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Letzte Änderung für Artikel Oberaden: 25.12.2005 14:30

Oberaden

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Oberaden ist ein Stadtteil von Bergkamen in Nordrhein-Westfalen und gehört zum Kreis Unna. Oberaden liegt an der Hamm-Osterfelder Bahn und hat sich trotz hundert Jahren Steinkohlenbergbau immer noch ein landwirtschaftlich geprÀgtes Umfeld erhalten.

In der Zeit von 11 v. Chr. bis 8 v. Chr. unterhielten die Römer im Zusammenhang mit den FeldzĂŒgen des Drusus ein großes Legionslager in Oberaden. Die unregelmĂ€ĂŸig geformte Anlage bedeckte eine FlĂ€che von 56  ha und bot Platz fĂŒr wahrscheinlich zwei Legionen . Die Aussenmauer aus Holz und Erde besaß eine LĂ€nge von 2700 m und war alle 25 m durch einen Wachturm gesichert. Die Bauwerke im Inneren dieses Kastelles waren in Fachwerktechnik aus Holz und Lehm gebaut.

Bei den Ausgrabungen , die hauptsĂ€chlich in den Jahren von 1906 bis 1914 und von 1976 bis 2004 durchgefĂŒhrt wurden, konnten wegen des feuchten Untergrundes immer wieder hölzerne GegenstĂ€nde gefunden werden. Zu ihnen gehören SchanzpfĂ€hle , Übungswaffen und hölzerne Brunnenfassungen . BerĂŒhmt sind Oberadens hölzerne TransportfĂ€sser, die in Zweitverwendung als Brunnenverschalung verbaut wurden.

Aufgrund der Ergebnisse der ersten GrabungsĂ€ra (1906-1914) hatte sich fĂŒr Jahrzehnte die Vorstellung gebildet, daß es im Innenraum des Lagers lediglich provisorische Bauten und Zelte zur Unterbringung der Soldaten gab. Diese Ansicht gilt aufgrund der Grabungen des WestfĂ€lischen Museums fĂŒr ArchĂ€ologie, MĂŒnster (Grabungsleiter: Dr. Johann-Sebastian KĂŒhlborn) als widerlegt. Nahe der Holz-Erde-Mauer befanden sich die bescheidenen HĂ€user der Centurionen und die Mannschaftkasernen. Eine komplexe Bebauungsstruktur wurde hingegen in dem Gebiet zwischen dem nördlich der Lagermitte gelegenem Praetorium (Kommandeurshaus) und dem SĂŒdtor aufgedeckt. Das Praetorium hatte eine GrĂ¶ĂŸe von ca. 41 m x 59 m und diente dem zeitweilig anwesenden Oberbefehlshaber Drusus als Quartier; die ungewöhnliche Lage, besonders aber die architektonische Ausbildung sprechen dafĂŒr. SĂŒdlich folgte, getrennt durch eine 42 m breite Straße (via principalis), das StabsgebĂ€ude, die ca. 94 m x 103 m großen principia. Zwischen dem StabsgebĂ€ude und dem SĂŒdtor standen einst fĂŒnf villenartige HĂ€user mit angegliederten Peristylhöfen. Das grĂ¶ĂŸte Haus ĂŒberdeckte eine FlĂ€che von 39 x 29 m und hatte zudem einen 36 x 17,5 m großen Peristylgarten. Diese HĂ€user waren der militĂ€rischen FĂŒhrungsschicht (Tribunen, Legaten) vorbehalten.

Das Lager wurde nach wenigen Jahren der Nutzung von den Römern aufgegeben; bei ihrem Abzug vernichteten sie durch Feuer die Anlage vollstĂ€ndig, um sie den nachrĂŒckenden Germanen nicht in die HĂ€nde fallen zu lassen. Beim Abzug wurden auch die Brunnen vergiftet.

Heute ist das ehemalige Legionslager durch eine Siedlung teilweise ĂŒberbaut, von den Überresten der Umwehrung sind im GelĂ€nde noch kleinere StĂŒcke auf einem Spielplatz sowie einem benachbarten WaldgrundstĂŒck zu erkennen.

Literatur

  • Ralf G. Jahn: Der Römisch - Germanische Krieg (9-16 n. Chr.). Dissertation Bonn 2001.
  • Johann-Sebastian KĂŒhlborn: Das Römerlager in Oberaden III. Aschendorff, MĂŒnster 1992, ISBN 3-402-05140-0 (BodenaltertĂŒmer Westfalens 27)
  • Johann-Sebastian KĂŒhlborn: Germaniam pacavi - Germanien habe ich befriedet. ArchĂ€ologische StĂ€tten augusteischer Okkupation. MĂŒnster 1995.
  • Johann-Sebastian KĂŒhlborn: Antike Berichte durch Ausgrabungen bestĂ€tigt. In: ArchĂ€ologie in Deutschland 3/1999, S. 6-12.
  • Bendix Trier (Hrsg.): 2000 Jahre Römer in Westfalen. Ausstellungskatalog. Zabern, Mainz 1991, ISBN 3-8053-1100-1
  • Bendix Trier (Hrsg.): Die römische Okkupation nördlich der Alpen zur Zeit des Augustus. Kolloquium Bergkamen 1989. VortrĂ€ge. Aschendorff, MĂŒnster 1991, ISBN 3-402-05139-7 (BodenaltertĂŒmer Westfalens 26)
  • Friedhelm Schwemin: Die Römer in Oberaden, Werne, 1998, ISBN 3-929158-09-4

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Koordinaten: 51° 36' 45" N, 7° 35' 4" O

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