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Letzte Änderung für Artikel Friedrich Wilhelm (Brandenburg): 10.02.2006 03:46

Friedrich Wilhelm (Brandenburg)

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Friedrich Wilhelm
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Friedrich Wilhelm (* 16. Februar 1620 in Cölln an der Spree (jetzt Berlin); † 9. Mai 1688 in Potsdam), KurfĂŒrst von Brandenburg, wird auch der Große KurfĂŒrst genannt. Er war der Sohn des KurfĂŒrsten Georg Wilhelm und der pfĂ€lzischen Prinzessin Elisabeth Charlotte von der Pfalz.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Friedrich Wilhelm war von mittlerer KörpergrĂ¶ĂŸe und dennoch eine imponierende Erscheinung von natĂŒrlicher Einfachheit und einem ausgeprĂ€gt praktischen Sinn.

Schon in jungen Jahren wurde er in die Niederlande gesandt, um die dortigen VerhĂ€ltnisse kennenzulernen. Der vierjĂ€hrige Aufenthalt - u.a. an der UniversitĂ€t Leiden - prĂ€gte den spĂ€teren Staatsmann entscheidend, fand er doch ein hochentwickeltes Staatswesen vor, das fĂŒr das kleine aufstrebende Brandenburg in vielem als Vorbild dienen konnte. 1638 wurde er nach Berlin zurĂŒck berufen.

Am 1. Dezember 1640 trat er inmitten schwieriger politischer VerhÀltnisse die Nachfolge seines Vaters an:

  • der DreißigjĂ€hrige Krieg hatte das Land verwĂŒstet,
  • Brandenburg, Pommern und Kleve waren von fremden Truppen besetzt ( Schweden ),
  • Preußen galt als unsicherer Besitz, da der König von Polen jederzeit die Belehnung verweigern konnte,
  • die Regierung des Hauptlandes befand sich in der Hand eines Intimfeindes, des Grafen Schwarzenberg.

Zudem waren die Finanzen des Staates zerrĂŒttet, so dass auch die Söldner aufbegehrten.

1641 schloss Friedrich Wilhelm Frieden mit den Schweden, die daraufhin die StĂ€dte der Mark rĂ€umten. Die Gegnerschaft zu Schwarzenberg löste sich durch dessen plötzlichen Tod. Die auswĂ€rtige Politik begann sich auf die Oranier in den Niederlanden zu stĂŒtzen.

1643 nahm FĂŒrst Ludwig I. von Anhalt-Köthen KurfĂŒrst Friedrich Wilhelm in die Fruchtbringende Gesellschaft auf. Er verlieh ihm den Gesellschaftsnamen der Untadelige und gab ihm die Devise krĂ€ftige Tugend. Als Emblem wurde ihm der Mirabolanen frucht und baum (Terminalia catappa L. oder Terminalia citrina Roxb.) zugedacht. Im Köthener Gesellschaftsbuch wurde der KurfĂŒrst unter der Nr. 401 gefĂŒhrt. Dort findet sich auch das Reimgesetz, welches Friedrich Wilhelm zum Dank seiner Aufnahme verfasste:

Mirabolanenfrucht, vol kraft und tugend ist,
Sie helt untadelich gantz rein marck und geblĂŒte
Der Nahm' Untadelich ward mir daher' erkiest
Weil ohne tadel nur sol sein sin und gemĂŒte
Und wer sein hohes Ambt, wol ab in demut mißt
Befleist darneben sich des Rechtens und der gĂŒte
Derselbe bringt gewis untadeliche frucht
Und find der tugend kraft also wie er gesucht.

Im Dezember 1646 heiratete Friedrich Wilhelm die Ă€lteste Tochter des Statthalters Friedrich Heinrich von Oranien , Luise Henriette von Oranien. WĂ€hrend der westfĂ€lischen Friedensverhandlungen trat der KurfĂŒrst von Brandenburg nicht nur fĂŒr sein Land, sondern allgemein auch fĂŒr die evangelische Sache auf und er erreichte, dass die Reformierten die gleichen Rechte erhielten wie die Lutheraner .

In der Folge setzte Friedrich Wilhelm durchgreifende Reformen in der Verwaltung, der Finanzverfassung und beim MilitĂ€r durch, das als stehendes Heer organisiert wurde. Insbesondere der Übergang von der bis dahin ĂŒblichen Naturalwirtschaft zur Geldwirtschaft brachte große Fortschritte.

Als er starb, hatte er das Land um 33,150 kmÂČ erweitert; insgesamt waren es 112,660 kmÂČ mit 1,5 Mio. Einwohnern. Ihm zu Ehren stehen eine BĂŒste in der Walhalla und eine Statue am Genfer Reformationsdenkmal.

Chronologie im Detail

Zeit  
1. Dezember 1640 Friedrich Wilhelm ĂŒbernimmt die Regierung.
ab 1641 Waffenstillstand mit Schweden; Neuaufbau eines Heeres auf Vorpommern um die MĂŒndungen der Oder zugunsten Schwedens. Er erhielt Hinterpommern und die BistĂŒmer Halberstadt, Minden , Kammin und die Anwartschaft auf Magdeburg.
1646 1. Ehe mit Louise Henriette, Prinzessin von Oranien; sechs Kinder: Wilhelm Heinrich, Karl Emil, Friedrich I., Amalia, Heinrich und Ludwig.
1655 Ausbruch des Schwedisch-Polnischen Krieges .
1656 Sieg bei Warschau (28.-30. Juli 1656) im Bund mit Schweden; Karl Gustav erkennt nicht die geforderte und zugesicherte SouverĂ€nitĂ€t Preußens an.
19. September 1657 Vertrag von Wehlau Polen sichert die SouverĂ€nitĂ€t Preußens. Dieser Vertrag wurde von König Leopold von Ungarn vermittelt. DafĂŒr unterstĂŒtzte Friedrich Wilhelm diesen bei der Kaiserwahl.
Teilnahme am Krieg in Schleswig und DĂ€nemark gegen Schweden
3. Mai 1660 Friede von Oliva bestĂ€tigt die UnabhĂ€ngigkeit Preußens von Polen
1668 2. Ehe mit der verwitweten Herzogin Dorothea von LĂŒneburg, geborene Prinzessin von Holstein-GlĂŒcksburg
sieben Kinder, davon 4 Söhne: Philipp Wilhelm (1669-1711), Karl Philipp (1672-95), Albrecht Friedrich (1673-1731) und Christian Ludwig (1677-1734) sowie 3 Töchter: Maria Amalia, Elisabeth Sophie und Dorothea.
1660 - 1672 Äußerer Friede. Friedrich Wilhelm konzentriert sich auf die Innenpolitik.
ZunÀchst galt es, die Rechte und Privilegien der StÀnde in den einzelnen Landschaften mit dem allgemeinen Staatsinteresse (einheitliche, geregelte Finanzwirtschaft, MilitÀrwesen) in Einklang zu bringen.
Am leichtesten fĂŒgten sich die StĂ€nde der Mark und der benachbarten LĂ€nder, Schwierigkeiten dagegen bereiteten die StĂ€nde von Kleve und Preußen, wo die SelbstĂ€ndigkeitsbestrebungen von den benachbarten Republiken der Niederlande und Polens unterstĂŒtzt wurden. Besondere Probleme bereitete Preußen, wo die strengen Lutheraner sich weigerten, den reformierten KurfĂŒrsten anzuerkennen und Polen um Hilfe baten. Erst als die Maßlosigkeiten einiger Mitglieder, wie des Königsberger Schöppenmeisters Johannes Roth und der beiden Kalckstein, die Einheit der stĂ€ndischen Opposition schwĂ€chten, gelang es 1663 in Königsberg dem KurfĂŒrsten, die StĂ€nde hinter sich zu bringen. Roth wurde verhaftet und starb nach 16-jĂ€hriger Gefangenschaft; General Kalckstein war gestorben, sein Sohn, der Oberst, flĂŒchtete nach Polen, wurde von da mit Gewalt nach Preußen zurĂŒckgeschafft und 1672 wegen Hochverrats hingerichtet.
Die Erhebung der Mahl-, Schlacht- und Brausteuer in allen Provinzen versetzte den KurfĂŒrsten in die Lage, ein stehendes Heer zu unterhalten, das im Fall eines Kriegs auf 20.000 Mann aufgestockt werden konnte. Friedrich Wilhelm begann die Wirtschaft teils gegen heftigen Widerstand zu fördern, indem er den Ackerbau und die Einwanderung unterstĂŒtzte. Außerdem befreite er das Gewerbe und den Verkehr von BeschrĂ€nkungen, förderte den Binnen- und den Seehandel , ließ den MĂŒllroser Kanal bauen und richtete einen eigenen Postdienst ein. Er bezeichnete „ Schiffahrt und Kommerzien als die fĂŒrnehmbsten Aufgaben eines Staates.“ Um ĂŒberseeische Kolonien zu erwerben und zu sichern, schuf er mit UnterstĂŒtzung des niederlĂ€ndischen Kaufmanns Benjamin Raule die Kurbrandenburgische Marine und ließ eine afrikanische Handelskompanie grĂŒnden. HauptstĂŒtzen des Staates wurden der Beamtenapparat (beide Freiherren von Schwerin, die beiden Jena, Hoverbeck, Krockow, Meinders, Fuchs u. a.) und das Offizierkorps (Graf Waldeck, Sparr, Derfflinger, FĂŒrst Anhalt, Schöning).
1672 Ludwig XIV. (Frankreich) greift die Niederlande an. Friedrich Wilhelm versucht die Niederlande zu unterstĂŒtzen, aber der Kaiser verhinderte dies, da er sich in einem geheimen Vertrag mit Frankreich zur NeutralitĂ€t verpflichtet hatte. Die kaiserlichen Feldherren Montecuccoli und Bournonville verhinderten jeden feindlichen Zusammenstoß am Rhein und in Westfalen mit dem französischen Befehlshaber Turenne und ermöglichtem diesem damit, tief in Westfalen einzudringen. Am 16. Juni 1673 schloss FW daher den Separatfrieden zu Vofsem ab.
1. Juli 1674 Friedrich Wilhelm schließt sich erneut einer Koalition gegen Frankreich an. Mit Bournonville kĂ€mpft er vergeblich 1674/75 gegen Turenne . Allerdings muss er sich dann aus dem Elsass zurĂŒckziehen.
25. Juni 1675 Den Angriff der Schweden wehrt Friedrich Wilhelm durch den Sieg bei Fehrbellin ab. in der Folge (bis 1678) erobert er sĂ€mtliche Festungen Vorpommerns einschließlich Stettin. Die Schweden treibt er 1678-79 nach Livland zurĂŒck.
29. Juni 1679 Im Frieden von St.-Germain muss Friedrich Wilhelm Vorpommern abtreten, da ihn seine VerbĂŒndeten, die Niederlande und der eifersĂŒchtige kaiserliche Hof im Stich ließen und er mit DĂ€nemark allein dem ĂŒbermĂ€chtigen Frankreich gegenĂŒberstand. EnttĂ€uscht von diesem Verhalten schloss er sich nun eng an Frankreich an, verpflichtete sich sogar in einem geheimen Vertrag vom 25. Oktober 1679 , Ludwig XIV. bei einer neuen Kaiserwahl seine Stimme zu geben.
Schließlich bekĂ€mpfte er die spanische Flotte, stritt sich mit den Niederlanden ĂŒber nicht gezahlte Hilfsgelder und ĂŒber Kolonien in Guinea und erhob an den Kaiser den Anspruch auf EntschĂ€digung fĂŒr seine Erbrechte auf Schlesien.
1685 In England bestieg mit Jakob II. ein katholischer König den Thron, was Friedrich Wilhelm als Bedrohung der evangelischen Religion auffasste.
Gleichzeitig hob Ludwig XIV. das Edikt von Nantes auf, um die Protestanten in seinem Reich zu unterdrĂŒcken. Deshalb verbĂŒndete sich Friedrich Wilhelm mit den Generalstaaten und dem Kaiser, indem er gegen Abtretung des kleinen Schwiebuser Kreises auf seine schlesischen ErbansprĂŒche verzichtete und sogar ein Hilfskorps von 8.000 Mann gegen die TĂŒrken schickte. Durch das Potsdamer Edikt vom 8. November 1685 ermöglichte er 15.000 Protestanten aus Frankreich die Ansiedelung in seinen Staaten. Dies fĂŒhrte zu einem Aufschwung der Industrie, besonders in Berlin.

Nachkommen

Erste Ehe: 1646 , Louise Henriette, Prinzessin von Oranien, Tochter von Friedrich Heinrich von Oranien

  • Wilhelm Heinrich (* 11. Mai 1648 um 5 Uhr; † 14.oder 24. Oktober 1649 in Wesel)
  • Karl Emil (* 6. Februar 1655 um 10 Uhr in Cölln (Berlin); † 27. November 1674 zwischen 23 und 24 Uhr in Straßburg)
  • Friedrich I. (* 11. oder 21. Juli 1657 in Königsberg; † 25. Februar 1713 in Berlin)
  • Amalia (Zwilling) (* 9. November 1664 um 4 Uhr; † 22. Januar 1665 um 3 Uhr)
  • Heinrich (Zwilling) (* 9. November 1664 um 4:30 Uhr; † 16. November 1664 am Nachmittag)
  • Ludwig (* 28. Juni oder 8. Juli 1666 um 15:30 Uhr in Clewe; † 1687)

Zweite Ehe: 1668 , verwitwete Herzogin Dorothea Sophie von Brandenburg, Tochter von Philipp von Schleswig-Holstein-GlĂŒcksburg (1584-1663)

  • Philipp Wilhelm (* 19. Mai 1669; † 19. Dezember 1711) erster Markgraf von Brandenburg-Schwedt
  • Maria (* 26. November 1670; † 17. November 1739) - 1687 verheiratet mit Herzog Karl von Mecklenburg-GĂŒstrow.
  • Albrecht (* 24. Januar 1672; † 21. Juni 1731)
  • Karl (* 5. Januar 1673, † 23. Juli 1695)
  • Elisabeth Sophie (* 5. April 1674; † 22. November 1748) - 1691-1698 verheiratet mit Friedrich Kasimir von Kurland , 1703-1712 verheiratet mit Markgraf Christian Ernst von Brandenburg-Bayreuth, 1714-1724 verheiratet mit Ernst Ludwig I. von Sachsen-Meiningen.
  • Dorothea (* 6. Juni 1675; † 11. September 1676)
  • Christian Ludwig (* 24. Mai 1677; † 3. September 1734)

Siehe auch

  • Caputh
  • Schlacht von Fehrbellin

Weblinks

VorgÀnger
Georg Wilhelm
Liste der Herrscher von Brandenburg Nachfolger
Friedrich III.

Wikipedia

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