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Letzte Änderung für Artikel Oberrheinische Tiefebene: 14.02.2006 16:39

Oberrheinische Tiefebene

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Oberrheingraben (blau) von Basel bis Frankfurt; im Nordwesten die Kölner Bucht. Farbgebung = digitales Höhenmodell
Oberrheingraben (blau) von Basel bis Frankfurt; im Nordwesten die Kölner Bucht. Farbgebung = digitales Höhenmodell

Die vom Rhein durchflossene Oberrheinische Tiefebene - h√§ufiger Oberrheingraben oder Rheingraben oder Rheintalgraben oder verk√ľrzt Rheinebene genannt - ist ein 300 km langes und 30 bis 45 km breites, tektonisch entstandenes Tal in S√ľdwestdeutschland . Sein s√ľdwestliches Viertel geh√∂rt zur Region Stra√üburg und Colmar / M√ľlhausen (Elsass) (Osten von Frankreich ), sein s√ľdlichster Teil bei Basel zur Nordwestschweiz. Der n√∂rdlichste Teil reicht bis ins Rhein-Main-Gebiet mit der Metropole Frankfurt am Main.

Inhaltsverzeichnis

Geologie

Der Oberrheingraben stellt einen seit etwa 45 Millionen Jahren aktiven Grabenbruch dar, eine mindestens 20 km tiefe Einsenkung der Erdkruste. Gelegentliche leichte Erdbeben und alte Lava -Ablagerungen an den Grabenrändern zeugen von der immer noch vorhandenen tektonischen Aktivität der Region.

Der Graben geh√∂rt zu einer langen, geologisch teilweise bis Afrika wirkenden Schw√§chezone der Erdkruste. √Ąhnlich wie zahlreiche Sedimentbecken wurde diese Zone beim langsamen Absinken (sporadisch einige mm pro Jahr) gleichzeitig durch fluviatile Sedimentation aufgef√ľllt. Diese inzwischen verfestigten Schichten geh√∂ren vor allem zum Terti√§r . Bei Karlsruhe sind sie etwa 5 bis 10 km m√§chtig. Ihr Verlauf und ihre abschw√§chende Wirkung auf das Erdschwerefeld ist seit langem ein wichtiges Forschungsthema f√ľr Geod√§sie und Geophysik (siehe Univ.Karlsruhe, Prof. Eugen Kuntz und die erstgenannte Literatur).

Blick in den Rheingraben vom Melibokus bei Darmstadt aus
Blick in den Rheingraben vom Melibokus bei Darmstadt aus

Geografie

Talform, Grenzen und Gebirge

Im S√ľden ist die Oberrheinische Tiefebene am breitesten - bei Freiburg im Breisgau und Stra√üburg √ľber 40 km - und wird dort nach Osten durch den Schwarzwald begrenzt, im Westen durch die Vogesen . Sein etwas schm√§lerer Nordteil (nur beim Kraichgau 40 km) wird √∂stlich vom Odenwald begrenzt, westlich vom Pf√§lzerwald und dem rheinhessischen H√ľgelland .

Der Rhein flie√üt von S√ľdosten - von Schaffhausen und dem Bodensee her - als Hochrhein zu, wird in der breiten Ebene Oberrhein genannt und verl√§sst sie im Nordwesten als Mittelrhein.

Dort, wo er bei Mainz in den Rheingau eintritt, endet der Rheingraben orografisch . Das Tal verengt sich um fast 99 Prozent und bildet bei Koblenz und bis Bonn das Durchbruchstal im Bereich einiger erdgeschichtlich alter Gebirge (Rheinisches Schiefergebirge: Hunsr√ľck, Eifel, Taunus und Westerwald). Diese Landschaft des ‚ÄěMittelrhein‚Äú hat die UNESCO im Jahr 2002 zum Weltkulturerbe erhoben.

Klima

Infolge der geringen H√∂he √ľber dem Meeresspiegel (im Mittel um 150 m) und der sch√ľtzenden Gebirge an den Flanken herrscht in der Oberrheinischen Tiefebene ein sehr mildes, um den Kaiserstuhl im S√ľden schon fast mediterranes Klima . An mehreren Orten in der oberrheinischen Tiefebene wurden bereits √ľber 40¬į Celsius gemessen.

Bis ins 19. Jahrhundert waren die rheinnahen Gebiete durch S√ľmpfe und h√§ufige √úberschwemmungen charakterisiert und f√ľr Landwirtschaft und Bebauung schlecht geeignet. Dies √§nderte sich mit der Begradigung des Rheins zwischen 1817 und 1876 durch Johann Gottfried Tulla und seine Nachfolger. Manche der urspr√ľnglichen Rheinwindungen blieben als Altrhein -Arme erhalten und sind heute teilweise renaturiert , wie auch die Wasserqualit√§t des Rheins allm√§hlich wieder steigt.

S√ľdbaden und Vulkanismus

Die Tiefebene ist durch die Sedimentierung ungewöhnlich glatt, sodass der Rhein bis zur Regulierung vor 150 Jahren zahlreiche Mäander und Sumpflandschaften bildete.

Der S√ľdosten des Rheingrabens hei√üt Breisgau. Der fruchtbare, 557 Meter hohe Kaiserstuhl nordwestlich von Freiburg ist ein vulkanisches Massiv von 110 km¬≤. Es ragt wie eine Insel aus der badischen Rheinebene auf und ist vermutlich durch das Absinken fr√ľherer Gesteine entstanden, die sich - wie noch heute in vielen Vulkanzonen zu beobachten - im Sinken erhitzten und einen Magmastrom nach oben √∂ffneten.

Die Form dieses relativ jungen Gebirges, das sich trotz Erl√∂schen des Vulkans und anhaltendem Absinken noch 400 Meter √ľber das Rheintal erhebt, √§hnelt einem nach S√ľdwesten ge√∂ffneten Hufeisen. Die H√§nge sind von fruchtbaren L√∂√üb√∂den bedeckt, wo im milden Klima Rebkulturen und empfindliche Obstsorten gedeihen, aber auch mediterrane Pflanzen.

Städte und bekannte Orte in der oberrheinischen Tiefebene

Satellitenaufnahme des Oberrheingrabens, oben das Rheinische Schiefergebirge, unten rechts der Bodensee
Satellitenaufnahme des Oberrheingrabens, oben das Rheinische Schiefergebirge, unten rechts der Bodensee

Großstädte im Oberrheingraben (rheinabwärts)

Andere Städte und bekannte Orte (rheinabwärts)

Rheinebene mit Odenwald (Königsstuhl) bei Schwetzingen
Rheinebene mit Odenwald (Königsstuhl) bei Schwetzingen

Wirtschaft

Zwei bedeutende deutsche Wirtschaftsregionen liegen in der Oberrheinischen Tiefebene, das Rhein-Neckar-Dreieck mit Mannheim, Ludwigshafen und Heidelberg sowie das Rhein-Main-Gebiet mit Frankfurt, Mainz und Wiesbaden. Aber auch um Karlsruhe, Straßburg, Freiburg im Breisgau und Basel haben sich städtische Verdichtungsräume gebildet, die Bestrebungen Auftrieb gegeben haben, eine Europäische Metropolregion "Städtenetz am Oberrhein" zu bilden. Der Bereich befindet sich in der sogenannten "Blauen Europa-Banane" von London nach Mailand, eine besondere Wachstums- und Entwicklungszone.

Weblinks

Wikipedia

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