.

WĂ€hrend des 1. Weltkriegs von 1914 bis 1918 wurde Wilhelms strategische und taktische UnfĂ€higkeit offenbar. Ab 1916 enthielt er sich zunehmend relevanten politischen Entscheidungen und gab die FĂŒhrung des Reiches faktisch in die HĂ€nde der Obersten Heeresleitung , namentlich in die der GenerĂ€le Hindenburg und Ludendorff , die, dem Kaiser durchaus ergeben, die Monarchie wĂ€hrend der letzten Kriegsjahre im Endeffekt in eine MilitĂ€rdiktatur umwandelten. Als Wilhelm II. sich nach Ende des 1. Weltkriegs in Folge der Novemberrevolution , die zum Untergang der deutschen Monarchie und zur Ausrufung der Republik fĂŒhrte, zur Abdankung und zur Flucht ins Exil nach Holland gezwungen sah, hatte Deutschland den Krieg verloren. Etwa 15 Millionen Menschen waren auf den Schlachtfeldern gefallen.

Leben

Der Prinz

Kindheit und Jugend

Wilhelm II. wurde am 27. Januar 1859 in Berlin als Ă€ltester Sohn des Kronprinzen Friedrich Wilhelm v. Preußen (1831–1888) (vom 9. MĂ€rz bis 15. Juni 1888 Deutscher Kaiser) Friedrich III.) und dessen Frau Victoria (1840–1901) geboren und war somit Enkel Wilhelms I. (1797–1888) und Victorias (1819–1901).

Wilhelm II. mit seinem Vater auf Schloss Balmoral (1863)
Wilhelm II. mit seinem Vater auf Schloss Balmoral (1863)

Wilhelm, von Geburt an durch einen verkĂŒmmerten linken Arm behindert, verbrachte laut eigenen Aussagen „eine recht unglĂŒckliche Kindheit“. GemĂ€ĂŸ einem AnwĂ€rter auf den preußischen Thron – mit einer Behinderung – wurde seine Erziehung mit Obacht und Strenge verfolgt, jedoch traten, wie im Hochadel ĂŒblich, seine Eltern als unmittelbare Erzieher ganz hinter dem kalvinistischen Lehrer Georg Ernst Hinzpeter zurĂŒck. Als SiebenjĂ€hriger erlebte er den Sieg ĂŒber Österreich-Ungarn 1866 mit der resultierenden Vorherrschaft Preußens in Deutschland. Die preußisch-militĂ€rische Ausrichtung war stark, mit zehn Jahren – im damals ĂŒblichen Kadettenalter – trat er beim 1. Garde-Regiment zu Fuß formell als Leutnant in die preußische Armee ein.

Der ZwölfjĂ€hrige wurde mit dem deutschen Sieg ĂŒber Frankreich im 1870/71er Krieg und der GrĂŒndung des Deutschen Kaiserreiches 1871 auch ĂŒbernĂ€chster AnwĂ€rter auf den deutschen Kaiserthron.

PortrÀt Wilhelms II. (in Uniform der JÀger zu Pferde)
PortrÀt Wilhelms II. (in Uniform der JÀger zu Pferde)

Laufbahnjahre

Nach dem Abitur am Gymnasium in Kassel trat der Erbprinz am 9. Februar 1877 seinen realen MilitĂ€rdienst bei seinem Regiment (6. Kompagnie , Hauptmann v. Petersdorff) an, und empfand im Kreise des konservativen Offizierscorps die WĂ€rme und den Zuspruch, den er vor allem von Seiten seiner Mutter stets vermisst hatte. 1880 wurde er am 22. MĂ€rz , dem Geburtstag seines Großvaters Kaiser Wilhelm I., zum Hauptmann befördert. Bereits in diesen Jahren bildete sich bei ihm ein VerstĂ€ndnis seiner monarchischen Rolle, das den liberal-konstitutionellen Vorstellungen seiner Eltern sehr zuwiderlief.

Seine folgenden Lebensstationen sind unter dem Aspekt einer Erziehung zum Monarchen zu sehen: Er sollte möglichst vielerlei Erfahrungen sammeln, hatte aber in keinem Feld, nicht einmal im militÀrischen, die Chance gehabt, sich beruflich solide einzuarbeiten.

Zum Studium begab er sich an die von seinem Urgroßvater gegrĂŒndete Rheinische Friedrich-Wilhelms-UniversitĂ€t Bonn, wo er nichtschlagendes Mitglied des Corps Borussia wurde.

1881 heiratete er – eine Ehe auch unter dynastischen Gesichtspunkten (Versöhnung mit dem FĂŒrstenhaus des 1866 von Preußen annektierten Schleswig-Holstein) – Prinzessin Auguste Viktoria von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg ( 22. Oktober 1858 – 11. April 1921 ). Aus Anlass ihrer Silberhochzeit sowie im Gedenken an Kaiser Wilhelm I. ließ er 1906 auf der Hohen Acht einen Turm errichten.

Bis 1888 war er dann – um der besonderen Verbindung der Dynastie mit der Armee willen – wechselnden Regimentern zugeordnet, dem 1. Garde -Regiment zu Fuß, dann dem Garde- Husaren -Regiment und dem 1.Garde- Feldartillerie -Regimen, wurde schnell bis zum untersten Generalsrang ( Generalmajor ) befördert und zuletzt Kommandeur der 2. Garde-Infanterie- Brigade . Der MilitĂ€rdienst wurde immer wieder durch Beurlaubungen unterbrochen, damit er sich auch soweit möglich mit der zivilen Verwaltung vertraut machen konnte. Sehr grĂŒndlich konnte dies nicht geschehen, denn immer mehr Eile war geboten: Sein Großvater stand im höchsten Alter, und sein Vater war mittlerweile todkrank.

Er amtete nach dem Tode Wilhelms I. am 9. MĂ€rz 1888 als Friedrich III. auch nur fĂŒr 99 Tage (der „99-Tage-Kaiser“) bis zu seinem Krebstod in Potsdam am 15. Juni desselben Jahres.

FĂŒr die RegierungsgeschĂ€fte war dies weniger turbulent, als man vermuten könnte, da bereits seit 1862 Otto von Bismarck , zunĂ€chst als preußischer MinisterprĂ€sident, ab 1871 als Reichskanzler die politische Macht fest in seiner Hand konzentriert hatte. Bismarck sah sich nach drei siegreichen Kriegen (1864, 1866, 1870/71) und als Einiger Deutschlands zur stĂ€rksten kontinentaleuropĂ€ischen Macht, als weltweit respektierter Staatsmann, als berĂŒhmt, verehrt und nur von einer Minderheit abgelehnt durchaus im Stande, das Reich weiterhin zu konsolidieren und vor Koalitionen derjenigen GroßmĂ€chte zu hĂŒten, die es als einen Neuankömmling in ihrem Kreise hatten dulden mĂŒssen. Wilhelm I. und Friedrich III. hatten ihm gelegentlich opponiert und am Ende stets vertraut. Von diesem Vertrauen hing allerdings nach der Reichsverfassung der Reichskanzler ab, nicht vom Vertrauen des Reichstags . Bismarck baute selbstbewusst darauf, auch den dritten Kaiser lenken zu können.

Der Kaiser

An diese Konstellation hatte der jetzt 29-jĂ€hrige als Wilhelm II. anzuknĂŒpfen – am 15. Juni des Dreikaiserjahrs 1888 wurde er Deutscher Kaiser und König von Preußen. Er wĂŒnschte, ein Kaiser aller Deutschen zu sein.

Herrschaftsantritt

Nach dem Tode Wilhelms I. am 9. MĂ€rz 1888 regierte Friedrich III. aufgrund seines bereits fortgeschrittenen Krebsleidens (Kehlkopfkrebs) nur fĂŒr 99 Tage – er wird daher auch der „99-Tage-Kaiser“ genannt – bis er am 15. Juni desselben Jahres in Potsdam starb. So folgte ihm der nunmehrige Kronprinz Wilhelm nach nur 99 Tagen Kronprinzenzeit am 15. Juni des Dreikaiserjahrs 1888 nach und wurde bereits im Alter von 29 Jahren als Wilhelm II. Deutscher Kaiser und König von Preußen.

Politik

Soziale Reformen

„[...], weil die Arbeiter meine Untertanen sind, fĂŒr die ich zu sorgen habe! Und wenn die MillionĂ€re nicht nachgeben, werde ich meine Truppen zurĂŒckziehen und wenn ihre Villen erst in Flammen stehen, werden sie schon klein beigeben!“ (Wilhelm II. zu Otto von Bismarck, als er sich weigerte, Soldaten zur Niederschlagung eines Streiks im Ruhrgebiet zu schicken.)

Dieses Zitat und andere Äußerungen Wilhelms in den ersten Jahren seiner Regentschaft weckten in der Arbeiterschaft zunĂ€chst Hoffnungen auf einen sozialen Wandel im Reich.

Die Sozialpolitik lag Wilhelm II. durchaus am Herzen. Allerdings folgten seinen sozialen Reformen keine strukturellen VerĂ€nderungen im Reich. Im Gegenteil baute er seinen politischen Einfluss noch aus, und lehnte eine Demokratisierung der Verfassung ab. Preußen behielt das seit Anfang der 1850er Jahre bestehende undemokratische Dreiklassenwahlrecht , das eine wirklich reprĂ€sentative Reichstagsvertretung verhinderte. Nach wie vor wurde die Regierung nicht vom Reichstag gewĂ€hlt, sondern vom Kaiser ohne BerĂŒcksichtigung der parlamentarischen VerhĂ€ltnisse bestimmt oder entlassen.

Bei alledem forderte Kaiser Wilhelm II. noch wĂ€hrend Bismarcks Kanzlerschaft am 178. Geburtstag Friedrichs des Großen in einer Proklamation an sein Volk, mit der Devise: „Je veux etre un roi des gueux“ (frz.; zu dt.: „Ich will ein König der armen Leute sein“): Das Verbot der Sonntagsarbeit, der Nachtarbeit fĂŒr Frauen und Kinder, der Frauenarbeit wĂ€hrend der letzten Schwangerschaftsmonate sowie die EinschrĂ€nkung der Arbeit von Kindern unter vierzehn Jahren. Außerdem forderte er bei dem zur Erneuerung anstehenden „Gesetz wider die gemeingefĂ€hrlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie“ („ Sozialistengesetz “), die Streichung des Ausweisungsparagraphen, der die Polizei zur Ausweisung „gefĂ€hrlicher Sozialisten“ aus ihrem Heimatort berechtigte. Reichskanzler Bismarck kommentierte dies als „HumanitĂ€tsduselei“ und verweigerte sich dem in seinen Forderungen durch den Reichstag unterstĂŒtzten Kaiser – was ein weiterer Grund fĂŒr die Entlassung Bismarcks gewesen sein dĂŒrfte. Seine Forderungen konnte der junge Kaiser erst mit dem Nachfolger des „Eisernen Kanzlers“ durchfĂŒhren, Leo von Caprivi . Allerdings war Wilhelm II. bei allen sozialen Ambitionen so wenig ein Freund der Sozialdemokratie wie Bismarck es war. Im Gegenteil hoffte er, durch seine Reformen die Sympathien fĂŒr die trotz der Sozialistengesetze erstarkte Sozialdemokratie abzuschwĂ€chen, und durch die Aufhebung des repressiven Sozialistengesetzes der 1890 von SAP in SPD umbenannten Partei ihren MĂ€rtyrerbonus zu nehmen.

Entlassung Bismarcks und Berufung Caprivis zum Reichskanzler

In der letzten Periode der Regierungszeit Bismarcks hatte das Deutsche Reich einer „Kanzlerdiktatur“ Bismarcks geglichen, dessen politische Ziele nicht die des jungen Kaisers waren. Er wollte Russland als einen starken VerbĂŒndeten, Wilhelm II. vertraute auf Österreich-Ungarn . Er wollte den "Kulturkampf" gegen den politischen Katholizismus fortsetzen, der Kaiser war strikt dagegen. Bismarck wollte das Sozialistengesetz verschĂ€rfen, Wilhelm II. wollte es abschaffen: „Ich will meine ersten Regierungsjahre nicht mit dem Blut meiner Untertanen fĂ€rben!“ Als Bismarck hartnĂ€ckig blieb, schickte der Kaiser am Morgen des 17. MĂ€rz 1890 den Chef seines MilitĂ€rkabinetts , General v. Hahnke, in die Reichskanzlei: Der Kanzler solle am Nachmittag ins Schloss kommen und sein Abschiedsgesuch mitbringen. Dieses wurde am nĂ€chsten Morgen aber nur durch einen Boten gebracht.

Am 20. MĂ€rz 1890 entließ Wilhelm II. den Reichskanzler Otto von Bismarck. Bismarck verwandt dies nie und sorgte indirekt durch vielfach lancierte Kritik an den „HintermĂ€nnern“ der wilhelminischen Politik und durch sein Memoirenwerk Gedanken und Erinnerungen fĂŒr nachhaltige Kritik an Wilhelm II.

Als Bismarcks Nachfolger ernannte Wilhelm II. den General Leo von Caprivi (1831–1899). Caprivi wurde vom Kaiser als „Mann der rettenden Tat“ gefeiert und ob seiner Leistungen in den Grafenstand erhoben. Denn mit Caprivi hatte Wilhelm II. jemanden gefunden, mit dem er seine geplante Politik der inneren Versöhnung sowie das Arbeitsschutzgesetz durchzusetzen hoffte.

Caprivis Kanzlerzeit war durch entschiedene Englandfreundlichkeit geprĂ€gt, und er war im Feld der Innenpolitik einer der Hauptverantwortlichen fĂŒr die Wandlung des Deutschen Reiches von der Agrarwirtschaft zur industriellen Exportwirtschaft sowie die Beendigung des Protektionismus . Die in diesem Zeitraum gemachten Reformen erleichterten es, dass Deutschland wenig spĂ€ter Großbritannien ĂŒberholte und zur Weltwirtschaftsmacht Nr. 1 aufstieg. Das " Made in Germany " errang zu dieser Zeit den Status einer Garantie fĂŒr höchste QualitĂ€t.

Den Katholiken wurden die im bismarckschen Kulturkampf vorenthaltenen Gelder zurĂŒck gezahlt, gegen die Polen in Posen und Westpreußen wurden die Repressionen gebremst, und den Sozialdemokraten wollte er den Wind aus dem Segel nehmen und erfĂŒllte weitreichend ihre Forderungen, was das Deutsche Reich zum - sozialpolitisch gesehen - modernsten Staat der Welt machte. Auf Veranlassung Kaiser Wilhelms II. ließ man das Sozialistengesetz nun ganz auslaufen.

Die Sozialdemokraten ließen sich nicht von dem Reformen Wilhelms II. beeindrucken und setzten unter August Bebel aus ihrem antimonarchistischen SelbstverstĂ€ndnis heraus weiter auf Fundamentalopposition. Obwohl sie den Fortschritt der im Arbeitsschutzgesetz zusammengefassten Reformen sahen, stimmten sie im Reichstag dagegen. Sie forderten grundlegende strukturelle VerĂ€nderungen wie zum Beispiel eine VerfassungsĂ€nderung, Demokratisierung, ein ausgeweitetes Wahlrecht, Vorrang des Parlaments bei politischen Entscheidungen, eine Umstrukturierung des Haushalts, deutliche Senkung der RĂŒstungsausgaben, Freiheit fĂŒr die Kolonien und anderes mehr. FĂŒr den Kaiser unerfĂŒllbare Anliegen, die seinen Hass auf die Sozialdemokratie noch steigerten.

Der Wohlstand der deutschen Arbeiterschaft stieg von Jahr zu Jahr, doch gelang Wilhelm II. nicht, den Arbeitern in den StĂ€dten das GefĂŒhl zu geben, anerkannte Mitglieder der Gesellschaft zu sein, was zu starken StimmenzuwĂ€chsen der Sozialdemokraten im Reichstag und den Landtagen der LĂ€nder fĂŒhrte. Als der bayerische SozialistenfĂŒhrer Vollmer von „wirklichen Verbesserungen“ sprach und die SPD zu Verhandlungen mit dem Kaiser und der Regierung aufforderte, da „durch Bismarcks Entlassung eine neue Lage eingetreten ist und grundsĂ€tzlicher Widerstand gegen alles was von Oben kommt, nicht mehr zeitgemĂ€ĂŸ ist“, musste er sich den Vorwurf „direkter Arschkriechereien vor Wilhelm und Caprivi“ gefallen lassen.

Diese VorgĂ€nge ließen in Wilhelm II., der immer noch „ein König der Armen“ sein wollte, das Urteil reifen, dass eine Versöhnung mit den Sozialdemokraten nicht möglich sei. Er rief schließlich in Königsberg „zum Kampf fĂŒr Religion, Sitte und Ordnung, gegen die Parteien des Umsturzes!“ auf.

Überblick der unter der Regentschaft Wilhelms II. erlassenen sozialen Reformen

  • 1889, Gesetz betreffend die InvaliditĂ€ts- und Altersversicherung vom 22. Juni (fĂŒr Arbeiter)
  • 1890, Sozialistengesetz wird aufgehoben
  • 1890, GrĂŒndung von 31 Versicherungsanstalten – VorlĂ€ufer der Landesversicherungsanstalten (LVAs)
  • 1891, Auszahlung der ersten Renten an dauernd ErwerbsunfĂ€hige und an Arbeiter ĂŒber 70 Jahre
  • 1891, Arbeiterschutzgesetz vom 1. Juni (23. Novelle zur Reichsgewerbeordnung): Frauenschutz, eingeschrĂ€nkte Nachtarbeit, Sonntagsruhe, Kinderschutz
  • 1891, Staatliche Gewerbeaufsicht wird eingefĂŒhrt – Freiwillige ArbeiterausschĂŒsse in Betrieben werden erlaubt
  • 1891, Gewerbeordnung verbietet Sonntagsarbeit in Industrie und Handwerk, November
  • 1892, Krankenversicherungsgesetz ĂŒberarbeitet: Versicherungspflicht wird erweitert, Familienangehörige werden einbezogen
  • 1895, Sonntagsarbeit wird verboten fĂŒr das Handelsgewerbe. Verbot setzt sich nur langsam durch
  • 1899, Invalidenversicherungsgesetz vom 13. Juli, reichseinheitliche InvaliditĂ€ts- und Altersversicherung
  • 1901, Förderung des Arbeiter wohnungsbaus
  • 1905, ArbeiterausschĂŒsse werden in Bergbaubetrieben zur Pflicht
  • 1908, Höchstarbeitszeit, keine Nachtarbeit fĂŒr Frauen und Jugendliche
  • 1911, Reichsversicherungsordnung (RVO) vom 19. Juli
  • 1911, EinfĂŒhrung der Hinterbliebenenrente
  • 1911, Versicherungsgesetz fĂŒr Angestellte vom 20. Dezember
  • 1911, Hausarbeitsgesetz (Regelung der Heimarbeit )
  • 1916, Rentenalter fĂŒr Arbeiter wird – entsprechend dem fĂŒr Angestellte – von 70 auf 65 Jahre herabgesetzt
  • 1916, Rentenalter fĂŒr Frauen wird auf 60 Jahre herabgesetzt
Integrationspolitik

Die turbulente Vereinigung des alten Deutschen Bundes zu einem Deutschen Reich ohne Österreich brachte einige Probleme mit sich. Die rheinlĂ€ndische, sĂŒddeutsche und polnische Opposition gegen die preußische Vorherrschaft stĂŒtzte sich auf ein sich politisierendes katholisches BĂŒrger-, Arbeiter- und Bauerntum, das " Zentrum " und die "Bayerische Volkspartei" formierten sich als Parteien. Die Versuche Bismarcks, die katholischen Parteien in ihrer Arbeit zu behindern, fĂŒhrte zu Eingriffen in das Leben der Katholiken, da er sich zumal gegen die "transmontanen" Bischöfe wandte.

Auch die Judenintegration, die es außer in Preußen nur in wenigen anderen Staaten gab, war jung und der steigende Wohlstand der jĂŒdischen Bevölkerung nĂ€hrte Neid und Antisemitismus in der Bevölkerung.

In den östlichen Gebieten Preußens, vor allem in der Provinz Posen, gab es eine starke UnterdrĂŒckung der polnischen Minderheit, die zu Unruhen und GefĂŒhlen der Ungerechtigkeit fĂŒhrte.

Der Kaiser erkannte die Ernsthaftigkeit dieser Probleme und bezeichnete sie als eine seiner Hauptaufgaben.

Integration der Katholiken

Am besten gelang dies mit den Katholiken. Sie waren durch den bismarckschen Kulturkampf sehr benachteiligt und an der Teilnahme am politischen Leben, sowie bei der freien AusĂŒbung ihrer Religion gehindert worden. Schon zu Prinzenzeiten war Wilhelm gegen diese Praktiken und befĂŒrwortete die Beendigung des Kulturkampfes. Um die Einigkeit zwischen Protestanten und Katholiken im Reich zu verbessern, zahlte das Reich nun die den Opfern vorenthaltenen Gelder zurĂŒck, hob allerdings nicht alle gefassten BeschlĂŒsse und Gesetze dieser Zeit wieder auf.

Integration der Polen

Die östlichen Provinzen Ostpreußen, Westpreußen, Pommern und Schlesien waren bis zur Vertreibung nach 1945 mehrheitlich von Deutschen bewohnt, in der Provinz Posen (Poznan) aber stellten die Polen die Mehrheit. Seit der Bismarckzeit wurde versucht, die hier lebenden Polen zu germanisieren, was allerdings scheiterte und in offenen Protest mĂŒndete. Kaiser Wilhelm II. hob viele dieser Repressionen, die vor allem die Sprache des Unterrichts und spĂ€ter auch des Gottesdienstes regelten, auf und erkannte die Polen als eigenes Volk und Minderheit im Deutschen Reich an.

Die Judenpolitik

Eine der umstrittensten Bereiche in der Einordnung der politischen Meinung des Kaisers ist seine Beziehung zum Judentum bzw. zum Antisemitismus . Die Historiker gehen hier in den Meinungen weit aus einander, je nachdem welche Quellen sie benutzen.

In den Reichtagswahlen 1880 zogen zum ersten Mal mehrere aggressiv antisemitische Parteien in den Reichstag ein. Mit FĂŒnf Abgeordneten bildeten sie die „ Fraktion der Antisemiten “. Grund fĂŒr den gestĂ€rkten Antisemitismus waren wohl die starken wirtschaftlichen Erfolge jĂŒdischer Unternehmer. Die Juden waren im 1871 gegrĂŒndeten Deutschen Reich das erstemal freie und gleiche BĂŒrger: Die EinschrĂ€nkungen die sie, von Land zu Land unterschiedlich, teilweise zu Schutzbefohlenen eines Herrschers machten und ihnen wirtschaftliche BeschrĂ€nkungen auferlegten oder ihnen bestimmte Berufsverbote erteilten waren aufgehoben. Auch der Dienst beim MilitĂ€r, in Schulen oder der Justiz stand ihnen jetzt offen.

Als Reaktion auf den Antisemitismus entstanden gesellschaftliche Gruppen, die dem entgegen zuwirken versuchten. So bildeten besorgte Christen den Verein zur Abwehr des Antisemitismus , dem neben Heinrich Mann auch der Historiker Theodor Mommsen beitrat.

Im Judentum entwickelten sich neben dem orthodoxen Glauben mehrere Strömungen mit teilweise auch politischem Hintergrund.

So gab es zum einen die assimilierten Juden, die sich taufen ließen und das Christentum als ErfĂŒllung des jĂŒdischen Messia -Glaubens akzeptierten.

Der sog. Reform-Glaube lehnte diese Art ab, passte sich aber in seiner Wesensart fast völlig den deutsch-christlichen Traditionen an. Er hielt Gottesdienst am Sonntag, nicht am Sabbat (Samstag); auf deutsch nicht auf hebrĂ€isch, hielt kĂŒrzere Gebete mit Orgeluntermahlung und verzichtete auf traditionelle Gebetsbekleidung.

Kaiser Wilhelm unterstĂŒtzte diese Art der ReligionsausĂŒbung sehr und finanzierte den Bau der Reform-Synagoge in der Berliner Fasanenstraße mit, an deren Einweihung er demonstrativ teilnahm.

Eine dritte aufstrebende Richtung war der Zionismus , der die GrĂŒndung eines eigenen Judenstaates vorsah. Aus Angst, den Antisemitismus zu bestĂ€rken, lehnten die ReformglĂ€ubigen auch diese, sehr radikale, ursprĂŒngliche Form des Glaubens ab und strich jegliche Passagen ĂŒber das gelobte Land aus dem Gottesdienst. Mit dem WortfĂŒhrer dieser Gruppierung, dem Wiener Journalisten Theodor Herzl unternahm der Kaiser eine PalĂ€stinareise. Auf dieser Reise stiftete der Kaiser außerdem in Jerusalem die Erlöserkirche auf dem MuristangelĂ€nde. Als Erinnerung an diese Expedition wurde dem Kaiser in Haifa 1982 ein Denkmal gesetzt.

Trotz dieser UnterstĂŒtzung gibt es vom Kaiser mehrere Zitate, die einen antisemitischen Klang haben, so: "Ich denke gar nicht daran wegen der paar hundert Juden und der tausend Arbeiter den Thron zu verlassen!" Ob er allerdings auf die Juden als Kollektiv schimpft oder einzelne meinte, z.B. die ihn oft kritisch betrachtenden jĂŒdischen Zeitungsmonopolisten, ist unklar. Die Verurteilung der Juden als Volk ist aber unwahrscheinlich, da er in seinem Freundeskreis nie Unterschiede zwischen Deutschen jĂŒdischer oder christlicher Abstammung machte. Der von Antisemiten geprĂ€gte und Heute noch verwendete Begriff „Kaiserjuden“ zeigte allerdings großes Misswillen von Teilen der Bevölkerung an diesen Kontakten. Nach der Abdankung des Kaisers 1918 nahm sich der jĂŒdische Freund des Kaisers, Reeder Albert Ballin , aus Angst vor der Zukunft Deutschlands, das Leben.

Integration der französischen Minderheit

Nach dem deutsch-französischen Krieg 1871 wurde zusÀtzlich zum deutschsprachigen Elsass, das mehrheitlich französischsprachigee Lothringen und die Stadt Metz ins Reich eingegliedert. Nach einem lÀngeren Phase der Unentschlossenheit entschied man sich auf Bismarcks Empfehlung, Elsass-Lothringen als "Reichsland" direkt dem Reich zu unterstellen.

Neben der EinfĂŒhrung der staatlichen Schulpflicht und von Sozialsystemen wurde dort Hochdeutsch wieder Amtssprache. Die Sprachenfrage wurde in einem Gesetz vom MĂ€rz 1872 zunĂ€chst so geregelt, dass grundsĂ€tzlich die amtliche GeschĂ€ftssprache deutsch war, jedoch in den Landesteilen mit ĂŒberwiegend französischsprachiger Bevölkerung den öffentlichen Bekanntmachungen und Erlassen eine französische Übersetzung beigefĂŒgt werden sollte. In einem weiteren Gesetz von 1873 wurde fĂŒr die Bezirksverwaltungen von Lothringen und die Kreisverwaltungen derjenigen Kreise, in denen die französische Sprache ganz oder teilweise Volkssprache war, der Gebrauch des Französischen als GeschĂ€ftssprache zugelassen. In einem Gesetz ĂŒber das Unterrichtswesen von 1873 wurde geregelt, dass in den Gebieten mit Deutsch als Volkssprache diese auch ausschließliche Schulsprache war, wĂ€hrend in den Gebieten mit ĂŒberwiegend französischsprechender Bevölkerung der Unterricht ausschließlich in französischer Sprache gehalten werden sollte.

1874 wurde hier die reichsdeutsche Verfassung eingefĂŒhrt. Das Reichsland erhielt im Deutschen Reich ab 1877 das Recht, Gesetze vorzuschlagen. Es besaß nunmehr eine gewisse EigenstĂ€ndigkeit. Ein beratender Landesausschuss wurde eingerichtet. 1879 wurde das Amt des Statthalters eingefĂŒhrt, der als Oberhaupt das Reichsland Elsaß-Lothringen reprĂ€sentierte. Erst im Jahre 1911 wurde Elsaß-Lothringen den ĂŒbrigen deutschen Bundesstaaten gleichgestellt und erhielt eine eigene Verfassung und ein eigenes, frei gewĂ€hltes Parlament, eine eigene Fahne und drei Vertreter im deutschen Bundesrat. Das Parlament bestand aus zwei Kammern: die erste Kammer bestand aus Abgeordneten der Handels- und Landwirtschaftskammern, der StĂ€dte und Religionsgemeinschaften, der UniversitĂ€t und des Oberlandesgerichts, wĂ€hrend die 60 Abgeordneten der zweiten Kammer in freier, gleicher und geheimer Wahl fĂŒr fĂŒnf Jahre gewĂ€hlt wurden. Dennoch empfanden Teile der französische Bevölkerung die Deutschen, insbesondere die preußischen Verwaltungsbeamten und MilitĂ€rs, als Besatzer, wie die VorgĂ€nge um die Zabern-AffĂ€re zeigten.

Der RĂŒckversicherungsvertrag

Ein wichtiges außenpolitisches Ereignis fiel noch ins Jahr des Kanzlerwechsels: Der RĂŒckversicherungsvertrag mit Russland widersprach den Bedingungen des Dreibundpaktes mit Italien und Österreich-Ungarn. Der Kaiser war gegen ein Verletzen dieses Paktes gewesen, wĂ€hrend Bismarck den RĂŒckversicherungsvertrag fĂŒr notwendig gehalten hatte. Noch 1890 wurde jetzt, in der Öffentlichkeit unbemerkt und von Caprivi hingenommen, der auslaufende RĂŒckversicherungsvertrag vom Deutschen Reich nicht erneuert. In Russland nahm man einen deutschen Kurswechsel an und begann, sich Frankreich anzunĂ€hern.

Wirtschaftspolitik und rĂŒstungspolitische PrioritĂ€ten

Caprivi setzte einen weiteren von Bismarck verwehrten Wunsch Wilhelms II. durch, die progressive Einkommenssteuer, die höhere Einkommen stÀrker belastete: die Miquelsche Einkommensteuerreform von 1891.

Durch die von Graf Caprivi vorangetriebene industriefreundliche und exportorientierte EindĂ€mmung des Protektionismus bekam zog er sich die Feindschaft der im Bund der Landwirte organisierten Grundbesitzer (" Ostelbier ", " Junker ") zu. Die nach Abschaffung der Schutzzölle wachsenden Agrarexporte der USA bewirkten einen innerdeutschen Preisverfall. Durch die Förderung des Einsatzes von Agrarmaschinen konnte man die Verluste zwar teilweise auffangen, erhöhte aber die agrarprotektionistischen AnsprĂŒche der ohnehin unterkapitalisierten und zu Investitionen genötigten Großgrundbesitzer.

Außerdem hatte Caprivi eins der heißesten Eisen der deutschen Minderheitenpolitik angepackt, die Polenpolitik , und dĂ€mmte die Repressionen gegen die polnische Bevölkerungsmehrheit in den Provinzen Posen und Westpreußen ein. Der auch davon betroffene Gutsadel, deren Tagelöhner ins aufblĂŒhende Ruhrgebiet abwanderten, war aber ein konservativer RĂŒckhalt fĂŒr die Monarchie, aus deren Reihen die LandrĂ€te und vor allem viele Generale kamen, und der sich bei Hofe Gehör verschaffen konnte. Caprivi galt ihnen als „VerrĂ€ter des eigenen Standes“.

1893 löste Wilhelm II. nun doch den 1890er Reichstag auf, jetzt, weil der die auch von ihm gewollte HeeresverstĂ€rkung abgelehnt hatte. Der neugewĂ€hlte billigte sie, ein die Nachbarstaaten beunruhigender Erfolg des Kaisers. Auch die von Alfred von Tirpitz propagierte AufrĂŒstung der Reichsmarine, im Volk populĂ€r (vgl. Matrosenanzug ) wurde kĂŒnftig von Wilhelm gefördert (1895 Vollendung des heutigen Nord-Ostseekanals , Ausbau von Kiel und Wilhelmshaven zu MarinehĂ€fen). In diesem Zusammenhang besetzte und pachtete das Deutsche Reich die chinesische Hafenstadt Tsingtao auf 99 Jahre. Wilhelm erkannte trotz seiner Englandfreundlichkeit nicht, dass damit die weltweite Hegemonialmacht Großbritannien aufs Äußerste beunruhigt wurde, ebenso wie dann durch die NichtunterstĂŒtzung im Burenkrieg . Der anhaltende deutsche Kolonialismus – gegen den Bismarck sich noch gewehrt hatte – wurde desgleichen von ihm nicht als riskant gegenĂŒber den GroßmĂ€chten England, Frankreich und Japan erkannt und eher gebilligt: 1899 erwarb das Reich die Karolinen , Marianen , Palau und West samoa .

Caprivi, der wie Wilhelm vor allem eine englandfreundliche Politik wollte, wandte sich als Reichskanzler gegen viele dieser Entwicklungen, doch machte sich innenpolitisch damit Feinde. Der Kaiser ließ ihn fallen.

1894 wurde Caprivi entlassen.

Wende in den Reichskanzlerberufungen und außenpolitische Dauerprobleme

Wilhelm berief erstmals einen Nichtpreußen, den Bayern FĂŒrst Chlodwig zu Hohenlohe-SchillingsfĂŒrst, der weder FĂŒhrungsehrgeiz entwickeln sollte noch entwickelte: 1896 versĂ€umte er, Wilhelm von der KrĂŒger-Depesche abzuhalten, einem GlĂŒckwunschtelegramm an die Buren zur Abwehr des britisch inspirierten Jameson Raid , die in Großbritannien mit Empörung aufgenommen und als Abkehr von der englandfreundlichen Politik Caprivis gedeutet wurde.

1900 ersetzte er ihn durch den Grafen (spĂ€ter FĂŒrsten) Bernhard von BĂŒlow , der als Reichskanzler weder die anstehenden innenpolitischen Reformen betrieb, noch die sich umgruppierenden außenpolitischen Konstellationen (in Deutschland als Einkreisungspolitik verstanden) zu meistern vermochte: Das seit Langem grĂŒndlich vergiftete VerhĂ€ltnis zu Frankreich (namentlich durch die vorwiegend militĂ€risch motivierte Annexion Elsass-Lothringens 1871) wurde nicht verbessert, England nun auch durch die Flottenpolitik herausgefordert und Russland auf dem Balkan nicht gegen Österreich-Ungarn unterstĂŒtzt. Wilhelm wollte aber nicht schon wieder einen Reichskanzler entlassen. Mangels kluger und steter Personalpolitik bei der Besetzung des Reichskanzlerpostens hĂ€tte aber ein Kaiser nun selber hochqualifizierte und nachhaltig Politik machen mĂŒssen. Dazu sah er sich aber weder von der Reichsverfassung her noch persönlich in der Lage.

Stattdessen hielt er er noch 1900 seine " Hunnenrede ". Im Rahmen des sogenannten Boxeraufstandes wurde als Teil einer internationalen Interventionstruppe der GroßmĂ€chte auch ein deutsches Kontingent nach China entsandt, gegen Widerstand hatte man sogar einen deutschen Oberbefehl durchgesetzt, und nun verstieg er sich bei deren Einschiffung zu den SĂ€tzen Pardon wird nicht gegeben! Gefangene werden nicht gemacht! Es weckte schlimmste BefĂŒrchtungen und desavouierte ihn und die Deutschen bis in den Weltkrieg hinein.

Friedenspolitisch ergriff Wilhelm II. erst 1905 eine Initiative: Zwecks einer WiederannĂ€herung an Russland (das gerade seinen Krieg gegen Japan zu verlieren drohte) schloss er mit Nikolaus II. den Freundschaftsvertrag von Björkö. Frankreich sollte einbezogen werden. Als unvereinbar mit der französisch-russischen AnnĂ€herung wurde der Vertrag dann – nachdem Wilhelm II. 1906 in der „ Ersten Marokkokrise “ höchstpersönlich Frankreich provoziert hatte (sein Besuch in Tanger/Marokko) – im Jahr 1907 von Russland als gegenstandslos erklĂ€rt. Resultat war ĂŒberdies eine Verschlechterung der Beziehungen zu Japan gewesen, das bisher Preußen/Deutschland als wissenschaftlichen und militĂ€rischen Lehrmeister angesehen hatte.

1908 wurde Wilhelms Hilflosigkeit durch die Daily Telegraph -AffĂ€re deutlich: Er beschwerte sich in einem Interview mit deren Reporter ĂŒber seine eigene Regierung als nicht englandfreundlich genug. Bismarck war ein Meister darin gewesen, seine Politik medial zu flankieren (vgl. die Emser Depesche 1870). Bei Wilhelm sollte das Interview Politik ersetzen. Damit fiel er der Reichspolitik in den RĂŒcken, knickte angesichts des deutschen Pressesturms ein und versprach, dies nicht wieder zu tun.

Überhaupt begann die Öffentliche Meinung , den Kaiser kritisch zu sehen, und eine Kampagne schadete ihm konkret: Schon 1906 hatte der Journalist Maximilian Harden in seiner Zeitschrift Die Zukunft die Kamarilla um den Kaiser und damit das persönliche Regiment des Kaisers angegriffen. Zu besonders harten Auseinandersetzungen fĂŒhrte seine EnthĂŒllung, dass Philipp von Eulenburg und Hertefeld , ein enger Freund und Berater des Kaisers, homosexuell sei und einen Meineid geleistet habe. Es folgten drei Sensationsprozessen gegen Eulenburg, die trotz dessen Freispruchs das Ansehen des Kaisers beschĂ€digten.

1909 entließ der Kaiser BĂŒlow und ernannte Theobald von Bethmann Hollweg zum Reichskanzler. Er ĂŒberließ ihm die Außenpolitik, die ihre Ziele (WiederannĂ€herung an England, Distanzierung von der antirussischen Balkanpolitik Östereich-Ungarns) aber nicht erreichte. Die antifranzösische Politik wurde 1911 in der zweiten Marokkokrise durch deutschen Interventionismus verschĂ€rft (der " Pantersprung nach Agadir "), Heer und Flotte wurden weiter verstĂ€rkt. Markante Eingriffe Wilhelms unterblieben.

Insgesamt ist Wilhelms II. Anteil an der deutschen Außenpolitik umstritten. WĂ€hrend John C. G. Röhl in ihm die entscheidende Persönlichkeit sieht, die die Politik des Reiches eigenstĂ€ndig fĂŒhrte, sieht die Mehrzahl der Historiker wie Wolfgang Mommsen die zivile Reichsleitung im Zentrum der Verantwortung. Auch war er zwar Militarist , aber kein Bellizist , er wollte trotz seiner kriegerischen Reden im Grunde keinen Krieg. Er tat aber auch zu wenig, um dies deutlich zu machen. Unbestreitbar ist, dass der Kaiser nicht als Koordinator zwischen Außen-, Heeres- und Flottenpolitik wirkte. So kam es, dass Reichskanzler, Heer und Marine je unterschiedliche Ziele verfolgten, die miteinander nicht vertrĂ€glich waren: Vor allem die Flotte schuf ein außenpolitisches Problem, dem das Heer dann nicht gewachsen sein sollte.

Der Erste Weltkrieg

1914 in der Julikrise spielte Wilhelm II. eine ambivalente Rolle. Er wollte den Frieden retten und auf der Monarchenebene versuchte er sein Bestes, einen fieberhaften Briefwechsel mit dem russischen Kaiser (Lieber Nicky! – Lieber Willy!), der bei der nunmehr objektiven Kriegsentschlossenheit sĂ€mtlicher Kontinental-GroßmĂ€chte gar nichts bewirkte. Objektiv jedoch steigerte der Kaiser die Kriegsgefahr: Denn er ermĂ€chtigte Bethmann Hollweg nach dem Attentat von Sarajewo am 28. Juni 1914, Österreich-Ungarn eine Blankovollmacht fĂŒr dessen aggressive Politik gegen Serbien zu erteilen, Russlands Satelliten. Faktisch wurde nach der österreichisch-ungarischen KriegserklĂ€rung an Serbien die Außenpolitik von Kaiser und Kanzler dem deutschen Generalstab ĂŒberlassen: Die Mobilmachung im Russischen Reich erlaubte es nach dessen Urteil dem Deutschen Reich nicht, mit der KriegserklĂ€rung an Russland und Frankreich lĂ€nger zu warten, da sonst der deutsche Schlieffenplan (bei einem Zweifrontenkrieg erst schnell Frankreich, dann Russland zu schlagen) undurchfĂŒhrbar zu werden drohte. (Im Übrigen siehe Erster Weltkrieg .) Als es dann zum Kriegsrat kam, zeigte sich der Kaiser ĂŒberrascht, dass der Generalstab keinen Alternativplan fĂŒr den vom Reichskanzler befĂŒrworteten Defensivkrieg im Westen hatte – objektiv ein schwerer Kunstfehler. Er tadelte zwar seinen Generalstabschef, den jĂŒngeren Moltke , fĂŒgte sich aber. Er lehnte es fortan ab, sich in militĂ€rische Zielsetzungen einzumischen, ĂŒberließ diese aber nicht verfassungsgemĂ€ĂŸ dem Reichskabinett, sondern der Obersten Heeresleitung.

Im Verlauf des Ersten Weltkrieges 1914–1918 wurde die Bedeutung des Kaisers immer geringer. Besonders unter der 3. Obersten Heeresleitung unter Hindenburg und dem dominierenden Ludendorff wurde er 1916–1918 zunehmend von den politisch-militĂ€rischen Entscheidungen ausgeschlossen. Jedoch schob sie ihm 1917 die auch im Reich umstrittene Entscheidung ĂŒber den uneingeschrĂ€nkten U-Bootkrieg zu. Er schloss sich – gegen den Rat seines Reichskanzlers – der Meinung der MilitĂ€rs an und willigte ein, was dann zur KriegserklĂ€rung der USA fĂŒhrte. Diese machten spĂ€ter die Abdankung des Kaisers zur Bedingung fĂŒr die Eröffnung von Friedensverhandlungen. Ab 1917 hatte Ludendorff eine faktisch diktatorische Position. Auf weitere Reichskanzlerwechsel nahm Wilhelm II. keinen Einfluss, die 1918er Reform der Reichverfassung in Richtung auf eine parlamentarische Monarchie wurde ohne ihn versucht.

Durch das völlige Desaster der KriegsfĂŒhrung, spĂ€testens nach der gescheiterten FrĂŒhjahrsoffensive 1918, war er im Reich unhaltbar geworden. Am 9. November 1918 gab Reichskanzler Prinz Max von Baden (1867–1929) eigenmĂ€chtig und ohne seine Einwilligung seine Abdankung bekannt. Am 10. November 1918 fuhr der Kaiser aus seinem Hauptquartier in Spa in die Niederlande und erhielt dort Asyl. Er dankte am 28. November 1918 ab, 19 Tage nach Ausrufung der Republik.

Nach der Abdankung

Haus Doorn, 1938: v.l.n.r.: Prinzessin Hermine, Prinzessin Kira, der Kaiser und Prinz Louis Ferdinand
Haus Doorn, 1938: v.l.n.r.: Prinzessin Hermine, Prinzessin Kira, der Kaiser und Prinz Louis Ferdinand

Exil

Bis 1920 lebte Wilhelm II. in Amerongen, danach bis zu seinem Tod in dem von ihm erworbenen Haus Doorn in den Niederlanden im Exil. 1921 starb seine Frau. 1922 ehelichte er die verwitwete Prinzessin Hermine von Schönaich-Carolath , geborene Prinzessin Reuß Ă€.L. ( 1887 - 1947 ) („Kaiserin“ in seiner Titulatur, amtlich „Prinzessin von Preußen“). Er verfasste seine Memoiren und weitere BĂŒcher und hielt sich fĂŒr die Wiederherstellung der Monarchie bereit.

1933 nĂ€herte er sich fĂŒr kurze Zeit den Nationalsozialisten an, von denen er sich die Restauration des Kaiserreichs versprach, was sich bald als unrealistisch erwies. Als er im November 1938 von der antijĂŒdischen Pogrom , der damals sogenannten „ Kristallnacht “) erfuhr, Ă€ußerte er sich entsetzt und hielt es fĂŒr eine Schande. Im Jahre 1940 erhielt Adolf Hitler ein angeblich von Wilhelm II. abgesandtes GlĂŒckwunschtelegramm zum deutschen Sieg ĂŒber Frankreich. Darin wurde nicht dem „FĂŒhrer“ Hitler, sondern dem Reichskanzler und vor allem dem „Sieg der deutschen Waffen“ gratuliert. Ob es von Wilhelm II. stammte, wird stark bestritten, sein damaliger Hausminister, Wilhelm v. Dommes, dĂŒrfte der Urheber dieses Telegramms gewesen sein.

Wilhelms II. Tod

Wilhelm II. starb am Morgen des 4. Juni 1941 im Haus Doorn. Seine letzten Worte sind zweifelhaft ĂŒberliefert: „Ich versinke, ich versinke...“.

Trauerfeiern im Reich wurden verboten. Die NS-Machthaber erlaubten nur einer kleinen Zahl an Personen (engerer Familienkreis; einige ehemalige Offiziere) die Fahrt in die besetzten Niederlande zur Teilnahme an der Beisetzung. Der Kaiser wurde zunĂ€chst in einer Kapelle nahe dem Doorner Torhaus beigesetzt. Sodann wurde sein Sarg in das nach seinen Zeichnungen postum erbaute Mausoleum im Park von Haus Doorn ĂŒberfĂŒhrt. Sein selbst gewĂ€hlter Grabspruch lautet: „Lobet mich nicht, denn ich bedarf keines Lobes; rĂŒhmet mich nicht, denn ich bedarf keines Ruhmes; richtet mich nicht, denn ich werde gerichtet“.

Beide Gattinnen ruhen im Antikentempel am Neuen Palais in Potsdam.

Wilhelm II. als Persönlichkeit

Auf Grund von Komplikationen bei seiner Geburt war Wilhelms I. linker Arm um 15 cm kĂŒrzer als der rechte und tlw. gelĂ€hmt, mit daraus resultierenden Gleichgewichtsstörungen und HaltungsschĂ€den sowie hĂ€ufigen Schmerzen im linken Ohr. Eine besondere elterliche Zuwendung erfuhr er deswegen nicht und dankte es mit einem bleibenden Ressentiment, besonders gegen seine Mutter, die ihn selbst wiederum, wie in ihren Briefen deutlich zu lesen, hasste. Schmerzlich waren die Versuche der Familie, seiner Behinderung entgegen zu wirken. Denn der zukĂŒnftige König von Preußen sollte ein „ganzer Mann“ und kein KrĂŒppel sein. So musste sich das Kleinkind z.B. schmerzhaften Elektroschocktherapien unterziehen. Auch wurde erfolglos versucht, seinen verkĂŒmmerten Arm zu strecken. Das beruflich oft erforderliche Reiten fiel ihm daher schwer. Diese unbehebbare Behinderung prĂ€gte ihn sehr, er war gehalten, sie stets als einen Makel zu verbergen. Das Tragen von Uniformen und das AbstĂŒtzen der linken Hand auf der Waffe war ein Ausweg. Die Behinderung machte ihn vermutlich zu einem Menschen mit Selbstzweifeln und geringem Selbstbewusstsein und einer darauf beruhenden Ichverfangenheit, leichten KrĂ€nkbarkeit und ihrzufolge Sprunghaftigkeit. SpĂ€ter dĂŒrfte diese auch seine sprichwörtliche Reiselust begĂŒnstigt haben. Ob mögliche Neurosen eine ernsthafte seelische Erkrankung unterstellen lassen mĂŒssten, ist durchaus stritttig. Ob auch eine Anlage zu einer Geisteskrankheit vorlag, noch mehr. Ein schwermĂŒtiger Zug wird ihm mitunter attestiert. Der noch heute berĂŒhmte Psychiater Emil Kraepelin bezeichnete sogar – auf Grund ferndiagnostisch zugĂ€nglicher öffentlicher Quellen – Wilhelms GemĂŒt als einen „typischen Fall periodischen Gestörtseins“, ein freilich bestrittenes Urteil in Richtung auf eine manisch-depressive Disposition.

Anhaltende Schwierigkeiten waren Wilhelm II. spĂ€terhin verhasst, deswegen ließ er auch bewĂ€hrte Freunde und ParteigĂ€nger schnell im Stich, so dass eher diplomatisierende Charaktere, wie BĂŒlow und viele Höflinge, seinen Umgang ausmachten und seine Personalauswahl bestimmten. Offiziere, unter denen er sich wohlfĂŒhlte, erweiterten sein Urteil wenig, denn sie hatten im Zweifel die politischen Vorurteile ihrer kastenartig abgeschlossenen Berufsgruppe, und das Schwadronieren war ihnen nicht ungelĂ€ufig. Von seiner Persönlichkeit her gesehen behinderten seine narzisstischen ZĂŒge seine EinfĂŒhlungsgabe und sein Urteil ĂŒber Andere, seine Taktlosigkeiten waren bekannt - sie fielen seiner Mitwelt besonders bei seinem Regierungsantritt und bei Bismarcks Entlassung ins Auge (die dieser in seinen Gedanken und Erinnerungen rachsĂŒchtig ausbreitete). Eine diese Handikaps ausbalanzierende Welt- und Menschenkenntnis zu erwerben, hatte sein Werdegang ihm nicht erlaubt.

Trotz der Wesensunterschiede zu seinem altpreußisch -schlichten und im Persönlichen bemerkenswert loyalen Großvater Wilhelm I. versuchte er, dessen Regierungsmuster zu folgen. Man kann sein anfĂ€ngliches VerhĂ€ltnis zu Caprivi dergestalt deuten, dass er hier ‚seinen eigenen Bismarck‘ gefunden zu haben hoffte. MilitĂ€risch ernannte er den Neffen des berĂŒhmten Generalfeldmarschalls Helmuth von Moltke zum Oberbefehlshaber (Ich will auch einen Moltke.), der dann aus dem Schatten Schlieffens nicht heraus zu treten vermochte. Jedenfalls wurde Wilhelms I. ZurĂŒckhaltung bei direkten politischen Eingriffen auch Wilhelms II. bleibendes Merkmal.

Der Kaiser mit seinen Söhnen auf dem Weg zum Gottesdienst, im Hintergrund das Berliner Stadtschloss (Neujahr 1913)
Der Kaiser mit seinen Söhnen auf dem Weg zum Gottesdienst, im Hintergrund das Berliner Stadtschloss (Neujahr 1913)

Gar nicht folgte er der öffentlichen ZurĂŒckhaltung des alten Kaisers. Wilhelms Selbstdarstellungseifer drĂ€ngte ihn oft reprĂ€sentativ in die Öffentlichkeit , bei der eine nicht unbeachtliche Rednergabe ihm Echo einbrachte, aber auch zu politisch bedenklichen Formulierungen verlockte. Auch begĂŒnstigte dieser Eifer sein VerhĂ€ltnis zu den Massenmedien. Man kann ihn als den ersten Medienmonarchen des 20. Jahrhunderts ansehen. Seine Schaustellungen von Uniformen und Orden stimmten im Übrigen zum Protzstil des dann nach ihm benannten Wilhelminismus ‘.

Die KĂŒnste standen ihm ferne, die Literatur lag ihm nicht am Herzen. Eigene Interessen entwickelte er fĂŒr die ArchĂ€ologie , seine Korfu -Aufenthalte sind auch davon bestimmt. Außerdem oblag er, wie in Adelskreisen nicht unĂŒblich, begeistert der Jagd, seine TrophĂ€enzahl erfreute ihn (er erlegte rd. 46.000 Tiere), im Exil fĂ€llte er gerne BĂ€ume. Bei der Jagd lernte Wilhelm auch seinen spĂ€ter engen Freund Philipp Graf (spĂ€ter FĂŒrst) zu Eulenburg kennen, der besonders in den Jahren 1890 bis 1898 zu seinen wichtigsten Beratern zĂ€hlte.

Sein zumindest die ersten Regierungsjahre anhaltendes Wohlwollen gegenĂŒber auch seinen Ă€rmeren oder gedrĂŒckten Untertanen ist nicht zu bezweifeln, wenn es auch nicht enttĂ€uschungsfest war. Außer der Arbeiterschaft und dem politischen Katholizismus beschloss es auch die Juden ein: Wilhelm II. unterstĂŒtzte auf der einen Seite das auf eine Assimilation zulaufende Reformjudentum (Finanzierung der Reform-Synagoge in der Berliner Fasanenstraße, demonstrative Teilnahme an der Einweihung), wie er anderseits den Zionisten , die die GrĂŒndung eines eigenen modernen Judenstaates betrieben, aufgeschlossen war, deren WortfĂŒhrer, den Wiener Journalisten Theodor Herzl , er auf seine PalĂ€stinareise mitnahm. Ein anhaltendes wohlwollenden Interesse hĂ€tte allerdings auch eine Demokratisierung der Reichsverfassung einbeschlossen, also „Politik“ im Sinne seines Kritikers Max Webers als geduldiges Bohren dicker Bretter, zu dem er nichts weniger als gesonnen war.

Sein Desengagement, wenn die Dinge anders liefen, als er wollte, blieb sein Wesenszug. Noch 1918, angesichts der revolutionÀren VerhÀltnisse im Reich, emigrierte er sang- und klanglos ins neutrale Ausland. Seine in Holland verfasste Autobiografie mit ihren Rechtfertigungen oder Themenvermeidungen ist ein gutes Zeugnis seiner UrteilsschwÀchen.

Das Bild Wilhelms II. in der Öffentlichkeit

Wilhelm II. war zunĂ€chst sehr populĂ€r. Die weniger geschĂ€tzten ZĂŒge einer Reichseinigung ‚von oben‘ mit Bewahrung alter Machtstrukturen fand in der Kaiserverehrung einen willkommenen Auslass. Die weithin monarchistisch gesonnene Presse nahm dies auf, man fand fĂŒr ihn die Bezeichnungen „Arbeiterkaiser“ (nicht grundlos, siehe oben) und „Friedenskaiser“ (dies geht u. a. auf den Vorschlag von Emanuel Nobel von 1912 zurĂŒck, Kaiser Wilhelm II. den von Alfred Nobel gestifteten Friedensnobelpreis zuzusprechen, damals hatte das Deutsche Reich unter seinem Kaisertum 24 Jahre Frieden gehalten). Doch zunehmend mischte sich Spott hinein: Der erste war der greise Kaiser, der zweite war der weise Kaiser, der dritte ist der Reisekaiser. Auch in der Bezeichnung „Redekaiser“ stak Kritik. Seine vielerlei Uniformen wurden bewitzelt: MajestĂ€t, im Badezimmer ist ein Rohr geplatzt. - Bringen Sie die Admiralsunifom. (" Simplicissimus ")

Von den ihn kritisierenden Demokraten, Sozialisten, Katholiken, auch den kritischen Minderheiten (von 1864 her die DĂ€nen, seit 1866 die Hannoveraner, seit 1871 die Elsass-Lothringer, dauerhaft die Polen) wurde ihm zunĂ€chst das die öffentliche Meinung beherrschende BĂŒrgertum am gefĂ€hrlichsten. Bei den Schriftstellern war er nicht angesehen, der ironische Thomas Mann war in seinem Roman Königliche Hoheit noch am mildesten mit einem behinderten und etwas einfĂ€ltigen Dynasten umgegangen. Direkte Kritik verbot der Paragraph zur „ MajestĂ€tsbeleidigung “ im Strafgesetzbuch, aber die Witze ĂŒber ihn wurden immer beißender. Man vergleiche nur das viel positivere Kaiserbild von Franz Joseph in Österreich-Ungarn, welches viel schĂ€rfere innen- und außenpolitische Probleme hatte.

Nach 1918 und seiner Flucht ins Exil ĂŒberwog die Verachtung , man warf ihm Feigheit vor: Warum ist er nicht an der Spitze seines Heeres kĂ€mpfend gefallen? Monarchisten erhofften (viele andere befĂŒrchteten) 1933 mit Adolf Hitlers Machtantritt seine RĂŒckkehr, aber Etliche hĂ€tten bereits lieber andere abgedankte deutsche FĂŒrsten gekrönt gesehen. Da Hitler nichts dergleichen im Sinne hatte, wurde Wilhelm II. in seinen letzten zehn Lebensjahren immer stĂ€rker vergessen, sein Tod blieb ĂŒberwiegend unbetrauert. Sein öffentliches Ansehen hat sich seither kaum erholt.

Im Ausland war es eher schlechter gewesen. Denn wĂ€hrend des Ersten Weltkrieges war Wilhelm II. oft die symbolische Zielfigur der feindlichen Propaganda , was sein Image dort dauerhaft beschĂ€digt haben dĂŒrfte.

Übersichten zum Leben Wilhelms II.

Genealogische Informationen

  • Söhne und Tochter
  1. Friedrich Wilhelm Victor August Ernst (* 6. Mai 1882 ; † 20. Juli 1951 ), Kronprinz des Deutschen Reiches und von Preußen, Kaiserliche und Königliche Hoheit
  2. Wilhelm Eitel Friedrich Christian Karl ( 1883 – 1942 )
  3. Adalbert Ferdinand Berengar ( 1884 – 1948 )
  4. August Wilhelm Heinrich GĂŒnther Viktor ( 1887 –1 949 )
  5. Oskar Karl Gustav Adolf ( 1888 – 1958 )
  6. Joachim Franz Humbert ( 1890 – 1920 )
  7. Victoria Luise Adelheid Mathilde Charlotte ( 1892 – 1980 )
  • Vorfahren

1 Wilhelm II.
Eltern
2 Friedrich III. ( 1831 – 1888 ), Deutscher Kaiser und König von Preußen
3 Victoria ( 1840 – 1901 ), Kaiserin Friedrich, Princess Royal of the United Kingdom of Great Britain and Ireland

  • Großeltern

4 Wilhelm I. ( 1797 – 1888 ), Deutscher Kaiser und König von Preußen
5 Augusta von Sachsen-Weimar-Eisenach ( 1811 – 1890 ), Kaiserin Augusta
6 Albert von Sachsen-Coburg-Gotha ( 1819 – 1861 ), The Prince Consort
7 Victoria ( 1819 – 1901 ), Queen Victoria, Königin von Großbritannien und Irland, Kaiserin von Indien

  • Urgroßeltern

8 Friedrich Wilhelm III. ( 1770 – 1840 ), König von Preußen
9 Luise von Mecklenburg-Strelitz ( 1776 – 1810 ), Königin Luise
10 Carl Friedrich ( 1783 – 1853 ), Großherzog von Sachsen-Weimar-Eisenach
11 Maria Romanow-Holstein-Gottorp ( 1786 – 1859 )
12 Ernst I. ( 1784 – 1844 ), Herzog von Sachsen-Coburg-Saalfeld, spĂ€ter Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha
13 Luise ( 1800 – 1831 ), Herzogin von Sachsen-Coburg-Saalfeld
14 Eduard ( 1767 – 1820 ), Herzog von Kent
15 Victoria von Sachsen-Coburg-Saalfeld ( 1786 – 1861 )

Erworbene und/oder (ehrenhalber) verliehene Titel und RĂ€nge

Akademisch (alphabetisch nach Hochschulen)

  • Dr. iur. utr. h.c. der Friedrich-Wilhelms-UniversitĂ€t Berlin
  • Dr.-Ing. E.h. der Polytechnischen Hochschule in Berlin.
  • Ehrendoktor der Wissenschaften der UniversitĂ€t Klausenburg
  • Dr. of civil law der UniversitĂ€t Oxford
  • Ehren-Dr. der Rechte der UniversitĂ€t Pennsylvania
  • Ehrendoktor der Medizin der UniversitĂ€t Prag

MilitÀrische Laufbahn

  • 27. Januar 1869: Leutnant im 1. Garderegiment zu Fuß und Ă  la suite des 1. Batl. (Berlin) des 2. Garde-Landwehr-Rgts.
  • 22. MĂ€rz 1876: Oberleutnant
  • 22. MĂ€rz 1880: Hauptmann
  • 16. September 1881: Major
  • 16. September 1885: Oberst und Kommandeur des Garde-Husaren-Regiments
  • 27. Januar 1888: Generalmajor und Kommandeur der 2. Garde-Infanterie-Brigade
  • 15. Juni 1888: Oberster Kriegsherr des deutschen Heeres und Chef der Marine, Chef des 1. Garde-Rgts zu Fuß, des Rgts der Garde du Corps , des Leib-Garde-Husaren-Rgts

Chefstellen und andere EhrenrÀnge Hier geht es um den Rang des Chefs (in Bayern: Inhaber) von Truppenteilen, dessen Namen diese dann auch oftmals trugen (das militÀrische Kommando liegt nicht beim "Chef", sondern bei dem jeweiligen Kommandeur .). Die Generals- und Admirals-Titel sind ebenfalls als EhrenrÀnge zu verstehen.

Chef des

1. Garde-Regiments zu Fuß,
Regiment Garde du Corps ,
Leib-Garde-Husaren-Regiments,
Garde-Feld-Artillerie-Regts,
Königs- Ulanen -Regiments (1. Hannoversches) Nr. 13,
Königs-Infanterie-Regts (6. Lothringisches) Nr. 145 ,
Grenadier-Regiments König Friedrich Wilhelm I. (2. Ostpreußisches) Nr. 3,
Regiments Königs-JÀger zu Pferde Nr. 1,
Leib-KĂŒrassier-Regts Großer KurfĂŒrst (Schlesisches) Nr. 1,
1. Leib-Husaren-Regts Nr. 1,
2. Leib-Husaren-Regts Königin Viktoria von Preußen Nr. 2,
Leib-Grenadier-Regts Friedrich Wilhelm III. (1. Brandenburgisches) Nr. 8,
2. Badischen Grenadier-Rgts 'Kaiser Wilhelm I.' Nr. 110 und des
Infanterie-Rgts 'Kaiser Wilhelm' (2. Großherzoglich Hessisches) Nr. 116
Königlich SÀchsischen Grenadier-Rgts Nr. 101,
Königlich WĂŒrttembergischen Infanterie-Rgts Nr. 12,
Königlich WĂŒrttembergischen Dragoner-Regts Königin Olga (1. WĂŒrttembergisches) Nr. 25,

Inhaber des

Königlich Bayerischen 1. Ulanen-Regts 'Kaiser Wilhelm II., König von Preußen' und des
Königlich Bayerischen 6. Infanterie-Regiments 'Kaiser Wilhelm, König von Preußen'

Ausland

Inhaber des

K.u.k. Infanterie-Regiments Nr. 34 und des
K.u.k. Husaren-Regiments Nr. 7;

Chef des

Kaiserlich Russischen St. Petersburger Leib-Garde-Grenadier-Rgts 'König Friedrich Wilhelm III.',
85. Infanterie-Rgts " Wyborg ",
13. Husaren-Regts " Narva " und des
Königlich Großbritannischen 1. Dragoner -Regiments.

Ehrenoberst des

Königlich Portugiesischen 4. Reiter-Rgts und des
Königlich Spanischen Dragoner-Regts "Numancia", u.a.

Kaiserlich Osmanischer Feldmarschall,
Feldmarschall der Kaiserlich-Königlichen Armee [Österreich-Ungarns],
Königlich Großbritannischer Feldmarschall ,
Königlich Großbritannischer Ehrenadmiral der Flotte [" Admiral of the fleet "],
Königlich schwedischer Flaggenadmiral,
Königlich norwegischer und Königlich dÀnischer Ehrenadmiral,
Admiral der Kaiserlich russischen Flotte,
Ehrenadmiral der Kgl. griechischen Flotte
u.a.

Literatur zu diesem Unterabschnitt

Sonstige (nichtmilitÀrische) RÀnge/Orden (Auswahl).

  • Neuntes Oberhaupt und neunter SouverĂ€n und Meister des Hohen Ordens vom Schwarzen Adler
  • Protektor des Johanniterordens
  • Ritter des Hosenbandordens ,
    St.Andreasordens ,
    Annunciaten-Ordens (Russland),
    Elefanten-Ordens (DĂ€nemark),
    St.-Hubertus-Ordens,
    Seraphinenordens
    Löwen-Orden (Norwegen)
    Orden vom Goldenen Vlies (Spanien)
  • Ehren bailli und Großkreuz des SouverĂ€nen Malteserordens

Literatur

Schriften Wilhelms II.

  • Autobiographie ( Memoiren ):
    • Aus meinem Leben – 1859–1888, Leipzig 1926 (K. F. Koehler)
    • Ereignisse und Gestalten – 1878–1918, Leipzig, Berlin 1922 (K. F. Koehler)
    • Erinnerungen an Korfu. Berlin 1924
  • Vergleichende Geschichtstabellen von 1878 bis zum Kriegsausbruch 1914. Verlag von F. Koehler, 1921
  • Meine Vorfahren. Leipzig 1929
  • Kulturhistorische Werke:
    • Das Wesen der Kultur. Privatdruck, 1921
    • Die chinesische Monade, ihre Geschichte und ihre Deutung. Leipzig 1934
    • Studien zur Gorgo . Berlin 1936
    • Das Königtum im alten Mesopotamien. Leipzig 1938
    • Ursprung und Anwendung des Baldachins. Amsterdam 1939.

Sammlungen:

  • Ernst Johann, Reden des Kaisers. Ansprachen, Predigten und TrinksprĂŒche Wilhelms II., MĂŒnchen 1966 (dtv)
  • Briefe an den Zaren 1894–1904, hgg. und eingel. von Walter Goetz, ĂŒbersetzt von M. T. Behrmann, Berlin 1920
  • Briefe und Telegramme an Nikolaus II. (1894–1914)'‘, hgg. von H. v. Gerlach, Wien 1920

Archivalien

  • Bundesarchiv , Koblenz
  • Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, Berlin
  • Zentrales Staatsarchiv, Histor. Abt. I, Potsdam
  • Zentrales Staatsarchiv, Histor. Abt. II, Merseburg
  • Rijksarchief in de Provincie Utrecht, Niederlande, Bestand Nr. 14: Ex-Keizer W. II.

Literatur ĂŒber Wilhelm II.

Zeitgenössisch

  • Friedrich Meister, „Kaiser Wilhelm II.“, Verlag Ernst Hofmann Berlin 1894
  • Friedrich Naumann , „Die Politik Kaiser Wilhelms II.“, Verlag Freistatt MĂŒnchen 1903
  • Adolf Stein, „Wilhelm II.“, Leipzig 1909 (Kurzdarstellung)
  • Arthur N. Davies: The Kaiser I knew, London 1918
  • Emil Ludwig , Wilhelm der Zweite, Berlin 1926 (Ernst Rowohlt)
  • Edgar v. Schmidt-Pauli, „Der Kaiser – Das wahre Gesicht Wilhelms II.“, Verlag fĂŒr Kulturpolitik Berlin 1928 (Die Person des Kaisers aus Sicht eines Psychologen)
  • Max Buchner, „Kaiser Wilhelm II., seine Weltanschauung und die deutschen Katholiken“, Leipzig: Köhler 1929
  • J. D. Chamier, „Ein Fabeltier unserer Zeit – Glanz und Tragödie Kaiser Wilhelms II.“, Amalthea-Verlag 1938 (vorzĂŒgliche Biographie des engl. Autors)

SpÀter

  • Hans Helfritz, „Wilhelm II: als Kaiser und König“, Verlag Scientia AG, 1954 (historische Studie des Prof. f. öffentliches Recht bzgl. der positiven Leistungen des Kaisers)
  • Nicolaus Sombart , „Wilhelm II – SĂŒndenbock und Herr der Mitte“, Berlin (Verlag Volk & Welt) 1997 (Betrachtungen zur Person des Kaisers und dessen Umfeld aus kultursoziologischer Sicht)
  • Golo Mann , „Wilhelm II.“, MĂŒnchen: Scherz 1964
  • Sigurd von Ilsemann, Der Kaiser in Holland, Bde. I/II, MĂŒnchen 1968, hgg. von Harald v. Koenigswald (zeitgenössische Tagebuchaufzeichnungen des letzten FlĂŒgeladjutanten Wilhelm II. in Doorn; postum , Bd 1: 1918–23; Bd 2: 1924–41
  • Friedrich August Henn, „Meine Erinnerungen an Wilhelm II. im Exil in Doorn“ (1966), Privatdruck, Frankfurt a.M 2001 – ein Zeitzeuge, der Hofpfarrer in Doorn, berichtet.
  • Hans Rall, „Wilhelm II. – Eine Biographie“, Graz (Verlag Styria) 1995
  • Christian Graf von Krockow , Unser Kaiser. Glanz und Elend der Monarchie. MĂŒnchen 1996
  • Klaus Jaschinski, „Kaiser Wilhelm II. auf Pilgerfahrt im Heiligen Land“, in: Ulrich van der Heyden, Joachim Zeller (Hrsg.) ... Macht und Anteil an der Weltherrschaft., Berlin * Tyler Whittle, „Kaiser Wilhelm II: – Eine Biographie“, MĂŒnchen 1979
  • Louis Ferdinand Prinz von Preußen, Im Strom der Geschichte, MĂŒnchen [1989] 1994 [ursprĂŒnglicher Titel: „Als Kaiserenkel durch die Welt“, 1. Auflage, Berlin: Argon 1952]
  • Hans Wilderotter und Klaus D. Pohl (Herausgeber): Der letzte Kaiser. Wilhelm II. im Exil. hgg. i. A. des Dt. Historischen Museums (Berlin), GĂŒtersloh/MĂŒnchen 1991
  • J. D. Chamier, „Ein Fabeltier unserer Zeit – Glanz und Tragödie Kaiser Wilhelms II.“, Neuauflage 1989, Vorwort: Louis Ferdinand Prinz von Preußen
  • John C. G. Röhl, Die Jugend des Kaisers, 1859–1888, MĂŒnchen (Beck)
  • John C. G. Röhl, Der Aufbau der Persönlichen Monarchie, 1888–1900, MĂŒnchen (Beck) 2001
  • Wolfgang J. Mommsen , War der Kaiser an allem schuld? Wilhelm II. und die preußisch-deutschen Machteliten, MĂŒnchen (PropylĂ€en) 2002
  • Christopher Clark: Kaiser Wilhelm II.. London 2000 (kurze, abgeschlossene Biografie auf neuerem Forschungsstand, bisher nur engl.)
  • Eberhard Straub, „Drei letzte Kaiser. Der Untergang der großen europĂ€ischen Dynastien“, Berlin (Siedler) 1998, ISBN 3886805654
  • Friedhild den Toom, „Wilhelm II. in Doorn“, Hilversum 2002 (die nl. Autorin arbeitet fĂŒr die Stichting Huis Doorn)
  • John C. G. Röhl, Kaiser, Hof und Staat. Wilhelm II. und die deutsche Politik, MĂŒnchen (C. H. Beck) 2002
  • Joachim Schröder, "Die U-Boote des Kaisers - Die Geschichte des deutschen U-Boot-Krieges gegen Großbritannien im Ersten Weltkrieg", Bonn (Bernard und Graefe) 2. Auflage 2003 - erstmals wird hier die entscheidende Rolle des Kaisers im U-Boot-Krieg beleuchtet.

Siehe auch

Weblinks

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