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Letzte Änderung für Artikel Main: 18.02.2006 22:06

Main

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Main
LĂ€nge: 524 km
Quelle : Fichtelgebirge (Weißer Main), FrĂ€nkische Alb (Roter Main)
Quellhöhe: 887 (Weißer M.),
485 (Roter M.) m ĂŒ. NN
MĂŒndung : bei Mainz in den Rhein
MĂŒndungshöhe: ca. 82 m ĂŒ. NN
Höhenunterschied: ca. 805 m
Einzugsgebiet : 27.292 kmÂČ
Einwohner im Einzugsgebiet:
LĂ€nder : Deutschland
GroßstĂ€dte : WĂŒrzburg, Offenbach, Frankfurt, Wiesbaden, Mainz
Mittlere StĂ€dte : Bayreuth, Kulmbach, Bamberg, Schweinfurt, Aschaffenburg, Hanau, RĂŒsselsheim
Rechte NebenflĂŒsse: FrĂ€nkische Saale, Kinzig, Nidda
Linke NebenflĂŒsse: Regnitz, Tauber, Gersprenz
HĂ€fen : In allen grĂ¶ĂŸeren und mittleren StĂ€dten ab Bamberg.
Bedeutende BrĂŒcken: Alte MainbrĂŒcke in WĂŒrzburg, Alte BrĂŒcke in Kitzingen, Alte BrĂŒcke und Eiserner Steg in Frankfurt.
Schiffbar: 396 km (ab Bamberg)

Der Main ist der wichtigste rechte Nebenfluss des Rheins und mit 524 km Fließstrecke der lĂ€ngste Fluss innerhalb Deutschlands .

Der Flusslauf fĂŒhrt, fĂŒr mitteleuropĂ€ische FlĂŒsse ungewöhnlich, von Osten nach Westen und verlĂ€uft dabei entlang mehrerer frĂ€nkischer Mittelgebirge , historischer KleinstĂ€dte, der markanten Silhouette WĂŒrzburgs und durch das frĂ€nkische Weinbaugebiet. Kurz oberhalb der MĂŒndung bilden die durch zahlreiche BrĂŒcken verbundenen Mainufer Frankfurts einen der schönsten großstĂ€dtischen StadtrĂ€ume Deutschlands.

Bei Mainz und Wiesbaden mĂŒndet er schließlich in den Rhein.

Inhaltsverzeichnis

Daten

Karte des Mainverlaufs
Karte des Mainverlaufs
Die Lage des Mains in Deutschland
Die Lage des Mains in Deutschland
Main als nördliche Begrenzung der FrÀnkischen Schweiz
Main als nördliche Begrenzung der FrÀnkischen Schweiz

Der Main verlĂ€uft durch den frĂ€nkischen Teil Bayerns und durch SĂŒd-Hessen. Im Bereich der Stadt Wertheim bildet er auf rund 25 Kilometer LĂ€nge die Grenze zwischen Bayern und Baden-WĂŒrttemberg, er mĂŒndet bei Wiesbaden gegenĂŒber der Mainzer Altstadt Rheinland-Pfalz in den Rhein.

Das Attribut „LĂ€ngster innerdeutscher Fluss“ trifft nur bei einer sehr verengten Betrachtungsweise zu, tatsĂ€chlich ist die Weser einschließlich des lĂ€ngeren der beiden QuellflĂŒsse, der Werra, mit 744 km deutlich lĂ€nger als der Main. Nur wenn man erst den Zusammenfluss von Fulda und Werra als Startpunkt der Weser ansieht, ist diese mit 452 km kĂŒrzer als der Main. Die Weser ist an ihrer „Quelle“ jedoch bereits ein stattlicher Fluss.

Die anderen deutschen FlĂŒsse, die lĂ€nger als der Main sind (Donau, Rhein, Elbe, Oder und Mosel) entspringen oder mĂŒnden im Ausland und sind damit keine rein innerdeutschen FlĂŒsse.

Die Mosel gilt mit 544 km als der lĂ€ngste Nebenfluss des Rheins, aber auch der Main wird erst ab dem Zusammenfluss seiner beiden QuellflĂŒsse gemessen, zĂ€hlt man den Roten Main hinzu, ist der Main mit 574 km etwas lĂ€nger als die Mosel.

Neben der Warthe und ihrem Nebenfluss Netze ist der Main der einzige große Fluss in Mitteleuropa, der von Osten nach Westen fließt. Die meisten mitteleuropĂ€ischen Ströme fließen nach Norden, nur die Donau nach Osten.

Das Einzugsgebiet des Mains und seiner NebenflĂŒsse umfasst 27.292 kmÂČ und erstreckt sich ĂŒber den grĂ¶ĂŸten Teil Frankens, den nordöstlichsten Teil Badens und SĂŒdhessen. Es grenzt im SĂŒden an das Einzugsgebiet der Donau, die Grenze zwischen beiden ist Teil der EuropĂ€ischen Hauptwasserscheide . Wenige hundert Meter sĂŒdlich der Weißmainquelle liegt die Quelle der Fichtelnaab, die ĂŒber die Naab in die Donau mĂŒndet und damit ins Schwarze Meer abfließt.

Der Main ist mit einem mittleren Abfluss von 200 mÂł/s (Pegel Frankfurt) nach Aare (550 mÂł/s) und Mosel (300 mÂł/s) der drittwasserreichste Nebenfluss des Rheins.

Der Main ist auf 396 km (ab Bamberg) schiffbar und seit 1992 ĂŒber den Main-Donau-Kanal mit der Donau verbunden. Vor allem im Ballungsraum Rhein-Main um Frankfurt befinden sich mehrere große BinnenhĂ€fen .

Entlang des Mains verlaufen der Mainwanderweg und der Mainradweg.

Siehe auch: Liste von StÀdten und Orten am Main

Name

Der Name Main ist keltischen Ursprungs: Sie nannten den Fluss Moin oder Mogin. Als die Römer im 1. Jahrhundert v. Chr. in das Gebiet kamen, latinisierten sie den Namen in Moenus, so z. B. bei Plinius (naturalis historia) oder Tacitus ( Germania ). FlĂŒsse Ă€hnlichen Namens gibt es in Irland (Maoin) und Britannien (Meon, lat. maionus). FĂŒr den Ursprung des Namens gibt es mehrere ErklĂ€rungen. Einige Autoren fĂŒhren ihn auf ein alteuropĂ€isches Wort mei mit der Bedeutung Wasser zurĂŒck (vgl. lettisch maina oder litauisch maiva: Sumpf), andere auf eine Mauer oder einen Zaun (vgl. lat. moenia: Ringmauer). Im Mittelalter wurde der Fluss zumeist als Moyn oder Moyne ĂŒberliefert, der Name Meyn erschien erstmals im 14. Jahrhundert .

In den am Main gesprochenen Dialekten fĂŒhrt der Fluss folgende Namen:

  • Maa in Oberfranken,
  • Mee in Unterfranken,
  • MÀÀ in der Aschaffenburger Gegend,
  • Maa (lokal teilweise nasaliert, teilweise verdumpft) im Raum Frankfurt.

Flusslauf

Der Main fließt, in weiten Bögen, in ost-westlicher Richtung durch Oberfranken, Unterfranken und SĂŒdhessen und durch StĂ€dte wie Bamberg, Schweinfurt, WĂŒrzburg, Aschaffenburg und Frankfurt, und mĂŒndet an der Mainspitze bei Mainz in den Rhein. WĂ€hrend der Fluss vor allem im unterfrĂ€nkischen Abschnitt durch siedlungsarmes Gebiet verlĂ€uft, ist die Untermainebene von Aschaffenburg bis zur MĂŒndung fast ganz durch die SiedlungsflĂ€chen und Verkehrswege der Rhein-Main-Region geprĂ€gt.

QuellflĂŒsse

Quelle des Weißen Mains.
Quelle des Weißen Mains.

Der Main hat zwei kurze QuellflĂŒsse, den Weißen und den Roten Main.

Der 41 km lange Weiße Main ist der rechte bzw. nördliche Quellfluss des Mains. Er entspringt im Fichtelgebirge – 20 km Luftlinie nordöstlich von Bayreuth, sĂŒdöstlich von BischofsgrĂŒn. Seine in Granit gefasste Quelle liegt auf 887 m ĂŒ. NN am Osthang des 1024 m hohen Ochsenkopfs. Das 679 Meter hoch gelegene BischofsgrĂŒn ist die erste Gemeinde, die der Weiße Main durchfließt.

Das noch sehr junge FließgewĂ€sser durchquert das Heilbad Berneck und das durch sein Zisterzienserinnenkloster bekannte Himmelkron und schließlich die von der Plassenburg gekrönte Bierstadt Kulmbach.

Der Weiße Main verdankt seinen Namen dem hellen Granitgestein seines Quellgebiets, das das Wasser weißlich erscheinen lĂ€sst.

Der 50 km lange Rote Main ist der linke bzw. sĂŒdliche Quellfluss des Mains. Er entspringt in der FrĂ€nkischen Alb – 10 km sĂŒdlich von Bayreuth, 5 km westlich von Creußen. Seine ungefasste Quelle (hölzernes Rohr) liegt im Lindenhardter Forst knapp 2 km nordwestlich von Hörlasreuth. Das aus dem lehmigen Grund des Quellgebiets stammende Sediment , das der junge Fluss mitfĂŒhrt, gibt ihm eine rötliche Farbe und damit auch den Namen.

Hörlasreuth ist das erste kleine Dorf, das der Rote Main berĂŒhrt, das StĂ€dtchen Creußen der erste etwas grĂ¶ĂŸere Ort. Der Rote Main fließt weiter in nördlicher Richtung bis Bayreuth, die Hauptstadt Oberfrankens und Stadt der weltberĂŒhmten Richard-Wagner-Festspiele. Der Fluss fließt in zahlreichen MĂ€andern weiter in nordwestlicher Richtung durch ein weites Tal.

Die beiden QuellflĂŒsse vereinigen sich sĂŒdwestlich von Kulmbach bei Schloss Steinenhausen . Diese Stelle bildet den Ursprung des Mains. Wie bei den meisten FlĂŒssen (eine prominente Ausnahme ist zum Beispiel der Rhein) beginnt die ZĂ€hlung der Flusskilometer jedoch nicht an dieser Stelle, sondern sie endet hier. Die Mainkilometer werden rĂŒckwĂ€rts, also an der MĂŒndung beginnend, gezĂ€hlt.

Der Main in Oberfranken

Die Basilika Vierzehnheiligen hoch ĂŒber dem Maintal.
Die Basilika Vierzehnheiligen hoch ĂŒber dem Maintal.
Der Staffelberg, Bad Staffenstein und das Maintal.
Der Staffelberg, Bad Staffenstein und das Maintal.
Bamberg.
Bamberg.

Vom Zusammenfluss der beiden QuellflĂŒsse am Schloss Steinenhausen fließt der junge Main westwĂ€rts durch ein weites Tal am Nordrand der FrĂ€nkischen Alb. In seinem Lauf durchfließt er die ersten beiden (die an den QuellflĂŒssen liegenden StĂ€dte Bayreuth und Kulmbach einmal ausgenommen) von zahlreichen KleinstĂ€dten mit gut erhaltenem historischem Stadtbild, das aus einer karolingischen Burg hervorgegangene Burgkunstadt sowie Lichtenfels mit seiner teilweise erhaltenen Stadtbefestigung.

In Burgkunstadt mĂŒndet ein linker Nebenfluss namens Weismain, nicht zu verwechseln mit dem Weißen Main, der auch Weißmain genannt wird.

Zwischen Lichtenfels und der flussabwĂ€rts folgenden Kleinstadt Staffelstein steht eines der bedeutendsten Bauwerke des deutschen Barock auf einem Berg ĂŒber dem linken Mainufer, die nach PlĂ€nen von Balthasar Neumann erbaute Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen. Neumanns Werke sind im weiteren Verlauf den Mains noch öfter vertreten, vor allem in der Region um WĂŒrzburg. Vierzehnheiligen direkt gegenĂŒber, ĂŒber dem rechten Mainufer, liegt das im 11. Jahrhundert gegrĂŒndete Benediktinerkloster Banz, ebenfalls ein prĂ€chtiger Barockbau.

Oberhalb von Bad Staffelstein, das außer seiner kulturell Ă€ußerst reichen Umgebung auch noch ein sehenswertes historisches Stadtbild und ein großes Fachwerkrathaus aus dem 17. Jahrhundert vorweisen kann, liegt der 540 m hohe Staffelberg, dessen felsiges Gipfelplateau seit der Steinzeit besiedelt war. Hier befand sich aller Wahrscheinlichkeit nach die im 2. Jahrhundert vor Christus vom griechischen Geographen Claudius PtolemĂ€us erwĂ€hnte keltische Stadt Menosgada , die um 30 v. Chr. aufgegeben wurde.

Unterhalb von Bad Staffelstein wendet sich der Flusslauf in sĂŒdliche Richtung. In zahlreichen Flussschlingen durchfließt der Main eine Auenlandschaft , nimmt bei BreitengĂŒĂŸbach von rechts die Itz auf und erreicht nach einigen weiteren Kilometern einen der unbestrittenen kulturellen Höhepunkte des Maintals, die Stadt Bamberg.

Die Stadt mit dem grĂ¶ĂŸten unversehrt erhaltenen historischen Stadtkern in Deutschland wurde 1993 von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt. Überragt vom riesigen romanischen Kaiserdom erstreckt sich die aus mehreren Kernen entstandene Stadt auf beiden Ufern sowie einigen Inseln der Regnitz, die am Stadtrand in den Main mĂŒndet. Das im 15. Jahrhundert erbaute Alte Rathaus steht sogar mitten in der Regnitz.

Der Main fließt nicht durch den Stadtkern, sondern am nördlichen Stadtrand entlang. Bamberg ist fĂŒr den Main jedoch nicht nur aus geschichtlichen und kulturellen GrĂŒnden bedeutend, sondern vor allem, weil sich hier das nördliche Ende den Main-Donau-Kanals befindet. Der Kanal folgt ĂŒber viele Kilometer der Regnitz und mĂŒndet gemeinsam mit ihr bei Bischberg in den Main. In der NĂ€he der MĂŒndung befindet sich der erste neuzeitliche Binnenhafen des Mainlaufs.

Bereits 1843 wurde ein Kanal zwischen Main und Donau eröffnet, der Ludwigskanal . Auch er traf in Bamberg auf den Main, an seinen Ufern befanden sich Treidelpfade , auf denen Pferde die Schiffe auf dem schmalen Kanal vorwĂ€rts zogen. Der technisch veraltete und im Zweiten Weltkrieg beschĂ€digte Kanal wurde 1950 aufgegeben. PlĂ€ne fĂŒr einen modernen Neubau gab es bereits seit den 20er Jahren. 1960 wurde in Bamberg mit dem Bau begonnen, das erste TeilstĂŒck bis NĂŒrnberg 1972 eröffnet. Damit war die eine Million Einwohner zĂ€hlende Industrieregion um NĂŒrnberg an das Binnenschifffahrtssystem den Mains angeschlossen, eine spĂŒrbare Verbesserung der VerkehrsverhĂ€ltnisse. 1992 wurde der Kanal bis Kelheim an der Donau fertig gestellt und die Verbindung zwischen beiden FlĂŒssen eröffnet.

Unterhalb von Bamberg fließt der nun schiffbare Main in westliche Richtung. Bis Schweinfurt verlĂ€uft er fĂŒr seine VerhĂ€ltnisse relativ geradlinig, doch auch hier begleiten romantische KleinstĂ€dte wie die Burgstadt Eltmann, Zeil mit seinem Fachwerk-Marktplatz oder Haßfurt mit dem Kloster Mariaburghausen den Fluss. In Limbach und Zeil gibt es bekannte Wallfahrtskirchen. Rechts des Mains liegen die Haßberge, links der Steigerwald. Nach rund 20 Kilometern wird Schweinfurt erreicht und damit der Bereich des sogenannten Maindreiecks.

Maindreieck

Das Maindreieck und die Mainschleife bei Volkach.
Das Maindreieck und die Mainschleife bei Volkach.
Alte MainbrĂŒcke in Ochsenfurt, 1945 zerstört.
Alte MainbrĂŒcke in Ochsenfurt, 1945 zerstört.
Alte MainbrĂŒcke und Festung Marienberg in WĂŒrzburg.
Alte MainbrĂŒcke und Festung Marienberg in WĂŒrzburg.

Der Lauf des Mains bildet in Unterfranken zwei auffÀllige Landschaftsformen, das Maindreieck und das Mainviereck.

Das so genannte Maindreieck bildet der Main zwischen Schweinfurt, Ochsenfurt und GemĂŒnden . Auf der Landkarte erscheint dieser Bereich als auf der Spitze stehendes, nach oben offenes Dreieck.

Bei Schweinfurt Ă€ndert der Main seine Fließrichtung von Ost-West nach Nord-SĂŒd. Der sĂŒdlichste Punkt des Dreiecks ist zwischen Marktbreit und Ochsenfurt, dort fließt der Main wenige Kilometer nach Westen, wendet sich dann aber wieder nach Norden, fast entgegengesetzt zur vorherigen Richtung. Ab GemĂŒnden fließt der Main wieder in Richtung Westen weiter.

Das Maindreieck ist vor allem durch den Weinbau bekannt. Ein großer Teil der AnbauflĂ€che des Weinbaugebietes Franken befindet sich unmittelbar am oder um das Maindreieck.

Das Maindreieck beginnt in Schweinfurt, ehemalige Freie Reichsstadt und spĂ€terer Schwerpunkt der Kugellagerindustrie. Wegen letzterer wurde die Stadt im Zweiten Weltkrieg Ziel verheerender Luftangriffe (der sog. Operation Double Strike ). Zu den grĂ¶ĂŸten KunstschĂ€tzen Schweinfurts gehört das Alte Rathaus (1572), eines der schönsten Bauwerke der sĂŒddeutschen Renaissance.

Wenige Kilometer unterhalb von Schweinfurt steht am linken Mainufer das Atomkraftwerk Grafenrheinfeld, dessen zwei jeweils 143 m hohe und mit Mainwasser betriebene KĂŒhltĂŒrme kilometerweit das Landschaftsbild beherrschen.

Nach rund 20 km folgt die Mainschleife, an deren Scheitelpunkt die Stadt Volkach liegt, bekannt fĂŒr den Weinbau und die außerhalb des StĂ€dtchens gelegene Wallfahrtskirche Maria im Weingarten . Der Main fließt bei Volkach in weitem Bogen um einen Berg herum, auf dem die Vogelsburg in frĂŒheren Zeiten den Schiffsverkehr auf dem Fluss kontrollieren konnte. Ein Teil der Mainschleife ist durch einen Kanal fĂŒr die Schifffahrt abgeschnitten. Dadurch bildet sich die sog. Weininsel.

Rund zehn Kilometer flussabwĂ€rts liegt auf dem linken Ufer das noch heute seinem ursprĂŒnglichen Zweck dienende Benediktinerkloster MĂŒnsterschwarzach mit seiner monumentalen Abteikirche. Kurz darauf folgt auf dem rechten Ufer das einschließlich der Stadtbefestigung in seinem mittelalterlichen Erscheinungsbild erhaltene WeinstĂ€dtchen Dettelbach.

Die historischen KleinstĂ€dte Kitzingen (mittelalterliche MainbrĂŒcke), Marktbreit (Renaissancerathaus, barocke WeinhandelshĂ€user) und Ochsenfurt (gotisches Rathaus und teilweise erhaltene MainbrĂŒcke von 1519) liegen an der sĂŒdlichen Spitze des Maindreiecks und am sĂŒdlichsten Punkt des Flusslaufs ĂŒberhaupt.

Kurz unterhalb des Wendepunkts des Maindreiecks liegt WĂŒrzburg, die zweitgrĂ¶ĂŸte Stadt Frankens und mit ihrem zum Weltkulturerbe der Menschheit zĂ€hlenden historischen Stadtbild, das Monumente von internationaler baukĂŒnstlerischer Bedeutung wie den romanischen Dom , die Festung Marienberg und die barocke Residenz umfasst. Im Vorort Veitshöchheim liegt das bekannte Barockschloss der FĂŒrstbischöfe. Die beiden letztgenannten Bauwerke sind wiederum Werke des bereits erwĂ€hnten Balthasar Neumann.

Der westliche Schenkel des Maindreiecks ist weniger dicht besiedelt, zwischen WĂŒrzburg und dem nordwestlichen Eckpunkt liegt mit Karlstadt nur eine einzige Kleinstadt. Bei GemĂŒnden geht das Maindreieck in das Mainviereck ĂŒber.

Mainviereck

Der Main bei Wertheim, 1822.
Der Main bei Wertheim, 1822.
Klingenberg am Main.
Klingenberg am Main.
Schloss Johannisburg, Aschaffenburg.
Schloss Johannisburg, Aschaffenburg.

Das Mainviereck schließt sich unmittelbar an das Maindreieck an. Als Eckpunkte des nach Norden offenen Vierecks kann man die StĂ€dte GemĂŒnden, Wertheim , Miltenberg und Aschaffenburg ansehen. Der Lauf des Mains umschließt in diesem Bereich den sĂŒdlichen Teil des Spessarts und betrĂ€gt circa 100 km.

Bereits in GemĂŒnden versperrt der Spessart dem Main den Lauf nach Westen, und er fließt in sĂŒdwestliche Richtung weiter. Bei Lohr wendet er sich nun direkt nach SĂŒden und fließt durch ein enges, waldreiches und siedlungsarmes Tal. Das winzige Rothenfels unterhalb der gleichnamigen romanischen Burg ist mit etwa 1000 Einwohnern die kleinste Stadt Bayerns. Erst am sĂŒdöstlichen Eckpunkt des Mainvierecks folgen mit Marktheidenfeld und Wertheim wieder zwei „ausgewachsene“ KleinstĂ€dte.

Zwischen beiden StÀdten bildet der Main eine neun Kilometer lange Schleife, nur wenige hundert Meter trennen ihn vor einem Zusammenfluss.

Wertheim ist administrativ eine „geteilte Stadt“: die eigentliche Stadt auf dem linken Mainufer gehört zu Baden, die (allerdings Ă€ltere) Vorstadt Kreuzwertheim auf dem rechten Ufer zu Bayern. In Wertheim mĂŒndet die Tauber in den Main, die Stadt gehört mit ihrem mittelalterlichen Stadtbild und ihrer riesigen Burgruine zu den schönsten des an romantischen KleinstĂ€dten ohnehin reich gesegneten Maintals.

Ab Wertheim fließt der Main dann in mehreren MĂ€andern nach Westen, wobei der Fluss die Grenze zwischen den LĂ€ndern Baden-WĂŒrttemberg und Bayern bildet. Das Landschaftsbild Ă€hnelt dem der östlichen Seite des Vierecks, außer den zwei winzigen, von Burgen bekrönten StĂ€dtchen Stadtprozelten und Freudenberg gibt es nur wenige menschliche Siedlungen, dafĂŒr viele bewaldete Berge des sĂŒdlichen Spessart, durch die sich der Fluss mĂŒhsam schlĂ€ngeln muss.

Das sĂŒdwestliche Eck des Mainvierecks ist Miltenberg an der MĂŒndung der Mud . Die historische Kleinstadt wurde fĂŒr ihre SteinbrĂŒche bekannt, viele der großen mittelalterlichen Kirchen in Frankfurt und Mainz wurden aus Miltenberger Buntsandstein errichtet, der mit dem Mainschiff vom Steinbruch zur Baustelle transportiert wurde.

Unterhalb der Stadt setzt der Fluss seinen Lauf in nördlicher Richtung fort, nach wie vor in ein enges Tal eingezwĂ€ngt, rechts vom Spessart, links vom Odenwald begleitet. Es folgen weitere gut erhaltene KleinstĂ€dte wie Klingenberg und Obernburg, wobei die Siedlungsdichte aber deutlich ansteigt – der Flusslauf nĂ€hert sich dem Ballungsraum Rhein-Main.

Dieser ist spĂ€testens in Aschaffenburg erreicht: die ehemalige kurmainzische Residenzstadt ist bereits Teil der zweitgrĂ¶ĂŸten deutschen Metropolregion rund um Frankfurt am Main. Das Wahrzeichen Aschaffenburgs, das Renaissanceschloss Johannisburg thront hoch ĂŒber dem Main.

Der Untermain

Hafen Hanau.
Hafen Hanau.
Schloss Philippsruhe.
Schloss Philippsruhe.
Frankfurt
Frankfurt
Das StÀdel am SachsenhÀuser Museumsufer.
Das StÀdel am SachsenhÀuser Museumsufer.
Justinuskirche und Stadtmauer in Höchst.
Justinuskirche und Stadtmauer in Höchst.
Die MainmĂŒndung bei Mainz.
Die MainmĂŒndung bei Mainz.

Von Aschaffenburg bis zur MĂŒndung, also in seinem ganzen hessischen Abschnitt, fließt der Main durch eine dicht bebaute Großstadtlandschaft. Nur an sehr wenigen Stellen befindet sich hier noch mehrere Kilometer durchgĂ€ngig unbebautes Flussufer.

Unterhalb des Aschaffenburger Mainbogens fließt der Main in mehreren großen Bögen in nordwestliche Richtung weiter. Das Bundesland Hessen beginnt zunĂ€chst auf dem linken Ufer mit der uralten Stadt Seligenstadt mit seiner karolingischen Einhard-Basilika. Die Altstadt und die staufische Kaiserpfalz liegen direkt am Mainufer.

Aus wesentlich jĂŒngerer Zeit stammt dagegen das markanteste Bauwerk der nĂ€chsten Gemeinde auf dem rechten Mainufer: in Kahl am Main entstand 1961 das erste Atomkraftwerk der Bundesrepublik. Der Versuchsreaktor wurde jedoch 1985 stillgelegt und soll abgerissen werden. In Kahl mĂŒndet außerdem das gleichnamige FlĂŒsschen in den Main.

Kahl ist die letzte Gemeinde auf bayerischem Territorium, die Landesgrenze verlĂ€uft mitten durch bebautes Gebiet. Die erste hessische Gemeinde auf dem rechten Mainufer ist Großkrotzenburg mit dem weithin sichtbaren Großkraftwerk Staudinger. Auf dem gegenĂŒberliegenden Ufer liegt Hainburg . Nach wenigen Kilometern folgt die hessische Stadt Hanau auf dem rechten und die alte Stadt Steinheim, heute ein Stadtteil der vorigen, auf dem linken Mainufer.

Die Kinzig umfließt in einem weiten Bogen fast die gesamte Hanauer Altstadt, bevor sie letztlich in den Main mĂŒndet. Vom historischen Kern der ehemaligen Residenz- und Garnisonsstadt ist jedoch nichts mehr zu sehen, er wurde 1945 bei einem Luftangriff fast ganz ausgelöscht. Die knapp 100.000 Einwohner zĂ€hlende Industriestadt besitzt einen der grĂ¶ĂŸten BinnenhĂ€fen am Main; unmittelbar am Main steht außerdem das barocke Schloss Philippsruhe .

Ab Hanau fließt der Main wieder nach Westen und erreicht kurz darauf den Fechenheimer Mainbogen. Auf der vom Main umflossenen Halbinsel liegt der Frankfurter Stadtteil Fechenheim, ihm gegenĂŒber die 120.000 Einwohner zĂ€hlende Industrie- und Lederwarenstadt Offenbach. Das markanteste Bauwerk an der Offenbacher Mainfront ist das Isenburger Schloss.

Hier tritt der Main in eines der grĂ¶ĂŸten zusammenhĂ€ngenden Gewerbegebiete Deutschlands ein, es reicht vom Frankfurter Stadtteil Bergen-Enkheim ĂŒber Fechenheim und das Ostend bis auf die sĂŒdliche Mainseite nach Offenbach. In ihm befinden sich drei MainhĂ€fen: der Hafen Offenbach , der Frankfurter Oberhafen und der Osthafen, mit insgesamt fĂŒnf großen Hafenbecken . Der Strukturwandel der letzten Jahre hat dazu gefĂŒhrt, daß ein Teil der Hafenanlagen stillgelegt wurde. Auf der Mole des Offenbacher Hafens ist ein Beachclub entstanden.

Siehe auch: Der Main in Frankfurt

Kurz hinter der Staustufe Offenbach liegt auf dem linken Ufer die Frankfurter GerbermĂŒhle, ein beliebter Ausflugsort. Hier trafen sich im September 1815 Johann Wolfgang von Goethe und Marianne von Willemer zum tĂȘte-Ă -tĂȘte. Der nun folgende Flussabschnitt in der Frankfurter Innenstadt, etwa von der DeutschherrenbrĂŒcke bis zur Main-Neckar-BrĂŒcke, gehört zu den beeindruckendsten metropolitanen Stadtbildern in Deutschland. Ein großer Fluss im Zentrum der Stadt, mit breiten, großstĂ€dtischen Uferpromenaden, ist eine seltene Konstellation und in Deutschland in Ă€hnlicher Form nur noch in Dresden im Elbtal zu finden, als stĂ€dtebauliche Inszenierung von Wasser inmitten der Großstadt können noch das Kölner Rheinufer und die Hamburger Binnenalster genannt werden.

Neun BrĂŒcken ĂŒberspannen auf diesen Kilometern den Fluss, zwei unterirdische Strecken der Frankfurter S- und U-Bahn unterqueren ihn, es sind die einzigen Maintunnels ĂŒberhaupt. Bei AnnĂ€herung von Osten bietet sich das aus den Medien bekannte Bild mit den TĂŒrmen des Kaiserdoms und der Altstadtkirchen im Vorder- und den HochhĂ€usern der Skyline im Hintergrund. Auf dem rechten Ufer liegt die Altstadt, auf dem linken der Bezirk Sachsenhausen mit dem Museumsufer. In Höhe der historischen Alten BrĂŒcke liegt eine Insel im Main; zwischen dem Saalhof am Römerberg und der SachsenhĂ€user Dreikönigskirche kreuzt der Eiserne Steg den Main.

Kurz vor Ende des Innenstadtabschnitts liegt auf der rechten Seite das inzwischen als Yachthafen dienende Becken des stillgelegten Frankfurter Westhafens. Auf dem ehemaligen HafengelÀnde entsteht derzeit ein neues Wohn- und Gewerbegebiet.

Einige Kilometer unterhalb der Innenstadt, an der MĂŒndung der Nidda, liegt die alte Stadt Höchst, heute ein Frankfurter Stadtteil, hoch ĂŒber dem rechten Mainufer. Der Renaissanceturm des erzbischöflichen Schlosses, die karolinigische Justinuskirche und die erhaltene Stadtbefestigung sind weithin sichtbar. Unmittelbar westlich der Höchster Altstadt folgt beiderseits des Mains der vier kmÂČ große Industriepark Höchst, das ehemalige Stammwerk des Chemiekonzerns Hoechst AG .

Ab Höchst wendet sich der Flusslauf nach SĂŒdwesten und erreicht bei RĂŒsselsheim eine weitere große industrielle Ballung, bestehend aus der chemischen Fabrik Ticona, die ĂŒber einen eigenen Ölhafen verfĂŒgt, dem Stammwerk der Adam Opel AG , sowie dem Hafen des rechtsmainischen Flörsheim.

Kurz vor der MĂŒndung, bei Hochheim, tauchen auf dem rechten Ufer Weinberge auf. Die bekannten Hochheimer Weine zĂ€hlen bereits zum Weinbaugebiet Rheingau.

Die letzten Orte am Main sind Kostheim auf dem rechten und Gustavsburg auf dem linken Ufer, beide bis 1945 Stadtteile von Mainz. Seit der Abtrennung dieser Stadt von Hessen gehört Kostheim zu Wiesbaden, Gustavsburg ist als Gemeinde Ginsheim-Gustavsburg wieder selbstÀndig.

Die MĂŒndung in den Rhein, die Mainspitze, liegt gegenĂŒber der Mainzer Zitadelle , ein weiterer ehemaliger MĂŒndungsarm dient heute als Kostheimer Floßhafen, die dazwischen liegende Insel ist die Maaraue.

Geomorphologie und Hydrologie

Geologie

Einer der zahlreichen MĂ€ander des Mains, der Mainbogen zwischen Offenbach und Fechenheim.
Einer der zahlreichen MĂ€ander des Mains, der Mainbogen zwischen Offenbach und Fechenheim.

Der Ă€lteste VorlĂ€ufer des Mains existierte schon im frĂŒhen OligozĂ€n vor rund 35 Millionen Jahren. Der Urmain floss allerdings damals nur bis Bamberg wie der heutige Main von Osten nach Westen, von da ab jedoch im heutigen Regnitz/Rednitz-Tal nach SĂŒden und mĂŒndete etwa bei Augsburg in das zu jener Zeit im Alpenvorland sich ausbreitende Meer, einen Rest des Tethysmeeres . Vor etwa 14,7 Millionen Jahren wurde der Urmain durch TrĂŒmmermassen eines Meteoriteneinschlags (Nördlinger Ries) nördlich von Treuchtlingen zu einem riesigen See aufgestaut, der spĂ€ter wieder auslief.

Noch gegen Ende des TertiĂ€rs vor etwa zwei Millionen Jahren wurde das Maingebiet durch mehrere FlusslĂ€ufe nach SĂŒden zur Donau hin entwĂ€ssert. Erst mit der Entstehung des Oberrheingrabens verschob sich die Wasserscheide nach SĂŒdosten. Dementsprechend kehrte zunĂ€chst der Untermain seine Fließrichtung nach Westen um, spĂ€ter auch der Mittelmain. Der Obermain durchbrach dagegen erst in der Donau/GĂŒnz-Interglazialzeit die Haßfurter Keuperstufe und floss von da an ebenfalls nach Westen.

Zu Beginn des PleistozĂ€ns entsprach das Flusssystem des Mains im großen und ganzen dem heutigen Zustand. Seither konnten sich die heutigen Talformen ausbilden. Dabei schnitt sich der Main in relativ kurzer Zeit um mehr als 100 m ein. Durch den Wechsel zwischen Warmzeiten und Kaltzeiten entstanden zunĂ€chst relativ breite und flache TĂ€ler, die spĂ€ter enger und tiefer eingeschnitten wurden. In den Kaltzeiten lagerten sich durch Frostverwitterung große Mengen Schutt ab, die in den Warmzeiten wieder ausgerĂ€umt wurden. Durch den mehrfachen Wechsel von Klima und WasserfĂŒhrung bildeten sich in den TĂ€lern meist mehrere Terrassenstufen.

Charakteristisch fĂŒr den Main sind die TalmĂ€ander , die sich dort bildeten, wo der Main durch Muschelkalk und Buntsandstein fließt. Mehrfach kam es dabei zu MĂ€anderdurchbrĂŒchen und zur Entstehung von sogenannten Umlaufbergen, z. B. bei Lohr und bei Marktheidenfeld. Die Mainschleife von Volkach ist ein Beispiel eines noch nicht vollstĂ€ndig durchbrochenen MĂ€anders.

WasserfĂŒhrung

Die mittlere WasserfĂŒhrung des Mains betrĂ€gt in Schweinfurt 112 mÂł/s, in WĂŒrzburg 120 mÂł/s, in Aschaffenburg 155 mÂł/s, in Frankfurt 200 mÂł/s und an der MĂŒndung in den Rhein ca. 225 mÂČ/s. Die WasserfĂŒhrung unterliegt im Jahresverlauf starken Schwankungen. Die HöchstabflĂŒsse werden fĂŒr gewöhnlich im FrĂŒhjahr erzielt, zwischen Januar und MĂ€rz, die niedrigsten gegen Ende des Sommerhalbjahres.

Seit den 1970er -Jahren bis ins Jahr 2000 wurde in Bayern an der sogenannten Überleitung gebaut. Dabei wird die NiedrigwasserfĂŒhrung der Regnitz um bis zu 15 mÂł/s erhöht, indem Wasser aus der AltmĂŒhl und ĂŒber den Main-Donau-Kanal in das Einzugsgebiet des Mains geleitet wird. Über das FrĂ€nkische Seenland gelangen so etwa 150 Millionen mÂł Wasser pro Jahr in das wasserarme Franken und in den Main. Die Überleitung ist das grĂ¶ĂŸte wasserwirtschaftliche Projekt des Freistaates Bayern. Es wurde 1970 einstimmig im Bayerischen Landtag beschlossen, doch werden von Kritikern ökologische Bedenken geĂ€ußert. Die Überleitung erheblicher Wassermengen ĂŒber die europĂ€ische Wasserscheide aus dem Einzugsgebiet der Donau in das des Rheins bedeutet fĂŒr sie einen unzulĂ€ssigen Eingriff in den natĂŒrlichen Wasserhaushalt. Die BefĂŒrworter des Projektes argumentieren dagegen, daß durch das Projekt die Ökologie des Mainsystems verbessert wird (durch Verbesserung der WasserqualitĂ€t in den Sommermonaten), wĂ€hrend im AltmĂŒhltal und an der Donau die Gefahr sommerlicher HochwĂ€sser vermindert wird.

WassergĂŒte

Bis ins 20. Jahrhundert war der Main einer der fischreichsten FlĂŒsse Mitteleuropas. Mit der zunehmenden Industrialisierung und dem Bevölkerungswachstum verschlechterte sich die WasserqualitĂ€t zunehmend. Auch der Bau von KlĂ€ranlagen , in Frankfurt z. B. seit 1882, konnte daran nichts Ă€ndern.

Nach dem zweiten Weltkrieg mussten die StrandbĂ€der nach und nach geschlossen werden. Seit den 1960er Jahren traten vermehrte Fischsterben auf und in den 1970er Jahren lag die WasserqualitĂ€t des Untermain in GewĂ€ssergĂŒteklasse III-IV (sehr stark verschmutzt) oder IV (ĂŒbermĂ€ĂŸig verschmutzt). Der Höhepunkt der Verschmutzung des Untermains war im besonders heißen Sommer 1976 erreicht. Erhebliches Aufsehen erregte damals ein Experiment, das Frankfurter SchĂŒler angestellt hatten. Die Projektgruppe hatte Goldfische in Wasserproben gesetzt, die an verschiedenen Stellen im Frankfurter Stadtgebiet dem Fluss entnommen worden waren. Einer der Goldfische, dessen Aquarium mit Wasser gefĂŒllt worden war, das aus einer Stelle unterhalb des Werkes Höchst stammte, hatte das Experiment nicht ĂŒberlebt.

Der Aus- und Neubau von kommunalen und industriellen KlĂ€ranlagen sowie Verfahrensverbesserungen der Industrie sorgten dafĂŒr, dass sich die WasserqualitĂ€t allmĂ€hlich wieder verbesserte. Nach dem aktuellen Bericht zur Biologischen GewĂ€ssergĂŒte der FließgewĂ€sser in Hessen entsprach die WasserqualitĂ€t des Mains im Jahr 2000 im gesamten hessischen Abschnitt der GĂŒteklasse II (mĂ€ĂŸig belastet). Die verbleibende Wasserbelastung ist zu einem erheblichen Teil auf OberflĂ€chenabflĂŒsse, z. B. nach starken RegenfĂ€llen, oder auf Belastungen aus der Landwirtschaft zurĂŒckzufĂŒhren und nur schwer weiter zu verringern.

Es wird trotzdem weiterhin davon abgeraten, im Main zu baden, da mikrobielle Verunreinigungen nicht ausgeschlossen werden können. Im Jahr 2004 wurde diskutiert, die WasserqualitĂ€t auf dem Flussabschnitt zwischen den Staustufen Offenbach und Griesheim durch Einleitung von mehreren 100.000 mÂł Trinkwasser zeitweise so zu verbessern, dass der Schwimmwettbewerb des Triathlon Ironman Germany im Main ausgetragen werden kann, statt wie bisher im Langener Waldsee. Die PlĂ€ne waren jedoch in der Öffentlichkeit umstritten und konnten bislang nicht realisiert werden.

Flora und Fauna

Noch im 19. Jahrhundert gehörte der Main zu den artenreichsten GewĂ€ssern Deutschlands. An vielen Orten gab es seit dem Mittelalter bestehende FischerzĂŒnfte, in Frankfurt am Main z. B. seit dem Jahr 945. Die Flussregulierung, verbunden mit den wegen der Schifffahrt erforderlichen GewĂ€sserstrukturverĂ€nderungen (z. B. Uferbefestigungen), fĂŒhrte zusammen mit der bereits erwĂ€hnten Wasserverschmutzung zu einem drastischen RĂŒckgang der Fischarten, am Untermain beispielsweise von ca. 30 bis 35 auf vier. Die gewerbliche Fischerei kam zum Erliegen. Mittlerweile ist der grĂ¶ĂŸte Teil der ursprĂŒnglich heimischen Arten wieder zurĂŒckgekehrt, allerdings können die BestĂ€nde vieler Arten sich nicht von selbst erhalten, sondern nur durch gezielten Besatz mit Jungfischen.

Flussbarbe
Flussbarbe

Fischökologisch gehört der grĂ¶ĂŸte Teil des Mains zur Brachsenregion oder zur Barbenregion . Zu den beobachteten Arten gehören Aal , Barbe , Brachse , Döbel , Flussbarsch , GĂŒster , Hasel , Hecht , Karpfen , Nase , Rapfen , Rotauge , Rotfeder , Schleie , Ukelei , Wels und Zander . Noch nicht wieder heimisch geworden sind insbesondere Lachs und Stör . Im Rahmen des Projektes Lachs 2020 wird angestrebt, bis 2020 im Flusssystem des Rheins wieder Lebensbedingungen fĂŒr den Lachs zu schaffen. Dabei sollen durch Aktivierung von denaturierten Flussauen und Verbesserungen der GewĂ€sserstruktur, z.B. Anschluss von Altarmen und Schutz von Kiesstrecken, geeignete LaichplĂ€tze eingerichtet werden. Im Einzugsgebiet des Mains kommen dafĂŒr einige NebenflĂŒsse in Frage, in denen bereits frĂŒher Lachse heimisch waren, z.B. Rodach und Kinzig.

Bild:Luscinia svecica tom (Marek Szczepanek) small.jpg Seit der Eröffnung des Main-Donau-Kanals 1992 sind ca. 20 Arten aus dem Donauraum in den Main zugewandert, darunter BlaubandbÀrbling (Pseudorasbora parva), Marmorgrundel (Proterorhinus marmoratus), Rapfen (Aspius aspius), ZÀhrte (Vimba vimba) und Zobel (Abramis sapa).

Die Auen des Obermains sind ein Lebensraum fĂŒr seltene Tiere wie Eisvogel , Flussregenpfeifer , Blaukehlchen , Rohrweihe und Prachtlibelle . Durch Renaturierung des Flusslaufes, Anschluss ehemaliger Kiesgruben und andere Maßnahmen wird versucht, die ĂŒberregional bedeutenden Vorkommen zu schĂŒtzen.

Nach der europĂ€ischen Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie von 1992 sind die BundeslĂ€nder verpflichtet, Gebiete zum Schutz bestimmter Lebensraumtypen sowie Habitate von gefĂ€hrdeten Tier- und Pflanzenarten nach BrĂŒssel zu melden. AusgewĂ€hlte Gebiete aus den nationalen VorschlĂ€gen sollen dann zusammen mit den nach der EU-Vogelschutzrichtlinie gemeldeten Vogelschutzgebieten das europaweite Schutzgebietssystem Natura 2000 bilden. Im Rahmen dieses Projektes wurden durch das Land Bayern auch verschiedene Gebiete am Main gemeldet, in Oberfranken z.B. die Mainaue und MuschelkalkhĂ€nge zwischen Kauerndorf und Trebgast, das Maintal von Theisenau bis Lichtenfels sowie von Staffelstein bis Hallstadt und die Mainaue zwischen Eltmann und Haßfurt. Im Regierungsbezirk Unterfranken wurden ebenfalls Mainauen gemeldet, aber auch z.B. TrockenhĂ€nge am Kallmuth und an den Weinbergen des Maindreiecks.

Hochwasser und Eisgang am Main

Hochwasserereignisse

Hochwassermarken am Eisernen Steg in Frankfurt
Hochwassermarken am Eisernen Steg in Frankfurt
Hochwasser in WĂŒrzburg
Hochwasser in WĂŒrzburg

Im Laufe der Jahrhunderte sind zahlreiche Überschwemmungen des Mains dokumentiert, die große SchĂ€den anrichteten oder Menschenleben forderten. Die MainbrĂŒcken in WĂŒrzburg und Frankfurt wurden etliche Male durch Hochwasser zerstört. WĂ€hrend aus dem Mittelalter nur vereinzelte Berichte vorliegen, gibt es seit dem 17. Jahrhundert schriftliche Aufzeichnungen und Meßwerte ĂŒber alle herausragenden Hochwasserereignisse. Der Schadensverlauf eines Hochwassers kann entlang des Mains sehr unterschiedlich sein. So lag zum Beispiel in WĂŒrzburg der Pegel des Januarhochwassers 2003 um ca. 30 cm ĂŒber dem von Januar 1995 , wĂ€hrend es in Frankfurt genau umgekehrt war. Die folgenden AusfĂŒhrungen beziehen sich auf den Pegel Frankfurt.

Bei Mittelwasser betrĂ€gt der Pegelstand in Frankfurt am Main 177 cm, bezogen auf den Pegelnullpunkt (+90,64m ĂŒ.NN). Steigt der Pegel auf ĂŒber 300 cm, wird die Schifffahrt eingeschrĂ€nkt, bei 3,70 m ist kein Schiffsverkehr mehr möglich. Dann kommt es auch zu ersten Ausuferungen. Solche Überschwemmungen ereignen sich im Mittel etwa alle drei Jahre.

Seit 1826 werden die PegelstĂ€nde in Frankfurt regelmĂ€ĂŸig gemessen, zunĂ€chst durch den Physikalischen Verein, seit 1845 durch das Stadtvermessungsamt. Im 19. Jahrhundert traten in 40 Jahren Überschwemmungen auf, darunter in mehreren Jahren zweimal und 1845 sogar dreimal. Die höchsten PegelstĂ€nde waren:

  • MĂ€rz 1845: ca. 6,40 m
  • 27. November 1882 : 6,33 m
  • 31. Dezember 1882 : 5,70 m

Im 20. und 21. Jahrhundert gab es in 35 Jahren Hochwasser mit folgenden HöchststÀnden:

  • 1920 : 6,18 m
  • Februar 1909 : 5,96 m
  • 30. Januar 1995 : 5,47 m
  • 27. Februar 1970 : 5,40 m

Insgesamt ist seit der Regulierung des Mains und der damit verbundenen Vertiefung des Flusses ein deutlicher RĂŒckgang der HöchststĂ€nde zu beobachten.

Aus frĂŒheren Jahrhunderten sind weitaus grĂ¶ĂŸere Hochwasserpegel ĂŒberliefert. Das schlimmste je registrierte Hochwasser ereignete sich im Juli 1342 , das sogenannte Magdalenenhochwasser . Damals stand das Wasser in der St. Nikolaikirche sechs Schuh hoch, das sind ca. 1,71 m. Dies entspricht aus heutiger Sicht einem Pegelstand von weit ĂŒber 7 m. Weitere historische HochwasserstĂ€nde wurden erreicht am

  • 17. Januar 1682 mit ca. 6,90 m
  • 27. Januar bis 4. MĂ€rz 1784 mit ca. 6,59 m.

MainhochwĂ€sser treten fast ausschließlich im Winterhalbjahr auf, hĂ€ufig nach einer Niederschlagsperiode in Verbindung mit der Schneeschmelze. In frĂŒheren Jahrhunderten waren besonders hohe SchĂ€den zu verzeichnen, wenn das Hochwasser mit Eisgang einherging, so z. B. 1306 , 1784 und 1882.

Eisgang

Bis Ende des 19. Jahrhunderts fror der Main etwa in jedem zweiten Jahr ĂŒber seinen gesamten Lauf zu, frĂŒhestens im November (1513 am 13. November ) und spĂ€testens im Januar. Das Eis brach im allgemeinen zwischen Ende Januar und Ende MĂ€rz (spĂ€tester Termin: 25. MĂ€rz 1845 ). Der Eisgang richtete oft verheerende SchĂ€den an BrĂŒcken und Ufern an.

Die lÀngste Vereisung im Jahr 1768 dauerte 79 Tage (vom 3. Januar bis zum 22. MÀrz). Sie dauerte also nie lÀnger als bis Ostern, so wie von Johann Wolfgang Goethe im Osterspaziergang beschrieben ( Faust. Der Tragödie erster Teil. Vor dem Tor ).

Im 20. Jahrhundert fĂŒhrten die Flussregulierung, verbunden mit der Aufheizung durch Kraftwerke und Industrieanlagen, dazu, dass sich auf dem Fluss selbst in strengen Wintern immer seltener eine geschlossene Eisdecke bildete. In Frankfurt fror der Main zum letzten Mal im Winter 1962 / 1963 zu. Am Oberlauf kam es auch in den 1980er und 1990er Jahren noch zu starken Vereisungen, so dass die Schifffahrt eingestellt werden musste.

Mainschiffahrt

Von der Antike bis ins 19. Jahrhundert

Mainschifffahrt in Frankfurt um 1850
Mainschifffahrt in Frankfurt um 1850

Bereits die Römer nutzten den Main als Wasserstraße. Im Zuge der Expansion des Römischen Reichs unter Augustus und Tiberius war der Main neben der Lippe in Norddeutschland einer der beiden Haupteinfallwege in das freie Germanien. Auch die GrĂŒndung des römischen Mainz gegenĂŒber der MainmĂŒndung in den Rhein war maßgeblich auf die strategische Lage in Bezug auf die beiden FlĂŒsse zurĂŒck zu fĂŒhren. In der römischen Siedlung Nida an dem kleinen Nebenfluss Nidda wurde bei Ausgrabungen ein Bootshafen entdeckt. Über die Nidda und den Main konnten auf diese Weise GĂŒter zwischen der rechtsrheinischen civitas taunensium und dem römischen Mainz transportiert werden.

Auch Funde und Urkunden aus dem Mittelalter zeigen die hohe Bedeutung der Mainschifffahrt. Zahlreiche Siedlungen verdanken ihre Entwicklung entweder der Rolle als UmschlagplĂ€tze oder als Zollstationen. Karl der Große verfolgte als erster das Projekt eines Kanals zwischen Main und Donau. Die PlĂ€ne scheiterten jedoch an fĂŒr die damalige Zeit unĂŒberwindbaren technischen Schwierigkeiten. Reste dieser Fossa Carolina sind heute noch bei Treuchtlingen zu finden.

Die Schiffe des Mittelalters konnten bei einer LadefĂ€higkeit von 10 bis 20 Tonnen flussabwĂ€rts ca. 100 Kilometer pro Tag zurĂŒcklegen. FlussaufwĂ€rts mussten die Schiffe gestakt oder getreidelt werden. Auf diese Weise schaffte man Tagesetappen von ĂŒber 30 Kilometern. Nachts durften die Schiffe nicht fahren und die Schiffsleute mußten an Bord bleiben.

Seit dem 12. Jahrhundert gab es eine regelmĂ€ĂŸige Verbindung zwischen Frankfurt und Mainz, das Marktschiff. Seit dem 14. Jahrhundert verkehrten zwei Schiffe im tĂ€glichen Wechsel, das eine zu Berg und das andere zu Tal. Die Schiffe dienten dem Personen- und GĂŒtertransport, aber auch der Postbeförderung. Die Abfahrt in Frankfurt erfolgte tĂ€glich um 10 Uhr vom Fahrtor aus. Die Fahrzeit nach Mainz betrug etwa sieben bis neun Stunden. 1391 verlieh Kaiser Wenzel die Gerichtsbarkeit ĂŒber die Marktschiffe der Freien Stadt Mainz. 1474 eignete sich der KurfĂŒrst von Mainz die Hoheit ĂŒber das Marktschiff an. Die Stadt Frankfurt verlor ihre bis dahin bestehende Gerichtsbarkeit.

GegenĂŒber den regulĂ€ren Marktschiffen war die freie Schiffahrt eher unbedeutend. Nach 1337 gab es in Frankfurt keine Schifferzunft mehr, sondern die wenigen eingeschriebenen Schiffsleute waren zugleicht Obst- und FruchthĂ€ndler. Zwischen FrĂŒhjahr ( LĂ€tare ) und Herbst ( Michaelis ) pendelte seit 1602 tĂ€glich auch ein Marktschiff von Hanau nach Frankfurt, das unter der Hoheit des Grafen von Hanau stand.

Die Mainschifffahrt im Industriezeitalter

Plakat zur Eröffnung der Mainkanalisierung und des Frankfurter Westhafens, 1886.
Plakat zur Eröffnung der Mainkanalisierung und des Frankfurter Westhafens, 1886.

Das Aufkommen der Eisenbahn im 19. Jahrhundert bedeutete zunĂ€chst einen Niedergang der Mainschifffahrt. Trotz EinfĂŒhrung der Dampfschifffahrt in den 1830er Jahren konnten nur kleine Schiffe bis zu einer TragfĂ€higkeit von 1000  Zentnern den Main befahren, wĂ€hrend auf dem Rhein Mitte des 19. Jahrhunderts schon Schiffe mit bis zu 16.000 Zentnern (800 Tonnen) verkehrten. Infolgedessen musste die fĂŒr den Main bestimmte Fracht in Mainz oder Gustavsburg umgeschlagen werden. Überdies war die Schifffahrt durch die zunehmende Versandung der MainmĂŒndung und die jahreszeitlich oft geringe WasserfĂŒhrung beeintrĂ€chtigt. Mit dem Bau der Taunusbahn nach Wiesbaden (1839), der Hanauer Bahn (1848) und der Mainbahn nach Mainz (1863) ging das Frachtaufkommen auf dem Main von frĂŒher ĂŒber 200.000 Tonnen jĂ€hrlich daher drastisch zurĂŒck und erreichte 1879 einen Tiefpunkt mit rund 93.400 Tonnen jĂ€hrlich. Der Eisenbahn-Frachtverkehr in Frankfurt erreichte demgegenĂŒber im gleichen Jahr rund 1,4 Millionen Tonnen.

Auf Initiative des Frankfurter OberbĂŒrgermeisters Mumm von Schwarzenstein wurde deshalb ab 1868 der Bau eines 36 km langen Main-Seitenkanals zwischen Mainz und Frankfurt geplant. Die PlĂ€ne wurden allerdings mehrfach geĂ€ndert, und 1875 wurde beschlossen, den Fluss selbst zu kanalisieren und den Wasserstand so anzuheben, dass er fĂŒr die großen Mainschiffe ausreichte. 1882 bis 1885 wurden am Unterlauf des Mains zwischen Mainz und Frankfurt fĂŒnf Staustufen errichtet und am nördlichen Mainufer wurde ein neuer großer Hafen gebaut, der Westhafen. Gleichzeitig entstand am gegenĂŒberliegenden Ufer der Kohlehafen, der bis 1912 betrieben wurde. Bis 1905 stieg der Umschlag des Westhafens auf 1.565.000 Tonnen, zur HĂ€lfte Kohle und Koks aus dem Ruhrgebiet, darĂŒberhinaus Getreide, Sand und Kies.

Die „Mainkuh“

Die Mainkuh vor der Frankfurter Skyline
Die Mainkuh vor der Frankfurter Skyline

Nach dem Bau des Westhafens erfolgte 90 % des Verkehrs ĂŒber den Rhein, nur 10 % auf dem noch nicht kanalisierten Obermain. Zur Verbesserung der geringen TransportkapazitĂ€t war von Mainzer BĂŒrgern und dem Königreich Bayern die Aktiengesellschaft Mainkette gegrĂŒndet worden, um die auf Elbe und Neckar bereits bewĂ€hrte Kettenschifffahrt auch auf dem Main einzufĂŒhren. Dabei wird im Fluss eine Kette verlegt, an der sich ein Dampfschlepper – die Mainkuh – mit einer Geschwindigkeit von ca. 5 Kilometern pro Stunde entlanghangeln und dabei bis zu 10 KĂ€hne schleppen kann. Am 7. August 1886 wurde die Kette zwischen Mainz und Aschaffenburg in Betrieb genommen. 1891 verkehrten bereits drei Kettenschlepper auf dem Main. In den Folgejahren wurde die Kette immer weiter verlĂ€ngert: 1893 bis Miltenberg, 1903 bis Kitzingen und 1908 bis Bamberg.

Die Kettenschifffahrt blieb gleichwohl eine Episode: Sie wurde bereits in den 1920er Jahren wieder eingestellt. Bis 1940 blieb die Kette noch in der Flussmitte liegen.

Der Ausbau zur Großschifffahrtsstraße

Mainschifffahrt heute
Mainschifffahrt heute

Parallel zur EinfĂŒhrung der Kettenschifffahrt wurde die Kanalisierung des Mains durch den Bau von Staustufen vorangetrieben. Der Ausbau erfolgte in mehreren Schritten flussaufwĂ€rts:

  • 1901 wurde die Strecke von Frankfurt bis zum Offenbacher Hafen ausgebaut, gleichzeitig mit dem Bau des Osthafens in Frankfurt begonnen. Die Inbetriebnahme erfolgte 1912.
  • 1921 wurde der Abschnitt bis Aschaffenburg kanalisiert,
  • 1942 wurde die Strecke bis WĂŒrzburg ausgebaut.
  • 1949 begann der Ausbau des Obermains zwischen WĂŒrzburg und Bamberg. Dabei wurden die Erfahrungen der Vorkriegszeit genutzt, so dass die neue Strecke von vorneherein leistungsfĂ€higer wurde. Eine besondere Herausforderung war der Bau der WĂŒrzburger Schleuse, um die Wasserstraße vor der historischen MainbrĂŒcke und der Festung Marienburg entlang zu fĂŒhren. Am 29. Mai 1962 war der Ausbau bis Bamberg vollendet.

In Bamberg beginnt der Main-Donau-Kanal, der die Wasserstraßen Westeuropas mit der Donau verbindet.

Zwischen Viereth bei Bamberg und der Main-MĂŒndung liegen heute 34  Staustufen , die auf 388 km zusammen einen Höhenunterschied von 147 m ĂŒberwinden. Die LĂ€nge der Stauhaltungen liegt zwischen 5 und 9 km. Die Schleusenkammern sind jeweils 300 m lang und 12 m breit. Lediglich die vier Schleusen Kostheim, Eddersheim, Griesheim und Offenbach haben jeweils zwei Kammern von ca. 340 m LĂ€nge, von denen die eine 12 m und die andere 15 m breit ist. Alle Staustufen sind mit Fischtreppen als Aufstiegshilfe ausgestattet. Außer Viereth und WĂŒrzburg verfĂŒgen alle Staustufen ĂŒber eine Bootsschleuse. Die Gesamtausbauleistung der Wasserkraftwerke betrĂ€gt 172,55 MW.

Staustufen

Die folgende Tabelle enthĂ€lt eine Übersicht aller Staustufen:

Der Main bei Kitzingen
Der Main bei Kitzingen
Blick mainabwĂ€rts von der alten MainbrĂŒcke in WĂŒrzburg
Blick mainabwĂ€rts von der alten MainbrĂŒcke in WĂŒrzburg
Der Main in Offenbach
Der Main in Offenbach
Die Staustufe Griesheim
Die Staustufe Griesheim
Staustufe Lage

(Main km)

LĂ€nge der

Stauhaltung

Oberwasser

NN +m

Fallhöhe Kraftwerk-

leistung kW

1 Viereth 380,70 0 230,86 6,00 6.200
2 Limbach 367,18 13.52 224,86 5,36 3.700
3 Knetzgau 359,78 7,39 219,50 4,24 2.900
4 Ottendorf 345,26 14,52 215.26 7,59 6.300
5 Schweinfurt 332,04 13,23 207,67 4,67 3.800
6 Garstadt 323,50 8,53 203,00 4,69 3.900
7 Wipfeld 316,29 7,21 198,31 4,31 2.900
8 Gerlachshausen 300.51 15,78 194,00 6,30 3.900
9 Dettelbach 295,40 5,11 187,70 5,50 4.200
10 Kitzingen 283,96 11,42 182,20 3,66 3.000
11 Marktbreit 275,78 8,30 178,75 3,31 2.100
12 Goßmannsdorf 269,03 6,65 175,23 3,40 2.000
13 Randersacker 258,89 10,14 171,83 3,30 2.000
14 WĂŒrzburg 252,51 6,37 168,53 2,75 900
15 Erlabrunn 241,20 11,31 165,78 4,15 2.700
16 Himmelstadt 232,29 8,91 161,63 4,30 2.500
17 Harrbach 219,47 12,82 157,33 4,90 3.000
18 Steinbach 200,67 18,79 152,43 5,14 4.200
19 Rothenfels 185,89 14,79 147,29 5,26 4.200
20 Lengfurt 174,51 11,38 142,03 3,99 2.600
21 Eichel 160,47 14,04 138,04 4,50 3.100
22 Faulbach 147,07 13,40 133,54 4,51 4.100
23 Freudenberg 133,95 13,12 129,03 4,51 4.300
24 Heubach 122,36 11,59 124,50 4,00 3.400
25 Klingenberg 113,05 9,31 120,52 4,00 3.000
26 Wallstadt 101,20 11,85 116,52 4,00 3.400
27 Obernau 92,91 8,29 112,52 4,00 3.200
28 Kleinostheim 77,91 15,00 108,51 6,80 9.700
29 Krotzenburg 63,85 14,06 101,71 2,74 ---
30 MĂŒhlheim 53,19 10,39 98,97 3,77 4.800
31 Offenbach 38,51 14,67 95,20 3,18 4.100
32 Griesheim 28,69 9,83 92,02 4,49 4.900
33 Eddersheim 15,55 13,14 87,53 3,61 3.640
34 Kostheim 3,21 12,34 83,92 (Rhein) ---

Zwischen der MĂŒndung und WĂŒrzburg ist die Fahrrinne ganzjĂ€hrig mindestens 2,90 m tief. Die Strecke zwischen WĂŒrzburg und Bamberg wird derzeit von 2,50 m auf 2,90 m Fahrrinnentiefe ausgebaut. Der Main ist fĂŒr Schiffe und SchubverbĂ€nde bis 185 m LĂ€nge und 11,45 m Breite befahrbar. Er ist damit in die europĂ€ische Wasserstraßenklasse Vb eingeordnet.

Verkehrswege im Maintal

Wie an den meisten FlĂŒssen entstanden auch am Main frĂŒh Uferwege, die fĂŒr die Treidelschiffahrt genutzt wurden. Aufgrund der in FlussnĂ€he ĂŒblicherweise höheren Siedlungsdichte und der bergigen Topographie der Umgebung diente das Maintal auch als Trasse neuzeitlicher Verkehrswege, also fĂŒr Eisenbahnen und moderne Straßen .

Eisenbahnen im Maintal

Die Eisenbahn nutzt den grĂ¶ĂŸten Teil des Maintals zur Schaffung von Ost-West-Verbindungen. Lediglich im Bereich des Maindrei- und -vierecks kĂŒrzen die Hauptstrecken etwas ab, zum Teil wird der Flusslauf dann ĂŒber Nebenstrecken erschlossen.

Strecke Verlauf
KBS 860 (NĂŒrnberg–)Creußen–Bayreuth
KBS 852 Bayreuth–Neuenmarkt-Wirsberg
Ludwig-SĂŒd-Nord-Bahn ( KBS 850) (Hof–Schiefe Ebene–)Neuenmarkt-Wirsberg–Kulmbach–Lichtenfels
KBS 820 Lichtenfels–Bamberg
KBS 810 Bamberg–Schweinfurt–WĂŒrzburg Hbf
Main-Spessart-Bahn (Ludwigs-Westbahn, KBS 800, rechtsmainisch) WĂŒrzburg Hbf–Karlstadt–GemĂŒnden–Lohr, von dort direkt durch die TĂ€ler von Lohr und Aschaff nach Aschaffenburg
KBS 920 (Ansbach–)Marktbreit–Ochsenfurt–WĂŒrzburg Hbf
Maintalbahn (KBS 802, Nebenstrecke) Wertheim–Miltenberg–Aschaffenburg
Hanauer Bahn (KBS 640, rechtsmainisch) Aschaffenburg–Hanau–Frankfurt-Ostbahnhof
Bebraer Bahn (linksmainisch) Hanau–Offenbach–Frankfurt-SĂŒdbahnhof–Frankfurt Hbf
Mainbahn (linksmainisch) Frankfurt Hbf–RĂŒsselsheim– Mainz Hbf
Taunusbahn (rechtsmainisch) Frankfurt Hbf–Höchst–Mainz-Kastel(–Wiesbaden)

Straßenverkehr

Der Mainlauf wird fast auf ganzer LĂ€nge von Bundesstraßen begleitet. Dies betrifft sogar die beiden QuellfĂŒsse.

Den Roten Main begleitet ab Creußen ĂŒber Bayreuth bis Kulmbach die Bundesstraße 85 . Der Weiße Main trifft bereits wenige 100 Meter nach seiner Quelle auf die Bundesstraße 303 , die ihn bis Untersteinach begleitet. Ab dort folgt ihm die B 289 bis Kulmbach.

Diese Straße begleitet den „vereinigten“ Main bis Lichtenfels , ab dort verlĂ€uft die bereits in Zettlitz hinzugekommene B 173 auf dem linken Ufer bis Bamberg. Von dort bis Schweinfurt fĂŒhrt die B 26, die in Eltmann vom linken auf das rechte Ufer wechselt.

Unterhalb von Schweinfurt fließt der Main stellenweise ohne begleitende Straße. Die B 26 nimmt den direkten Weg nach Karlstadt ohne den Umweg ĂŒber das Maindreieck, die B 19 fĂŒhrt durch dessen Inneres direkt nach WĂŒrzburg. Von Ochsenfurt bis WĂŒrzburg verlĂ€uft wieder eine Bundesstraße auf dem rechten Mainufer, die B 13 , bis Karlstadt die B 27, bis Lohr dann wieder die B 26. Die dĂŒnn besiedelte Ost- und SĂŒdseite des Mainvierecks wird durch flussbegleitende Landesstraßen erschlossen. Von Miltenberg bis Aschaffenburg verlĂ€uft mit der B 469 wieder eine Bundesstraße auf dem linken Mainufer.

Von Aschaffenburg ĂŒber Hanau, die Frankfurter Innenstadt bis Frankfurt-Höchst verlĂ€uft die B 8 auf der rechten Mainseite, teilweise jedoch etwas abseits des Flusses. Ebenso verlĂ€sst die B 43 auf ihrem Weg von Hanau ĂŒber Offenbach und RĂŒsselsheim nach Mainz gelegentlich das Blickfeld des linken Ufers, vor allem zwischen Frankfurt-Sachsenhausen und Kelsterbach. Auf dem rechten Mainufer begleitet in einigem Abstand zum Fluss die Bundesstraße 40 die letzten Kilometer des Mains von Hattersheim bis Mainz.

MainfÀhren

Nach wie vor werden am Main zwölf FĂ€hren betrieben, obwohl in den letzten 40 Jahren bereits viele wegen UnrentabilitĂ€t stillgelegt werden mussten. Die FĂ€hren werden in der Regel von den Kommunen an die FĂ€hrleute verpachtet, belasten aber wegen der erforderlichen ZuschĂŒsse die kommunalen Haushalte erheblich.

Die Mehrzahl der FĂ€hren ist fĂŒr den Transport von Personen- und Lastkraftwagen eingerichtet, einige nur fĂŒr Personen und FahrrĂ€der. Ein Teil der FĂ€hren ist freifahrend, die anderen am Hochseil gefĂŒhrt, aber mit eigenem Antrieb.

Mit Hochseil gefĂŒhrte MainfĂ€hre Dörnigheim–MĂŒhlheim vor Dörnigheim
Mit Hochseil gefĂŒhrte MainfĂ€hre Dörnigheim–MĂŒhlheim vor Dörnigheim
Albertshofen–Mainstockheim
Albertshofen–Mainstockheim
Lage

(Main km)

Typ Von Nach
1  17,82 PersonenfĂ€hre Okriftel Kelsterbach - B 43
2  24,82 PersonenfĂ€hre Höchst Schwanheim
3  48,06 WagenfĂ€hre Rumpenheim Bischofsheim
4  50,63 WagenfĂ€hre Dörnigheim MĂŒhlheim
5  69,60 WagenfĂ€hre Seligenstadt Groß-Welzheim
6 144,60 WagenfÀhre Stadtprozelten Wertheim/Mondfeld
7 290,61 WagenfÀhre Mainstockheim Albertshofen
8 294,36 WagenfÀhre Mainsondheim Dettelbach
9 307,30 WagenfÀhre Nordheim am Main Escherndorf
10 311,15 WagenfÀhre Fahr Kaltenhausen
11 313,45 WagenfÀhre Obereisenheim Stammheim
12 317,20 WagenfÀhre Wipfeld Lindach/Hirschfeld

NebenflĂŒsse

Die Pegnitz in der NĂŒrnberger Altstadt.
Die Pegnitz in der NĂŒrnberger Altstadt.

Die lĂ€ngsten NebenflĂŒsse des Mains sind die FrĂ€nkische Saale (rechts, 142 km), die Tauber (links, 122 km), die Nidda (rechts, 98 km), die Kinzig (rechts, 82 km) und die Regnitz (links, 58 km).

Zusammen mit ihrem Quellfluss Pegnitz ist die Regnitz allerdings 173 km lang und damit der lĂ€ngste Nebenfluss. An der Pegnitz liegt außerdem die mit Abstand grĂ¶ĂŸte Stadt an einem Main-Zufluss: NĂŒrnberg.

Linke NebenflĂŒsse Rechte NebenflĂŒsse
QuellflĂŒsse
Obermain
  • Rodach (Marktzeuln)
  • Itz (Baunach)
  • Baunach (Baunach)
  • Nassach (Haßfurt)
Maindreieck
  • Volkach (Volkach)
  • Pleichach (WĂŒrzburg)
  • Wern (GemĂŒnden-Wernfeld)
Mainviereck
  • Tauber (Wertheim)
  • Erf (BĂŒrgstadt)
  • Mud (Miltenberg)
  • Mömling (Obernburg)
  • FrĂ€nkische Saale (GemĂŒnden); die Sinn mĂŒndet wenige 100 m vor deren MĂŒndung in die Saale.
  • Lohr (Lohr)
  • Hafenlohr (Hafenlohr)
  • Elsava (Elsenfeld)
  • Sulzbach (Sulzbach)
Untermain
In Klammern der Ort der MĂŒndung in den Main.

Der Main in der Kunst

Gustave Courbet: Blick auf Frankfurt, 1858.
Gustave Courbet : Blick auf Frankfurt, 1858.

Anders als Rhein und Mosel wurde der Main eher selten besungen. Dennoch entstanden im Laufe der Zeit eine Reihe von teils sehr bekannten Gedichten ĂŒber den Main. Hierzu zĂ€hlen:

  • Die zehnstrophige Ode Der Main von Friedrich Hölderlin , 1799 entstanden als Hölderlin Hauslehrer in Frankfurt war,
  • Fuhren wir hinab den Main von Friedrich RĂŒckert ( 1788 in Schweinfurt geboren),
  • Die Wanderfahrt von Joseph Viktor von Scheffel , ein 1859 entstandenes Gedicht, das in der Vertonung von Valentin Becker zur Frankenhymne wurde,
  • RĂŒckkehr nach Frankfurt von Marie Luise Kaschnitz , unter dem Eindruck der Kriegszerstörung geschrieben und 1947 veröffentlicht.
  • Es fĂŒhrt ĂŒber den Main eine BrĂŒcke von Stein, ein alter Volksliedtext, 1952 ergĂ€nzt und vertont von Felicitas Kukuck ( 1914 - 2001 ). Es ist das bekannteste Lied der Komponistin.

Prosatexte ĂŒber den Main sind dagegen sehr zahlreich, vor allem Reisebeschreibungen und Feuilletons . Eine Reihe von Metaphern entstanden ĂŒber den Main, z. B. WeißwurstĂ€quator (um die kulturelle Grenze zwischen Nord- und SĂŒddeutschland zu charakterisieren), Mainlinie (Die Sprachgrenze zwischen mitteldeutschen und oberdeutschen Dialekten ) oder Pfaffengasse des Deutschen Reiches (wegen der zahlreichen BistĂŒmer, bischöflichen Residenzen und Klöster am Main). Zu den Schriftstellern, die Prosatexte ĂŒber den Main hinterlassen haben, zĂ€hlen: Wilhelm Heinrich Wackenroder , Ludwig Tieck , Heinrich von Kleist (in Briefen an seine Braut), Clemens Brentano , Friedrich Stoltze, Rudolf G. Binding , Alfons Paquet und Eva Demski.

Zahlreiche Maler haben den Fluss in ihren Werken dargestellt, u. a. Conrad Faber , MatthĂ€us Merian, Domenico Quaglio , Gustave Courbet und Max Beckmann . Unter den frĂŒhen Fotografen des Mains ist Carl Friedrich Mylius hervorzuheben.

Literatur

  • Erwin Rutte: Rhein – Main – Donau. Eine geologische Geschichte, Thorbecke-Verlag, Sigmaringen 1987, ISBN 3-7995-7045-4
  • J. Albrecht Cropp, Carlheinz GrĂ€ter: Der Main. Weisser Main, Roter Main, Europa-Kanal. Von den Quellen bis zur MĂŒndung. StĂŒrtz-Verlag, WĂŒrzburg 1985
  • Stadt am Fluß – Frankfurt und der Main: Archiv fĂŒr Frankfurts Geschichte und Kunst (AFGK) 70, 2004. Frankfurt am Main, Verlag Waldemar Kramer, ISBN 3-7829-0559-8

Weblinks

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Wikipedia

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