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Letzte Änderung für Artikel Mindelsee: 08.01.2006 11:07

Mindelsee

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 Mindelsee vom SĂŒdufer; im Hintergrund Möggingen
Mindelsee vom SĂŒdufer; im Hintergrund Möggingen

Der Mindelsee ist ein Gletscherzungensee auf dem BodanrĂŒck wenige Kilometer sĂŒdöstlich von Radolfzell . Die heutige WasserflĂ€che betrĂ€gt etwa 115 Hektar bei einer mittleren Wassertiefe von 8 Metern. Drei kleine BĂ€che und etliche Quellen speisen den See, der Abfluss erfolgt ĂŒber den MĂŒhlbach in den Bodensee. Der sich in NW-SO Richtung erstreckende See war ursprĂŒnglich wesentlich grĂ¶ĂŸer, wurde aber durch Trockenlegungsmaßnahmen, die schon im spĂ€ten Mittelalter begannen, auf die heutige GrĂ¶ĂŸe reduziert. Seit 1938 ist das Gebiet Naturschutzgebiet in einer FlĂ€che von rund 411 Hektar. FĂŒr weitere 50 Hektar gilt der Status eines Landschaftsschutzgebietes. Anfang dieses Jahrhunderts wurde das Naturschutzgebiet Mindelsee nach den Richtlinien der EuropĂ€ischen Union als Bedeutendes Vogelschutzgebiet ausgewiesen und in die Liste der Natura 2000 - Gebiete aufgenommen.

Inhaltsverzeichnis

Entstehung

Das Mindelseebecken, das bis zu 100 Meter unter dem durchschnittlichen Höhenniveau der umliegen jungeiszeitlichen Drumlinlandschaft liegt, wurde in der WĂŒrmeiszeit von einer Gletscherzunge des Rheingletschers ausgeschĂŒrft und fĂŒllte sich nach dem Abschmelzen der Gletscherzunge vor etwa 15000 Jahren mit Wasser. In den weiten, feuchten, umliegenden Gebieten bildeten sich Niedermoore mit Torfschichten bis zu zehn Metern MĂ€chtigkeit.

Neben dem Torfstich, der bis in die ersten Jahrzehnte des letzten Jahrhunderts wĂ€hrte, waren aber vor allem die Meliorationsmaßnahmen prĂ€gend fĂŒr das Landschaftsbild des heutigen Mindelseegebietes. Der Seespiegel wurde immer wieder abgesenkt, sodass der See von einstmals mehr als 8 Kilometern LĂ€nge und bis zu zwei Kilometern Breite auf die heutige Ausdehnung von etwa zwei Kilometern in der LĂ€nge und maximal 600 Metern in der Breite schrumpfte. Gleichzeitig resultiert jedoch die Vielfalt der LebensrĂ€ume des heutigen Naturschutzgebietes aus diesen Versuchen, das Sumpfloch, wie es genannt wurde, trocken zu legen.

LebensrÀume

 Verbuschungszone am Nordwestufer
Verbuschungszone am Nordwestufer

Das insgesamt kleine Mindelseegebiet beherbergt eine Reihe von LebensrĂ€umen, von denen die meisten in unserer Zeit immer stĂ€rker gefĂ€hrdet, oder schon zur GĂ€nze verschwunden sind. Neben der offenen WasserflĂ€che sind das vor allem ausgedehnte Schilfzonen und trockenere Riedwiesen, verlandende Torfstichgebiete mit verbliebenen kleinen Weihern und Teichen, und daran anschließend Busch- und Hochbuschfluren. Die Ried- Streu- und vor allem fĂŒr die Schafweide extensiv genutzten Weidewiesen sind oft von einem artenreichen Heckensaum umgeben. Im SĂŒden grenzt ein alter, hochstĂ€mmiger rotbuchendominierter Mischwald unmittelbar an den See. Entlang der zufließenden BĂ€che und des MĂŒhlbaches sind Weiden- und Pappelgalerien entstanden. Besonders reich an sehr seltenen Pflanzen und Insekten sind die KalkquellsĂŒmpfe im Norden und Osten des Sees.

Flora und Fauna

Mehr als 700 verschiedene BlĂŒtenpflanzen, sowie Hunderte Moos- und Algenarten wurden im Mindelseegebiet festgestellt, darunter viele seltene, zum Teil vom Aussterben bedrohte Arten.

Ebenso artenreich und vielfĂ€ltig ist die Tierwelt. Fast 600 KĂ€ferarten, ĂŒber 400 verschiedene Schmetterlinge sowie etwa 40 unterschiedliche Libellen kommen im Naturschutzgebiet vor.

Bemerkenswert sind auch die Vorkommen verschiedener Fledermausarten, darunter die des sehr gefÀhrdeten Grauen Langohrs .

Bild:Dendrocopos medius (Marek Szczepanek).jpg Im Naturschutzgebiet wurden an die 100 regelmĂ€ĂŸig brĂŒtende Vogelarten gezĂ€hlt, unter ihnen selten gewordene wie Neuntöter , DrosselrohrsĂ€nger , Mittelspecht oder Schwarzkehlchen . Die Flussseeschwalbe konnte mit Hilfe von im See verankerten Plattformen ( BrutflĂ¶ĂŸen ) wieder angesiedelt werden. Leider verschwanden trotz anscheinend optimaler Voraussetzungen auch hier frĂŒher regelmĂ€ĂŸig brĂŒtende Arten wie Bekassine , RaubwĂŒrger oder Wiedehopf . Im Herbst und Winter bietet der Mindelsee (so lange er nicht zufriert) vielen Wasservögeln ein sicheres Rast- Mauser- und Überwinterungsgebiet. Besonders hervorzuheben sind die Rast- und vereinzelten Wintervorkommen der in ihrem gesamten Verbreitungsgebiet gefĂ€hrdeten Moorente .

Die Randbereiche des Sees, die TĂŒmpel und Weiher sind reich an Amphibien und Reptilien. Wasserfrosch , Springfrosch und der Teichmolch finden hier ihre LebensrĂ€ume. Die Ringelnatter ist nicht selten, in den trockeneren Gebieten kommt die Zauneidechse vor. Der Mindelsee wird von einem Berufsfischer betreut – sowohl Besatz als auch Befischung unterliegen einer strengen Kontrolle.

Literatur

  • Jörg Aufdermauer: Der Mindelsee bei Radolfzell. Monographie eines Naturschutzgebietes auf dem BodanrĂŒck. Karlsruhe 1983. 786 S., ISBN 3-88251-045-5
  • Folder des Naturschutzzentrums Möggingen: Naturschutzgebiet Mindelsee. Konstanz 1998

Siehe auch: Liste der Seen in Deutschland

Wikipedia

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