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Letzte Änderung für Artikel Xantener Dom: 20.02.2006 10:38

Xantener Dom

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Bild:Xanten dome seen from parapet (archaeological park Xanten, Germany, 2005-04-23).jpg
Innenansicht
Innenansicht
St. Viktor mit dem Obelisk de Pauw
St. Viktor mit dem Obelisk de Pauw
SĂŒdlicher Turm
SĂŒdlicher Turm
Ausdehnung des Archidiakonats Xanten im 11. Jahrhundert
Ausdehnung des Archidiakonats Xanten im 11. Jahrhundert
Das Viktorstift innerhalb Xantens im 15. Jahrhundert
Das Viktorstift innerhalb Xantens im 15. Jahrhundert
Der "Obelisk de Pauw" auf dem Domplatz
Der "Obelisk de Pauw" auf dem Domplatz
Der Kreuzgang
Der Kreuzgang
Eine der Domorgeln
Eine der Domorgeln
Der Matthiasaltar
Der Matthiasaltar
Statue des Heiligen Viktor an der RĂŒckseite des Doms
Statue des Heiligen Viktor an der RĂŒckseite des Doms

Der Xantener Dom ist der katholische Dom der Stadt Xanten am Niederrhein und gilt als "GrĂ¶ĂŸter Dom zwischen Köln und dem Meer". 1937 wurde ihm durch Papst Pius XI. der Titel einer Basilica minor verliehen.

Seinen Namen verdankt der Dom St. Viktor dem MĂ€rtyrer und Angehörigen der ThebĂ€ischen Legion Viktor von Xanten , der im 4. Jahrhundert im Amphitheater des Castra Vetera nahe dem heutigen Birten hingerichtet worden sein soll. Ähnlich der Legende Gereons von Köln zĂ€hlt auch zur Legende Viktors die Kaiserin Helena von Konstantinopel , die die Gebeine des heiligen Viktor und seiner LegionĂ€re geborgen und ihnen eine Kapelle errichtet haben soll. Bei modernen Ausgrabung konnte die Existenz einer cella memoriae im 4. Jahrhundert nachgewiesen werden. Errichtet wurde die cella memoriae jedoch nicht fĂŒr Viktor, sondern fĂŒr zwei bei Ausgrabungen dort Entdeckte mĂ€nnliche Bestattete, die spĂ€ter in der Krypta beigesetzt wurden.

Die Grundsteinlegung des Doms erfolgte im Jahr 1263 durch Friedrich und Konrad von Hochstaden . Der Bau sollte 281 Jahre dauern und wurde schließlich mit der Weihung der Heiliger-Geist-Kapelle im Jahr 1544 vollendet. Seitdem besteht der Dom, wenn auch ursprĂŒnglich als dreischiffiges Langhaus mit Querschiff geplant, aus einem fĂŒnfschiffigen Langhaus in gotischem Stil, im Gegensatz zu vielen anderen in dieser Zeit erbauten Kirchen besitzt St. Viktor keinen Chorumgang. Dem Chor sind stattdessen zwei Kapellenpaare angeschlossen, Ă€hnlich der Liebfrauenkirche in Trier. Zudem enthĂ€lt St. Viktor mit der Stiftsbibliothek Xanten eine der bedeutendsten kirchlichen Bibliotheken des Niederrheins. Der Dom ist heute Sitz eines Weihbischofs, der fĂŒr den niederrheinischen Teil des Bistums MĂŒnster zustĂ€ndig ist.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Entstehung des Chorherrenstifts

Über dem vermutlichen Grab des MĂ€rtyrers Viktor entstand noch im 4. Jahrhundert eine Fachwerkkapelle, bereits im 6. Jahrhundert errichtete Bischof Everigisil von Köln an diesem Ort eine steinerne Kapelle. Die erste Kirche, ausgefĂŒhrt im karolingischen Stil mit rechteckigem Chor, lĂ€sst sich im Jahr 752 belegen. In dieser Zeit entstand um die Kirche herum ein Stift der Kanoniker , der im Glauben den Stift ĂŒber den GrabstĂ€tten Viktors und seiner GefĂ€hrten anzulegen ad Sanctos (zu den Heiligen) genannt wurde. Erst nach dessen GrĂŒndung entwickelte sich an diesen angrenzend der heutige Stadtkern, auf den die Bezeichnung ad Sanctos ĂŒberging und sich schließlich zum heutigen Ortsnamen entwickelte. Das Stift wurde zu einer "Stadt in der Stadt" und war nur durch ein Nord- und ein SĂŒdtor (von denen heute nur noch das sĂŒdliche existiert, welches durch eine eigene Kapelle erweitert wurde) mit dem weltlichen Xanten verbunden.

Die karolingische Kirche wurde zu Beginn des 9. Jahrhunderts neu errichtet. Nur wenige Jahrzehnte spÀter begann bereits der Bau einer dreischiffigen Kirche, welche jedoch im Jahr 863 durch Normannen zerstört wurde. Daraufhin wurde um das Jahr 967 ein ottonisch - romanischer Dom errichtet und durch den Kölner Bischof Folkmar geweiht. Dieser wurde nach BrÀnden im 11. und 12. Jahrhundert wiederhergestellt und im Jahr 1213 durch einen staufischen Westchor ergÀnzt.

Der Dom St. Viktor

1263 erfolgte schließlich die Grundsteinlegung zum Bau des Doms St. Viktor durch Erzbischof Konrad von Hochstaden und dessen Bruder Friedrich, der zu dieser Zeit Probst des Archidiakonats Xanten gewesen war. Bis 1437 wurde der östliche Teil bis zum Lettner errichtet, zwischen 1483 und 1519 der westliche Teil mit Anschluss an den Westchor des romanischen Doms. 1544 wurde schließlich die Heliger-Geist-Kapelle geweiht und der Dom vollendet, welcher fortan der Mittelpunkt eines Archidiakonates war, welches den gesamten unteren Niederrhein umfasste und sich gegenĂŒber dem Erzbistum Köln eine gewisse SelbststĂ€ndigkeit erhalten konnte. So wurde das Vermögen des Stifts durch das Stift selbst verwaltet und die Wahl des Xantener Probstes geschah weitestgehend ohne Einfluss des Bistums . Auch vom weltlichen Xanten blieb das Stift weitgehend unabhĂ€ngig. So genoss das ringförmig um den Dom gelegene Stift ĂŒber Jahrhunderte ImmunitĂ€t , die Gerichtsbarkeit lag in HĂ€nden des Probstes als Oberhaupt des Stifts, dessen Bedeutung auch anhand der sieben ehemals bestehenden Kloster verschiedenster Orden deutlich wird.

Aufhebung des Stifts

1802 wurde das Kirchenstift unter französischer Besatzung durch NapolĂ©on Bonaparte sĂ€kularisiert und der " Obelisk de Pauw" zu Ehren von Cornelis de Pauw auf dem Domplatz errichtet. Von 1857 bis 1868 wurden umfangreiche Renovierungen durchgefĂŒhrt, ab 1849 auch mit Hilfe eines neu entstandenen Dombauvereins. Dieser löste sich jedoch nach Vollendung der Renovierung auf, so dass sich der Dom 1925 in einem mĂ€ĂŸigen Zustand befand und eine stĂ€ndige DombauhĂŒtte eingerichtet wurde; seit 1928 existierte wieder ein Dombauverein.

Die Ausgrabungen der 1930er Jahre

Bei durch Walter Bader durchgefĂŒhrten Ausgrabungen unter dem Chor des Doms wurde 1933 ein auf das 4. Jahrhundert datiertes Doppelgrab entdeckt und schließlich eine Krypta angelegt, welche 1936 durch den Bischof von MĂŒnster Clemens August Graf von Galen geweiht wurde. Hierbei konnten auch Überreste der Fußböden von mindestens sieben VorgĂ€ngerbauten nachgewiesen werden. Die im Doppelgrab erhaltenen Gebeine konnten im Folgenden zwar nicht mit Namen in Verbindung gebracht werden, da an diesen eine absichtliche Tötung nachgewiesen werden konnte liegt in Verbindung mit der nachweisbaren Überbauung des Grabes jedoch die Vermutung nahe, dass die ursprĂŒngliche cella memoria nicht Viktor, sondern eben diesen namentlichen Unbekannten gewidmet war. Dementsprechend ist die Legende des heiligen Viktor wahrscheinlich erst spĂ€ter entstanden und wurde auf die zurĂŒckliegende Geschichte ĂŒbertragen.

Zerstörung im Zweiten Weltkrieg und Wiederaufbau

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 wurde der Dom im Zuge alliierter Angriffe von Fliegerbombem getroffen und massiv beschĂ€dtigt. Einer der TĂŒrme stĂŒrzte in sich zusammen. Die Ausstattung des Domes, darunter auch die kunstvollen Fenster, wurde jedoch schon vor Beginn der Angriffe aus dem Dom entfernt um diese vor der Zerstörung zu bewahren. Der anschließende Wiederaufbau ab 1947 konnte, vor allem Dank Walter Bader , innerhalb von nur 19 Jahren bis 1966 abgeschlossen werden. Großen Wert legte man hierbei auf eine möglichst originalgetreue Wiederherstellung in allen Einzelheiten. Bislang konnten jedoch noch nicht alle Exponate wieder an ihren ursprĂŒnglichen Platz gesetzt werden. Bei diesen handelt es sich vor allem um Skulpturen der Außenmauer, aber auch um Wandteppiche und GemĂ€lde des Innenraums. Diese werden bis zu ihrer Restaurierung und dem daran anschließenden HinzufĂŒgen zum Dom in einem Saal Ă€hnlich wie in einem Museum ausgestellt. Bereits im Sommer 1948 war der Westteil des Langhauses als Notkirche hergerichtet worden, so dass dort erstmalig wieder Gottesdienste abgehalten werden konnten.

Errichtung der GedenkstĂ€tte fĂŒr neuzeitliche MĂ€rtyrer

1966 wurde die Krypta unter dem Dom erweitert und Opfer des Nationalsozialismus in dieser beigesetzt. So finden sich dort Urnen mit Asche aus den Konzentrationslagern Auschwitz , Bergen-Belsen und Dachau. Ebenfalls in der Krypta befinden sich die GrĂ€ber Heinz Bellos , Karl Leisners und Gerhard Storms . Aschenurnen, ErinnerungsstĂŒcke und Schrifttafeln erinnern an Wilhelm Frede , Nikolaus Groß und Johannes Maria Verweyen .

Ausstattung

Der Hochaltar

Der Hoch altar als bedeutendstes Heiligtum des Domschatzes enthĂ€lt die Gebeine des heiligen Viktor in einem edelsteinbesetzten Schrein, welcher heute zu den Ă€ltesten erhaltenen Schreinen im Rheinland zĂ€hlt. Seit 1128 werden die vermutlichen Gebeine des Heiligen Viktor in diesem Schrein aufbewahrt. An den Seiten des Schreins wurden BĂŒsten, welche den Heiligen Viktor und Helena abbilden, errichtet. In den FlĂŒgeln des Altars finden sich indes GemĂ€lde des Kölner Malers Barthel Bruyn d.Ä. aus dem Jahr 1534 , auf denen sich verschiedene Ereignisse aus den Legenden um Viktor und Helena dargestellt werden. Weitere von Bruyn angefertigte GemĂ€lde finden sich im gesamten Dom wieder und bilden neben Heiligen und Angehörigen der Kanoniker auch Xantener BĂŒrger ab.

Weitere AltÀre

Bis heute sind 24 meist aus Holz geschnitzte AltĂ€re erhalten, welche vor allem im Antwerpen des 15. Jahrhunderts gefertigt worden sind. Am meisten hervorzuheben sind von diesen der "MĂ€rtyreraltar", der "Marienaltar", der "Martinusaltar" und der "Antoniusaltar". Der MĂ€rtyreraltar wurde 1525 als dreiteiliger Schrein in Antwerpen gefertigt und beinhaltet verschiedenste Darstellungen der Passion Christi und dem Leben Marias. Der Marienaltar aus dem Jahr 1536 wurde durch Heinrich Douvermann aus Dinslaken erstellt. Die Predella des Altars gilt noch heute als ein Meisterwerk der Handwerkskunst und stellt wie auch der MĂ€rtyreraltar verschiedenste Ereignisse aus dem Leben Marias dar. Der Martinusaltar wurde bereits im Jahr 1477 geweiht, die Skulptur des Heiligen Martin auf seinem Pferd mußte jedoch spĂ€ter erneuert werden. Ebenfalls nachtrĂ€glich hinzugefĂŒgt wurden die mit zahlreichen GemĂ€lden ausgefĂŒllten AltarflĂŒgel. Der Antoniusaltar besitzt im Kontrast zu den bereits genannten AltĂ€ren keine Aufteilung in verschiedene Darstellungen. Stattdessen enthĂ€lt er in mehreren Nischen Skulpturen, welche unter anderem Maria Magdalena und den Heiligen Antonius darstellen. Er wurde dem Dom um das Jahr 1500 hinzugefĂŒgt. Weiterhin enthĂ€lt St. Viktor den Helenaaltar, den Matthiasaltar und zahlreiche weitere AltĂ€re im Stil des Barock .

Skulpturen

An den Pfeilern des Mittelschiffs wurden 28 Skulpturen aus Stein angebracht, welche um das Jahr 1300 angefertigt wurden und deren Motive von Darstellungen der VerkĂŒndigung ĂŒber die Abbildung von Heiligen bis zur Abbildung Viktors und Helenas reicht. Aus dem 15. Jahrhundert stammen die Skulpturen der vier KirchenvĂ€ter und des Heiligen Martin , des Heiligen Cornelius und abermals des Schutzpatrons Viktor. Im 15. und 16. Jahrhundert wurden schließlich die Skulpturen des Heiligen Christopherus , der heiligen drei Könige und der Maria hinzugefĂŒgt.

Die Stiftsbibliothek

Auch die im Jahr 1547 errichtete Stiftsbibliothek blieb grĂ¶ĂŸtenteils erhalten. Diese befindet sich ĂŒber dem Kreuzgang im Innenhof des Doms, die dort aufbewahrten BestĂ€nde an historischen Schriften wurden zu großen Teilen erst am Beginn des 19. Jahrhunderts in Folge der SĂ€kularisierung von den ehemals um Xanten gelegenen Klöstern an die Bibliothek ĂŒbergeben. Weitere Teile des ehemaligen Bestandes befinden sich heute außerhalb der Bibliothek, beispielsweise die Ă€lteste erhaltene Handschrift des Stifts aus der Palastschule Karls des Großen aus dem 9. Jahrhundert in BrĂŒssel . Andere Teile der Bibliothek wurden unter NapolĂ©on nach Paris gebracht, weitere kamen nach Bonn, Köln und MĂŒnster.

WeiterfĂŒhrendes

Literatur

  • Franz W. Oedinger: Die Stiftskirche des heiligen Viktor zu Xanten, Zwei BĂŒcher des Stiftes Xanten 1469-1484 und Briefe zumeist aus den Jahren 1506-1512. 1979
  • Hans P. Hilger: Der Dom zu Xanten. 1984
  • Xanten im frĂŒhen und hohen Mittelalter Sagentradition - Stiftsgeschichte - Stadtwerdung (= Rheinisches Archiv 147; Geschichte der Stadt Xanten 2), Ingo Runde, Köln / Weimar / Wien 2003 .

Weblinks


Koordinaten: 51° 39' 44" N, 6° 27' 14" O

Wikipedia

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