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Letzte Änderung für Artikel Heuneburg: 13.02.2006 04:57

Heuneburg

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Heuneburg: Rekonstruierte keltische H├Ąuser, im Hintergrund die Lehmziegelmauer
Heuneburg: Rekonstruierte keltische H├Ąuser, im Hintergrund die Lehmziegelmauer

Die Heuneburg ist eine vor - und fr├╝hgeschichtliche H├Âhensiedlung am Oberlauf der Donau im Ortsteil Hundersingen der Gemeinde Herbertingen zwischen Ulm und Sigmaringen. Sie gilt als die ├Ąlteste bekannte Siedlung Mitteleuropas. Die Burg ist strategisch g├╝nstig auf einem Bergsporn gelegen, an einem steil abfallendem Ufer zur Donau. Darauf befindet sich ein noch gut erhaltener Ringwall , der 300 m lang und bis zu 150 m breit ist.

Inhaltsverzeichnis

Grabungen

Die von 1950-1979 betriebenen Grabungen durch Adolf Rieth , Kurt Bittel , Egon Gersbach und Wolfgang Kimmig belegen eine Besiedlung nachweislich seit der mittleren Bronzezeit (16. - 13. Jahrhundert v. Chr.). Seit 2003 l├Ąuft ein Schwerpunktprogramm der DFG zu fr├╝hkeltischen F├╝rstensitzen in Mitteleuropa, in dessen Rahmen auch auf der Heuneburg seit 2004 wieder Grabungen stattfinden. 2005 wurde die befestigte Vorburg untersucht. Dabei entdeckte man die Reste eines steinernen Tores mit 12 m L├Ąnge und 8 m Breite. Ungew├Âhnlich ist hier die Verwendung von pr├Ązise behauenen Kalksteinquadern, da die "Stadt"-Mauer aus luftgetrockneten Lehmziegeln bestand. Neben den wissenschaftlichen Forschungsgrabungen gibt es auch Lehrgrabungen von der Gesellschaft f├╝r Vor- und Fr├╝hgeschichte in W├╝rttemberg und Hohenzollern .

Besiedlung

Im Laufe der Geschichte war die Heuneburg h├Ąufig besiedelt, besonders herausragend ist aber eine hallstattzeitliche befestigte Siedlung aus dem 7. bis 5. Jahrhundert v. Chr.

Die ├Ąlteste nachgewiesene Besiedlung fand in der Mittelbronzezeit , d.h. im 15. bis 13. Jahrhundert v. Chr. statt, als der Bergsporn durch Anlage von m├Ąchtigen Wall- und Grabenanlagen so umgeformt wurde, dass er f├╝r eine leichte Verteidigung noch besser geeignet war. Anschlie├čend wurde das gerade einmal 2 ha gro├če Plateau mit einer Holzkastenmauer befestigt. Mit dem Beginn der Urnenfelderzeit im 12. Jahrhundert v. Chr. wurde die Siedlung wieder verlassen, ohne dass Spuren einer Zerst├Ârung gefunden wurden.

Um 600 v. Chr. entstand hier ein sog. F├╝rstensitz der Hallstattkultur . Vorterrassen und umgebende Begr├Ąbnispl├Ątze (z.B. "F├╝rsten"grabh├╝gel "Hohmichele") verdeutlichen die Stellung der Heuneburg als einem der gro├čen eisenzeitlichen F├╝rstensitze S├╝ddeutschlands. In der sp├Ąten Hallstattzeit (ca. 700 v. Chr) erneut mit der klassisch-keltischen Holz-Erde-Mauer befestigt, wird die Heuneburg mit dem Fernhandel entlang der Donau zum Handelszentrum, was gro├če Hausgrundrisse und zahlreiche Funde von griech. Keramik beweisen. Die einheimische Mauer wurde zu Beginn des 6. Jahrhunderts v. Chr. mit einer Lehmziegelmauer mit vorspringenden T├╝rmen, vielleicht nach mediterranen Vorbildern ersetzt. Lehmziegelmauern sind in Mitteleuropa jedoch bereits seit der sp├Ąten Bronzezeit (Urnenfelderzeit) nachgewiesen (Glauberg). Die Bedachung der Heuneburg wurde ├╝berwiegend in Schindeln (Holzschindeln) ausgef├╝hrt, deren Existenz bis in das fr├╝he Altertum zur├╝ckverfolgt werden kann.

Im 5. Jahrhundert v. Chr. wurde die Anlage durch Feuer zerst├Ârt, Spuren der folgenden Fr├╝hlat├Ęnezeit fehlen, obgleich verwandte Reichtumszentren wie der Hohenasperg (siehe auch Hochdorf an der Enz ) diese vor allem durch einen neuen Kunststil gepr├Ągte Zeit noch erlebten.

Neue Forschungen zeigten, dass zu der Burganlage selbst noch umfangreiche Au├čensiedlungen geh├Ârten, die wohl ebenfalls befestigt waren. Zudem konnte durch Feldbegehungen das Siedlungsumfeld der Heuneburg n├Ąher erschlossen werden, so da├č man heute von einer Siedlungsfl├Ąche mit mehreren zig Hektar ausgeht. Die Einwohnerzahl betrug auf ihrem H├Âhepunkt 5.000 bis 10.000 Menschen. Funde am Ende der Grabungskampagne 2005 mit reichhaltigen Grabbeigaben eines zweij├Ąhrigen Kindes ( etruskische Goldanh├Ąnger und Goldfibeln) deuten auf eine st├Ąrker gegliedertere Sozialstruktur der Kelten hin als bisher angenommen. Die dazu notwendige Arbeitsteiligkeit belegen Indizien f├╝r Werkst├Ątten oder gar Handwerkerviertel, die nicht mehr nur f├╝r den Eigenbedarf produzierten.

Auch im Mittelalter wurde die Heuneburg immer wieder als strategisch g├╝nstiger Platz genutzt, ohne jedoch wieder als dauerhafte Siedlung zu entstehen.

Deutung

Die befestigte Siedlung der Hallstattzeit wird in der Forschung gerne als " F├╝rstensitz " bezeichnet, obwohl der Begriff inzwischen besonders durch den T├╝binger Ur- und Fr├╝hgeschicht sprofessor Manfred Eggert stark kritisiert wird.

Museum

In den letzten Jahren entstand auf der Heuneburg ein Freilichtmuseum mit eine Rekonstruktion der Lehmziegelmauer. Das Heuneburgmuseum in Hundersingen informiert ├╝ber dieses bedeutende Machtzentrum der Hallstattzeit. Bei sch├Ânem Wetter bietet die Heuneburg einen herrlichen Ausblick auf die Alpen.

Literatur

  • U. Brosseder, E. Sauter: Bemerkungen zur Heuneburg und ihrer Publikation. in: Praehist. Zeitschr. Walter de Gruyter, Berlin 78.2003, 1, 60-98. ISSN 0079-4848
  • Egon Gersbach: Die mittelbronzezeitlichen Wehranlagen der Heuneburg bei Hundersingen a.D. in: Arch. Korrespondenzblatt. 1973, 3, 417-422.
  • Egon Gersbach: Die Paukenfibeln und die Chronologie der Heuneburg bei Hundersingen/Donau, Fundberichte aus Baden-W├╝rttemberg 6, 1981, 213 - 223.
  • Kimmig, Wolfgang: Die Heuneburg an der oberen Donau. F├╝hrer arch. Denkm. Bad.-W├╝rtt. Stuttgart, Theiss 1983.
  • Siegfried Kurz: Die Heuneburg-Au├čensiedlung, Befunde und Funde Forschungen und Bericht zur Vor- und Fr├╝hgeschichte in Baden-W├╝rttemberg 72 Stuttgart 2000
  • Siegfried Kurz: Siedlungsforschungen im Umfeld der Heuneburg bei Hundersingen, Gde. Herbertingen, Kreis Sigmaringen. Arch├Ąologische Ausgrabungen in Baden-W├╝rttemberg 2002, 77 - 79.
  • Siegfried Kurz: Neue Ausgrabungen im Vorfeld der Heuneburg bei Hundersingen an der oberen Donau, Germania 76, 1998, 527 - 547.
  • Siegfried Kurz, S. Schiek: Bestattungspl├Ątze im Umfeld der Heuneburg. Forsch. u. Ber. Vor- u. Fr├╝hgesch. Bad.-W├╝rtt. 87, Stuttgart 2002
  • H. Reim: Die Au├čenbefestigungen der Heuneburg bei Hundersingen, Gde. Herbertingen, Kreis Sigmaringen. Arch. Ausgr. Bad.-W├╝rtt. 2002, 72 - 76.

Heuneburgstudien

  • G. Riek: Der Hohmichele. Ein F├╝rstengrabh├╝gel der sp├Ąten Hallstattzeit. Heuneburgstudien 1, R├Âm.-German. Forsch. 26, Berlin 1962
  • G. Mansfeld: Die Fibeln der Heuneburg 1950-1970. Heuneburgstudien 2, R├Âm.-German. Forsch. 33, Berlin 1973
  • A. Lang: Die geriefte Drehscheibenkeramik der Heuneburg 1950-1970 und verwandte Gruppen. Heuneburgstudien 3, R├Âm.-German. Forsch. 34, Berlin 1974
  • H.-W. D├Ąmmer: Die bemalte Keramik der Heuneburg. Heuneburgstudien 4, R├Âm.-German. Forsch. 37, Mainz 1978
  • S. Sievers: Die Kleinfunde der Heuneburg. Heuneburgstudien 5, R├Âmisch-Germanische Forschungen 42 Mainz, 1984
  • E. Gersbach: Ausgrabungsmethodik und Stratigraphie der Heuneburg. Heuneburgstudien 6, R├Âm.-German. Forsch. 45, Mainz 1988
  • D. Fort-Linksfeiler: Die Sch├╝sseln und Schalen der Heuneburg. Heuneburgstudien 7, R├Âm.-German. Forsch. 47, Mainz 1989
  • H. van den Boom: Gro├čgef├Ą├če und T├Âpfe der Heuneburg. Heuneburgstudien 8, R├Âm.-German. Forsch.51, Mainz 1991
  • E. Gersbach: Baubefunde der Perioden IVc - IVa der Heuneburg. Heuneburgstudien 9, R├Âm.-German. Forsch. 53, Mainz 1995
  • E. Gersbach: Baubefunde der Perioden IIIb - Ia der Heuneburg. Heuneburgstudien 10, R├Âm.-German. Forsch. 56, Mainz 1996
  • W. Kimmig (Hrsg.): Importe und mediterrane Einfl├╝sse auf der Heuneburg. Heuneburgstudien 11, R├Âm.-German. Forsch. 59, Mainz 2000

Weblinks

Artikel


Koordinaten: 48┬░ 05' 36" N, 09┬░ 24' 47" O

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